Schweiz
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Marcel Salathé und Daniel Koch

EPFL-Epidemiologe Marcel Salathé und «Mr. Corona» Daniel Koch waren sich in der Pandemie-Bewältigung nicht einig. Bild: keystone/watson

Epidemiologen-Streit kommt nicht überall gut an – GPK will Krise untersuchen

Die Aufarbeitung der Corona-Krise löst wegen des Streits unter Epidemiologen erste Misstöne aus. Die GPK des Parlaments beginnt mit der Aufarbeitung der Corona-Massnahmen.



Wer hat Recht gehabt, wer nicht? Der Streit zwischen Experten und dem Bundesamt für Gesundheit eskalierte am Wochenende. Obwohl die Schweiz rückblickend – trotz unzureichender Vorbereitung – die Corona-Krise bislang gut meisterte, macht sich ein fahler Beigeschmack breit.

Grund sind Aufarbeitungen der Krise, die die «NZZ am Sonntag» und das «Magazin» in den vergangen Tagen veröffentlicht hatten. So sollen die Behörden die Warnungen der Epidemiologie ignoriert haben. Die Kritik richtet sich allen voran gegen Daniel Koch, Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» des Bundesamts für Gesundheits, und gegen Bundesrat Alain Berset in der Funktion als Gesundheitsminister. Zwischen den Zeilen las sich die Kritik gar wie ein Lügenvorwurf.

Flut an Briefen wegen Corona-Krise im Bundeshaus

Das bemerkte man auch im Parlament. Zu einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) – der «schärfsten Waffe» in Krisenfällen – kommt es zwar voraussichtlich nicht. Es kommt aber zu einer «Inspektion», durchgeführt durch die GPK von National- und Ständerat.

Die Arbeit ist immens und wurde auf mehrere Gruppen verteilt. Diese sogenannten «Subkommissionen» untersuchen nun Bundesratsdepartement für Bundesratsdepartement, stellen Fragen, bestellen Dokumente und bewerten diese. Ziel ist ein Bericht, der das gesamte Handeln der Behörden durchleuchten soll.

Daniel Koch, Leiter Abteilung uebertragbare Krankheiten, im Bundesamt fuer Gesundheit BAG, Bundesrat Alain Berset und die St. Galler Regierungsraetin Heidi Hanselmann, Praesidentin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, von links, informieren ueber die neuen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus am Freitag, 28. Februar 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der Bundesrat machte Ende Februar langsam ernst, als er die «besondere Lage» ausrief. Bild: KEYSTONE

Das könnte Monate dauern, sagt GPK-Präsident und SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal zu watson: «Eine seriöse Abklärung benötigt Zeit.» Am 24. Juni wird über das weitere Vorgehen diskutiert.

Denn die Frage, wer hat wann, wie und wo Stellung genommen, ist delikat. Es ist die Frage nach dem «Helden» der Krise. Weil ein solcher Ruhm erst rückblickend verdient oder unverdient sein könnte, dürfte sich die GPK vor einer solchen Bewertung scheuen. So erinnert sich CVP-Präsident und Nationalrat Gerhard Pfister in der SRF-Sendung «Einfach Politik», dass während der Krise «sehr viele Briefe mit unterschiedlicher Qualität» an Bundesrat und Parlament verschickt wurden.

Die «unterschiedliche Qualität» zeigt sich rückblickend gut auch bei den lautesten Pandemie-Warnern hierzulande. EPFL-Professor Marcel Salathé, der sich über zögerndes Handeln des Bundesrates öffentlich ärgerte, sah Ende Februar in der «Republik» seiner geplanten Italien­reise im April «relaxt» entgegen. Wochen danach waren die Grenzen zu Italien zu, das Land meldete Mitte April täglich rund 3500 Neuinfektionen.

Salathés Vorpreschen passt nicht allen

Marcel Salathe, Leiter Expertengruppe ãDigital epidemiologyÒ, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Situation des Coronavirus, am Freitag, 1. Mai 2020, in Bern.(KEYSTONE/Peter Schneider)

EPFL-Professor Marcel Salathé gilt als früher Warner der Corona-Pandemie. Bild: KEYSTONE

Im Parlament erwartet kaum einer, dass bei Krisen von solcher Dimension alles fehlerfrei abläuft. FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt, selbst Mitglied der GPK, sagt dazu: «Wer ‹Corona-Held› ist und wer nicht, ist jetzt unwichtig. Wir sollten die richtigen Schlüsse und Lehren aus der Krise ziehen, statt ‹hinten herum› zu kritisieren.»

«Wir sollten die richtigen Schlüsse und Lehren aus der Krise ziehen, statt ‹hinten herum› zu kritisieren.»

FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt

Und letzteres habe Salathé gemacht, hört man vorwurfsvoll von Gesundheitspolitikern. Silberschmidt bestätigt, dass Salathés Eingreifen bei der Gesetzgebung zur Proximity-App nicht überall gut ankam. Der EPFL-Professor verschickte im Namen mehrerer Personen der Arbeitsgruppe «Contact Tracing und Quarantäne» und der «Swiss National COVID-19 Science Task Force» ein Mail an rund 40 National- und Ständeräte. Die Mails und Anträge liegen watson vor.

Darin wurde nicht nur für Änderungen zum Proximity-Tracing-Gesetz geweibelt, sondern auch vorformulierte Anträge mitgeschickt. Dieses Vorgehen gilt in der Schweizer Politik als unanständig. In der Gesundheitskommission kam das so an, als habe Salathé die Sicht der Experten «durchboxen» wollen, nachdem er offenbar beim Bundesrat abblitzte.

Salathé glättet die Wogen – Althaus will Aufarbeitung durch GPK

Das Beispiel mit dem missglücktem Lobbying-Versuch Salathés zeigt, dass Wissenschaft und Politik nicht immer dieselbe Sprache sprechen. Und dass aus einem ungelesenen, vergessenen, ignorierten oder missachtetem Warnbrief schnell der Vorwurf aufkommt, dass nicht die Wahrheit gesagt wird.

Am Tag, nachdem der Epidemiologen-Zoff entbrannte, versuchte der EPFL-Professor denn auch die Gemüter zu beruhigen. Salathé twitterte, dass er mittlerweile die Zusammenarbeit mit dem BAG als «sehr gut» beurteile und sein Vertrauen in die Politik hoch sei.

Christian Althaus, ebenfalls ein renommierter Epidemiologe und Mitunterzeichner eines Warnbriefs an den Bundesrat, blieb bei seiner Kritik.

«Ich erwarte, dass diese Vorkommnisse von der GPK gründlich aufgearbeitet werden.»

Christian Althaus, Epidemiologe

«Dass in der Schweiz ehemalige Behördenvertreter über die Medien versuchen Wissenschaftler zu diskreditieren ist befremdend. Ich erwarte, dass diese Vorkommnisse von der GPK gründlich aufgearbeitet werden», so Althaus – ebenfalls auf Twitter. Mit erwähnt im Tweet war die Grüne Ständerätin und Präsidentin der ständerätlichen GPK Maya Graf, die sich für den «Input» für die Inspektion bedankte.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Conradinho 10.06.2020 10:09
    Highlight Highlight Verkehrte Logik: verstehe ich das richtig? Mit "hintenherum" meint der FDP-Politiker öffentlich gemachte Aussagen, die erfolgen, weil das BAG, wenn sie ihm intern und in nicht öffentlichen Schreiben mitgeteilt werden, nicht oder kaum darauf reagiert? Was wäre denn "vorneherum", ein Treffen in Hinterzimmern?
    Im Gegensatz zu gewöhnlichen Lobbyisten, die ihren Einfluss auf die Arbeit von Regierung und Parlament möglichst unauffällig ausüben wollen, brauchen sich wissenschaftliche Fachleute vor der Öffentlichkeit nicht zu verstecken.
  • dho 10.06.2020 10:06
    Highlight Highlight Zum Glück waren die sich NICHT einig:

    "Harmonische Systeme sind dumme Systeme! In der Natur entstehen Ordnungsmuster immer aus Widerspruch nicht aus Harmonie.“ Zitat Peter Kruse

    Ordnungsmuster gehören zu den Grundlagen, die uns helfen, in komplizierten (komplexen) Situationen Lösungen zu finden.
  • Butschina 09.06.2020 19:59
    Highlight Highlight Nachträglich ist immer alles einfacher. Die Daten, die zur Verfügung stehen sind dann immer grösser. Darum darf es nicht um Personen gehen. Bevor das ganze nicht sauber und mit emotionalem Abstand geprüft ist, finde ich es deplaziert Leute an den Pranger zu stellen. Wobei eigentlich auch danach. Ich bin sicher Alle haben nach Bestem Wissen und Gewissen gehandelt.
    Es geht um die Gesamtstrategie. Diese ist wichtig. Für ein nächstes Mal soll man daraus Schlüsse ziehen, sich aber auch bewusst sein, dass man es nie 1zu1 wird übernehmen können.
  • lipangalala 09.06.2020 13:08
    Highlight Highlight Es geht hier ja nota bene um nur 2 von zahlreichen Epidemiolog*innen, die in die Covid-Geschichte involviert sind. Die Medienpräsenz (bis hin zur SBB Werbung) ist nicht zwingend eine Reflektion der Kompetenz oder Relevanz sonder eher der Selbsvermarktung. Viele haben einfach hart gearbeitet (und tun es immer noch) um *praktikable* Lösungen zu finden, ohne öffentliche Briefe etc.
  • Thomas G. 09.06.2020 10:38
    Highlight Highlight Herr Salathe hat völlig recht. Wenn Herr Koch behauptet, es hätte nie ein Telefonat mit Althaus gegeben und auch keinen Brief, Herr Althaus dann aber sogar *beweisen* kann dass er dieses Gespräch geführt hat und einen Brief geschrieben hat es ist schon sehr befremdlich wenn nun die Wissenschafter kritisiert werden. Aber es ist wie immer: Wenn Du etwas vermasselst sag es niemandem und biete Dich sofort als Retter in der Not an. Dann wirst Du als Held gefeiert. Gell Herr Koch.
  • Toga 09.06.2020 10:01
    Highlight Highlight Was ich sehe ist, dass jedes Land quasi auf dem linken Fusse erwischt wurde. Und erstmal ganz ungläubig, so à la: "das kommt ja sicher nicht zu uns", des Besseren belehrt wurde. Das es nun eine Aufarbeitung der getroffenen Massnamen geben soll, finde ich für Alle lehrreich. Aber wir sollten Abstand nehmen, jetzt einen bösen Haupt-beschuldigten zu suchen.
  • Notabik 09.06.2020 09:49
    Highlight Highlight Das Schweizer Volk wird leider gar keine Lehren aus der Corona Krise ziehen und das ist die wahre Tragödie dieser Pandemie. Lieber selbstgefällig das eigene Wohlstandsbäuchlein reiben. Wir stecken alle in einer kleingeistigen Sackgasse. Verheerend für die Schweiz und diesen Planeten.
    • äti 09.06.2020 11:01
      Highlight Highlight Warum wird keine Lehre gezogen? Detaillierte Begründung?
    • pop_eye 09.06.2020 12:46
      Highlight Highlight Was hat das mit dem Bericht zu tun?
  • Rezeptilop20 09.06.2020 09:39
    Highlight Highlight also ich schaue auf die aktuellen fallzahlen und vergleiche die kurven mit anderen ländern --> so schlecht waren wir nicht...
    ergo ist das alles ziemlich lächerlich. sind wir doch einfach mal froh und happy das es halbwegs gut gegangen ist - es hätte schlimmer kommen können.
    und der herr salathe hat doch mal 300K tote prognostiziert. jetzt aber kommt er und findet die "massnahmen" waren zu streng, es wäre auch ohne gegangen. naja. die massnahmen waren auch ein "schuss vor den bug" für viele leute und hat die augen geöffnet das man es jetzt "ernst nehmen muss". daher alles fein aus meiner sicht
  • Antiypanikmacher 09.06.2020 09:32
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass die GPK vorsllem auch das Verhalten des Parlaments vor der Pandemie untersucht. Warum hat das Geld gefehlt um den Pandemieplan umzusetzen?
    Notlager für Schutzausrüstung, genügend Beatmungsgeräte, etc. Was unternahm das Parlament (Gesetzgeber) um die Verfügbarkeit von Medikamenten sicher zustellen? Diese waren teilweise schon vor der Pandemie nicht oder schlecht verfügbar.
    Das sind für mich die drängenden Fragen und nicht ob ein Brief der an Hr. Berset geschickt wurde von allen darin angeschriebenen genügend gewürdigt wurde. Verbessern und nicht Sündenböcke suchen.
  • Antiypanikmacher 09.06.2020 09:11
    Highlight Highlight Wenn die GPK schon untersucht, sollte nicht nur untersucht werden was diejenigen die gehandelt haben ev. anders hätten machen können, sonder auch wie es passieren konnte, dass das Schweizer Parlament als einziges weltweit während der Kriese seine Arbeit eingestellt hat und den BR im Regen stehen gelassen hat.
    Aber es ist wie häufig im Nachhinein diejenigen zu prügeln die Verantwortung übernommen haben und die Schlaumeier auszeichnen.
    Aufarbeitung ist wichtig! Z.B. warum hatte nur der Bund seine Pflichtlager gefüllt und die Spitäler nicht?
  • TheKen 09.06.2020 09:06
    Highlight Highlight Das ist doch Zeitverschwendung. Es wäre zielführender zu untersuchen, was war wirklich hilfreich und wie können wir es nächstes mal besser machen. Welche Lehren wir daraus ziehen können. Und Folgeaktionen. Mit der GPK werden Ressourcen gebunden und Sinnlos Geld ausgegeben.
    • Beat_ 09.06.2020 14:21
      Highlight Highlight Es ist die ureigenste Aufgabe der GPK, Dinge zu untersuchen und Lehren daraus zu ziehen.
      Natürlich darf und soll dies unter Einbezug der richtigen Leute geschehen, dennoch braucht es eine politische wie auch eine fachliche Aufarbeitung.
  • Wolkensprung 09.06.2020 08:56
    Highlight Highlight Wie heisst es doch so schön:

    Die Dummen suchen Schuldige, die Intelligenten
    Lösungen.

    Genau so sollen die Vorgänge untersucht werden. Denn dass da noch Lernluft nach oben besteht, haben wir ja gesehen - ohne jemandem einen Vorwurf deswegen zu machen.
  • Demetria 09.06.2020 08:49
    Highlight Highlight Wissenschaftler anschwärzen geht gar nicht. Epidemologen sind eingeschnappt, weil man ihren Rat in einer Epidemie abklemmt und womöglich bewusst falsche Infos streut, wie dass Maskentragen nichts bringe? Dass die politisch Verantwortlichen diese Falschaussage nie korrigiert haben? Gestern schrie mir ein Typ hinterher, er würde auch eine Maske tragen wenn er so hässlich wäre wie ich. Dass frau sich in diesem Land konstant anmachen lassen muss, wenn sie Verantwortung übernimmt, hat schon damit zu tun, dass die Regierung Egoismus unterstützt und nicht erst seit Corona, Hauptsache der Rubel rollt.
    • Morgenbrot 09.06.2020 09:28
      Highlight Highlight Naja. Einziger Fakt ist, dass es fast bei allem, was im Zusammenhang mit Corona geäussert wurde keinen Konsens gab und wohl noch lange nicht geben wird.
      Masken sind da nur ein Beispiel. Ja, nein, doch, doch nicht, aber eben doch, oder auch nicht, könnte aber sinnvoll sein, oder bringt nichts und wenn doch, dann nur so und so... usw. 🙄

      Wie wir in der Schweiz nun sehen, scheint das Tragen einer Schutzmaske nicht von grosser Bedeutung gewesen zu sein, um die Verbreitung einzudämmen.
      Das mit der Anmache ist wieder ein ganz anderes Thema/Problem und hat nur sekundär mit der Makse zu tun.
    • Provinzprinz 09.06.2020 09:56
      Highlight Highlight Immer dieses Masken tragen... Insbesondere, wenn man es nicht gelernt hat und eine völlig falsche Handhabe dafür hat. Das gleiche gilt für Handschuhe, wenn man nicht weiss wie damit umgehen, wiegt man sich in falscher Sicherheit.

      Bei unsachgemässer Handhabung sind solche Schutz Utensilien nutzlos und das ist Tatsache.

      Lieber einfache Massnahmen, welche jeder befolgen kann und jeder versteht:

      Abstand halten & Händewaschen
    • Morgenbrot 09.06.2020 11:06
      Highlight Highlight @Provinzprinz
      Das liegt vor allem daran, dass die wenigsten Menschen beruflich mit Masken und Handschuhen arbeiten und eine völlig falsche Vorstellung davon haben, welchen Schutz diese Utensilien bieten.
      Und das trotz allerlei Informationen, die leicht zugänglich wären. Angefangen bei der zwar vorhanden, aber eben auch stark eingeschränkten Schutzwirkung bis zum Zusamme spiel der richtigen Handhabung um überhaupt einen Schutz zu gewährleisten.
      Wenn ich im Alltag sehe, wie damit umgegangen wird, muss ich oft lächelnd den Kopf schütteln.
  • Beat_ 09.06.2020 08:43
    Highlight Highlight Hoffentlich untersucht die GPK die Krise und das Krisenmanagement, genau dafür ist sie doch da.

    Ich finde es wichtig, dass der Bundesrat die Möglichkeit hatte, die ausserordentliche Lage auszurufen und entsprechend handeln konnte, manchmal "pressierts". Ebenso wichtig ist die nachträgliche Aufarbeitung der Geschehnisse auf sachliche Art und Weise, um für die Zukunft die richtigen lehren zu ziehen.

    Das hin- und herschieben von Anschuldigungen und Behauptungen in den Medien hilft meiner Meinung nach hier nichts. Da würde ich mir mehr zurückhaltung wünschen.
  • herrkern (1) 09.06.2020 08:39
    Highlight Highlight In einer Krise braucht es keine Leute, die "friendly fire" abfeuern. Er ist ein Experte und wird konsultiert, mit diesem Verhalten wird es nie mehr werden. Die Medien sollen das jetzt aber nicht hochkochen, es ist gut rausgekommen.
    • MeinSenfHierUndJetzt 09.06.2020 09:58
      Highlight Highlight Doch, genau das sollen die Medien tun! Es ist mittelgut rausgekommen (Vergleich mit Österreich, oder noch krasser: Südkorea) und es ist genau die Aufgabe der Medien und der Öffentlichkeit sich die Frage zu stellen, warum es nicht sehr gut rausgekommen ist.
      Abgesehen davon, habe ich vollstes Verständnis, dass die Immunologen sich ärgern, wenn Herr Koch sagt, sie hätten nie versucht mit ihm Kontakt auzunehmen, wenn sie einen Brief geschrieben, persönlich mit ihm telephoniert, und bei "seinem" Amt einen Vortrag gehalten haben...
  • Provinzprinz 09.06.2020 08:08
    Highlight Highlight Was Herr Salathé hier abzieht ist, so finde ich, Kindergartenniveau. Er ist scheinbar hochgradig beleidigt, dass man Ihm aus dem Bundesrat zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat und ist in seinem Ehrgefühl ganz offensichtlich verletzt.

    Ich bitte die Medien hier um etwas zurückhaltung, wir brauchen in der Schweiz keinen Kekule vs Drosten Berichterstattung à la Bildzeitung.

    • MeinSenfHierUndJetzt 09.06.2020 10:01
      Highlight Highlight Was zieht er denn ab, der Hr Salathé? Hr Koch hat sich in der Presse zitieren lassen, die Immunolgen (Salathé und Althaus und andere) hätten ihn nie kontaktiert. Obwohl sie scheinbar einen Brief geschrieben, persönlich mit Koch telephoniert (!!) und einen Vortrag in seinem Amt gehalten haben. Ich an Salathés Stelle hätte auch das Bedürfnis, diese "Falschaussage" zu korrigieren und wäre in meinem Ehrgefühl verletzt.
    • c_meier 09.06.2020 10:45
      Highlight Highlight naja immerhin ist Herr Salathe mittlerweile auf Twitter zurückgerudert, somit verbleibt eigentlich nur noch Herr Althaus als "Stürmi"... ;)
    • äti 09.06.2020 11:14
      Highlight Highlight @meinsenf. Salathé hat einen Vortrag im BAG gehalten?! Er hat somit seine Meinung eingebracht. Für die Praxis und Durchführung hat es aber andere Qualitäten gebraucht. Er hätte sich ja im BAG anstellen lassen können um bei der Durchsetzung mitzuhelfen.
  • Itallion 09.06.2020 07:26
    Highlight Highlight Die GPK muss ja auch wieder ihre Daseinsberechtigung haben. Die sollen besser untersuchen, warum urplötzlich Milliarden für die Corona-Krise da sind, aber seit Jahren wurstelt man herum, wie die AHV zu retten ist und bisher offenbar dafür kein Geld vorhanden war. Da tauchen Fragen auf....
  • Eidi 09.06.2020 07:10
    Highlight Highlight «Wer ‹Corona-Held› ist und wer nicht, ist jetzt unwichtig. Wir sollten die richtigen Schlüsse und Lehren aus der Krise ziehen, statt ‹hinten herum› zu kritisieren.»
    Amen.
  • namib 09.06.2020 07:07
    Highlight Highlight Ob ich als Wissenschaftler modellbasierte Warnbriefe schreibe oder als Exekutivpolitiker/Behördenvertreter das Land in einen Lockdown führen muss, sind zwei Paar Schuhe. Der Streit ist lächerlich. Salathé und Althaus haben eine ganz andere Position in Sachen Verantwortung und argumentieren deshalb auch anders.
    Es spricht vieles dafür, das Krisenmanagement zu prüfen, um daraus Lehren zu ziehen. Schuldzuweisungen und Profilierungsgehabe sind aber fehl am Platz.
  • iFrodo 09.06.2020 07:07
    Highlight Highlight Ich finde es gut, dass die ganze Krise nun von der GPK aufgearbeitet wird. Sowas sollte immer vorkommen, um die richtigen Lehren daraus zu ziehen.

    Aber der Streit und das Nachtreten der Herren Salathé und Althaus empfinde ich je länger je mehr als kindliches "Täubele".
  • HugiHans 09.06.2020 07:05
    Highlight Highlight Zitat: «Wer ‹Corona-Held› ist und wer nicht, ist jetzt unwichtig. Wir sollten die richtigen Schlüsse und Lehren aus der Krise ziehen, statt ‹hinten herum› zu kritisieren.»

    Danke, und nur darum ist die GPK nötig! Und diese soll sofort tätig werden. Den beim aktuellen Verhalten eines Teils der Bevölkerung, die ihre Spassgesellschaft ungezügelt ausleben will, ist die zweite Welle nicht weit. Dann brauchen wir die Erkenntnisse der ersten Welle.
    • Silent_Revolution 09.06.2020 10:00
      Highlight Highlight Wenn für jedes Mal, als ein "Experte" eine zweite Welle vorausgesagt hat, eine Person mit Covid-19 infiziert worden wäre, hätten wir jetzt Herdenimmunität.
    • HugiHans 09.06.2020 10:51
      Highlight Highlight @Silent_Revolution
      Dir ist schon bewusst, das global gesehen die Kurve der Neuinfektionen immer noch stark am ansteigen ist. Das heisst wir sind noch nicht mal auf dem Höhepunkt der ersten Welle.
      Es ist noch nicht mal bewiesen, das eine Immunität eintritt. Ich denke viele hier wähnen sich aktuell in einer trügerischen Sicherheit ...
    • Silent_Revolution 09.06.2020 12:06
      Highlight Highlight Bei unterschiedlichsten Zählweisen und Testkapazitäten kann man statt Zahlen auch Legosteine präsentieren um irgendwelche hysteriegerechte Kurven zu präsentieren.

      Es ist noch nicht einmal bewiesen, dass ein anständiges Gesundheitssystem ohne Massnahmen kollabieren würde.

      Todgesparte Systeme in Spanien oder Italien, die sowieso schon x-Mal, auch im jetzigen Ausmass überlastet sind oder Todeszahlen aus New-York, wo viele nicht krankenversichert sind, sind da ein schlechter Ratgeber.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max Demian 09.06.2020 07:04
    Highlight Highlight Das BAG kam in dieser Krise in den Medien viel zu gut weg. Es hat den Lockdown unnötig verlängert.

    So wusste das BAG während 5 Wochen (seit Ende März), dass mehr als genug Tests zur Verfügung stehen, um mehr Infizierte zu identifizieren, Kontaktketten zu unterbrechen und der Bevölkerung Sicherheit zu geben. Aber das BAG hat 5 Wochen lang die restriktiven Testkriterien nicht angepasst und nur stark Erkrankte testen lassen. Z.B. wurden in Altersheimen mit Infizierten nicht alle Bewohner getestet, weil das BAG darauf beharrte die Tests seien kanpp. Das waren sie seit Ende März nicht.
    • Lioness 09.06.2020 09:05
      Highlight Highlight Es geht nicht nur um die Anzahl Tests. Zum Nachverfolgen braucht es Personal. Wenn es noch zu viele Neuansteckungen hat (mehr als 100/Tag), haben wir in der Schweiz einfach nicht genug Personal, um die Nachverfolgungen durchzuführen. Also musste für diesen Schritt erst die Neuinfiziertenrate sinken. Sobald dies der Fall war, ging man wieder über zum Contact tracing, wie das auch am Anfang der Fall war.
    • Max Demian 09.06.2020 09:44
      Highlight Highlight Spannend - wir haben nicht genug Personal, wenn mehr als 1 Menschen in Kurzarbeit sind und sich die Arbeitslosenzahl in Tagen um 10% erhöhte. Aber diese Frage ist gar nicht relevant. Sie sagen also, wenn man kein Contact Tracing machen kann, soll man gar nicht testen oder die Tests limitieren?

      Fakt ist, man hat viele Kranke nicht getestet, damit eine Weiterverbreitung ermöglicht, weniger Fakten für bessere und schnellere Entscheide geschaffen. Als das wäre wichtig gewesen. Und man wusste es zur Zeit der Krise, nicht erst im Nachhinein. Das BAG hat 5 Wochen gezaudert und gezögert.
  • Ohniznachtisbett 09.06.2020 06:56
    Highlight Highlight Im Nachhinein ist man immer schlauer. Untersuchen kann man, ob grobe Fehler in der Planung vorlagen. Und dort allenfalls systemische Anpassungen machen. Sonst haben sich ja eine Zeit lang die Ereignisse so überschlagen, dass es ein leichtes wäre jeden Schritt oder nicht-Schritt als Fehler zu sehen, das ist unnötig. Die Herren Salathé und Althaus haben für mich immer einen etwas besserwisserischen Eindruck gemacht, Verantwortung hatten sie jedoch nicht. Sie haben viel mit worst-case Szenarien um sich geworfen. Worst-case sollte man kennen, wichtiger ist aber der wahrscheinlichste Fall.
  • Töfflifahrer 09.06.2020 06:30
    Highlight Highlight Da muss ja was gewaltig am Ego des Herrn Althaus gekratzt haben. Auf Twitter wird als Beweis der Brief an BR Berset rumgereicht.
    Was bitte stimmt nicht mit diesen Leuten? Wir sind noch mitten drin in der Pandemie und ja alles muss aufgearbeitet werden. Aber alles zu seiner Zeit.
    Und wegen der Masken“Lüge“, wenn ich sehe wie Leute mit dem Tragen umgehen verstehe ich Koch. Zudem war es politisch wohl auch nicht klug die Kantone, die wegen der Masken in der Pflicht gewesen wären, allzu dämlich dastehen zu lassen. Es wusste ja jeder schnell, dass die Kantone am falschen Ort sparten.

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