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Roland Zeller, Mitbegruender und Verwaltungsratspraesident Viselio, testet sich mit einem Covid-19-Antigen-Schnelltest von Viselio, , aufgenommen am Dienstag, 19. Januar 2021 in Zuerich. Die Probeentnahme fuer den PCR-Selbsttest wird von einer medizinischen Fachperson per Video ueberwacht, das Resultat von einem Arzt validiert und der Getestete innert 15 Minuten ueber sein Ergebnis informiert. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: keystone

Ab morgen gibt es in der Apotheke Coronatests für zuhause – das musst du dazu wissen

Kein Anstehen vor dem Testcenter mehr: Nun kann jede Person pro Monat fünf Selbsttests beziehen. Die Testoffensive birgt auch Risiken. Wir beantworten die neun wichtigsten Fragen.

Nina Fargahi und Sabine Kuster / ch media



Wo bekommt man die Tests?

Eine Woche früher als geplant sind ab morgen in Apotheken Selbsttests für zuhause erhältlich. Jedem und jeder in der Schweiz stehen pro Monat fünf davon kostenlos zu. Dabei muss man eine Krankenkassen-Karte vorweisen.

Wer bezahlt?

Schnelltest sind seit dem 15. März gratis auch für Menschen ohne Symptome. Auch Unternehmen, Institutionen und Schulen können kostenlos Gruppen-Tests durchführen. Die PCR-Tests müssen von Personen ohne Symptome weiterhin bezahlt werden. Von Belang ist das vor allem bei Flugreisen: Für diese wird meist ein negativer PCR-Test verlangt, dieser muss also selbst bezahlt werden.

Wie wendet man einen Selbsttest an?

Die gewöhnlichen Antigen-Schnelltests werden durch Fachpersonal durchgeführt, in Apotheken oder Arztpraxen. Selbsttests hingegen kann jeder zuhause durchführen, eine Analyse im Labor ist nicht nötig. Dabei entnimmt man sich die Probe aus dem vorderen Bereich der Nase, was angenehmer und einfacher in der Handhabung ist. Wenn auf dem Testkit zwei statt nur ein Streifen erscheinen, ist er positiv.

Was passiert, wenn der Selbsttest positiv ist?

Dann muss ein PCR-Test folgen, da dieser zuverlässiger ist. In dem Fall ist der PCR-Test kostenlos. Die Fachleute, die diesen Test durchführen, sind zu einer Meldung an die Behörden verpflichtet. Die Testperson muss sich bei positivem Resultat in Quarantäne begeben.

Wer stellt die Selbsttests her?

Der Pharmakonzern Roche hat letzte Woche die Ausnahmebewilligung der Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic für ihren Corona-Selbsttest erhalten: den Sars-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal. Der Test eine erreichte laut Roche in Studien eine Gesamt-Sensitivität von 82,5 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent.

Was heisst das genau? Wie sicher sind diese Selbsttests?

Selbsttests sind deutlich weniger verlässlich als PCR-Tests, besonders bei geringer Virenlast. Roche betont aber, dass ihr Selbsttest Personen «mit einer hohen Viruslast ähnlich zuverlässig» erkennt wie ein vom Fachpersonal durchgeführter Schnelltest. Das ist relevant für die jüngere Bevölkerung: Diese bleibt nach einer Infektion oft ohne Symptome, kann das Virus jedoch übertragen. Bei diesen Personen ist die Viruslast etwa gleich gross wie bei Personen mit Symptomen, ein Selbst- oder Schnelltest erkennt sie also.

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Wann soll man sich testen?

Viele Menschen tragen das Coronavirus in sich und geben es weiter, ohne dass sie Symptome entwickeln. Aus diesem Grund sind Experten der Meinung, dass sich auch vermeintlich Gesunde regelmässig testen sollen. Sinnvoll sind die Tests besonders, wenn man am selben Tag eine Risikoperson besucht oder auch wenn man eine Hotelübernachtung plant, da in Speisesälen keine Masken getragen werden.

Auch bei Gruppenausflügen draussen (bis 15 Personen), einer Sitzung drinnen (bis 10 Personen) oder einer Jassrunde kann das Ansteckungsrisiko gemindert werden, wenn sich alle davor testen. Wenn dafür aber die Masken weggelassen und Abstände nicht eingehalten werden, könnte dies das Risiko einer Ansteckung wieder ausgleichen. Der Test sollte kein Ersatz für Abstandregeln oder Masken sein. Selbsttesten bleibt freiwillig. Nur unter ganz bestimmten Umständen dürfen die Arbeitgeber von ihren Angestellten einen Test verlangen.

Wie lange ist ein Selbsttest gültig?

Ein negatives Testergebnis ist eine Momentaufnahme. Schon am nächsten Tag könnte eine infizierte Person eine höhere Virenlast entwickeln und ansteckend sein. Das gilt auch für PCR-Tests. Dies sind zwar sensibler, doch wer sich im Urlaub unmittelbar vor der Heimreise infiziert, schleppt das Virus so dennoch unbemerkt über die Grenze.

Was soll mit dieser Testoffensive erreicht werden?

Mit den Gratistests sollen infizierte Personen ausfindig gemacht werden, die keine Symptome haben. Dadurch sollen Ausbrüche verhindert oder früher erkannt werden. Ziel ist laut Bundesrat, dass sich 40 Prozent der mobilen Bevölkerung regelmässig testen lässt. Die Testoffensive ist gemäss Bundesrat Berset aber «kein Allheilmittel».

Es ist zu befürchten, dass manche Leute nachlässiger werden mit dem Einhalten der Abstand- und Hygieneregeln, wenn man sich nun im Nachhinein unkompliziert testen kann. So gesehen könnten die Tests auch einen kontraproduktiven Effekt haben. Der Bund stand ihnen lange skeptisch gegenüber.

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