Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUM 1. JAHRESTAG DER WAHL VON VIOLA AMHERD UND KARIN KELLER-SUTTER IN DEN BUNDESRAT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -Viola Amherd erklaert Annahme der Wahl zum 118. Mitglied des Bundesrates waehred der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung, am Mittwoch, 5. Dezember 2018 im Nationalratssaal in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundesrätin Viola Amherd telefoniert vorzugsweise mit ihrem iPhone. Bild: KEYSTONE

Bundesrätin Amherd telefoniert nicht verschlüsselt – Experte sieht Abhörgefahr

In der SRF-Sondersendung «YouNews» vom Freitagabend sagte die Verteidigungsministerin, sie telefoniere im Bundeshaus fast nur mit ihrem iPhone. Ein Experte der ETH geht davon aus, dass sie abgehört wird.



«Apropos Handy: Was haben Sie für ein Handy?» Diese Frage stellte ein Jugendlicher in einer Sondersendung von 10vor10 am Freitag Abend der Verteidigungsministerin Viola Amherd. «Ein iPhone, ein ganz normales iPhone», antwortete Amherd. Im Bundeshaus telefoniere sie fast ausschliesslich damit. Ein abhörsicheres Gerät, das allen Mitgliedern des Bundesrates zur Verfügung stehe, habe sie noch nie benutzt.

Dass Amherd das abhörsichere Gerät nicht benutzt, erstaunt Ueli Maurer, Professor Informationssicherheit an der ETH Zürich. «Ich würde schon erwarten, dass Bundesräte mit solch einem Gerät kommunizieren», sagt er gegenüber SRF. Die Gefahr von Abhörung ist gemäss dem Experten real. «Geheimdienste, allen voran die NSA, beschaffen systematisch alle Information, die sie können».

Die Kommunikation über ein normales Handy sei davor nicht geschützt. Er geht davon aus, dass demnach auch Amherd von der NSA abgehört wird. Doch seien nicht alle Gespräche so kritisch, dass sie die NSA nicht wissen dürfte.

Verteidigungsdepartement relativiert

In den SRF-Kommentarspalten als auch auf Twitter kritisierten einige Nutzer die Verteidigungsministerin für ihren Handygebrauch. Viele nahmen es aber auch mit Humor, beziehungsweise nutzten die Debatte für einen Seitenhieb an die Bundesrätin aus dem Wallis. «Naja, solange Sie in Walliserdeutsch telefoniert, ist sie definitiv abhörsicher», lautete etwa ein Kommentar.

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sah sich aber gezwungen, auf einen Tweet der Piratenpartei beider Basel zu antworten. Die Partei schrieb, sogar sie würden höhere Sicherheitsstandards verwenden. «Geheime und vertrauliche Information bespricht Viola Amherd auch nicht via Telefon, sondern in Sitzungen und bilateralen Gesprächen». Die Handys würden während den Gesprächen in Safes, sogenannte NoiseBox, gesperrt, teilte das VBS den Piraten auf Twitter mit.

Angela Merkel wurde von NSA abgehört

Dass hochrangige Politiker durch den US-Amerikanischen Geheimdienst NSA abgehört werden, ist kein Geheimnis. 2013 wurde publik, dass das Handy der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von der NSA überwacht wurde. (gb / ch media)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Im Bundeshaus am Tag der Bundesratswahlen

Viola Amherd äussert sich zur Kampfjet-Beschaffung

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

25 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Ökonometriker
18.01.2020 18:04registriert January 2017
Muss jetzt echt ein politischer Aktivist mal mit einem IMSI-Catcher spazieren gehen und die Gespräche der Politiker veröffentlichen, damit diese alten Leute glauben, dass es möglich ist?
1617
Melden
Zum Kommentar
Scaros_2
18.01.2020 18:00registriert June 2015
Es tut einfach im Kopf weh, so was zu lesen.
13011
Melden
Zum Kommentar
Samurai Gra
18.01.2020 17:56registriert June 2016
War klar das der Walliserditsch Witz kommt😂
1206
Melden
Zum Kommentar
25

4 Infografiken zur SwissCovid-App, die die harte Realität zeigen

Eine aktuelle repräsentative Studie zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung bei der Corona-Warn-App gespalten ist: Mehr als die Hälfte will sie nicht nutzen. Aus Unwissenheit, Angst – oder anderen Gründen?

Die Corona-Warn-App des Bundes ist seit dem 25. Juni offiziell verfügbar. Doch die Akzeptanz in der Schweizer Bevölkerung ist tief, wie eine repräsentative Befragung des Online-Vergleichsportals comparis.ch zeigt. Zwar hat die SwissCovid-App mittlerweile über eine Million aktive User. Doch eine Mehrheit der Smartphone-Besitzer will sie nicht installieren.

Digital-Experte Jean-Claude Frick schreibt:

«Das zeigt, dass sich viele Handynutzer nicht bewusst sind, wo die wirklichen Gefahren liegen», …

Artikel lesen
Link zum Artikel