Schweiz
Crans-Montana

Crans-Montana: Notrufe der Brandnacht im Wallis veröffentlicht

KEYPIX - Flowers and candles are pictured in tribute to the victims after the fire at the "Le Constellation" bar and lounge, in Crans-Montana, Switzerland, Sunday, January 4, 2026. 40 person ...
Beim Brand in Crans-Montana VS gab es 40 Todesopfer und 116 Verletzte. Bild: KEYSTONE

«Das ist ein Kriegsgebiet»: Notrufe der Horror-Nacht in Crans-Montana veröffentlicht

30.01.2026, 11:3230.01.2026, 11:32

In der Neujahrsnacht gingen zwischen 1.30 und 3 Uhr insgesamt 171 Notrufe ein. France Télévisions veröffentlicht nun die Aufzeichnungen dieser Anrufe. Sie zeigen die Kommunikation zwischen der Leitstelle der Walliser Nothilfe, die die Krankenwagen koordinierte, und den Zeugen und Direktbetroffenen des Unglücks.

Der erste Notruf in der Silvesternacht ging um 1.29 Uhr bei der Notrufzentrale 144 ein:

«Feuer, Feuer, Constellation, Crans Montana.»

Die Person am anderen Ende der Leitung fragt: «Was ist das? Ein Hotel?» Nur kurze Zeit später folgt der nächste Anruf, der deutlich macht, was sich gerade in Crans-Montana ereignet hat:

«Es hat eine Explosion im Constellation in Crans-Montana gegeben. Ich mache mir grosse Sorgen. Polizei und Rettungsdienste müssen geschickt werden. Ich glaube, es gibt viele Verletzte.»

Es dauert nicht lange, bis sich ein Direktbetroffener meldet, während im Hintergrund panische Schreie zu hören sind.

«Ich bin verbrannt, bitte helfen Sie mir.»

Der Disponent antwortet ihm: «Wir sind bereits informiert, alles ist unterwegs.» Das Ausmass der Katastrophe ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Dann erfolgt ein weiterer Anruf:

«Es gibt sehr viele Verletzte, überall ist Blut. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen.»

Erste Krankenwagen treffen in Crans-Montana ein, später auch Rettungshelikopter. Gleichzeitig häufen sich die Anrufe in der Notrufzentrale. Mehrere Zeugen berichten, dass die Mittel nicht ausreichen. Helfer vor Ort übernehmen selbst die Erstversorgung. Eine Frau fragt:

«Was muss man tun, wenn jemand verbrannt ist?»

Darauf antwortet ein Rettungssanitäter:

«Man muss kühlen, die Kleidung entfernen, mit Wasser.»

Eine weitere Frau am Telefon, die gerade einem Verletzten hilft, sagt:

«Ich habe einen Schwerverbrannten in meinem Auto. Ich möchte wissen, wohin ich fahren soll.»

Die Lage bleibt immer noch unklar. Ein Rettungssanitäter fragt:

«Sind wir sicher, dass es kein Anschlag ist?»

Der Kollege antwortet:

«Wir lösen das Grossereignis aus. Ich räume die Notaufnahme.»

Es wird deutlich, dass psychologische Betreuung nötig ist. Ein Helfer sagt:

«Sind die Notfallpsychologen alarmiert? Dann müssen alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden. Das ist ein Kriegsgebiet, das sage ich ganz offen.»

(fak)

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Die beliebtesten Kommentare
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7immi
30.01.2026 13:25registriert April 2014
Schon krass... so schlampig die Inspektionen, Umbauarbeiten und was auch immer durchgeführt wurden und so fahrlässig das alles war, hat der Rest perfekt funktioniert. Es gibt wohl nur wenige Länder, in denen 100+ gleichzeitig anfallende Schwerverletzte so schnell sicher transportiert, versorgt und verlegt werden. Dank dem sehr gut ausgebauten Blaulichtsystem in der Schweiz konnte noch Schlimmeres verhindert werden.
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