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Bestürzte Bekannte über den Schützen von Fislisbach: «Er war ein ruhiger Nachbar»

Fislisbach AG steht unter Schock: Ein 17-Jähriger aus dem Dorf soll in einem Waldstück einen anderen jungen Mann getötet haben. Noch in derselben Nacht wird der mutmassliche Täter S.N. ermittelt und festgenommen.



In einem Waldstück bei Fislisbach ist es am Dienstagabend (14.06.16) zu einem Tötungsdelikt gekommen. Die Polizei sperrte das Gebiet grossräumig ab und fahndet derzeit nach dem Täter.



 



In einem Waldstück nahe der Sportanlage Esp in Fislisbach wurde am Dienstagabend eine tote Person gefunden. Die Aargauer Kantonspolizei wurde etwa um 20 Uhr alarmiert. «Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus», bestätigte Polizeisprecher Roland Pfister gegenüber der az. 



Die Suche nach dem oder den Tatverdächtigen läuft auf Hochtouren. Ein Grossaufgebot der Polizei ist vor Ort. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, Autofahrer in der Region müssen mit Kontrollen rechnen.



Anwohner sollen zuvor Schüsse gehört haben, wie mehrere Medien berichten. Auch soll ein Hubschrauber der Rega über dem Gebiet gesichtet worden sein. Laut einer unbestätigten Meldung von «20 Minuten» sollen drei Männer auf der Flucht sein.



Der Kriminaltechnische Dienst hat die Spurensicherung aufgenommen, wie Polizeisprecher Pfister erklärte. Weitere Angaben zum Opfer oder den genauen Tatumständen macht die Polizei derzeit nicht. Ausführlichere Informationen stellen die Behören für Mittwochmorgen in Aussicht.

Tatort in Fislisbach. bild: keystone

Es ist kurz vor Mitternacht, als die Polizisten beim Elternhaus von S.N. in Fislisbach vorfahren. Nur vier Stunden zuvor soll der Jugendliche in einem Waldstück in der Nähe einen 18-Jährigen getötet haben.

Die Ermittler stossen sehr schnell auf die Spur von N., nehmen ihn und seine Angehörigen für eine Befragung mit auf den Posten. «Eine Person wurde festgenommen», bestätigt Roland Pfister, Chef Mediendienst der Aargauer Kantonspolizei gegenüber Tele M1. Dabei handle es sich um den 17-jährigen Tatverdächtigen. Weitere Personen wurden nicht verhaftet.

Fakten zum Tötungsdelikt Fislisbach

Gestern wurde in einem Waldstück in Fislisbach eine Männerleiche gefunden. Der 18-jährige Schweizer wurde erschossen. Offenbar von einem 17-Jährigen aus der Region. Video: © TeleM1

Bei der Befragung gibt S.N. zu, auf den 18-Jährigen geschossen zu haben. Warum er dies tat und welche Beziehung er zu seinem Opfer hatte ist noch unklar.

Wie kam er an die Waffe?

In Fislisbach ist man ratlos. Ob im Blumenladen, in der Zweiradwerkstatt oder an der Bushaltestelle: Wer vom Tötungsdelikt erfährt, ist bestürzt. Im Restaurant Erle sagt ein Stammgast: «Nöd emal meh z Fislisbach hämmer no Rueh!» Und alle fragen laut: Wie kommt ein 17-jähriger Jugendlicher an eine Waffe?

Auch der Vater von S.N. kann sich dies nicht erklären, wie er gegenüber einem Reporter von Tele M1 berichet. Er habe schon vor vielen Jahren sämtliche Waffen im Haushalt verkauft. Er sei schockiert, von dem was passiert sei und könne sich nicht vorstellen, dass sein Sohn der Täter sei.

Der Täter von Fislisbach

Wer ist der 17-Jährige, der einen praktisch Gleichaltrigen in Fislisbach erschiesst? Tele M1 hat sich umgehört. Video: © TeleM1

Mike Ammann ist mit der Familie befreundet. Er kenne S.N. als ruhigen Nachbarn. «Wir haben nie etwas negatives mit ihm erlebt.» Nichts hätte auf eine solche Tat hingedeutet. «Ich bin sehr betroffen. Die Familie und unsere Freundschaft bedeuten mir sehr viel.» 

Vernena Gimmi wohnt seit 20 Jahren im selben Quartier, wie die Familie von S.N. Sie hat den 17-Jährigen und seine Geschwister aufwachsen sehen, wie sie gegenüber Tele M1. sagt. «Ich sah sie täglich auf dem Weg in die Schule. «Die Tat macht mich fassungslos und sehr traurig.» 

Eine Anwohnerin vom Eichhof erzählt: «Normalerweise sind wir um diese Zeit mit unseren Pferden im Wald unterwegs.» Am Dienstagabend ging aber ein starker Wind und es hat geregnet – jetzt sei sie froh, zu Hause geblieben zu sein. «Scho verruckt!», sagt sie nachdenklich.

Eine Dame spaziert mit ihrem Hund vorbei. Sie gehe regelmässig hier Gassi, am Dienstag sei sie aber in der Chorprobe gewesen: «Der Kollege, der uns am Klavier hätte begleiten sollen, fiel aus. Wegen der Polizeikontrolle kam er nicht zu uns durch.» Es sei «schon wahnsinnig», dass sich ein solcher Tötungsfall in einem so kleinen Dorf ereignen könne.

Mittwochvormittag: Ermittler (in weissen Overalls) durchsuchen ein Waldstück bei Fislisbach

Im Vordergrund sind zivile Polizeiautos zu sehen. Video: © az/Mario Fuchs

(rio/fvo/cze)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meliert 16.06.2016 06:21
    Highlight Highlight ein ruhiger Nachbar, haben wir das nicht schon im Fall Rupperswil gehört?
  • 11lautin 16.06.2016 00:23
    Highlight Highlight Es sind leider häufig die Ruhigen!
    • Droidberg 16.06.2016 10:14
      Highlight Highlight Ich würd ja behaupten, es sind meist die, mit 2 Beinen.
  • bangawow 15.06.2016 23:40
    Highlight Highlight Es ist völlig verständlich, dass jeder bestürzt ist. Aber warum meinen die Leute, dass ruhige Nachbarn nicht zu Mord fähig sind? Kennen die Menschen Menschen? Was für ein Titel.
    • Spooky 16.06.2016 01:16
      Highlight Highlight Mord ist normal. Oder gab es eine Zeit, in der es keine Morde gab? Nein.

      Aber, ich bin für die Todesstrafe. Und zwar aus Respekt für die Angehörigen der Opfer.

      Obwohl, pragmatisch gesehen: die Todesstrafe hat noch keinen einzigen Mord verhindert.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 03:08
      Highlight Highlight Spooky: "Todesstrafe" ist ein Vorurteil schaffendes Wort. Wer sagt denn, dass der Tod eine Strafe sei? Das tönt nach religiös. Vielleicht ist der Tod ja der beste Orgasmus ever... mit 72 Jungrauen und so... :-P wie willst du das schon wissen?

      Vielleicht ist es härter als Tod zu sein, mit der aufgeladenen Schuld weiter zu leben. Wer weiss das schon?

      Aber vorallem das Wort "Todesstrafe" ist irgendwie religiös angehaucht, weil es den Tod mit etwas schlechtem, einer Strafe gleich setzt. Aber wer weiss das schon, abgesehen von den Gläubigen?!
    • Fumo 16.06.2016 08:19
      Highlight Highlight "Aber wer weiss das schon, abgesehen von den Gläubigen?!"

      Die Gläubigen wissen dass die "Todesstrafe" eben KEIN religiöses Begriff ist weil der Tod als Erlösung gilt bei der man, wenn man sich an die Regeln der jeweiligen Religion gehalten hat, in "bessere" Umstände gerät.
      Aber hey, Todesstrafe, Tod, das klingt alles so negativ. Muss also religiös sein ;)
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