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Solange die Selbsttests negativ seien, könne man «mit vorsichtigem Verhalten» auch wieder seiner Arbeit nachgehen, sagt Salathé.
Solange die Selbsttests negativ seien, könne man «mit vorsichtigem Verhalten» auch wieder seiner Arbeit nachgehen, sagt Salathé.Bild: keystone

«Quarantäne light» oder ganz abschaffen: Was jetzt gefordert wird

Um einen Zusammenbruch des öffentlichen Lebens zu verhindern, fordern immer mehr Stimmen eine verkürzte Quarantäne. Diese vier Forderungen liegen aktuell auf dem Tisch.
09.01.2022, 16:0209.01.2022, 16:36

Weil mit den stark steigenden Infektionszahlen immer mehr Personen in Quarantäne oder Isolation müssen, drohen der Wirtschaft die Arbeitskräfte auszugehen. Und dem öffentlichen Leben droht in der fünften Coronawelle der Stillstand.

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Um diesen abzuwenden, forderte Economiesuisse letzte Woche eine Verkürzung der Quarantäne von 7 auf 5 Tage. Eben erst hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) es den Kantonen zugestanden, diese von 10 auf 7 Tage zu verkürzen, was zahlreiche Kantone bereits über die Festtage beschlossen haben.

Nun werden weitere Stimmen aus der Politik und Wissenschaft laut, die eine noch kürzere Quarantänedauer fordern.

Quarantäne mittels Selbsttests abschaffen

Marcel Salathé, Epidemiologe

Die Quarantäne sei eine Vorsichtsmassnahme für Personen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, sagte der Epidemiologe Marcel Salathé gegenüber der «SonntagsZeitung». «Mit entsprechender Technologie könnte man in der aktuellen Situation vielleicht sogar ganz darauf verzichten.»

Salathé kritisiert, dass die aktuellen Quarantäneregeln zum Teil «sehr kompliziert» seien. Er schlägt vor, dass man jeder Person, die Kontakt mit einem Infizierten hatte, zehn Selbsttests zukommen lässt. Damit soll man sich dann täglich testen. Solange die Tests negativ sind, könne man auch mit «vorsichtigem Verhalten» wieder zurück an den Arbeitsplatz.

Mit dieser Strategie sei zwar ein gewisses Restrisiko verbunden, so Salathé weiter. «Aber in Anbetracht der grossen Ausfälle, die drohen, wenn die halbe Schweiz wegen Corona-Verdacht zu Hause sitzen müsste, ist diese Art von Quarantäne light verantwortbar.»

Abwarten mit Quarantäne-Aufhebung

Huldrych Günthard, Infektiologe

Etwas vorsichtiger zum Vorschlag äussert sich Huldrych Günthard. Der Professor für Infektiologie am Universitätsspital Zürich erachtet den Zeitpunkt für Lockerungen als verfrüht. «In zwei, drei Wochen können wir über eine Aufhebung der Quarantäne diskutieren», zitiert die «SonntagsZeitung» Huldrych Günthard.

Weniger als fünf Tage Quarantäne

Guido Graf, Luzerner Gesundheitsdirektor

Aus den Kantonen steigt derweil der Druck für eine Abschaffung der Quarantäne. Noch am Samstag sagte Guido Graf (Mitte) in der «Schweiz am Wochenende», er sei nicht für die Aufhebung der Quarantäne, wolle aber eine Diskussion dazu anregen. Tags darauf lässt sich der Luzerner Gesundheitsdirektor in der «SonntagsZeitung» bereits zitieren mit den Worten: «Eine Quarantäne von fünf Tagen ist einfach nicht umsetzbar.» Entsprechend unterstütze er den Vorschlag des Epidemiologen Salathé.

Quarantäne und Isolation auf fünf Tage verkürzen

Natalie Rickli, Zürcher Gesundheitsdirektorin

Gar noch einen Schritt weiter geht die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli in der «NZZ am Sonntag». Die SVP-Magistratin fordert Bundesbern auf, «jetzt dringend die Dauer der Quarantäne und Isolation auf fünf Tage zu reduzieren». Zusammen mit den Ostschweizer Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren habe sie dem Bundesrat am Freitag einen entsprechenden Brief geschrieben, sagt Rickli in dem Interview. «Sonst sitzen wir bald alle in einer Art Lockdown.»

Natalie Rickli begründet die Forderung Zürichs und der Ostschweizer Kantone damit, dass fünf Tage «eine einfache und nachvollziehbare Regelung» seien. Zudem würden Studien zeigen, dass Omikron eine kürzere Inkubationszeit habe als frühere Varianten des Coronavirus. Es komme nun eine «Monsterwelle» auf die Schweiz zu.

Die Zürcher Regierungsrätin erwartet, dass diese «heftig, aber kurz» sein werde. «Dann dürfte das Virus endemisch werden, wie eine Grippe.» So schätzten es die Fachleute in ihrem Gesundheitsdepartement ein. Zuletzt hatten diese These auch mehrere andere Wissenschafterinnen und Experten vertreten. (ohe/aargauerzeitung.ch)

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