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Bundesrat will Camions nicht mit Totwinkel-Warnsystemen nachrüsten

Bundesrat will Camions nicht mit Totwinkel-Warnsystemen nachrüsten

12.02.2026, 11:5612.02.2026, 11:56

Seit Mitte 2024 müssen neue Lastwagen und Busse mit einem Assistenzsystem ausgerüstet sein, das sogenannte Totwinkel-Unfälle verhindert. Ältere Fahrzeuge will der Bundesrat aber nicht nachrüsten.

Das hält der Bundesrat in seiner ablehnenden Stellungnahme zu einer Motion des Tessiner Nationalrats Bruno Storni (SP) fest. Der tote Winkel, jene Stelle neben dem Fahrzeug, die Fahrerinnen und Fahrer nicht einsehen können, sei der Grund häufiger und schwerer Unfälle mit Velofahrerinnen oder Fussgängern, begründete Storni die Motion.

Von 2011 bis 2024 habe es bei Unfällen dieser Art 26 Tote, 35 Schwerverletzte und 70 Leichtverletzte gegeben, schrieb er, gestützt auf Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung. Mit Hilfsmitteln könnten die Fahrerinnen und Fahrer den toten Winkel vollständig einsehen; auf dem Markt seien akustische Warnsysteme erhältlich.

Der Bundesrat hält dagegen, dass sich in einer Evaluation viele dieser Systeme als mangelhaft erwiesen hätten. Sie generierten viele Fehlalarme und entdeckten Velofahrende nicht zuverlässig.

Zudem argumentiert er mit der Einsatzzeit eines Lastwagens von rund acht Jahren: Bis technische Anforderungen an die Systeme und die gesetzlichen Bestimmungen vorlägen sowie eine Übergangsfrist für die Nachrüstung abgelaufen sei, dürfte ein beträchtlicher Teil der Lastwagen ohne Assistenzsystem ohnehin ersetzt worden sein.

Schliesslich führt der Bundesrat die Kosten an: Gehe man für die Schweiz mit einem Aufwand von etwa 5000 Franken pro Nachrüstung aus, ergäbe sich bei rund 60'000 immatrikulierten Fahrzeugen eine Summe von 300 Millionen Franken. (hkl/sda)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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H. Fröhlich
12.02.2026 12:54registriert März 2019
Ganz einfach die Haftpflichtversicherungs Prämienen für Fahrzeuge ohne diese Assistenzsysteme deutlich erhöhen. Dann regelt sich das von alleine.
So ein invalid gefahrenen Velofahrer kostet die Versicherung sehr viel Geld. Daher sollten die Versicherer ein Interessa an solchen Systemen haben.
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