Schweiz
Crans-Montana

Anwaltskammern verurteilen Angriffe auf Anwälte der Morettis

The owners of "Le Constellation" bar in Crans-Montana, Jacques, 2nd left, and Jessica Moretti, 2nd right, of France, arrive with their lawyers, Patrick Michod, left, and Nicola Meier, right, ...
Die Morettis und ihr Anwalt Patrick Michod auf dem Weg zu einer Anhörung.Bild: keystone

Anwaltskammern verurteilen Angriffe auf Anwälte der Morettis

13.02.2026, 19:0413.02.2026, 19:04

Die Präsidenten der Anwaltskammern der Kantone Wallis, Waadt und Genf haben am Freitag die Angriffe auf die Anwälte von Jacques und Jessica Moretti, den Besitzern der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS, verurteilt. Ihre Reaktion erfolgte einen Tag nach einer sehr angespannten Anhörung des Ehepaars.

In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung verurteilen die drei Anwaltskammern «mit grösster Entschiedenheit die verbalen und körperlichen Angriffe sowie die Drohungen, denen die Strafverteidiger ausgesetzt waren».

Als Vorsitzende der Anwaltskammern «ist es unsere Pflicht, daran zu erinnern, dass die Zeit der Justiz nicht die Zeit der Medien ist und dass die Aufgabe der Anwälte darin besteht, jede der Parteien zu vertreten, um ein faires Verfahren zu gewährleisten», heisst es in der Erklärung.

Die Präsidenten der Anwaltskammern verweisen auf das «angespannte Klima», in dem das Verfahren um die Brandkatastrophe von Crans-Montana stattfinde. Dieses sei durch eine «besonders intensive Medienberichterstattung» gekennzeichnet, an der sich einige Anwälte manchmal unter Verstoss gegen die Gepflogenheiten des Berufsstandes beteiligten. Die Anwaltskammen rufen zur Zurückhaltung auf. (sda)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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emptynetter
13.02.2026 19:28registriert April 2014
Ich möchte die Morettis nicht in Schutz nehmen, die sind bestimmt nicht 'sauber'. Aber wie die nun öffentlich angegangen werden, geht gar nicht. Sogar sie haben ein Recht auf faire Behandlung. Man sollte auch mal die Rolle der Opferanwälte hinterfragen, welche dank ihrem Akteneinsichtsrecht fast zeitecht vertrauliche Aussagen der Morettis vor der Staatsanwaltschaft an die Medien weitergeben und so den medialen Druck aufrechterhalten. Wohl im Wissen, dass am Ende des Verfahrens gegen die Morettis halt nicht mehr viel strafrechtlich relevantes übrig bleibt.
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Thomas Meister
13.02.2026 21:12registriert April 2019
Absolut. Immer wieder sehe ich die Mutter welche wohl schon die eine oder andere "Schöhnheits"Operation hatte in den Medien. Geht es ihr um ihren Sohn? Trauer, Wut, Ratlosigkeit sind absolut verständlich. Sie aber betreibt eine Hexenjagd. Ist das der richtige Weg? Ihr Sohn kommt dadurch nicht zurück. Er bleibt ein Opfer. Die Morettis haben ihn nicht umgebracht. Klar haben auch die Fehler gemacht aber sie haben ihren Sohn nicht angezündet und verbrennen lassen. Was passierte ist unbeschreiblich, so viel Leid. Aber das wollte wohl niemand.
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Orfeo
13.02.2026 19:15registriert August 2017
Bei einem solchen Verfahren als Beschuldigte zu Fuss und ohne genügend Sicherheitsleute oder Polizei zur Anhörung gelangen zu müssen, ist an Unprofessionalität kaum zu überbieten.
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