Schweiz
Digital

761 Personen von Datenklau bei Basler Bildungsserver direkt betroffen

Nach Datenklau bei Basler Bildungsserver: So viele Personen sind «direkt betroffen»

25.05.2023, 13:4025.05.2023, 14:09
Mehr «Schweiz»
Hacker vor Laptop.
Unter den Direktbetroffenen befinden sich laut Mitteilung 224 Schülerinnen und Schüler, 195 Lehrpersonen sowie 342 Mitarbeitende der Verwaltung (Symbolbild).Bild: Shutterstock

Vom Datendiebstahl beim Basler Erziehungsdepartement (ED) sind 761 Personen direkt betroffen. Dies teilte das ED am Donnerstag nach einer Analyse der von den Hackern im Darknet zugänglich gemachten Dateien mit.

«Insgesamt 761 Personen sind nach aktuellem Stand des Wissens direkt vom Diebstahl von persönlichen Dateien und der Publikation im Darknet betroffen. Darunter befinden sich Lehr- und Fachpersonen, Lernende, Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeitende der Verwaltung.»
quelle: ed.bs.ch

Von den 761 Personen wurden Dateien «mit potenziell sensiblem persönlichen Inhalt» gestohlen und publiziert, wie es in der Mitteilung heisst. Von weiteren 372 Personen seien lediglich unpersönliche Standarddateien publiziert worden, die keine sensiblen Inhalte hätten.

Insgesamt sind im gehackten Netzwerk eduBS über 30'000 Nutzerinnen und Nutzer registriert, wie das Bildungsdepartement schreibt. Von der Cyberattacke sind demnach rund 3 Prozent direkt betroffen. Eine Gruppe von Cyberkriminellen hat von insgesamt 1133 Accounts des Bildungsservers Dateien gestohlen und ins Darknet gestellt.

Die Vorgeschichte

Was hat die Prüfung der geleakten Daten ergeben?

Die Abteilung Digitalisierung und Informatik des ED analysierte die Datenverzeichnisse. Diese geben Aufschluss über die Besitzerinnen und Besitzer der Daten und über die Dateinamen, nicht aber über die Inhalte. Aus Datenschutzgründen seien diese nicht geprüft worden.

Die im Darknet verfügbaren Dateien können Angaben zu Drittpersonen enthalten. Dies könnten eine Adressliste einer Schulklasse sein. In diesem Fall sei die betroffene Lehrperson identifiziert worden, die diese Liste abgespeichert hat, nicht aber die aufgelisteten Schülerinnen und Schüler.

Die Informatik-Abteilung habe die betroffenen User persönlich kontaktiert und sie um Unterstützung bei der Identifizierung von indirekt betroffenen Personen gebeten.

Zudem haben die 30'000 Nutzerinnen und Nutzer der Bildungs-Plattform die Möglichkeit, per E-Mail einen Selbstcheck zu machen. Sie sollen dann eine Antwort erhalten, ob sie vom Datendiebstahl betroffen sind.

Die Ransomware-Band Bianlian hatte im Januar 2023 einen Hackerangriff auf einen Computer im Netzwerk des Erziehungsdepartements verübt. Dies mit dem Ziel, unter Androhung der Datenpublikation im Darknet Geld zu erpressen.

Das ED ging gemäss eigenen Angaben nicht auf den Erpressungsversuch ein. Vor wenigen Wochen tauchten Links zu den gestohlenen Dateien im Darknet auf – auf der Leak-Site der mutmasslich verantwortlichen Ransomware-Bande.

Quellen

(oee/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
1 / 17
So läuft eine Ransomware-Attacke ab
2021 machte watson publik, dass die am Genfersee gelegene Waadtländer Gemeinde Rolle von einem massiven Daten-Leak betroffen war – die Folge einer Ransomware-Attacke. In dieser Bildstrecke erfährst du, wie ein solcher Hackerangriff abläuft. Die wenigsten Leute wissen, was kriminelle Eindringlinge in fremden IT-Systemen so alles treiben.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Aus dem SRF-Archiv: Skilager anno 1998
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Monster-Saläre von Chefärzten treiben Prämien in die Höhe – das sind die Sonntagsnews
Ein Brief von Bundespräsidentin Viola Amherd nach Moskau, Spitzensaläre von Chefärzten in Schweizer Spitälern und die Reinheit von Mineralwasser in Petflaschen: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

Bundespräsidentin Viola Amherd hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen Wiederwahl im März einen Brief geschrieben. «Der Brief ist kein Gratulationsschreiben», sagte ein Sprecher des Verteidigungsdepartements dem «SonntagsBlick». Der Brief sei vielmehr eine «Aufforderung zum Dialog in schwierigen Zeiten.» Amherd erkläre im Text die Position der Schweiz, wonach die Achtung des Völkerrechts und der Menschenrechte und die in der Uno-Charta verankerten universellen Grundsätze Kompass für das Streben nach Frieden und Wohlstand sein müssten. Der Brief enthält auch Beileidskundgebungen für die Opfer des Terroranschlages in Moskau am 22. März und für die Opfer der Überschwemmungen in mehrere Regionen von Russland. Auf dem Bürgenstock soll Mitte Juni die Ukraine-Friedenskonferenz stattfinden. Russland wird nach eigenen Angaben nicht dabei sein.

Zur Story