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Krawall vor Bundeshaus: «Volksaufstand»-Polemik in den sozialen Medien

«Volksaufstand»–Polemik nach Krawall der Zertifikat-Gegner vor dem Bundeshaus

Die Polizei hat eine Demo gegen das Zertifikat mit Gummischrot aufgelöst. Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause spricht von einem «Sturm aufs Bundeshaus», die Weltwoche von einem «Volksaufstand».
17.09.2021, 08:5217.09.2021, 09:03
Peter Walthard / ch media
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Polizisten bewachen das Bundeshaus, waehrend einer Demonstration gegen die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Donnerstag, 16. September 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Absperrgitter und Polizei in Vollmontur: Das Bundeshaus am 16. September 2021.Bild: keystone

Eine unbewilligte Demonstration gegen die Ausweitung der Zertifikatspflicht ist in der Nacht auf Freitag von der Kantonspolizei Bern aufgelöst worden. Wie die Polizei mitteilt, waren die Demonstranten ab 19:30 Uhr vom Bahnhof zum Bundeshaus gezogen.

Dieses war mit Absperrgittern abgeriegelt. Als Demonstrierende gegen das Gitter drückten, setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auf Flaschenwürfe von Seiten der Protestierenden reagierte die Polizei mit dem Einsatz von Reizgas und Gummischrot, wie ein von Blick.ch veröffentlichtes Augenzeugenvideo zeigt.

Die Kantonspolizei bestätigte den Einsatz am Abend: «Weil an der Sperre weiterhin manipuliert wurde und überdies unzählige Gegenstände, darunter Flaschen und Holzscheite, gegen das Bundeshaus, die Einsatzkräfte und Diensthunde geworfen und diese mit Feuerwerk und Knallpetarden angegriffen wurden, mussten der Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot eingesetzt werden.», heisst es in einer Medienmitteilung.

Bei einem Handgemenge sei eine Person verletzt worden. Eine weitere Person sei von der Polizei verhaftet worden. Die Demonstration sei nicht bewilligt gewesen und habe gegen 19:30 Uhr vor dem Berner Bahnhof begonnen. In der Stadt sei es deswegen zu Verkehrsbehinderungen gekommen, so die Polizei.

Politische Polemik im Nachgang

Auf die Demonstration folgte politische Polemik in den sozialen Medien. Der Berner Gemeinderat und Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) sprach in einem Tweet von einem verhinderten «Sturm auf das Bundeshaus».

Teilnehmer der Demonstration warfen ihm daraufhin Framing vor: Die Wortwahl sei bewusst an den «Sturm auf das Kapitol» durch Trumpanhänger im Januar 2021 angelehnt und dramatisiere die Situation.

Die «Weltwoche» von SVP-Nationalrat Roger Köppel schreibt in einer ersten Reaktion von einem «Volksaufstand». Sie schätzt das Aufkommen der gestrigen Demonstration auf über 10'000 Personen.

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Trump-Anhänger stürmen Kapitol
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Trump-Anhänger stürmen Kapitol
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quelle: keystone / manuel balce ceneta
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403 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Barbärner
17.09.2021 09:01registriert Februar 2019
Man sollte eigentlich endlich auch mal eine anständige Demo der Vernünftigen organisieren unter dem Namen "stoppt den Minderheitenterror"
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Thomas Melone
17.09.2021 09:02registriert Mai 2014
Nähme mich nur wunder, was passiert wäre, wenn sie das Bundeshaus tatsächlich gestürmt und die Macht übernommen hätten. Gäbe es dann heute noch so was wie Rechtstaatlichkeit, Demokratie oder Meinungfreiheit von denen, die sich ja so dermassen in einer Diktatur wähnen?
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Töfflifahrer
17.09.2021 09:24registriert August 2015
Schiss vor einem Picks aber in der Masse dann den Starken markieren. Was für Pussies.
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