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Crystal-Meth-Tüftler: Zuger «Walter White» streitet Vorwürfe weiter ab



A criminal expert shows Crystal  meth at the German federal police in Wiesbaden, Germany, Thursday, Nov.13, 2014. Authorities have seized 2.9 tons of a chemical used to produce crystal meth in an operation that brought 15 arrests in Germany and the Czech Republic, German police said Thursday. The chloroephedrine seized in the eastern German city of Leipzig last week could have been used to produce 2.3 tons of crystal meth with an estimated street value of 184 million euros (US $230 million), the Federal Criminal Police Office said.  (AP Photo/Michael Probst)

Crystal-Meth-Prozess im Kanton Zug. Bild: AP/AP

Der beschuldigte Crystal-Meth-Tüftler bleibt dabei: Sein selbstgebasteltes Chemielabor in seiner Wohnung in Oberägeri war kein Drogenlabor. Zudem betonte er am Montag vor dem Zuger Obergericht immer wieder: Er sei bei der Einvernahme unter enormem Druck gestanden, darum entsprächen viele seiner gemachten Aussagen nicht der Wahrheit. Auch seien bei der Übersetzung und der Protokollierung viele Fehler entstanden.

Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung habe er kaum ein Wort Deutsch gesprochen und verstanden, sagte der Beschuldigte, der norwegischer Staatsangehöriger ist. Vor Gericht sprach er Englisch, die Fragen der Richter in Schriftsprache verstand er mehrheitlich.

Der Beschuldigte war nicht nur der Ansicht, seine Aussagen seien nicht richtig protokolliert worden, sie würden auch aus dem Kontext gegriffen und gegen ihn verwendet.

Er betonte immer wieder bereits Bekanntes und holte aus, was die Geduld des Richters zeitweise auf die Probe stellte: «Ausschweifende Selbstdarstellungen gehen im Gerichtssaal nicht. Sie brauchen lediglich meine Fragen zu beantworten.»

This image released by AMC shows Walter White, played by Bryan Cranston, next to the Winnebago he uses as a mobile meth lab in the pilot episode of

Walter White aus der Serie «Breaking Bad» – der Beschuldigte verneint, aus kommerziellen Gründen Drogen hergestellt zu haben . Bild: AP AMC

Der Beschuldigte habe anfänglich der Polizei angeboten, als Lockvogel Dealer ans Messer zu liefern. Als er aber gemerkt habe, dass die Polizei nicht mitspiele, habe er seine Aussagen geändert, sagte der Richter zum Beschuldigten.

Nur für den Eigenkonsum

Im Zentrum der Berufungsverhandlung stand die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, was der Beschuldigte vehement abstritt. Der Tüftler wiederholte, dass er anders vorgegangen wäre, wenn er mit dem gebastelten Labor hätte Geld verdienen wollen.

Dass er «eine geringfügige Menge» Methamphetamin herstellte, bestritt er nicht. Er sei aber davon ausgegangen, dass die Herstellung dieser Menge nicht strafbar sei. Er habe sich über die Rechtslage informiert.

«Es war ein Experiment», sagte der heute 43-Jährige. Er habe den Stoff aus wissenschaftlichem Interesse und zum Eigenkonsum produziert. «Es war kein Drogenlabor, es war für mich viel mehr eine Therapie in einer schwierigen Lebenssituation.»

«Sie pushte mich»

Heute wohnt der Beschuldigte mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Kind in einer Wohnung in Oberägeri, lebt von der Sozialhilfe und absolviert derzeit an der Universität ein Chemie-Studium. Solange das juristische Verfahren laufe, könne er keine bezahlte Arbeit suchen, sagte er.

Die Beziehung zur Mitbeschuldigten, einer 42-jährigen Thailänderin, brach er komplett ab. Sie assistierte ihm damals im selbstgebastelten Labor. «Sie pushte mich in eine Richtung, die mir nicht gut tat», sagte er. Sie sei in der Crystal-Meth-Szene involviert gewesen, habe viele Dealer gekannt. Im Gegensatz zu ihr habe er nie kommerzielle Absichten gehabt, beteuerte er.

Die mutmassliche Gehilfin zeigte sich erneut sehr wortkarg. Sie blieb bei der erstinstanzlichen Aussage, der Beschuldigte habe ihr gesagt, er brauchte das Labor, um an Geld zu kommen und verneinte, ihn zu irgendetwas gedrängt zu haben. Er habe ihr vorgeschlagen, 30 Prozent des Endproduktes zu erhalten. (aeg/sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jMe 21.01.2020 05:56
    Highlight Highlight 🙏🏼 armer kerli, wie furchtbar! 😱
  • LaPalomaOhe 20.01.2020 20:59
    Highlight Highlight Ich weiß nicht, bei Crystal hört der Spass auf, das ist ein Teufelszeug, und jeder weiß es.
  • Darkside 20.01.2020 19:55
    Highlight Highlight Der Typ kocht eine der übelsten Drogen die es gibt in seinem eigenen Labor, wird erwischt und wir finanzieren ihm noch das Leben und ein Chemiestudium? Finde nur ich das fragwürdig? 🤔
  • El Vals del Obrero 20.01.2020 17:31
    Highlight Highlight Wie, man mit der Sozialhilfe ein Studium absolvieren? Dachte immer, dann darf man nichts machen.

    Ich bin ja schön blöd, dass ich neben dem Studium arbeite und sich dafür erst noch anhören muss ein "Bummelstudent" zu sein.
  • Hausmeister krause 20.01.2020 16:10
    Highlight Highlight Man läßt ein hobby-walther an der uni chemie studieren? 😂😂
    • Team Insomnia 21.01.2020 05:40
      Highlight Highlight De Füdliblutti Wahnsinn😂👍
    • NotWhatYouExpect 21.01.2020 09:26
      Highlight Highlight Nuja anscheinend hat er ja Potenzial in diesem Bereich ;)
  • Klangtherapie 20.01.2020 13:59
    Highlight Highlight Da hatte einer eine "tolle Idee" offenbar Familie und Studium leicht zu finanzieren, und dann ist es halt in die Hose gegangen.
    War nur ein Experiment🤷‍♀️
    • Pisti 20.01.2020 20:18
      Highlight Highlight Naja der Typ war Investmentbanker so viel ich weiss.
      Da verdient man wohl mit bedeutend weniger Risiko viel mehr Geld, als mit Meth kochen.
  • En Espresso bitte 20.01.2020 13:45
    Highlight Highlight Meth-Produzent, der Chemie studiert. Genau mein Humor.
    • Hardy18 20.01.2020 21:18
      Highlight Highlight 😏

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