bedeckt, etwas Schnee-1°
DE | FR
101
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Coronavirus

Corona-Guide: So feierst du sicher Weihnachten

Corona-Weihnachtsbaum
Bild: watson/shutterstock

Der ultimative Guide für Corona-Weihnachten – möglichst ohne die Grossmutter!

Das Weihnachtsfest rückt mit grossen Schritten näher. In Sachen Corona scheint sich jedoch nichts grossartig zu bewegen. Deswegen hier der ultimative Guide, wie du trotz einer globalen Pandemie sicher Weihnachten feiern kannst.
22.11.2020, 11:1123.11.2020, 09:33
Dennis Frasch
Folge mir

Die Hoffnung auf normale Weihnachten scheinen sich bereits jetzt zu zerschlagen. Gesundheitsminister Alain Berset rechnet nicht damit, dass die Corona-Massnahmen über die Festtage wesentlich gelockert werden können.

Auch der Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay ist nicht sehr optimistisch: «Erst wenn es uns gelingt, die Fälle deutlich zu senken, werden wir gewisse Massnahmen langsam und schrittweise lockern.» Dabei dürfe man sich keine Illusionen machen. «Weihnachten wird dieses Jahr etwas anders.» Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg findet, dass man heuer «auf grosse Familienfeste eher verzichten muss».

Ganz verzichten muss man jedoch nicht auf Weihnachten. Ein bisschen Kreativität ist aber gefragt. Deswegen jetzt hier der ultimative Guide, wie ihr Weihnachten dieses Jahr feiern könnt.

Darf ich in meiner Wohnung feiern?

Rechtlich gesehen, ja. «Veranstaltungen und Versammlungen», selbst im Familien- und Freundeskreis zuhause, bleiben aber nach wie vor auf zehn Personen beschränkt. Das Bundesamt für Gesundheit betont bei diesem Punkt, dass bei der Anzahl von zehn Personen auch die Kinder mitgezählt werden müssen.

Und wie sieht es epidemiologisch aus? Wir haben an der Fach-Pressekonferenz nachgefragt. Rudolf Hauri, der oberste Kantonsarzt der Schweiz, gibt da auch grünes Licht: «Grundsätzlich kann man Weihnachten im Familienkreis feiern.» Es käme aber auf die Details an (zu den Grosseltern, siehe unten).

«Wie können Familien dieses Jahr Weihnachten feiern?»

Video: extern / rest/Der Schweizerische Bundesrat

Ähnlich äussern sich zwei angefragte Experten dazu. «Aber klar, Sie können gut mit den Personen feiern, die mit Ihnen zusammen wohnen und leben», sagt der Infektiologe Jan Fehr. Er würde aber jedes längere Treffen in Innenräumen einschränken. Auch der Aerosolexperte Michael Riediker sagt, dass man auf den Teilnehmerkreis achten muss. Es komme auch darauf an, wie gross die Wohnung sei und was man bei den Festlichkeiten so tue. «Singen tut man am besten draussen», so Riediker.

Ist es besser, sich irgendwo ein Haus zu mieten?

Ist die eigene Wohnung zu klein, könnte es durchaus Sinn ergeben, sich in eine Hütte einzumieten. Das aber nur, «wenn die Räumlichkeiten dafür sprechen und man sonst keinen anderen ‹sicheren› Weg findet», sagt Infektiologe Jan Fehr.

Eine Hütte nur der Hütte wegen zu mieten, mache jedoch keinen Sinn. «Das würde nicht viel ändern», sagt Riediker. Er spricht hier mit einer ironischen Bemerkung auch die Verhältnismässigkeit an: «Das würde allenfalls etwas bringen, wenn man eine Sporthalle mietet und alle Gäste die Distanz haltet.»

Wie viele Personen darf ich einladen?

Die rechtlichen Punkte sind klar:

  • Geht es um ein Fest im privaten Rahmen, bei der Leute nur auf Einladung teilnehmen können, gilt die Beschränkung von 10 Personen.
  • Veranstaltet ein Verein eine Weihnachtsfeier, gelten die Regeln für öffentliche Veranstaltungen. Hier dürfen höchstens 50 Personen teilnehmen, es gilt aber die Pflicht, ein Schutzkonzept erarbeiten zu müssen.
«Der Kreis soll so klein wie möglich gehalten werden.»
Infektiologe Jan Fehr

Die Experten empfehlen ungeachtet der rechtlichen Möglichkeit eine möglichst kleine Feier. So sagt Riediker, dass man möglichst niemanden einladen solle, der nicht im selben Haushalt wohnt. Wer trotzdem Freundinnen oder Verwandte einladen wolle, könne das auch an der freien Luft, mit Distanz und Maske tun.

Was ist mit den Grosseltern?

Geht es um die Einladung der Grosseltern am gemeinsamen Familienfest an Weihnachten, so läuten bei allen angefragten Fachleuten die Alarmglocken.

Aerosol-Experte Riediker sagt, dass man Grosi und Grosspapi «erst recht nicht» einladen solle. «Wenn Sie die Grosseltern wirklich gern haben, dann machen Sie dort besser nur einen kurzen Besuch. Alle sollten eine gute Maske tragen und weder Getränke noch Gebäck etc. konsumieren – weil das nur ohne Maske geht.» Er rät bei all diesen einschränkenden Verhaltensempfehlungen, kreativ zu sein. «Guetsli kann man auch in einer hübschen Verpackung zum späteren Konsum schenken. Und Weihnachtslieder können auch vor dem Haus oder im Garten gesungen werden, wenn die Distanz eingehalten wird.»

Infektiologe Jan Fehr zeigt Verständnis dafür, die Grosseltern einladen zu wollen. «Die gehören in irgendeiner Art und Weise natürlich dazu.» Er empfiehlt jedoch auch, dieses Jahr ein bisschen kreativer zu sein. Seine Vorschläge: «Waldweihnacht, Balkonweihnacht, oder sich selbst als Vorbereitung auf eine Feier mit den Grosseltern in die Selbstquarantäne zu begeben.»

Diesen selbstgebastelten kranzlosen Kranz kann man auch verschenken:

Sollen wir nicht einfach alle vorher in die freiwillige Quarantäne?

Das wäre auch eine Möglichkeit. Aufgebracht hat sie der deutsche Virologe Christian Drosten in einem Interview mit der «Zeit»: «Ich halte das Prinzip der Vorquarantäne für eine gute Idee. Also dass Menschen einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden.»

Natürlich ist eine solche Vorquarantäne nicht für alle umsetzbar. Schliesslich können nicht alle im Homeoffice arbeiten und sich einfach eine ganze Woche isolieren. Trotzdem: Wem es möglich ist und wer auf die absolut sichere Seite will, dem sei eine freiwillige Quarantäne empfohlen.

Das sagt auch Infektiologe Jan Fehr. Die Selbstquarantäne sei nicht für alle eine Option. «Für Leute, welche mit Personen mit erhöhtem Risiko feiern wollen, kann das sinnvoll sein», sagt er. Sinnvoll sei zudem, sich nach dem fünften Tag in der Quarantäne auf eine Corona-Infektion zu testen.

Weihnachten?
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

75 Mal Miss Schweiz in voller Pracht. Ein Muss!

1 / 77
75 Mal Miss Schweiz in voller Pracht. Ein Muss!
quelle: photopress-archiv / str
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dieser 3-Jährige skatet besser als du

Das könnte dich auch noch interessieren:

101 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Senape
22.11.2020 11:28registriert April 2019
Ich bin immer etwas irritiert, wenn in letzter Zeit von “den Grosseltern” die Rede ist, die laut diesem Artikel “auf irgend eine Art und Weise” dazugehören. Für mich sind das einfach meine Eltern, die, wenn auch schon älter, für mich immer dazugehören, Geburi, Weihnacht, einfach so...
Dass man nun so tut, als ob alle SeniorInnen Grosseltern und nur das wären, ohne eigene Familienbeziehungen und einfach optional einzuladen, finde ich schräg.
64725
Melden
Zum Kommentar
avatar
SBP
22.11.2020 11:43registriert Mai 2018
Und wie wäre es, wenn man den Grosseltern das Recht zugestehen würde, selbst zu entscheiden? Die kennen die Massnahmen und Risiken genaustens und können sich entsprechend verhalten. Man spricht hier über Menschen, wie wenn es Haustiere wären...
62437
Melden
Zum Kommentar
avatar
Toerpe Zwerg
22.11.2020 11:38registriert Februar 2014
«Wenn Sie die Grosseltern wirklich gern haben, dann machen Sie dort besser nur einen kurzen Besuch. Alle sollten eine gute Maske tragen und weder Getränke noch Gepäck etc. konsumieren – weil das nur ohne Maske geht.»

Da werden Grosseltern grosse Freude dran haben. Es ist ihnen bestimmt sehr wichtig mega alleine mega alt zu werden.
53264
Melden
Zum Kommentar
101
Ärger bei der SP über Daniel Jositsch – doch Wermuth gibt sich entspannt
58 Stimmen holte der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch im ersten Wahlgang, als die Nachfolge von Simonetta Sommaruga bestimmt wurde. Damit hatte er das Maximum als wilder Bundesratskandidat herausgeholt. Anstatt Grösse zu zeigen, blieb er auf seinem Stuhl sitzen. Das sorgt für Ärger – aber nicht nur.

Das Phänomen ist nicht neu: Kandidaten sammeln bei Bundesratswahlen Stimmen, ohne das aktiv zu wollen. Das Paradebeispiel dafür ist der Sprengkandidat, der damalige SVP-Nationalrat und Bauernpräsident Hansjörg Walter. Er holte die Stimmen von Mitte-links, die Ueli Maurer als Bundesrat verhindern wollten. Nur eine fehlte ihm zum Bundesrat, es war seine eigene.

Zur Story