Schweiz
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Heather Griggs, operations chief of the Umatilla County Public Health Department COVID-19 contact tracing center in Pendleton, Ore., checks in with public health staff in neighboring Morrow County about a possible workplace exposure to COVID-19 on Tuesday, July 14, 2020. In tiny Umatilla County in northeastern Oregon, contact tracers work out of a converted jail to try to stem the spread of COVID-19 as new cases surge in the rural West and elsewhere.(AP Photo/Ben Lonergan)

Wie lange kann das Contact Tracing noch aufrecht erhalten werden? Bild: keystone

Contact Tracer am Anschlag – so viel Personal bräuchten die Kantone wirklich

Die täglich durchgeführten Coronatests steigen und mit ihnen auch die Fallzahlen in der Schweiz. Wie lange können die Contact-Tracing-Teams der Flut der Neuansteckungen noch standhalten? Wir haben nachgerechnet.



Am Dienstagvormittag schlug der Kanton Waadt Alarm: Die Hospitalisierungsrate im Kanton steige wieder an, ältere Menschen sind wieder vermehrt betroffen. 1668 Neuinfektionen verzeichnete der Kanton in den letzten zwei Wochen, durchschnittlich 119 pro Tag. Der Kanton Waadt ist mittlerweile für rund einen Drittel aller Neuinfektionen der Schweiz verantwortlich.

Auch die Positivitätsrate der Coronatests ist im Kanton Waadt mit über sieben Prozent hoch. Zum Vergleich: In Zürich liegt die Positivitätsrate bei unter drei Prozent.

Durchschnittliche Anzahl täglicher Neuinfektionen der letzten zwei Wochen

Die steigenden Zahlen machen das Contact Tracing zur grossen Herausforderung. Nicht nur in der Waadt, auch in anderen Kantonen. Wie der «Tagesanzeiger» berichtete, müssen Infizierte teilweise tagelang warten, bis sie kontaktiert werden.

Daniel Koch meinte zu Beginn der Pandemie im Frühling noch, dass es bei mehr als 100 Neuinfektionen pro Tag schwierig werde, die Kontakte nachzuverfolgen. Diese Grenze wurde längst überschritten. Die Kantone scheinen aber mittlerweile besser vorbereitet zu sein. Die Teams wurden aufgestockt, in Zürich arbeiten 250 Tracer à 100 Vollzeitstellen.

Trotzdem stellt sich die Frage: Wie lange geht das noch gut?

20 bis 40 Stunden pro Coronafall

Um diese Frage zu beantworten, müssen ein paar Variablen gesetzt werden. Zuerst der Zeitaufwand, der pro positiv getesteter Person und deren Umfeld fürs Contact Tracing entsteht.

Der Kanton Bern beziffert diesen auf seiner Website auf 20 bis 40 Stunden. Zur Berechnung nehmen wir also 30 Stunden. In dieser Zeit müssen im Schnitt 20 Personen ausfindig gemacht werden.

Weiter gehen wir von einer täglichen Arbeitszeit von 8,4 Stunden aus und rechnen mit der Anzahl Vollzeitstellen bei Tracern, nicht der absoluten Anzahl an Tracern.

Ein Rechenbeispiel: Im Kanton Zürich wurden in den letzten zwei Wochen durchschnittlich 68 Fälle pro Tag gemeldet. Jeder Fall bedeutet 30 Stunden Arbeitsaufwand. Also 2040 Stunden, oder 242 Arbeitstage. Es bräuchte also theoretisch 242 Vollzeit-Tracer im Kanton Zürich, um die Neuansteckungen zu bewältigen. Vorhanden sind 100.

Für die Top-5-Kantone in Sachen Neuansteckungen sieht das dann wie folgt aus:

50 Tracker waadt

Ein Personen-Icon = 10 Contact Tracer. In Bern bräuchte es also 90. In Zürich 242. bild: reto fehr

Der Kanton Waadt bräuchte theoretisch 420 Contact Tracer, die jeden Tag arbeiten, um die aktuelle Fallzahl zu bewältigen. Derzeit sind 100 Tracer im Einsatz, die insgesamt 50 Vollzeitstellen abdecken.

Auch bei den anderen Kantonen ist ziemlich genau bekannt, wie viele Contact Tracer am Werk sind. Und es sind überall zu wenig. Theoretisch. Denn auf Nachfrage heisst es stets, das man zwar gefordert, aber die Anzahl Fälle noch bewältigbar sei.

Wie genau das aufgeht, ist nicht klar. Manche Kantone, zum Beispiel Basel, haben damit angefangen, Abstriche bei der Nachbetreuung von Reiserückkehrern zu machen. Auch können gewisse Personen nicht fristgerecht kontaktiert werden und fallen damit gänzlich aus der Liste.

Wie der «Tagesanzeiger» zudem berichtet, werden Erkrankte teilweise gebeten, ihre Kontaktpersonen selber zu informieren und in Quarantäne zu schicken.

Wie lange das Contact Tracing also noch aufrecht erhalten werden kann, ist unklar. Bundesrat Alain Berset will auf jeden Fall nicht aufgeben. In einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte er: «Egal was passiert, egal wie hoch die Fallzahlen sind: Wir werden das Contact-Tracing bis zum Ende der Krise durchziehen.»

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97Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Alejandro 16.09.2020 18:37
    Highlight Highlight Es ist wie so oft. Zwischen Theorie und Praxis klafft ein Loch.
  • madu 16.09.2020 15:37
    Highlight Highlight Ich bin übertzeugt, wenn die Prozesse verbessert würden, vor allem mit brauchbarer elektronischer Unterstützung, liesen sich pro Mitarbeiter mehr Fälle bearbeiten. Das Kanton übergreifende Contact Tracing dürfte wohl zu aufwendig sein, weil jeder Kanton sein eigenes System hat. Auch kann man nicht einfach Kantone mit temporär hohen Fallzahlen mit Springern unterstützen, wenn jeder Kanton seine Eigenen Abläufe und Hilfsmittel hat.
  • Swen Goldpreis 16.09.2020 13:38
    Highlight Highlight Dass Infizierte ihre Kontakte nach Möglichkeit selber warnen, das ist ja absolut sinnvoll. Viele Leute nehmen ja unbekannte Telefonnummern nicht ab - einschliesslich ich.

    Da wird mal wohl bei vielen Leuten zehn Mal anrufen müssen, bis sie abnehmen. Oder vielleicht sogar Email oder SMS verschicken müssen.

    Bei Freunden oder Arbeitskollegen weiss man in der Regel, wann und wo man die am besten erreicht. Das geht dann sehr viel schneller.

    Wichtig ist das Contact Tracing vor allem, bei den Kontakten, die sich nicht kennen, wie in Bars. Da müsste man halt vielleicht Bars und Clubs schliessen.
  • Wolk 16.09.2020 13:34
    Highlight Highlight Wie schwer kann es sein, die fehlenden Personen zu rekrutieren?
  • Garp 16.09.2020 12:22
    Highlight Highlight Viele stellen sich das mit dem Job als Contact Tracer etwas einfach vor. Man muss erst einmal geschult werden, in verschiedenen Bereichen, medizinisch, kommunikativ, psychologisch und dann noch für das System das angewendet wird. Für WK Soldaten eignet sich das keineswegs. Es ist auch nichts fürs Homeoffice, weil man manchmal Rückhalt der andern braucht, wenn man immer wieder beschimpft wird. Tauchen Probleme auf, muss man schnell jemanden haben der Unterstützung bietet.

    • Garp 16.09.2020 17:12
      Highlight Highlight Tracen ist schon mehr als etwas rumtelefonierenund Formulare ausfüllen und Adressen sammeln. Man muss Leute motivieren können, in Quatantänezu gehen, sie je nachdem beruhigen, beraten, helfen sich zu erinnern, ruhig bleiben wenn jemand aggro wird usw. . Da braucht es schon eine gute Einführing, die dauert ne Woche, ein WK ist ja nicht lange, dann müsste man schon wieder schulen. Also nur Leute die länger dran sein können und sich eignen.
  • Posersalami 16.09.2020 11:57
    Highlight Highlight Ich verstehe einfach nicht was so schwer daran ist, genügend Contact Tracer aufzubieten?

    Wir haben die Armee
    Wir haben den Zivilschutz
    Wir haben Arbeitslose

    Wir reden hier doch von ein paar Tausend Stellen zusätzlich für eine begrenzte Zeit, wegen den Kosten muss man ganz sicher nicht diskutieren!

    Es ist eh schon ein kleiner Skandal, das Armee und / oder Zivilschutz keine CT ausgebildet haben, die man aufbieten könnte. Eine Pandemie war ja immer ganz weit oben bei den Gefahrenszenarien für die Schweiz..

    • Garp 16.09.2020 14:12
      Highlight Highlight Das Problem ist das Geld. Man versucht so knapp wie möglich sich durchzumogeln.
    • madu 16.09.2020 15:29
      Highlight Highlight Was nützt eine aufgezwungene Ausbildung bei nicht motiviertem Personal, das nur diesen Job möglichst schnell wieder los sein will?
    • Thoro Z 16.09.2020 16:58
      Highlight Highlight Bin sicher, viele die sonst temporär diese öden Callcenter Jobs machen wären interessiert und qualifiziert. Bad management.
  • Lustiger Baum 16.09.2020 11:22
    Highlight Highlight Würd man halt mal von diesen handschriftlichen Zetteln wegkommen. Aber das ist für die Schweiz ja zu modern. Selber Schuld sag ich da. Andere Länder haben digitale Einreiseformulare usw. Bei uns wird alles handschriftlich gemacht.

    Davon abgesehen gibts so viele Arbeitslose wie schon ewig nicht mehr. Da finden sich viele die gerne helfen würden.
  • DJ77 16.09.2020 10:12
    Highlight Highlight Ich bin seit März in Kurzarbeit und hatte Berufsverbot, wie tausende andere, "wir" hätten Zeit...
    • Maya Eldorado 16.09.2020 11:21
      Highlight Highlight Genau! An so etwas habe ich auch gedacht!
  • P_hr 16.09.2020 09:56
    Highlight Highlight aber eigentlich sagt uns diese statisik ja, dass das CC nicht funktioniert weil zu wenig leute angestellt sind, oder sehe ich dies falsch?
  • Peter Vogel 16.09.2020 09:54
    Highlight Highlight Warum übergibt man diese Aufgabe nicht dem Militär oder dem Zivilschutz. Dann hätten diese Institutionen zum ersten mal seit Jahrzehnten eine Daseinsberechtigung. Mein WK steht in Kürze an und ich mache gerne was anderes als Lager umorganisieren und Bestände zu zählen.
    • RDC 16.09.2020 17:50
      Highlight Highlight @winterfallsummerspring
      Die müssten doch im Stande sein, mehr als eine Handvoll Leute in einem Kanton aufzubieten.
  • _andreas 16.09.2020 09:30
    Highlight Highlight Wir haben über 3% arbeitslose, da werden sich sicher einige finden lassen, die man fürs CC brauchen kann.
  • ruvos 16.09.2020 09:27
    Highlight Highlight Holt doch die Arbeitskräfte aus der EU die sind gut und günstig.😁
  • Anne Who 16.09.2020 09:27
    Highlight Highlight Es gibt genug Stellensuchende. Klar, kann man nicht jeden für so etwas einsetzen aber man könnte sehr wohl einige Lücken füllen. Für den Rest, falls es dann noch Bedarf hätte, könnte man den Zivilschutz aufbieten. Aber man jammert lieber, statt nach Lösungen zu suchen. Warum einfach, wenn es auch Kompliziert geht?
    • Nate Smith 16.09.2020 10:33
      Highlight Highlight Es ist doch kein Personalproblem. Es ist einzig ein Budgetproblem. Die Stellen müssen erst gewollt und geschaffen werden bevor man sie besetzen kann 🤷‍♂️
    • miip 16.09.2020 10:33
      Highlight Highlight Im Artikel steht gar nirgends, dass gejammert wird. Aber so ein bisschen negative Stimmung verbreiten schadet ja nicht, gäll.
  • Clever&Smart 16.09.2020 09:08
    Highlight Highlight Man denkt wohl immer noch, dass man dieses Virus bald besiegt hat und getraut sich nicht das System auf längere Phase vorzubereiten. Man hat wohl aus dem Masken-Versagen im Vorfeld immer noch nichts dazu gelernt.
    Um die Kantone zu entlasten könnte man es auch auf Bundesebene zentralisieren, zumindest eine Backup-Strategie fahren und da wäre die hier in den Kommentaren gemachte Lösung über die Armee ein Ansatz. An entsprechenden Resourcen mangelt es nicht !!!
    • Happy_Warbird 16.09.2020 09:41
      Highlight Highlight Der Bund hat ja eine Contact Tracing Software (nicht die App), jedoch wollten die Kantone diese nicht und haben selber rumgebastelt. Man sollte den Kantonen jegliche Rechte betreffend Corona entziehen und dem Bund übergeben, samt deren Pflichten und Kosten. Dann wäre alles zentralisiert koordiniert und nicht ein verdammter Flickenteppich.
  • Nate Smith 16.09.2020 08:59
    Highlight Highlight Bei der Langsamkeit der jetzigen Prozesse schlage ich folgendes vor. Positiv getestete werden angerufen und bekommen auch gleich den Covid Code. Kontaktdaten werden gesammelt. An alle geht ein automatischer Brief per A-Post raus, der das vorgehen Idiotensicher erklärt. Wer noch anrufen will, kann anrufen. Keine Stundenlange nutzlose Telefonitis. Man wird eh erst nach 4-5 Tagen angerufen, also kann man auch gleich am Tag 1 den Brief schicken und ist maximal gleich langsam (am Wochenende) als per Telefon.
    • blueberry muffin 16.09.2020 11:51
      Highlight Highlight Das war bereits das system im Februar.
  • Gubbe 16.09.2020 08:56
    Highlight Highlight Kann es kaum fassen. 30h Aufwand für eine infizierte Person?! Ist jemand in der Lage, diese Arbeit genau aufzulisten?
    Mit Kaffeepausen geht da eine Arbeitswoche weg. Digitalisierung - wo denn?
    Man könnte mit den AHV-Nummern arbeiten, aber da kommt der Datenschutz. Man könnte ja anhand der Nummer rausfinden, wie alt Frau Rotkäppchen ist. Das ist natürlich schützenswert.
    • Wunderplunder 16.09.2020 12:20
      Highlight Highlight Das Herausfinden von persönlichen Daten mit der AHV-Nr. funktioniert schon lange nicht mehr. 2008 wurde das alte System abgelöst.
    • Gubbe 16.09.2020 16:45
      Highlight Highlight Wunderplunder
      Das wir neue haben wusste ich. Aber ich wusste nicht, dass keine Rückschlüsse mehr gezogen werden können . Danke
      Was also hält die Leute davon ab, diese Nummer zu verwenden?
  • Zat 16.09.2020 08:54
    Highlight Highlight Nochmal nachgedacht über Kt.VD, der mit 33 Hospitalisierten schon die Grenze sieht. Im Frühjahr wurde von 800 IPS Betten auf 1'200 CH-weit aufgestockt. Ergibt für 20 Kt. durchschn. 60 IPs. Rund die Hälfte dürfte anderweitig belegt sein. Also rund 30 IPs vorhanden pro Kanton.
    Tja, da verwundert mich selbst mit meinen laienhaften Rechenspielen nicht mehr, dass selbst ein grösserer Kt. wie VD, der deutlich mehr Plätze haben dürfte, schon bald Anschlag ist mit 33 Hospitalisierten. Vor allem wenn sie grad einen deutlichen Anstieg bemerken.
    • Bihu 16.09.2020 10:16
      Highlight Highlight Warum geht man eigentlich immer davon aus, dass Hospitalisierte alle die IPS Betten brauchen? Stand irgendwo, dass diese 33 Leute alle Intensivpatienten sind? Wenn nicht braucht es nur normale Betten auf einer isolierbaren Station und das sollte ja wohl für mehr als 33 Personen machbar sein.
    • Garp 16.09.2020 10:18
      Highlight Highlight Die KH's sind wieder ganz normal gefüllt, mit Patienten aller Art. Da hat man dann nicht einfach mal so 100 Betten zur Verfügung oder soll man die Patienten, die bereits auf verschiedenen Stationen liegen einfach rauswerfen?

      Ist doch wirklich nicht schwer zu verstehen.
    • Posersalami 16.09.2020 12:00
      Highlight Highlight Ein KK im Normalbetrieb (den haben wir ja jetzt wieder) hat möglichst wenig freie Betten, weil mit freien Betten kein Geld verdient wird. Wenn ich mich recht erinnere, liegt die Auslastung normalerweise bei so ca. 80%..
  • blong 16.09.2020 08:44
    Highlight Highlight Wenn die Anzahl benötigter Contact Tracer die gemeldeten Fälle um ein Vielfaches übersteigt, läuft etwas falsch. Man hätte die letzten Monate Zeit gehabt, ein effizientes System zu entwickeln - endlich mal im digitalen Zeitalter ankommen, das wär was. Ist ja nicht so, als hätte man für diese Pandemie noch nicht genug Geld ausgegeben. Der Datenbankmensch in unserer Bude verdreht nur noch die Augen, wenn jemand die töggelnden Excel-Menschen von Bund und Kanton erwähnt.
  • Körschgen 16.09.2020 08:36
    Highlight Highlight Gibt es eigentlich Zahlen zur "Erfolgsquote" des Contact Tracing? D.h. wieviele der kontaktierten werden tatsächlich positiv getestet? Nur wenn die Zahl nennenswert ist, wird tatsächlich die Kurve flacher.
  • 7Gänseblümchen 16.09.2020 08:33
    Highlight Highlight Ich verstehs einfach nicht. Es gibt aktuell so viele Leute aus Event- Gastrobranche die Arbeitslos oder auf Kurzarbeit sind. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Warum aktiviert man die Leute nicht? Dazu unzählige Studis die keine Studentenjobs mehr finden, weil die ganzen Events wegfallen. Warum wird da nichts angeboten? Wenn man das Contact tracing noch im HomeOffice anbiten würde, wären auch die Räume kein Problem.

    Aber die Schweiz tut sich ja bekanntlich mit allem schwer was neu ist und Flexibilität und Innovation fordert.
  • Madison Pierce 16.09.2020 08:30
    Highlight Highlight Mich würde die Meinung eines Experten dazu interessieren, ob sich die Nachverfolgung wirklich auch bei hohen Fallzahlen lohnt.

    Bei wenigen Fällen ist es klar, da kann man Infektionsketten unterbrechen und die Leute gut betreuen bzw. überwachen. Die halten sich dann auch eher an die Massnahmen, eben wegen der engen Überwachung.

    Aber bei hunderten, tausenden Fällen? Der Aufwand ist enorm, die Kosten für die Quarantäne sind es auch. Und dann muss man nur jeden Zehnten nicht erreichen und jeder Fünfte hält sich nicht an die Quarantäne und man hat fast nichts erreicht...
    • insider 16.09.2020 11:07
      Highlight Highlight Doch, ich denke, es bringt immer etwas. Voraussetzung man sammelt die Informationen in einem integrierten System, welches alle Daten miteinander verknüpft. Damit wäre es wohl sogar möglich, vorauszusagen, wo die nächsten Cluster zu erwarten sind.
      Aber dazu braucht es ein wenig mehr als Excel und der Kantöndligeist ist massiv hemmend bei der Kleinflächigkeit der CH.
      Spannend wäre da, wenn die Dokumentationen der eingesetzten Systeme (nicht die Daten!), wie bei der App, ebenfalls offen verfügbar wären! Dann könnte man sich einfach an der Weiterentwicklung beteiligen.
    • Posersalami 16.09.2020 12:01
      Highlight Highlight Klar bringt das immer was! Jeder unterbrochene Infektionskette hat in der Zukunft weniger Fälle zur Folge. Ist doch logisch.

      Der Aufwand steigt halt sehr schnell sehr steil an..
  • darkz0ne 16.09.2020 08:26
    Highlight Highlight Ja wenn die pro Stunde bezahlt werden würde natürlich alles Sinn machen warum es so lange geht...
  • insider 16.09.2020 08:21
    Highlight Highlight Strategie "Contact Tracing" des Bundesrats gescheitert.
    Was nun?
    Wie sehen die weiteren Szenarien der Behörden aus? Wurden diese der Bevölkerung kommuniziert?
    @watson: Zusätzliche Fragen an der nächsten PK für Herrn Berset: "Sie wollen die Testkapazität verdoppeln, wie ist das mit der 60/100'000-Regel vereinbar? Sind sie in Verhandlung mit den Nachbarstaaten, um eine Quarantänen-Listung der CH verhindern? Die 60/100T-Regel ist eine Totgeburt - Durch was werden Sie diese Regel ersetzen?"
    Ich denke, man sollte die PK nutzen, um härtere Fragen zu Strategie und Szenarien zu stellen.
    • Notabik 16.09.2020 08:40
      Highlight Highlight Was nun? Das Volk härter in die Pflicht nehmen! Harte Strafen für Quarantäne Brecher und Masken Verweigerer. Denn das Problem ist hier weder der Staat, noch die Verwaltung sondern schlicht und einfach der verantwortungslose Bürger.
    • sharkbait 16.09.2020 08:59
      Highlight Highlight Genau das habe ich auch gedacht, im Moment tönt es stark danach als hätte sich absolut niemand Gedanken gemacht was geschieht wenn sie Zahlen trotzdem steigen - obwohl man sich wusste, dass sie nach den Lockerungen steigen werden 😒
    • insider 16.09.2020 11:02
      Highlight Highlight @Notabik: Du hast meinen Punkt nicht verstanden. Die Exekutive ist für die politische-gesellschaftlich-strategische Ausrichtung der CH verantwortlich. Das beinhaltet aus meiner Sicht eine überlegte, klare Strategie zu haben und diese auch zu kommunizieren: Das vermisse ich.
      Da geht es um Zahlen, relativ und absolut. Fallzahlen sind z.B. immer relativ. Zusätzlich sind diese Zahlen auch noch relativ zu einem unbekannten Ganzen (tatsächlich Infizierte). Einfach gesagt: mehr Tests, mehr Fälle.
      Deine Forderung betrifft eine harte Law-&Order-Politik im Kleinen. Ich spreche vom Grossen und Ganzen.
  • Ulli1958 16.09.2020 08:20
    Highlight Highlight Tja, es wäre vielleicht gut, wenn Herr Berset mal einen Tag als Tracer arbeitet. Danach würden wahrscheinlich via Notverordnung die fehlenden Tracer aufgeboten, sei es Polizei oder Armee.
    Andernfalls brauchen wir die restlichen 20 Mia. doch noch auf.
  • P_hr 16.09.2020 08:18
    Highlight Highlight Militär, Zivilschutz, NGO's hätten wohl viele kapazitäten um beim CC auszuhelfen.
  • Gopfidam 16.09.2020 08:12
    Highlight Highlight So ein Armutszeugnis für die Schweiz
  • uejo84 16.09.2020 08:12
    Highlight Highlight Bietet doch einfach endlich das Militär auf. Sollen die WK Soldaten doch etwas für ihren Auftrag, den Bevölkerungsschitz, leidten und die Kantone im Kontakt Tracing unterstützen.

    Auf jeden Fall besser als in Bure, St. Luzisteig oder dem Hinterrhein herumballern.
  • Lötmaschine 16.09.2020 07:51
    Highlight Highlight Gebt der armen Frau ein Headset!
    • Ohniznachtisbett 16.09.2020 08:48
      Highlight Highlight Ich telefoniere auch lieber mit Hörer. Vom Headset tut mir bald das Ohr weh... jedem das seine.
    • Sparkle Darkle 16.09.2020 08:52
      Highlight Highlight War auch mein allererster Gedanke! :-D
  • Master Chief 16.09.2020 07:34
    Highlight Highlight Es gibt ja sicher viele Arbeitslose momentan. Wie wird man denn Contact Tracer. Was braucht es für Qualifikationen? Was kann man verdienen? Wo soll man sich melden? Das wäre interessant...🤓
    • pjj 16.09.2020 09:15
      Highlight Highlight Ich bin z.Z. arbeitslos und habe mich beim Kanton Zürich gemeldet. Die haben das an die Firma JDMT Medical Services ausgelagert und von der JDMT habenich folgende Standarabsage erhalten:
      „ Unter der Vielzahl an Bewerbern ist es uns nicht leicht gefallen die Auswahl einzugrenzen. Auch wenn Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten durchaus unseren Vorstellungen entsprechen, können wir Sie leider nicht berücksichtigen.“
      🤷🏻‍♂️
    • Gopfidam 16.09.2020 11:12
      Highlight Highlight Hahahahahahahaha DAS ist der eigentliche Skandal an dieser Story. Der Kanton lagert den Dienst an ein Privatunternehmen aus.
    • Posersalami 16.09.2020 12:03
      Highlight Highlight @ Gopfidam: Was soll die Rickli denn machen? Alles andere verstösst doch gegen die Parteilinie, wonach alles möglichst bei Privaten angesiedelt werden muss. Die machen das per SVP Definition besser und preiswerter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerTaran 16.09.2020 07:26
    Highlight Highlight Hauptsache wir machen jetzt schnellstmöglich die Stadien wieder auf.
    • Moglyy 16.09.2020 08:20
      Highlight Highlight Ja, sollten wir. Damit wir endlich durchseuchen.
    • Fairness 16.09.2020 08:27
      Highlight Highlight *Ironie off* fehlt.
    • DerTaran 16.09.2020 16:12
      Highlight Highlight *Facepalm* und *Ironie off*
  • Scaros_2 16.09.2020 07:13
    Highlight Highlight 2 Dinge

    1. Code muss schneller generiert und zugestellt werden.
    2. Es gibt derzeit sehr viele Menschen die Arbeiten wollen aber nicht können. Hier wären Bilaterale Gespräche zwischen Kantone und Arbeitgeber von Vorteil. Ohne grosse Bürokratie etc. den Menschen eine Anstellung geben.

    Könnte ja möglich sein. ..... Aber eben preussische Bürokratie.
    • pjj 16.09.2020 09:11
      Highlight Highlight Ich habe mich beim Kanton Zürich beworben, habe aber folgende Standardabsage erhalten:

      „ Unter der Vielzahl an Bewerbern ist es uns nicht leicht gefallen die Auswahl einzugrenzen. Auch wenn Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten durchaus unseren Vorstellungen entsprechen, können wir Sie leider nicht berücksichtigen.„

      🤷🏻‍♂️
  • idrisi 16.09.2020 07:11
    Highlight Highlight Es braucht endlich ein paar Prozesskennzahlen die z.B. aufzeigen wieviel Zeit vergeht bis jemand nach positivem Test kontaktiert wird, wieviel Zeit vergeht bis Covid Codes draussen sind etc. Nur so lässt sich Beurteilen ob die Prozesse stabil und effizient laufen oder ob es Verbesserungen braucht. Es braucht ein Tracking des Tracings. Das ist keine Wissenschaft sonder Support Handwerk das jeder Helpdesk tagtäglich leistet. Natürlich braucht es dazu Sofwarelösungen und für kleine Kantone wäre es besser sich zusammenzuschliessen. Bin mir sicher das zahlt sich aus!
  • Simplicissimus 16.09.2020 07:10
    Highlight Highlight Überschlagsrechnung:
    Wahrscheinlich werden viele Contact Tracer extern beschafft. Die Ansätze können sich da schnell um die 100 Franken bewegen. Pro Fall bedeutet das 3'000 Franken. Bei 400 Fällen sind das bereits über 1 Mio. Franken / pro Tag.

    Wenn damit ein Lockdown verhindert werden kann, "rentiert" sich das ganze sicher.

    • ChillDaHood 16.09.2020 07:39
      Highlight Highlight Wenn man dafür noch Leute nimmt, die momentan kein Einkommen haben, oder gar in anderer Linie vom Staat Geld bekommen, könnte man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen...

      Oder Durchdiener, oder Zivis... es ist imho eine Frage der Organisation. Aber wenn die Kantone schon nicht ein System benutzen (das der Staat für 0.5 Mio erstellt hat) und dann noch inkompatible untereinander, dann wirds halt schwierig.

      *hust*CodemitjedempositivenTest*hust*
  • Jonas der doofe 16.09.2020 06:56
    Highlight Highlight Ich verstehe es einfach nicht. Warum mobilisiert man nicht die Armee dafür? Da wären wohl 5000 Leute abrufbar und nach 1 Woche könnten die eingesetzt werden. Lieber wird rumgewurstelt und danach wieder gejammert.
    • ChillDaHood 16.09.2020 07:39
      Highlight Highlight Armee = Bund. Kantone müssten anfragen...
    • du_bist_du 16.09.2020 07:46
      Highlight Highlight Genau, damit wir wieder ins Fussballstadion können, die Clubs offen bleiben oder das Bordell, sollen 5000 Leute aus ihrem Leben, Familie und ihrer Arbeit eingezogen werden in die Armee???

      Das ist meiner Meinung nach der egoistischte Vorschlag den es gibt.
      Bei einem Lockdown ok. Aber doch nicht wenn ansonsten alles wie normal läuft.

      Dass soviele andere diesen Egoismus nich goutieren wundert mich in diesem Land nicht.
    • Jonas der doofe 16.09.2020 07:57
      Highlight Highlight @chill, da hast du natürlich recht, aber wie gut das klappt, siehst du ja aktuell.
      @du, sorry das verstehe ich jetzt garnicht. Wenn wir im Lockdown sind, also alles zu ist, dann brauchen wir diese Kapazität wohl nicht. Lieber jetzt 5000 einziehen, damit eben alles 'normal' wie du schreibst weiterläuft, anstelle dass wir mit Caracho gegen die Wand fahren, weil sich irgendwelche Kantone im Kompetenzgerangel verlieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • aglaf 16.09.2020 06:55
    Highlight Highlight Es könnte schon eine Hilfe sein, wenn für die Front (Gastronomie, Veranstalter, Fitnesscenter etc.) eine einheitliche und kundenfreundliche Methode gefunden würde zur Erfassung der Daten. Es herrscht Wildwuchs. Jeder setzt die Massnahmen um wie er will, die einen seriöser, die anderen weniger. Als Kunde muss man täglich zig unterschiedliche Formulare ausfüllen oder Apps laden, da lässt die Motivation stark nach. Kein Wunder, haben es Contact Tracer schwer.
    • Thomas G. 16.09.2020 08:10
      Highlight Highlight Excel! :)
    • maljian 16.09.2020 08:43
      Highlight Highlight "... täglich zig unterschiedliche Formulare ausfüllen..."

      Wäre es nicht besser, wenn man nicht so viele Orte besucht, an denen Daten gesammelt werden?

      Auch wenn es mir langsam auf den Sack geht, ich habe noch kein einziges Formular ausfüllen müssen, weil ich zu Hause bleibe oder mich draussen treffe.

      Gestern habe ich mich mit einer Freundin seit langem das erste mal wieder zum Mittag getroffen. Wir haben beide etwas to go geholt und dann draussen gegessen.

      Klar ist das vielleicht nicht überall möglich, aber vielleicht sollte man den Teil auch berücksichtigen.
  • sowhat 16.09.2020 06:51
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man einfach mal damit anfangen, den Covid Code für die App zügig zu generieren. So wie das jetzt läuft taugt die App nix. Da kann sie noch so gut gemacht sein. Wenn der Code zu spät kommt, nehmen die Leute das nicht mehr ernst. Aber ja "Chefsache". Meine Bekannten haben es jedenfalls als interessantes Gesellschaftsexperiment ad acta gelegt.
    • bokl 16.09.2020 07:50
      Highlight Highlight Die App spart keine Minute Zeit bei der Arbeit der Tracer.
    • Thomas G. 16.09.2020 08:10
      Highlight Highlight Bokl, das war von Anfang an klar. Die App sammelt ja keine Daten
    • p4trick 16.09.2020 08:20
      Highlight Highlight @bokl das stimmt so nicht! Würde die automatischen Warnungen der App funktionieren würden mehr freiwillig in Quarantäne was wiederum die Fallzahlen langfristig wieder senken würde, ergo auch weniger Arbeit. "Langfristig" ist halt für kurzsichtige Politiker nicht fassbar
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Interview

Schweizer in Kalifornien: «Wir haben seit vier Tagen das Haus nicht mehr verlassen.»

Wie geht es euch?Leanne und Thierry Oggier [lachen]: Es könnte besser gehen. Wir haben seit vier Tagen das Haus nicht mehr verlassen.

Aber ihr seid durch die Feuer nicht direkt bedroht?Nicht mehr. Das Feuer, das uns am nächsten kam, ist mittlerweile gelöscht. Am schlimmsten war es vor zwei Wochen. Da wüteten 15 Autofahrminuten westlich und östlich zwei der schlimmsten Waldbrände der kalifornischen Geschichte. Die Evakuationsgrenze kam uns immer näher und die Bewohner der Nachbarstadt …

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