Schweiz
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ZUR ABSTIMMUNG UEBER DIE ECOPOP-INITIATIVE VOM SONNTAG, 30. NOVEMBER 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Andre Welti, Verein Ecopop, aufgenommen in Zuerich am Donnerstag, 25. September 2014. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Erfüllt die Forderungen von Ecopop selber nicht: der Präsident des Initiativkomitees, André Welti. Bild: KEYSTONE

Sein und Schein

Zersiedelung trotz Initiative: Noch ein Häuschen für den Ecopop-Chef

André Welti, Präsident des Ecopop-Initiativkomitees, reagiert harsch auf Kritik an seinem Grundbesitz. Und verrät dabei, dass er noch viel mehr Land besitzt. Und dort Leute ansiedelt.  



Es ist bekannt, dass die Ecopop-Initianten es mit dem Landverbrauch und dem Kinderkriegen selbst nicht so eng sehen, wie man aufgrund ihrer Initiative vermuten könnte. Vergangene Woche berichtete watson über den Grundbesitz und den Kinderreichtum einiger der Ecopop-Vorreiter, was diesen nicht gefiel und harsche Kritik am Artikel auslöste. 

Im Rahmen einer kritischen Rückmeldung per Mail kündigte Welti gegenüber watson an, auf einem weiteren Grundstück, das er besitze, ein Bauverbot zu erlassen. Das Grundstück liegt in Trüllikon (ZH) und ist nach Auskunft des Grundbuchamtes 2241m²  gross. Welti hatte das Grundstück vor 2011 erworben und bald darauf gerodet. Wie ein Vergleich von Satelliten-Bildern zeigt, standen auf dem Grundstück hinter dem Haus eine grössere Anzahl Bäume.  

Bild

Satelliten-Bilder von Ecopop-Präsident Weltis Grundstück in Trüllikon. Die Bilder von vor 2011 zeigen einen Baumbestand.  Nokia

Auf den aktuellen Satellitenbildern von Google aus dem Jahr 2014 sind die Bäume nicht mehr zu sehen, dafür ein kleiner Zubau:  

Bild

Grundstück von Ecopop-Präsident Welti in Trüllikon (ZH): heute ohne Bäume. google maps

Gemäss Auskünften von Nachbarn sind die Bäume unter Weltis Ägide gefällt worden. Der Grund dafür ist nicht bekannt. 2011 gab Welti zudem ein Bauprojekt auf dem Grundstück ein. Es handelt sich dabei um den «Ausbau Ökonomie-Trakt», wie es in dem Baugesuch heisst. Im Klartext: Welti hat die denkmalgeschützte Scheune auf seinem Grundstück zu einem Wohnhaus umfunktionieren lassen. Nach Auskünften von Nachbarn hat Welti die Scheune einem jungen Paar verkauft, das nun auf dem Grundstück wohnt.  

Zusammen mit der vierköpfigen Familie im Haupthaus leben auf dem Grundstück also sechs Personen, die pro Kopf je 373,5m² Siedlungsfläche beanspruchen. Damit liegen die Bewohner von Weltis Grundstück über dem Zürcher Durchschnitt von 285m² beanspruchter Siedlungsfläche pro Kopf. Den Rest des Grundstücks will Welti nach eigenen Angaben mit einem Bauverbot belegen, wie er watson in seiner Reaktion auf den ursprünglichen Ecopop-Zersiedelungsartikel wissen liess. 

Welti selbst wollte sich gegenüber watson trotz mehrmaliger erneuter Versuche der Kontaktaufnahme nicht weiter zu seinem Grundstück in Trüllikon äussern.* 

*Korrektur: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels hiess es, Welti habe sich nicht zu seinem Grundstück in Trüllikon äussern wollen. Das ist falsch. Welti hat nach Publikation des Artikels per Mail Ausführungen zu seinem Grundstück nachgereicht. Wir geben die Ausführungen im Folgenden unverändert wieder: 

«Meine Liegenschaft, Diessenhoferstrasse 37 in Trüllikon umfasst rund 2'840 m2, Bauzone (Kernzone). Darauf steht ein jahrhundertealtes Weinbauernhaus, umfassend Wohnteil (60 %) und innerhalb derselben Mauern einen Oekonomieteil. Der Oekonomieteil ist geht gegen das Dorfzentrum zu, dem Wohnteil dorfauswärts folgt der sehr grosse überbaubare Garten und anschliessend offene Landschaft. 

Den Ökonomieteil habe ich verkauft. Darin hat nun der Käufer ein Einfamilienhaus gebaut, begleitet von der kantonalen Denkmalpflege. Es sieht sehr gut aus, keine wirklich sichtbare Änderung, keine neuen Fenster im damals luxuriös gebauten Ökonomieteil. Geschützte Teile im Innern bleiben erhalten. Mein Teil, Wohnhaus und überbaubarer Garten ist bei mir geblieben. Ich bin daran, den Garten und das Haus privatrechtlich und öffentlichrechtlich zu schützen. Bevor ich die Liegenschaft gekauft habe, war ein Bauprojekt mit 4 Einfamilienhäusern im Garten am Laufen.»

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sheimers 11.11.2014 11:45
    Highlight Highlight Welti hat verhindert, dass auf der grünen Wiese gebaut wurde. Er hat dafür gesorgt, dass in alten, bestehenden Gebäuden zusätzlicher Wohnraum für eine Familie entsteht. Auch wenn ich selbst gegen diese rassistische Initiative bin, so bin ich doch der Meinung, dass er mit seinem eigenen Grundstück genau das Richtige für Mensch und Umwelt getan hat: Massvoll verdichtet und die Natur geschützt.
  • Schneider Alex 09.11.2014 14:46
    Highlight Highlight ECOPOP-Initiative: Eine Initiative gegen den Dichtestress! (2)

    Tragisch ist, dass sich ein immer grösserer Teil der Wohnbevölkerung den Traum vom Eigenheim mit Umschwung abschminken kann, weil der Druck auf den Boden durch die Zuwanderung und zum kleineren Teil durch unseren Mehrbedarf an Siedlungsfläche pro Person zunimmt und die Raumplanung die Ausdehnung des Siedlungsgebiets einschränken möchte.

    Während wir den Mehrverbrauch an Siedlungsfläche/E kaum steuern können, haben wir mit ECOPOP die Chance, die Zuwanderung quantitativ zu begrenzen.
  • Schneider Alex 09.11.2014 14:42
    Highlight Highlight ECOPOP-Initiative: Eine Initiative gegen den Dichtestress! (1)

    Es ist gut, dass sich ein grosser Teil der Bevölkerung in dichten Siedlungen wohl fühlt. So sparen wir Landflächen und Energie. Es ist aber auch verständlich, dass sich ein grosser Teil der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung weiterhin ein Eigenheim mit Umschwung leisten möchte. Das ist erstens Lebensqualität und zweitens eine Chance, Naturland vor der Haustüre zu erhalten und zu pflegen und damit die Umweltbilanz zu verbessern.

  • Schneider Alex 02.11.2014 11:08
    Highlight Highlight Verdichtung ist gut, um den Kulturlandverbrauch, die Energie- und Pendlerkosten pro Kopf zu senken. Aber alle übrigen Umweltprobleme der steigenden Bevölkerungszahl lassen sich dadurch nicht vermeiden. Mehr Menschen steigern den Ressourcenverbrauch (Wasser, Energie, Baumaterialien) und erfordern den gleichzeitigen Ausbau von bereits stark ausgelasteten Verkehrs- und übrigen Infrastrukturanlagen. Damit kommen die öffentlichen Haushalte unter Druck.

    Kein Dichtestress? Warum ziehen denn so viele Zürcher jährlich in die ländlichen Regionen des Kantons Aargau?
  • christianlaurin 02.11.2014 00:08
    Highlight Highlight Leute aber genau um diesen Punkt geht es doch! Hier ist der Kontext. Ein mann hat ein Grundstück gekauft. Das Haus hat Bäume, und ein Scheune. Es musst renoviert werden.

    Und hier kommt das Problem. Die Rodung ist eine krasse Umnutzung von Natur. Wenn wir ehrlich sind, ja er kann die Bäume roden, aber muss wieder Neue Pflanzen. Zweitens, seit wann ist eine Scheune ein Lebens Ort? Eine Scheune könnt umgewandelt werden zu eine Garage, oder so was, aber Lebens platz?

    Ich war gegen MEI, und bin gegen Ecopop und sage die Umnutzung ist ok. ABER Wasser predigen und Wein trinken! NEIN!
    • 7immi 02.11.2014 08:36
      Highlight Highlight Und wo wohnen sie? War da vorher kein wald? Und die scheune braucht er vielleicht für die bewirtschaftung seines grundstücks... Rasenmäher, liegestühle etc. Um was geht es eigentlich?! Sind die gegner so verzweifelt? Bringt doch einen gegenvorschlag! Oder seid ihr zu wenig kreativ? Oder zu faul? Ich werde ja stimmen. Nicht weil ich voll damit einverstanden bin, sondern weil etwas passieren muss. Da alternativen fehlen, bleibt mir nichts anderes übrig!
  • DerWeise 31.10.2014 13:38
    Highlight Highlight Foxnews bringt wenigstens Inhalte, die deren (meist falschen) Theses/Messages im Titel untermauern.
    Hier stellt man eine These auf und wiederlegt Sie (dooferweise) inhaltlich selber, aber bleibt trotzdem dabei. Nimmt man bei Watson die Leser überhaupt für voll?
    • Angelo C. 01.11.2014 00:06
      Highlight Highlight Sehr gutes statement, DerWeise! Genauso ist es, zuerst etwas schlecht recherchiertes als beklagenswerte Tatsache aufzublähen, es dann schön brav zurücknehmen MÜSSEN (legales Gegendarstellungsrecht), um dann den schlecht kaschierten Unmut durch erneute und nicht wesentlich intelligentere Anwürfe aufzumotzen. Da müsste man WATSON (und das nicht zum ersten Mal) raten, sich etwas weniger reisserisch in mangelhaft fundierten Titeln, Aufhängern und Artikelinhalten schwelgend zu exponieren. Sicher, etwas Boulevard muss dabei sein, doch in der Politik ist es durchwegs verzichtbar...
    • thierry_haas 01.11.2014 13:41
      Highlight Highlight Mülljournalismus Swissmade...
  • kuhrix 31.10.2014 13:05
    Highlight Highlight Die Initiative sei mal dahingestellt. Aber watson ist auf einem bedenklich tiefem Niveau angekommen. Jeder soll stimmen was er für richtig hält, diese persönlichen Attacken sind nicht notwendig und unprofessionel.
    • Beasty 31.10.2014 23:25
      Highlight Highlight Doch, man soll Lügner enttarnen! Danke Watson!
    • 7immi 01.11.2014 11:12
      Highlight Highlight genau, wenn wir dies als privatpersonen machen würden, wärs mobbing und somit strafbar… durch medienfreiheit ist das aber völlig legitim und absolut problemlos...
    • Babalu 02.11.2014 08:57
      Highlight Highlight Ich wette, der Typ fährt auch ein SUV
  • 7immi 31.10.2014 10:40
    Highlight Highlight Erbärmlich, wie die gegner nun persönlich werden... Und watson ist voll mit dabei...
    Bei der initiative gehts ja genau darum, dass wir nicht verdichtet bauen müssen! Man will genügend platz für schöne efhs. Ausserdem sind diese häuser bereits älter und somit bringt der vergleich nichts.
    Übrigens kam vor kurzem auf 20 minuten ein ähnlicher schwachsinniger artikel...
    • Bonifatius 31.10.2014 11:08
      Highlight Highlight "Man will genügend Platz für schöne EFHs." Ja danke, endlich mal ein ehrliches Statement. Wenn jedoch jeder Schweizer in einem schönen Einfamilienhaus leben würde dann guet nacht am 6si. Zum Glück gibt's Einkommensunterschiede, nicht wahr? Nach Egopop-Logik müssten die Zürcher und Luzerner ja froh sein um die Bonzen mit Riesen-Privatgrundstücken an der gesamten Seepromenade, effektivere Baustopps gibt's schliesslich kaum!
    • Rondi 31.10.2014 11:13
      Highlight Highlight Wer mit so einer radikalen Initiative daherkommt, muss sich auch den Spiegel vor das Gesicht halten lassen.
    • DerWeise 31.10.2014 13:45
      Highlight Highlight Ich findes es legtitim nachkommenden Generationen die Möglichkeit offenzulassen sich evt irgendeinaml ein Haus leisten zu können, von Egoismus keine Spur, sie haben ihr Haus ja schon. Egoistisch wäre doch eher, selber in nem Riesenteil zu wohnen und dem Rest zu sagen, sie sollen gefälligst in einer überteuerten Wohnung hausen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerWeise 31.10.2014 10:25
    Highlight Highlight @Maurice T
    Intiativgegner, welche den Verzicht und das Leben in Hochhäusern predigen, damit wir unsere Wirtschaft weiter quantitativ aufblähen können dürfen also in Riesenanwesen leben? Befürwörter nicht? Logik?
  • DerWeise 31.10.2014 10:17
    Highlight Highlight Langsam werden diese Ad Hominem Artikel peinlich. Wenn nur halb no so viel Zeit für einen Faktencheck der Argumente von pro (Flächenschwund, Infrastruktur, Löhne)/contra(AHV, Wirtschaft, Fachkräfte)aufgewendet werden würde, würde Ihre Arbeit wenigstens was sinnvolles zur Debatte beitragen...
  • LucasOrellano 31.10.2014 10:02
    Highlight Highlight Ich lehne die Initiative aus verschiedenen Gründen ab, aber derart auf den Mann zu spielen finde ich auch bei Andersdenkenden unfair.
  • Samuel Mittag 31.10.2014 08:51
    Highlight Highlight Wenn ich das richtig verstehe, hat der Ecopop Chef nicht ein neues Häuschen gebaut, sondern ein bestehendes Häuschen/Scheune umgebaut?
    • sheimers 11.11.2014 11:55
      Highlight Highlight Er hat also verdichtet, ohne das Landschaftsbild zu beschädigen. Genau so soll es doch sein.
  • Christian Denzler 31.10.2014 08:03
    Highlight Highlight Wasser predigen und Wein saufen. Die habe ich am liebsten.
    • DerWeise 31.10.2014 13:29
      Highlight Highlight Logisches Denken?
      Gegner predigen verdichtetes Leben in Hochhäuser und leben in grosszügigen Anwesen.
  • Hugo Wottaupott 31.10.2014 07:58
    Highlight Highlight >>Nach Auskünften von Nachbarn hat Welti die Scheune einem jungen Paar verkauft, das nun auf dem Grundstück wohnt. << Story sinnlos weil gehört ihm ja nicht mehr oder?
  • Marcs 31.10.2014 07:57
    Highlight Highlight Wasser predigen - Wein trinken...

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«Ich habe nie damit gerechnet, dass so eine Abstimmung zu meinen Lebzeiten durchkommt»

Ernst Ostertag, der bekannteste Schwulenaktivist der Schweiz, erlebt mit der Annahme des Diskriminierungsgesetzes «ein starkes neues Stück» der Schwulengeschichte. Am Abstimmungssonntag erzählt er im Gespräch, warum er an dieses Resultat geglaubt hat und wieso er die Gegner nie verurteilen würde.

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