So stark unterscheiden sich die digitalen Kompetenzen der Menschen in der Schweiz
Die digitale Teilhabe in der Schweiz ist im internationalen Vergleich zwar hoch. Doch innerhalb des Landes bestehen grosse Unterschiede.
Warum ist das wichtig?
Es sei wichtig, dass die gesamte Bevölkerung Zugang zu digitalen Anwendungen habe und wisse, wie sie diese nutzen könne, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS). Es spricht in diesem Zusammenhang von digitaler Teilhabe oder E-Inklusion. Dies bedeutet, dass alle Menschen Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien haben und in der Lage sind, diese bei Bedarf effizient zu nutzen.
Was läuft gut, wo bestehen Probleme?
Im Vergleich mit der EU sei die Schweiz gut aufgestellt. So liege die Schweiz in den Bereichen Internetzugang, digitale Kompetenzen und Nutzung von Online-Diensten über dem EU-Durchschnitt. Doch sie belege nie den ersten Platz.
Bedenklich: Ältere Menschen und Personen mit tieferem Bildungsstand haben hierzulande das Nachsehen. Insbesondere Kompetenzen und Nutzung von E-Banking oder Künstlicher Intelligenz seien betroffen, schreibt das BFS in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht (siehe Quellen).
Grosse Unterschiede innerhalb der Bevölkerung zeigten sich bei den digitalen Kompetenzen. Bei älteren Menschen, aber vor allem bei Personen ohne «nachobligatorische» Ausbildung und in Berufen mit dem tiefsten Qualifikationsniveau, sei das Risiko am grössten, wegen fehlender Kompetenzen von der digitalen Teilhabe ausgeschlossen zu sein.
Eine nachobligatorische Ausbildung bezeichnet jede schulische oder berufliche Ausbildung, die nach Ende der gesetzlichen Schulpflicht absolviert wird. Sie entspricht der sogenannten Sekundarstufe II im hiesigen Bildungssystem.
Frauen schneiden schlechter ab
Zwar verfügten vergangenes Jahr über drei Viertel der 16- bis 74-Jährigen über mindestens grundlegende Fähigkeiten, doch bei den über 60-Jährigen sowie bei Personen ohne nachobligatorische Ausbildung und bei Frauen war dieser Anteil deutlich tiefer, wie es weiter heisst.
Die Kluft setze sich bei der Nutzung von Online-Diensten fort. Während 2025 insgesamt 81 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 88 Jahren E-Banking nutzten, waren es bei den über 60-Jährigen nur 62 Prozent.
Noch grösser sei der Unterschied bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI). Von den 15- bis 29-Jährigen nutzten laut BFS drei Viertel dieses Werkzeug, bei den über 60-Jährigen lediglich 15 Prozent. Männer brauchen generative KI zudem häufiger als Frauen (47 gegenüber 40 Prozent).
Bei Personen mit höherer Berufsbildung oder Hochschulbildung, einem sogenannten Tertiärabschluss, liege der Anteil bei mehr als der Hälfte, bei jenen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II bei 30 Prozent und bei jenen ohne sogenannte «nachobligatorische» Ausbildung bei 17 Prozent.
Im Jahr 2025 hatten 99 Prozent der Haushalte in der Schweiz einen Internet-Anschluss. 92 Prozent der Menschen nutzten das Internet täglich oder fast täglich.
Bei einer Liste von Internet-Aktivitäten wurden zunächst mehrere Kompetenzbereiche definiert:
• Informations- und Datenkompetenzen,
• Kommunikation und Zusammenarbeit,
• Problemlösung,
• Erstellung von Inhalten,
• Sicherheit.
In jedem der Bereiche gebe es mehrere Kompetenzniveaus. Die Ergebnisse dieser Bereiche werden nach sozialwissenschaftlicher Methode rechnerisch zusammengefasst.
Aus den gewonnenen Kennzahlen lassen sich die allgemeinen digitalen Kompetenzen der Bevölkerung ermitteln. Diese sind in drei Niveau-Stufen gegliedert: «tiefe», «grundlegende» oder «mehr als grundlegende» Kompetenzen.
Bei der angewandten Methode gehe man davon aus, dass Personen, die eine Aktivität ausführen, über die nötigen Kompetenzen dazu verfügen, so das BFS.
Quellen
- bfs.admin.ch: Digitale Inklusion in der Schweiz
- bfs.admin.ch: Digitale Kompetenzen
(dsc/sda)
