Schweiz
Bundesrat

Schweizer Aussenminister will in die Türkei reisen

Schweizer Aussenminister will in die Türkei reisen

17.03.2018, 09:0817.03.2018, 09:33

Inmitten von Protesten über mögliche Spionageaktivitäten der Türkei in der Schweiz wird bekannt: Aussenminister Ignazio Cassis will in die Türkei reisen.

Die Möglichkeit einer Reise in die Türkei werde seit längerem diskutiert, heisst es in einer Stellungnahme des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Samstag. Eine Sprecherin präzisierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass die Reisepläne nichts mit den aktuellen Spionagevorwürfen zu tun hätten.

Bundesrat Ignazio Cassis spricht waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 15. Maerz 2018 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bundesrat Cassis.Bild: KEYSTONE

Die verschiedene Deutschschweizer Zeitungen von Tamedia berichteten am Samstag über die mögliche Reise. Bundesrat Cassis sei grundsätzlich bereit, in die Türkei zu reisen, ein genaues Datum sei aber noch nicht festgelegt, heisst es in der EDA-Stellungnahme weiter.

Am Freitag hatte EDA-Staatssekretärin Pascale Baeriswyl in einem Telefongespräch mit ihrem türkischen Amtskollegen in Ankara klargemacht, dass die Schweiz keine Spionageaktivitäten auf ihrem Territorium dulde. Sollte die Türkei «den Eindruck haben», dass sich Landsleute in der Schweiz illegal betätigten, müsse sie das den Schweizer Behörden sagen, sagte Baeriswyl in der Mittagssendung «Rendez-vous» von Radio SRF.

Mehrmals interveniert

Die Schweiz hat seit dem vereitelten Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 schon mehrmals gegenüber Ankara wegen mutmasslicher Spionageaktivitäten interveniert.

Genau vor einem Jahr hatte die Bundesanwaltschaft mit Ermächtigung des Bundesrats ein Strafverfahren wegen Verdachts auf politischen Nachrichtendienst im Umfeld der türkischen Gemeinschaft in der Schweiz eröffnet. Dabei geht es auch um den Versuch der Entführung einer Person aus der Schweiz ins Ausland.

Das türkische Aussenministerium wies am Freitag den Verdacht zurück, dass Angestellte der Botschaft in Bern die Entführung eines Geschäftsmanns aus der Schweiz geplant hätten. Das seien grundlose Anschuldigungen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters Ministeriumssprecher Hami Aksoy.

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Diese Pläne hat der Flixbus-Chef in der Schweiz
André Schwämmlein leitet das Unternehmen Flix, das mit seinen Fernbussen und Zügen in der ganzen Welt aktiv ist. Im Gespräch sagt er, wie er Unfälle verhindern will und wo seine Firma wächst.
Vor dreizehn Jahren fuhr erstmals ein Flixbus durch Deutschland. Danach folgte eine Erfolgsgeschichte: 2018 rollten erstmals Flixtrain-Züge, 2023 schrieb die mittlerweile Flix genannte Firma erstmals mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz und transportierte über 80 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Heute fahren mehr als 5000 Busse unter der Marke Flixbus.
Zur Story