Schweiz
Crans-Montana

Politik prüft schweizweites Feuerwerksverbot im Innern

Politik prüft schweizweites Feuerwerksverbot im Innern

16.01.2026, 18:4216.01.2026, 18:42

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana VS prüft die zuständige Ständeratskommission ein schweizweites Verbot von pyrotechnischen Gegenständen in Innenräumen. Entscheide dazu hat sie noch nicht getroffen.

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) hat die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk (Feuerwerksinitiative)» und den indirekten Gegenvorschlag beraten. Im Lichte der Brandtragödie im Mittelwallis mit Dutzenden Toten stellt sie ein Verbot weiterer pyrotechnischer Gegenstände und deren Gebrauch in öffentlich zugänglichen Innenräumen auf Bundesebene zur Diskussion, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten.

Ständerat diskutiert Vorlage voraussichtlich im Sommer

Wunderkerzen sind bislang nicht explizit Gegenstand des indirekten Gegenentwurfs. Der Nationalrat hatte die Vorlage vor der Katastrophe beraten. «Die WBK-S erachtet es als angezeigt, die im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe aufgeworfenen Fragen vertieft zu prüfen», hiess es in der Mitteilung.

Konkret wurde die Verwaltung damit beauftragt, verschiedene Aspekte sowie die Frage einer ergänzenden bundesrechtlichen Regelung solcher pyrotechnischer Gegenstände zu klären. Dabei solle auch geprüft werden, wie das Handeln der Kantone sinnvoll unterstützt werden könne, ohne deren Handlungsspielraum für adäquate und den lokalen Gegebenheiten angepasste Lösungen einzuschränken.

Die WBK-S betonte in der Mitteilung, dass die föderale Kompetenzordnung und die Subsidiarität gewahrt werden müssten. Die Verwaltung solle die Kantone bei der Erarbeitung von Lösungsansätzen einbeziehen. Ziel sei es, die Vorlage in der Sommersession in den Ständerat zu bringen.

Böller stehen zunehmend in der Kritik

In Ungnade gefallen sind Feuerwerke schon seit Längerem vor allem bei Tierschützern und -halterinnen. Umweltschützer kritisieren die Verschmutzung von Boden und Luft. Im Dezember hatte der Nationalrat einem schweizweiten Böllerverbot zugestimmt. Davon ausgenommen sein sollen Feuerwerkskörper, die «eine sehr geringe Gefahr darstellen und nur wenig Lärm verursachen» – also auch Wunderkerzen, welche die Brandkatastrophe in Crans-Montana mutmasslich ausgelöst hatten. (sda)

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Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana
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Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana

Am 9. Januar 2026 fand der nationale Gedenkanlass und Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

quelle: keystone / jean-christophe bott
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Pyrotechniker testet das Feuerwerk von Crans-Montana
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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Will-i-am
16.01.2026 19:58registriert Februar 2019
Landesweiter Verbot innen und aussen.
Mein Hund und ich haben es genossen dass sich die Mailänder dieses Jahr, bis auf wenige knaller in Celerina daran gehalten haben.
Die Tiere im Wald bedanken sich auch.
Vor dem verbot hatte sich mein Hund im WC zitternd in die Ecke gedrückt.

Im Umweltzeitalter ist dieses nicht mehr zeitgemäss.
Geschweige wie die heutige Jugend und chaoten damit umgehen.

Jedes Jahr amputierte und tote.

zisch 10.- puff 20.- knall 50.- Boom 100.-
Wie sich geld in rauch auflöst.
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Klebeband
16.01.2026 19:47registriert Juli 2018
An alle, die hier gegen ein "unnötiges Verbot" wettern. Ist es für euch wirklich ein so grundlegendes Bedürfnis, Feuerwerk im Innern zu zünden, dass ihr darauf (selbst wenn es Leben retten würde) nicht verzichten wollt?
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