Schweiz
Coronavirus

Die Forschung zeigt verschiedene Resultate, was Long-Covid betrifft

Wie häufig ist Long Covid? Die Forschung liefert keine eindeutigen Resultate

2.5 Prozent, 10 Prozent oder gar 36.6 Prozent? Die Studien dazu, wie viele Patienten nach einer Infektion langanhaltende Symptome beruhen auf unterschiedlichen Methoden. Klar ist: Die IV zähl immer mehr Anmeldungen.
04.10.2021, 07:5604.10.2021, 07:56
Sabine Kuster / ch media

Bisher ging man davon aus, dass rund 10 Prozent aller Infizierten nach drei Monaten noch anhaltende Symptome haben. Die neuste Auswertung des Englischen Statistischen Amtes ONS zeigt tiefere Zahlen, besonders wenn symptomlose Verläufe ebenfalls berücksichtigt werden. Demnach tritt Long Covid «nur» bei 2.5 Prozent aller Infektionen auf – und bei 6.7 Prozent, von all jenen, die Symptome spürten. Allerdings wurden gerade die problematischen neurokognitiven Symptome wie Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme nicht erfasst. Die Ergebnisse beziehen sich eher auf die schweren Krankheitsverläufe mit Organschäden.

Frau liegt krank im Bett.
Sind es 2 Prozent oder doch eher 36 Prozent, die nach einer Infektion mit dem Corona-Virus von Long Covid betroffen sind? In der Schweiz wurden bisher 1241 Fälle bei der IV angemeldet.Bild: shutterstock.com

Eine eben veröffentlichte Studie im Fachmagazin PLOS Medicine bei über 270000 Covid-19-Infizierten fand deutlich höhere Zahlen: 36.6 Prozent hatten zwischen drei und sechs Monate später mindestens noch ein Symptom. Hier wiederum wurden aber asymptomatische Fälle nicht mit einberechnet, und die Symptome wurden auch nicht mit Nicht-Infizierten verglichen. Das wäre wichtig, weil zum Beispiel Angst und depressive Symptome mitgezählt wurden, die auch sonst in der Bevölkerung häufig sind.

1241 Personen bei der IV angemeldet

Bei den bisher angenommenen zehn Prozent wären dies in der Schweiz 240000 Personen mit Langzeitfolgen bei bisher geschätzt rund 29 % Genesenen in der Bevölkerung (1.7 Mio bis Januar 2021, seither 800'000 neue Fälle, wenn jeweils die Hälfte unentdeckt/ungetestet bleibt).

Ein Teil davon wurde von den Ärzten und Ärztinnen bei der IV vorangemeldet: Von Januar bis August 2021 waren dies laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen 1241 Personen. Viele der Angemeldeten haben noch eine Anstellung, sind aber seit Wochen krank geschrieben.

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