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Coronavirus

Habe ich Omikron oder Delta erwischt? So unterscheiden sich die Symptome

Habe ich Omikron oder Delta erwischt? So unterscheiden sich die Symptome

In Grossbritannien wütet die neue Variante besonders heftig. Von dort kommen die ersten Analysen von Omikron-Fällen und die zeigen Überraschendes. Etwas Hoffnung machen die Daten aus Südafrika. Daraus lassen sich Lehren auch für die Schweiz ziehen.
22.12.2021, 18:4922.12.2021, 22:28
Bruno Knellwolf / ch media
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Eine Gesundheitsfachfrau in einem Covid-Testcenter in Moskau, November 2021.Bild: keystone

Omikron ist nicht gleich Delta. In Grossbritannien wütet die neue Variante, die am 23. November in Südafrika entdeckt worden ist und Delta zum Teil schon verdrängt hat. Britische und südafrikanische Wissenschafter liefern zur Zeit die ersten Erkenntnisse zu Omikron, die allerdings noch in der Phase von Vorstudien stecken.

Eine Unterscheidung zwischen der bei uns immer noch deutlich dominierenden Delta- und der aufkommenden Omikron-Variante zeigt sich anscheinend bei den Symptomen. Am schnellsten verbreitet sich Omikron in London, und eine in den britischen Medien erwähnte Analyse von Omikron-Fällen in der britischen Hauptstadt zeigt, dass die häufigsten Symptome dafür eine laufende Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Niesen und Halsweh sind.

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Nicht mehr nur die klassischen Covid-Symptome

Die klassischen Covid-Anzeichen sind aber Husten, hohes Fieber und ein Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Letztere wurden bei der Analyse der Omikron-Fälle in London aber kaum gefunden. Die Kennzeichen von Omikron scheinen somit vor allem Erkältungssymptome zu sein, wie der Leiter der ZOE Symptom-Tracking-Studie Tim Spector erklärt. Die klassischen Warnzeichen wie Fieber, Husten oder Geruchsverlust träten nur noch in einer Minderheit der Fälle auf.

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Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die ersten Omikron-Fälle analysiert und kommt zu einem ähnlichen Schluss. Die Mehrheit der Befragten hatte Husten, Müdigkeit und eine laufende Nase. Fieber und Kurzatmigkeit traten seltener und den Geruchs- und Geschmackssinn verloren nur ganz wenige, nur drei 3 von 43 Omikron-Infizierten.

Noch keine Daten aus der Schweiz

Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital St. Gallen, Stefan Kuster, kennt die Berichte englischer und amerikanischer Wissenschafter. Man verfolge das genau und tausche sich mit anderen Experten aus. Wissenschaftliche Daten aus der Schweiz, welche diese Beobachtungen der veränderten Symptome stützen, gibt es nach Kuster aber noch nicht.

Stefan Kuster, Leiter Abteilung
Stefan Kuster, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital St.Gallen.Bild: sda

Wenn das klassische Covid-Symptom des Geruchsverlusts bei Omikron kaum auftrete, könnte das vielleicht ein Indikator für die Schwere oder Milde der Erkrankung durch Omikron sein, twittert der US-Kardiologe Eric Topol. Die neue Variante könnte eine andere Veränderung im Hirn auslösen als Delta. Die Datenlage sei noch zu unvollständig, sagt Kuster dazu. Und:

«Es müsste beziehungsweise kann aber wohl eher spekuliert werden, dass Omikron keine oder seltener solche Schäden verursacht.»

Das britische Gesundheitsministerium sprach gestern von einer neuen Studie aus Südafrika, die zeige das Omikron-Erkrankungen in der Regel milder verliefen. Zudem bestätigten dieselbe Studie frühere Erkenntnisse, dass die Auffrischimpfung einen guten Schutz gegen Infektionen und auch Hospitalisationen biete. In Südafrika sind in den letzten Wochen weniger Menschen schwer an Covid-19 erkrankt als während der vorangehenden Infektionswellen.

Der Infektiologe Stefan Kuster mahnt zur Vorsicht, was solche Meldungen in britischen Zeitungen betrifft. Denn:

«Aus meiner Sicht, ist es ist zu früh, aus den Beobachtungen Schlüsse auf den Schweregrad der Erkrankungen insgesamt zu ziehen.»

Und weiter: «Die Datenlage zu schweren Verläufen und Todesfällen in Europa ist nach wie vor noch nicht ausreichend, um abschliessende Aussagen dazu zu machen», sagt der ehemalige Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Eine Schutzwirkung durch eine durchgemachte Erkrankung oder eine doppelte Impfung sei aber nach wie vor gegeben, wenn auch in reduziertem Ausmass. «Wir werden erst in ein paar Wochen abschliessend wissen, wie sich die zunehmende Ausbreitung der Virusvariante in Europa auf die Dynamik der verschiedenen Krankheitsverläufe auswirkt», sagt Kuster.

Spekuliert wird immer noch, dass die milderen Verläufe auch damit zu tun haben könnten, dass vor allem Jüngere betroffen seien und die Bevölkerung durch die Impfung immunisiert. Eric Topol twittert dazu: «Ja, Omikron scheint milder zu sein. Aber es kann töten. Meist Ungeimpfte».

Zwei Dosen Biontech schützt vor schweren Verläufen

Die Schwere der Omikron-Erkrankung kann auch die nationale Covid-19-Taskforce nicht aussagekräftig abschätzen. Sie verweist auf die südafrikanische Studie, die schätzt, dass Personen, die zwei Dosen von Biontech/Pfizer erhalten haben, zu 70 Prozent gegen schwere Verläufe von Omikron geschützt sind.

Die Studie zeigt auch, dass die Hospitalisierungsrate nach Infektionen mit Omikron 29 Prozent niedriger ist als in vorherigen Wellen, bei Kindern aber 20 Prozent höher. Und das bei vornehmlich milden Verläufen. «Weitere Studien zum Schweregrad der Infektion mit Omikron werden in den nächsten Wochen erwartet», schreibt die Taskforce in ihrer Lagebeurteilung. Die Taskforce bestätigt aufgrund der Vorstudien aus England, den Nutzen der Booster-Impfung gegen Omikron, welche den Schutz gegen Infektion von etwa 77 Prozent und damit jene von doppelt Geimpften gegen Delta erreicht.

Die Covid-19-Taskforce hat diese Woche auch berechnet, wie sich die Fallzahlen für Omikron in der Schweiz entwickeln könnte. Mit dem von den Wissenschaftern angenommenen Szenario wird Omikron Anfang 2022 die Hälfte der Fälle ausmachen. Vor Jahresende erreichen die Fallzahlen ein zwischenzeitliches Minimum, um dann bis zur zweiten Januarwoche auf über 20'000 Infektionen täglich anzusteigen. Die Auffrischimpfungen und die Reduzierung der Kontakte könnte diesen steilen Anstieg verlangsamen und die Zunahme von Omikron verzögern. (aargauerzeitung.ch)

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Terraner
22.12.2021 20:30registriert April 2020
Die Langzeitnebenwirkungen einer Omikron Infektion sind noch nicht bekannt. Ich verzichte deshalb vorerst gerne darauf.

Endlich kann ich mal die Argumente der Impfgegner nutzen.
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dmark
22.12.2021 21:32registriert Juli 2016
Hatte fast drei Wochen Schnupfen - immer leicht laufend, kaum mal wirklich verstopft, 3x getestet und alle negativ.
Irgendwie freut man sich schon fast darüber, dass man auch noch mal einen normalen "Schnupfen" bekommen kann.

Es sind schon komische Zeiten im Moment...
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Mutzli
22.12.2021 20:53registriert Dezember 2016
Stefan Kuster war nie Leiter der wissenschaftlichen Taskforce, sondern war beim BAG der Nachfolger von Daniel Koch. Die Taskforce hatte bisher Tanja Stadler (amtierende Präsidentin), Martin Ackermann & vor diesem Martin Egger als Leitung.

Auch wenn der Artikel von CH Media übernommen wurde, ist das schon ein ziemlicher Schnitzer.
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