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Viele Schweizer Schüler könnten ihre Schulzeit ohne Prüfungen beenden. Bild: shutterstock

Maturitätsprüfungen streichen oder nicht? So sehen die Pläne der verschiedenen Kantone aus

Am Dienstag hat die EDK entschieden, dass Gymnasien und Fachmittelschulen auf Prüfungen verzichten dürfen. Die Kantone gehen mit dieser Entscheidungsfreiheit nun unterschiedlich um.



Immer mehr Kantone wollen wegen der Covid-19-Krise die schriftlichen oder mündlichen Maturaprüfungen streichen. Einige wenige wollen an der Durchführung der Abschlusstests festhalten, wie zum Beispiel die Kantone Thurgau und Glarus. Das letzte Wort hat der Bundesrat.

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Der Entscheid der Landesregierung wird für den 29. April erwartet. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hatte am Dienstag beschlossen, dass Gymnasien und Fachmittelschulen die Möglichkeit erhalten sollen, auf schriftliche und mündliche Prüfungen zu verzichten.

Jene Kantone, welche auf Prüfungen verzichten, sollen stattdessen auf die Erfahrungsnoten abstützen. Damit ist laut EDK die Qualität und Gleichwertigkeit der Abschlusszeugnisse gewährleistet.

Bei den Fachmittelschulausweisen liegt die Zuständigkeit bei der EDK. Sie werde zwecks Gleichbehandlung analog eine Richtlinie für die Anerkennung der Fachmittelschulausweise erlassen. Eine analoge Regelung für die Berufsmaturität sei durch den Bund zu erlassen.

Zürich, Solothurn und beide Basel verzichten

In der Deutschschweiz wollen mehrere Kantone, darunter auch Zürich, die schriftlichen und mündlichen Maturitätsprüfungen streichen. Auf der gleichen Linie haben Solothurn und die beiden Basler Kantone die Organisation der Prüfungen ausgesetzt und planen allenfalls eine Verschiebung auf spätere Termine, je nach Entscheid des Bundesrates.

Auch im Kanton Bern zeichnet sich ein Jahr ohne Maturitätsprüfungen ab. Die Schlussnoten in den einzelnen Fächern sollen den Erfahrungsnoten entsprechen, die durch die Prüfungen über das ganze Jahr zustande kamen. Das geht aus einem Schreiben der bernischen Bildungsdirektion an die Gymnasien hervor.

Ländliche Gebiete haben andere Präferenzen

In ländlichen Gebieten, die weniger stark von der Pandemie betroffen sind, wie die Inner- und Ostschweiz, ziehen es die Behörden vor, die schriftlichen Prüfungen beizubehalten und nur die mündlichen Prüfungen abzusagen. Der Thurgau will sogar beide Prüfungen beibehalten.

Auch im Kanton Glarus sollen die schriftlichen und mündlichen Maturitätsprüfungen unter Einhaltung der gesundheitlichen Schutzmassnahmen durchgeführt werden. Das Gleiche gilt für die Abschlussprüfungen, für den Fachmittelschulausweis und die Fachmaturität. In Luzern und Zug sollen schriftliche Maturaprüfungen stattfinden, auf die mündlichen wird verzichtet.

Der Kanton Aargau will den schriftlichen Teil der Maturitäts- und Abschlussprüfungen an den Mittelschulen und an der Maturitätsschule wie geplant abhalten. An der Fachmittelschule soll es in einzelnen Fächern auch mündliche Prüfungen geben.

Im Kanton Schwyz will der Erziehungsrat die kantonale Umsetzung entscheiden, sobald EDK und Bund entsprechende Grundsatzentscheide gefällt haben. Der Kanton Uri wiederum will auf mündliche Maturaprüfungen verzichten.

In St. Gallen fordert eine von 1400 Personen unterzeichnete Petition die Exekutive auf, auf alle Prüfungen zu verzichten, «um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu erhalten».

Freiburg möchte Prüfungen

In der Westschweiz scheint Freiburg der einzige Kanton zu sein, der für die gymnasiale Maturität die schriftlichen und mündlichen Prüfungen wie geplant durchführen will.

Neuenburg befürwortet den flexiblen Konsens, der von der EDK erreicht wurde. Auf individueller Basis wünscht der Kanton, dass die schriftlichen Prüfungen angesichts des Zeitplans und der gesundheitlichen Situation im Kanton abgeschafft werden, so Jérôme Amez-Droz, Generalsekretär für Bildung und Familie. Der Kanton hat noch keinen Entscheid getroffen.

Das Wallis möchte die mündlichen und schriftlichen Maturitätsprüfungen streichen. Diesen Wunsch habe der Kanton beim Bund deponiert, hiess es am Freitag. Die Waadt kündigte die Streichung der obligatorischen Maturitätsprüfungen an. Die Voraussetzungen für die Gewährleistung der Chancengleichheit zwischen den Studierenden seien nicht gegeben, hiess es.

Die Kantone Genf und Tessin wollen den Entscheid des Bundesrates abwarten, bevor sie sich zum weiteren Vorgehen äussern. Der Kanton Jura wird sich in Kürze entscheiden.

Die Optionen des Bundesrates

Die Kantone haben ihre individuellen Positionspapiere unter Vorbehalt des Bundesratsbeschlusses herausgegeben. Der Bundesrat hat drei Optionen: Die Beibehaltung der Prüfungen, die Annullierung oder er überlässt den Kantonen die freie Wahl.

Der Bund hatte in seinem Lockerungsplan angegeben, dass er die Wiedereröffnung von Berufs- und Oberstufenschulen sowie von Universitäten ab dem 8. Juni erlauben würde. (dab/sda)

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