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Sind Trennwände wie diese hier im Zürcher Niederdorf wirklich sicher? bild: watson

Karton, Stoff oder Plexiglas: Wie gut schützen die Trennwände in den Restaurants wirklich?

Kreative Gastronominnen basteln mancherorts abenteuerliche Konstruktionen, um Gäste vor Corona-Ansteckung zu schützen. Doch wie sicher sind diese wirklich?



Not macht bekanntlich erfinderisch. Beim Umsetzen des Schutzkonzeptes für die Gastrobranche zeigen sich die Wirtinnen und Wirten des Landes kreativ. Besonders bei den Trennwänden sind die Lösungen sehr unterschiedlich: Von Holzplatten, über Plexiglas bis zu Stoffvorhängen ist einiges zu finden. Diese müssen ausgestellt werden, wenn Tische näher als zwei Meter zueinander stehen.

Punkto Material schreibt der Branchenverbande Gastrosuisse, dass für Trennwände «grundsätzlich alle Materialen zugelassen sind.» Auch Stoff gehört also dazu.

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Die einen Betriebe wählen Karton ... bild: twitter/jarahelmi

... andere entscheiden sich für Stoff.

Plexiglas ist besser als Stoff

Doch es gibt Unterschiede in der Wirksamkeit des Materials. «Je dichter das Material, desto besser ist der Schutz. Holz oder Kunststoff ist sicher besser als Stoff», so der Infektiologe Jan Fehr von der Universität Zürich.

«Wichtig ist vor allem, dass die Gäste nicht zu viele gemeinsame Berührungspunkte haben und nicht die gleichen Dinge anfassen.»

Jan Fehr, Infektiologe

Was zähle sei das gesamte Schutzkonzept. Dazu gehörten auch Trennwände oder Desinfektionsmittel am Eingang. «Wichtig ist vor allem, dass die Gäste nicht zu viele gemeinsame Berührungspunkte haben und nicht die gleichen Dinge anfassen», so Fehr. Deshalb mache es auch Sinn, Speisekarten auf Tafeln zu schreiben oder nach einmaliger Verwendung zu beseitigen. Auch das Desinfizieren der Tische und das Abstandhalten sei enorm wichtig, so Fehr.

Gastrobetriebe werden kontrolliert

Ob sich die Gastrobetriebe an die nötigen Schutzvorkehrungen halten, wird in den meisten Fällen vom kantonalen Arbeitsinspektorat, der Polizei oder der SUVA kontrolliert. So auch im Kanton Zürich.

Aktuell seien 20 Arbeitsinspektoren im Kanton unterwegs, so Irene Tschopp, Medienverantwortliche beim Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit. Die Inspektoren überprüfen die Schutzkonzepte und die Einhaltung der gesundheitlichen und arbeitsrechtlichen Vorgaben vom Bundesamt für Gesundheit.

Wenn Wirtinnen und Wirte ihre Gäste und Mitarbeitende zu wenig schützen, kann der Betrieb zwangsmässig geschlossen werden, bestätigt Tschopp. «Bussen sieht die Covid-19-Verordnung keine vor.» Ob Gastrobetriebe im Kanton Zürich bereits wieder schliessen mussten, will Tschopp nicht sagen. «Aktuell ist es noch zu früh für eine erste Bilanz.»

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Locutus70 15.05.2020 13:48
    Highlight Highlight Ich hab mich jetzt dran gewöhnt nicht mehr in Restaurants essen zu gehen, ich glaube ich werde das beibehalten. Den Geldbeutel freuts ^^
  • Rüebliraupe 15.05.2020 07:40
    Highlight Highlight Und pro Tisch wird ein separates Toitoi aufgestellt, oder heissts schnell essen und verhebe bis dehei?
  • Thoro Z 15.05.2020 06:54
    Highlight Highlight Wieso nicht einfach von Anfang an 2 Meter statt 1.50 Abstand bei den Tischen? Kommt’s jetzt wirklich auf einen Tisch mehr oder weniger drauf an? Mit diesen Séparée - Lösungen geht die ganze Restaurant - Atmosphäre flöten, ist unhygienisch und zeugt nicht gerade von Gelassenheit. Ausser man hat bereits Booths nach amerikanischen Vorbild.
    • mooi 15.05.2020 14:19
      Highlight Highlight Ich kenn viele kleine Restaurants, die haben nur ca. 50 cm zwischen den Tischen wenn sie in einer Reihe stehen. Halt so, dass man noch knapp durchlaufen kann um zu seinem Stuhl oder der Sitzbank zu gelangen. Da machts dann nicht nur einen Tisch mehr oder weniger aus sondern einige mehr, wenn sie den Abstand auf 2 m vergrössern.
  • Nora Flückiger 14.05.2020 22:29
    Highlight Highlight Also ich denke, dass ich in den nächsten paar Wochen den Restaurants noch fern bleibe!

    Mal schauen wie die Fallzahlen in 2 Wochen aussehen.
  • Bravo 14.05.2020 19:35
    Highlight Highlight Die WC-Situation finde ich auch noch entscheidend... Nur eins? Türgriffe?
    • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 14.05.2020 19:54
      Highlight Highlight Am besten Du gehst leergepinkelt und aus gesch****n ins Restaurant, trinkst nicht zuviel Bier und behältst es bis zuhause...
    • Locolocito41 14.05.2020 20:14
      Highlight Highlight Echt jetzt???
      Über türgriffe auf dem klo macht ihr euch Gedanken,jetzt wo jetzt wo der kleine Biervirus da ist??
      Vorher war das kein thema??
      Na dan:frohes pinkeln🤦‍♂️
    • Ueli der Knecht 14.05.2020 20:22
      Highlight Highlight @Pat: Du hast vergessen, dass man während des Restaurantsbesuchs am besten auch gleich die Luft anhalten soll. Ausatmen geht ja noch (das gefährdet höchstens die anderen), aber auf keinen Fall sollte man einatmen. Einatmen ist gefährlich.
  • Arbe 14.05.2020 19:20
    Highlight Highlight Ich denke nicht das ein Virus eine Grenze kennt . Wenn dann schon eine Trennwand bis "Bodenebene" lang ziehen..

    Am Besten ist es doch man bleibt vorläufig noch zu Hause !!
    • Satox 14.05.2020 20:08
      Highlight Highlight Du scheinst da was nicht begriffen zu haben... das Virus wandert nicht die Wand hinunter
    • Arbe 14.05.2020 22:09
      Highlight Highlight Ja wer weiss diese Viren mutieren ständig evtl.erlernen die noch das Wandern.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 15.05.2020 06:54
      Highlight Highlight @Satox: Natürlich nicht. Stattdessen umschwebt es Hindernisse, schliesslich hat es mit einer Grösse von weniger als 0.1 Mikrometern kaum ein Gewicht. Es fliegt im Raum umher, bis es vielleicht per Zufall irgendwo kleben bleibt. Findet es umherschwirrende Staubpartikel, heftet es isch daran. Und Staub ist in Räumlichkeiten einfach omnipräsent. Und Staub kann ganz einfach immer wieder aufgewirbelt werden.
  • Maria R. 14.05.2020 19:14
    Highlight Highlight Ich lasse den Besuch vorläufig noch ganz bleiben.
    Zum Essen gehört eine schöne Atmosphäre, die mit den Absperrungen kaum herzurichten ist. Wenn Herr Ober auch noch mit MNS serviert, ist es mit meinem Appetit schon gelaufen. 🤭🤔
  • Kari Baldi #WirAlleSindCorona 14.05.2020 19:11
    Highlight Highlight Ich hätte mir in der Vergangenheit schon oft eine Trennwand gewünscht, dort, wo Restaurants übertischt sind, man jedes Wort des Nachbarn versteht und sich beinahe mit den Ellenbogen berührt. Diese Trennwände schaffen Ruhe für all diejenigen, die das Essen geniessen wollen und nicht das Bad in der Menge suchen! Weniger ist in diesem Fall mehr!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 15.05.2020 06:38
      Highlight Highlight Statt an Trennwände einfach an Kondome zu denken würde mehr bringen.

      Kondome schützen. Auch gegen Viren.
    • Vintage 15.05.2020 09:12
      Highlight Highlight Man geht freiwillig in Restaurants, nur so mal zur Erinnerung. Wenn man jedes Wort des Nachbartisches versteht, hört man auch ganz genau hin.
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 14.05.2020 18:59
    Highlight Highlight Ich fände es fair, wenn diese Kontrolleure den Gastronomen aufzeigen würden wo die Schwachpunkte ihrer Konzepte sind und ihnen die Gelegenheit geben nachzubessern, ohne ihnen gleich den Laden dicht zu machen.
    So könnten die Gastronomen etwas lernen und auch abschätzen ob sich der Mehraufwand für sie lohnt, oder ob sie den Betrieb lieber wieder schliessen...
    • Terraner 14.05.2020 19:57
      Highlight Highlight So machen es die Kontrolleure bei den Läden ja jetzt auch schon, wieso sollten sie dies bei Restaurants anders machen. Geschlossen wird sicher nur, wenn sie erkennen dass nachbessern nicht auf die schnelle möglich ist oder sich Wirte uneinsichtig zeigen.
  • Tilman Fliegel 14.05.2020 18:52
    Highlight Highlight Zu beachten wären vor allem auch die Luftströme, da habe ich bei dem Bild mit der grossen Belüftungsröhre oben schon ein wenig Bedenken.
    • fools garden 14.05.2020 19:06
      Highlight Highlight Falls das Teil bläßt wirds zappenduster, dürfte es aber "eigentlich" nicht.
  • Beasty 14.05.2020 18:28
    Highlight Highlight Ich fände es schön, wenn das Servicepersonal Masken tragen würde. Sie haben ja am meisten Kontakt mit einer Vielzahl von Menschen und ich möchte nicht trotz Trennwand etc. dann vom Servicepersonal angesteckt werden.
    • atorator 14.05.2020 18:35
      Highlight Highlight Dann komme mal zu mir in die Gastroküche und ich erkläre dir mal, dass die Schutzmasken im Service dein allerkleinstes Problem sind.
    • Mario Conconi 14.05.2020 18:40
      Highlight Highlight Dan bleib am einfachsten zuhause🤷‍♂️
    • ScottSterling 14.05.2020 18:50
      Highlight Highlight Das kann dennoch passieren. 100%ige Sicherheit gibt es nicht, dann bleibst du lieber zuhause.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stinkstiefel 14.05.2020 18:22
    Highlight Highlight Das ganze kommt mir verdächtig vor wie im Militär. Alles schön herrichten, abdecken, bekleben und genau so machen wie es im Konzept (bzw. im Militär: Reglement) vorgeschrieben ist. Die Frage nach Sinn und Unsinn wird nicht gestellt, wichtig ist der Eindruck bei der Inspektion.

    Das versinnbildlicht den Irrsinn alles bis ins Detail regeln zu wollen. Wie soll EIN Schutzkonzept für so eine vielfältige Branche wie die Gastronomie genügen?

    Ich weiss, es ging darum zu öffnen. Das verstehe und begrüsse ich. Aber die Regulierungswut in allgemeingültigen Schutzkonzepten treibt absurde Blüten.
  • champedissle 14.05.2020 18:08
    Highlight Highlight Wenn ich lese, dass demnächst der Europapark Rust öffnet so frage ich mich, was diese Beschränkungen in der Gastronomie sollen. Dort fahren zehntausend mit Bahnen herum, schreien und johlen, verteilen Millionen von Tröpfchen Infektionen, das ist doch der absolute Irrsinn.
    • bebby 14.05.2020 20:29
      Highlight Highlight Europapark hat vermutlich sehr viel Zeit und Geld in das Sicherheitskonzept investiert und die Anzahl Tickets pro Tag ist offenbar limitiert.
      Trotzdem werden wohl die Vernünftigen auf den Besuch verzichten.
    • Lioness 14.05.2020 20:51
      Highlight Highlight Der Europapark verkauft nur noch limmitierte, datierte Tagestickets und das Tragen eines Mundschutzes ist verpflichtend. Vor allem auch auf den Fahrgeschäften. Also ein schlechter Vergleich.
  • Garp 14.05.2020 18:04
    Highlight Highlight Viele Gastronetriebe gibt es im Kanton Zürich, die von diesen 20 Arbeitsinspektoren geprüft werden und müssen diese auch andere Betriebe kontrollieren als die Gastro?
  • AdvocatusDiaboli 14.05.2020 18:02
    Highlight Highlight Wenn die in Wuhan doch bloss gewusst hätten, dass dünne Schleier und etwas Plexiglas diesem Virus den Garaus machen.
    • bebby 15.05.2020 06:09
      Highlight Highlight Wenn Du wüsstest, dass die in Wuhan ihre Restaurants bereits wieder bis zum letzten Platz füllen...Ökonomie kommt immer vor Gesundheit.
  • Atavar 14.05.2020 17:56
    Highlight Highlight "Was zähle sei das gesamte Schutzkonzept."

    Dem lässt sich leicht zustimmen. Auch, dass Acrylglas besser ist als Karton oder Stoff.

    Entscheidend für die Wirksamkeit ist der Faktor Mensch. Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren, aber Massnahmen, die erhöhte Sicherheit stärker darstellen als wirklich bieten (dazu gehören z.B. die Acrylglas-Visiere, ohne MNS getragen), tragen sehr oft dazu bei, dass der Mensch fahrlässiger wird.

    Beispiel gefällig? Seit mehr Menschen MNS tragen, ist mein örtlicher Supermarkt wieder eine Kontaktbörse zum Anfassen geworden. Hoffentlich die Ausnahme.

    • Garp 14.05.2020 19:26
      Highlight Highlight Ob Dein Laden eine Ausnahme ist, weiss ich nicht. In meinem trägt kaum einer eine Maske. Abstand wird immer noch gleich gut oder schlecht gehalten. Nur das Personal wird nachlässiger und immer wieder kontrolliert keiner, wieviele Leute in den Laden gehen. Ich muss dann wohl immer die Pause des Personals erwischen. 🤷🏻‍♀️
    • Hardy18 15.05.2020 06:36
      Highlight Highlight Was ist MNS? Ich habe die Buchstaben mit dem Wort, Krankheit getauscht. So war für mich der Satz deutlich lesbarer und denke mir, dass dies so gewollt war.
    • [CH-Bürger] 15.05.2020 06:52
      Highlight Highlight @atavar:
      kann Dir nur zustimmen - v.a. bezgl "Kontaktbörse Supermarkt".... 😣

      der MNS lässt den Träger in falscher Sicherheit wiegen (dass 99.9% der Leute den MNS auf eine Weise handhaben, dass er gar nix nützt, lasse ich mal aussen vor).
      kombiniert mit dem Missverständnis, dass die Lockerungen der =>Geschäftsschliessungen<= als Lockerungen der =>Schutzmassnahmen<= interpretiert wurden, halten viele die Regeln nicht mehr konsequent ein.

      ich denke, dass das aktuelle Verhalten ein Wiederausbrechen stark begünstigt - es wird aber noch ein paar Wochen dauern, bis es wieder aufflammt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 14.05.2020 17:51
    Highlight Highlight Die Trennwände schützen mit Sicherheit viel besser als die inexistenten Trennwände in den Büros...
  • elco 14.05.2020 17:51
    Highlight Highlight Am besten stülpt man sich einen Plastiksack über den Kopf. Dann ist man wirklich safe!
    • Calvin Whatison 14.05.2020 20:29
      Highlight Highlight Aber einer mit Schnürrzug.!

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