Schweiz
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SVP-Nationalrat Alfred Heer: «Von mir aus kann man alle Drogen freigeben»

ARCHIVE --- DAS AREAL DES EHEMALIGEN BAHNHOF LETTEN, MITTEN IN DER STADT ZUERICH, AUF DEM SICH DIE GROESSTE OFFENE DROGENSZENE EUROPAS EINGERICHTET HATTE, WURDE VOR 20 JAHREN, AM 14. FEBRUAR 1995, VON DER POLIZEI GERAEUMT UND GESCHLOSSEN. DAZU STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFÜGUNG --- The drug scene at the the old train station Letten in Zurich, Switzerland, pictured in August 1994. At peak times over a thousand drug abusers frequented the Letten, the successor of the open drug scene at the Platzspitz park. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) 

Die Drogenszene am ehemaligen Bahnhof Letten in Zuerich, aufgenommen im August 1994. Der Letten, Nachfolger der offenen Szene auf dem Platzspitzareal, wurde in Spitzenzeiten von ueber tausend Drogenkonsumenten frequentiert. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Umdenken in der Drogenpolitik: Das Areal des ehemaligen Bahnhof Letten mitten in Zürich wurde vor mehr als 20 Jahren, am 14. Februar 1995 von der Polizei geräumt und geschlossen.  
Bild: KEYSTONE

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Seit die Schweiz die kontrollierte Heroin-Abgabe eingeführt hat, ist die Zahl der Drogentoten von jährlich 419 in neunziger Jahre auf heute 120 gesunken. Das zeigen Recherchen der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Die Schweiz war mit ihrer Drogenpolitik weltweit Vorreiterin, doch diese Rolle verliert sie zunehmend – besonders, was die Legalisierung von Cannabis angeht. So können beispielsweise in Uruguay Konsumenten mit einem Cannabis-Ausweis in der Apotheke monatlich 40 Gramm beziehen. Auch einzelne Staaten in den USA oder Holland, Spanien und Portugal regeln den Cannabiskonsum liberaler. Unter anderem ist dort der Konsum straffrei.

«Beim Thema Heroin ist die Schweiz vorn mit dabei, doch im Umgang mit Cannabis stagniert die Schweizer Drogenpolitik.»

Felix Gutzwiler (FDP)

People look at cannabis plants during the first

Expo-Cannabis in Montevideo: Uruguay ist weltweiter Vorreiter der liberalen Cannabis-Politik. 
Bild: ANDRES STAPFF/REUTERS

Felix Gutzwiller, Zürcher FDP-Ständerat, hatte sich über Jahre für eine progressive Drogenpolitik stark gemacht und ist überzeugt: «Beim Thema Heroin ist die Schweiz vorn mit dabei, doch im Umgang mit Cannabis stagniert die Schweizer Drogenpolitik.» Nachdem das Parlament im Jahr 2003 eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes bachab schickte, seien die Fronten unverändert. «Dabei gibt es nur diesen Weg aus der Illegalität.»

ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN ZU DEN RUECKTRITTEN VON NATIONAL- UND STAENDERAETEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSEITE

Felix Gutzwiler (FDP): Nur ein Weg aus der Illegalität.
Bild: KEYSTONE

Gleich sieht es Alfred Heer, Zürcher SVP-Nationalrat, der lange gegen jegliche Liberalisierung gewesen war. «Von mir aus könnte man alle Drogen freigeben. Konsequenterweise müssten die Konsumenten dann aber für die gesundheitlichen Folgen selbst aufkommen und nicht der Staat», sagt Heer.

Nationalrat Alfred Heer, Praesident der SVP Kanton Zuerich, spricht an einer Medienkonferenz in Zuerich am Donnerstag, 8. Januar 2015. Die SVP des Kanton Zuerich hat heute zur Kinder- und Erwachsenenschutzbehoerde (KESB) Stellung genommen. Sie kritisiert die Behoerde als Stasibehoerde

Alfred Heer (SVP): Liberalisierung ja, Solidarität nein.
Bild: KEYSTONE

Bis es so weit ist, wird es wohl dauern. Es fehle der Druck, sagt Frank Zobel von SuchtSchweiz. «Die Bilder der offenen Drogenszene haben damals alle wachgerüttelt. Es ging um Leben oder Tod», die Legalisierung von Cannabis sei mehr eine Gesellschaftsfrage. (schweiz am sonntag/wst)

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Von Quartierbahnhof über Drogenhölle zu Hipstermeile: Der Letten in Vorher-nachher-Bildern

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    Alle Leser-Kommentare
  • trio 08.11.2015 19:48
    Highlight Highlight Wie stellt sich Alfred Heer das mit den Gesundheitskosten selber übernehmen vor? Das ist wieder so eine Furzidee, hinten und vorne nicht zu Ende gedacht...
  • TanookiStormtrooper 08.11.2015 19:46
    Highlight Highlight Die Canabis Legalisierung könnte gerade für den Tourismus eine Goldgrube sein. Die Schweiz ist Teuer? Scheissegal da kann man kiffen! Der Staat bekommt einen schönen Batzen von den Steuereinnahmen, die Bauern haben was anzubauen und der Kunde musst sich nicht Ware aus zwielichtiger Herkunft konsumieren. Den Dealer interesierts nicht ob das Zeug mit Schwermetallen belastet oder in einem Schimmligen Keller gezüchtet wird. Zu guter letzt steigt auch die Kriminalität nicht an. Die Schweiz wäre eine Insel der Glückseligen (mit gelegentlichem Kifferhunger).
    • Mafi 08.11.2015 20:14
      Highlight Highlight Ausserdem werden keine gestreckten Drogen umhergehen, da es Qualitäts-kontrollen geben könnte.
  • atomschlaf 08.11.2015 18:09
    Highlight Highlight Die Drogenprohibition funktioniert hinten und vorne nicht sichert hauptsächlich dem organisierten Verbrechen obszöne Gewinne.
    Es ist höchste Zeit, diesen Unsinn zu stoppen.
  • EvilBetty 08.11.2015 17:07
    Highlight Highlight Der Staat bezahlt meine Krankenkasse? Geilo!
  • Angelo C. 08.11.2015 16:27
    Highlight Highlight Es wird wie beim Frauenstimmrecht ablaufen - wir werden als eines der letzten Länder das Cannabis legalisiert, die unübersehbare Lachnummer weltweiter Realos sein 😟!
  • Schuhmeister Flaig 08.11.2015 16:07
    Highlight Highlight Die Freigabe von Cannabis ist längst überfällig. Ich wünschte mir, dass progressive Kantone/Städte (z.B. Zürich, Genf oder Basel) das Kiffen im Alleingang legalisieren würden.
    • Luca Brasi 08.11.2015 16:35
      Highlight Highlight Auch im Hinblick darauf, dass sich einige Leute am illegalen Handel mit Drogen eine goldene Nase verdienen und unsere jungen Leute mit gestrecktem Zeug versorgen. Der Drogenhandel ist ein richtig schmutziges Geschäft.
    • Schuhmeister Flaig 08.11.2015 17:00
      Highlight Highlight @thotha: Es ist zu erwarten, dass die rückständigen
      Kantone ein Problem mit dem Liberalismus von Zürich, Genf, Basel usw. haben werden, aber wie lange wollen wir uns das Kiffen von diesen Hinterwäldlern noch verbieten lassen?
    • kurt3 08.11.2015 18:47
      Highlight Highlight @thota , Du meinst ,Einkaufstourismus mit Seitenwechsel könnte ein Problem sein ? Man hätte ja wenigstens die Möglichkeit , ein paar Mio zu Kompensieren .
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