Er wurde von den Morettis beschuldigt – jetzt bricht der Koch sein Schweigen
Sie steht im Mittelpunkt der Ermittlungen zum Brand in Crans-Montana. Eine vom Ehepaar Moretti als «Seiteneingang» bezeichnete Tür im Erdgeschoss des« Constellation» war in der Nacht des Unglücks von innen verschlossen.
In Begleitung von Angehörigen war es Jacques Moretti, der sie bei seiner Ankunft am Tatort öffnete. Hinter ihr fand er mehrere leblose Körper, darunter den von Cyane P., einer Kellnerin, die er als seine «Stieftochter» bezeichnet.
Was die Verantwortung für diese verschlossene Tür angeht, haben die beiden Geschäftsführer einen Schuldigen gefunden: Den Ermittlern gegenüber gaben sie an, dass es ein Saisonarbeiter gewesen sei, der Eiswürfel gebracht habe und die Tür verschlossen habe.
💬«Je n’ai pas fermé une porte déjà fermée !»
— Le Parisien (@le_Parisien) January 26, 2026
Après le drame dans la station suisse, une sortie annexe du Constellation avait été découverte verrouillée.
Les gérants ont pointé la responsabilité de cet employé.
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Die Morettis versicherten, dass sie die Anweisung gegeben hätten, diesen Ausgang immer offen zu lassen.
Die Überwachungskameras «funktionierten»
Die Zeitung Le Parisien hat die Spur des beschuldigten Mitarbeiters gefunden. Er wird als Koch vorgestellt, der in einem anderen Restaurant des Paares arbeitet.
In der Silvesternacht wurde er gebeten, Eiswürfel ins «Constellation» zu bringen. Er gibt an, «30 Sekunden vor Beginn des Feuerwerks» gegangen zu sein.
Der Franzose weist die Anschuldigungen der Morettis, von denen er bisher keine Kenntnis hatte, entschieden zurück. Er erzählt «Le Parisien», dass man ihn während des Vorfalls gebeten habe, durch «eine Tür auf der Barseite» hinauszugehen, deren «Riegel» er jedoch nicht öffnen konnte.
Der Koch führt als Beweis die Überwachungskameras an, die zu diesem Zeitpunkt «funktionierten».
Er ist nicht auf der Flucht
Nach dem Drama kehrte der junge Mann nach Frankreich zurück. Er bestreitet jedoch, geflohen zu sein, was ihm auch Jacques Moretti vorwirft.
Trotz ihrer Anschuldigungen verurteilt der Koch seine ehemaligen Arbeitgeber nicht. «Niemand hätte so etwas ahnen oder vorhersehen können», sagt er.
Ein «Notausgang»
Derzeit bleibt das Geheimnis um die kleine Tür im Erdgeschoss, auf die sich die Ermittler konzentrieren, also weiterhin ungelöst. Laut «Le Parisien» wurde sie inzwischen von der Walliser Kantonspolizei versiegelt.
Die französische Zeitung konnte ein Foto davon erwerben und offizielle Dokumente zu diesem Thema einsehen. Darin wird sie eindeutig als «Notausgang» definiert. (jzs)
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