Schweiz
Energie

AKW Mühleberg geht offline: Alles zur Abschaltung im Liveticker

Historischer Tag: Das AKW Mühleberg hat seinen Betrieb eingestellt

Ein historischer Tag: Heute wurde zum ersten Mal in der Schweiz ein Atomkraftwerk stillgelegt. Alles was du zur Abschaltung des AKW Mühlebergs wissen musst, findest du im Liveticker.
20.12.2019, 11:3620.12.2019, 15:25

Die wichtigsten Punkte:

  • Heute um 12.30 Uhr wurde das Kernkraftwerk Mühleberg für immer abgeschaltet. Es war 47 Jahre am Netz.
  • Die entscheidenden Handgriffe führte ein Mitarbeiter des AKW durch: Er drückte zwei Rote Knöpfe und schaltete damit den Reaktor aus.
  • Es ist das erste Schweizer Atomkraftwerk, das seinen Betrieb einstellt.
  • Der Rückbau soll 927 Millionen Franken kosten, die Entsorgung 1,4 Milliarden Franken.

Impressionen des historischen Tages in Mühleberg

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Abschaltung des AKW Mühleberg
quelle: keystone / anthony anex
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14:46
Was wirklich passierte …


Und damit beenden wir unseren Liveticker. Besten Dank für die Aufmerksamkeit.
14:04
426 Mahnwachen vor dem BKW-Hauptsitz
Als am Freitagmittag um 12.30 Uhr in Mühleberg das Atomkraftwerk abgeschaltet wurde, feierten in Bern AKW-Gegner zwei Aktivistinnen und einen Aktivisten: Diese führten am Freitag ihre 426. und letzte Anti-AKW-Mahnwache vor dem BKW-Hauptsitz durch.

Mit der Mahnwache begannen Barbara Zimmermann, Ursula Zimmermann und Thomas Klöti nach dem Super-Gau im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Unmittelbar nach dieser Katastrophe forderten teilweise Hunderte vor dem BKW-Hauptsitz den Ausstieg aus der Atomenergie. Dort wurde auch ein Zeltlager aufgebaut. Hier ein Bild aus 2011:


Als im Juni 2011 die Polizei das Zeltlager räumte, endeten die grösseren Proteste, doch die beiden Schwestern und Thomas Klöti blieben. Über all die Jahre hinweg stellten sie sich immer am Freitagmittag aufs Trottoir vor dem BKW-Hauptsitz am Berner Viktoriaplatz. Dies mit ihren Anti-AKW-Fahnen. Sie versprachen: «Wir bleiben, bis das AKW Mühleberg abgeschaltet wird!»

Am Freitag führten sie nun am Berner Viktoriaplatz ihre 426. und letzte Mahnwache durch und wurden von vielen AKW-Gegner gefeiert.
12:51
Zwei Knöpfe für ein Ende

12:36
Eine Million Jahre …
Erst nach einer Million Jahre wird die Radioaktivität der Brennstäbe aus Mühleberg so weit abgeklungen sein, dass sie für Mensch und Umwelt nicht mehr gefährlich ist. Kannst du dir diese Zeitspanne vorstellen? Unsere Story hilft dir weiter:

12:30
Das wars …

Das AKW Mühleberg ist offline. Mitarbeitende im Kontrollraum des Werkes haben um 12.30 Uhr die beiden entscheidenden Knöpfe gedrückt. Innerhalb von drei Sekunden wurde die nukleare Kettenreaktion unterbrochen.
12:20
Der Countdown läuft
In zehn Minuten geht das AKW Mühleberg vom Netz.
12:19
«Jetz häbet emu jo Sorg»

Eine Frau ruft auf, auch beim Abschalten des AKW Sorge walten zu lassen.
12:01
Entspannte Mühleberger
René Maire, Gemeindepräsident von Mühleberg, blickt der Abschaltung gelassen entgegen, wie er am Freitag sagte. In seiner Gemeinde stiess das AKW mehrheitlich auf Gegenliebe. Viele, die im AKW arbeiteten, lebten auch in der Gemeinde, etwa in der Angestellten-Siedlung Steinriesel.

Die Gemeinde, die jahrzehntelang auch finanziell vom AKW profitiert. Pro Jahr flossen der Gemeindekasse laut Maire etwa 700'000 Franken an Steuereinnahmen zu.

Mühleberg konnte sich damit einen sehr tiefen Steuersatz von 1,25 Einheiten leisten. Im Hinblick auf die Stilllegung erhöhte die Gemeinde die Steuern bereits 2017 auf 1,45 Einheiten.
11:40
AKW-Leiter verspürt Wehmut und Freude

Der Tag der definitiven Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg ist für den langjährigen Werkleiter Martin Saxer mit ganz unterschiedlichen Gefühlen verbunden. Dazu gehört auch ein wenig Wehmut.

Saxer war 27 Jahre lang im Kernkraftwerk tätig. «Heute verspüre ich natürlich eine gewisse Wehmut und Traurigkeit, dass eine Ära zu Ende geht», sagte Saxer am Rande der Medienkonferenz. Doch er empfinde auch Freude.

Freude nämlich über den 47 Jahre langen Betrieb ohne grössere Zwischenfälle und über die tolle Leistung, die die Mitarbeitenden über Jahrzehnte erbracht hätten.
11:34
Warum die Stillegungsarbeiten 15 Jahre dauern
«Weil wir jede einzelne Komponente, jedes Rohr, jedes Kabel entsprechend demontieren, reinigen, messen und dann nochmals messen müssen. Wir reden da von 16'000 Tonnen. Das braucht entsprechend Zeit. Dazu kommen noch 100'000 Quadratmeter Gebäudeoberfläche, die wir auch noch messen müssen.»

Stefan Klute, Gesamtprojektleiter Stilllegung AKW Mühleberg
11:18
So sah es 1970 am Tag der offenen Türe aus
10:51
Sicher ist sicher …
10:42
Die Abschaltung ist auch ein sentimentaler Moment...
10:30
Die Grünen nehmen Beznau ins Visier
Die Grünen feiern am letzten Sessionstag im Bundeshaus das Mühleberg-Aus – und schauen bereits nach vorne.
10:08
Was ab dem 6. Januar 2020 passiert

In der ersten Januarwoche geht es vor allem darum, die Infrastruktur für den Ausbau der Turbinen und Generatoren aufzustellen, sagte Stefan Klute, Gesamtprojektleiter der Stilllegung. Der Ausbau sollte bis im kommenden Herbst über die Bühne gehen.

Dabei gilt es unter anderem, die sogenannten Splitterschutzsteine aus dem Maschinenraum zu hieven. Einer allein wiegt zwischen 4 und elf Tonnen, wie Klute ausführte. Das Ziel sei, pro Tag drei bis vier Steine herauszuholen.

Nach drei Monaten sollen die Brennelemente herausgeholt und im Lagerbecken abgelegt werden. Das Becken erhält ein autarkes Notsystem, das nicht mehr mit dem Reaktor gekoppelt ist.
9:55
Warten auf das «Off» – um 12.30 Uhr ist es in Mühleberg soweit
9:42
Ersatz der 5-Prozent-Lücke vorerst durch Importstrom
Ab 12.30 Uhr fehlen in der Schweiz 5 Prozent Strom. Diese werden laut BKW-CEO Suzanne Thoma in einem ersten Schritt durch Importe abgedeckt. Im Laufe der Jahre, wenn weitere AKWs vom Netz gehen werden, müsse sich die Schweiz gut überlegen, wie diese Lücken umweltfreundlich und volkswirtschaftlich verträglich gelöst werden könnten.
09:31
Keine Entlassungen
Es komme wegen der Abschaltung des AKW nicht zu Entlassungen, sagte Martin Saxer, Leiter des AKW Mühleberg vor den Medien.
9:25
In 47 Jahren 130 kWh Strom produziert
Das AKW Mühleberg hat während seiner 47-jährigen Laufzeit 130 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Damit könnte man die Stadt Bern über 100 Jahre lang mit elektrischer Energie versorgen, sagte Kraftwerksleiter Martin Saxer. Insgesamt steuerte das Werk im Durchschnitt 5 Prozent an die Stromerzeugung in der Schweiz bei.
9:22
BKW-Chefin Thoma: «Mühleberg-Stilllegung ist Pionierleistung»

Die PR-Offensive der BKW geht weiter: Mit der Stilllegung des AKW Mühleberg leiste die Betreiberin Pionierarbeit, betonte die BKW-Chefin Suzanne Thoma vor den Medien in Mühleberg.

Wichtig sei, dass die BKW den Stilllegungsentscheid frühzeitig – im Jahr 2013 – gefällt habe, sagte Thoma. So habe das Unternehmen genügend Zeit gehabt, um die Stilllegung gründlich zu planen. «Und die Behörden hatten genügend Zeit, dieses hochkomplexe und anspruchsvolle Projekt zu prüfen.» Technisch gesehen sei die Abschaltung von Mühleberg keine Pionierleistung, räumte Thoma ein. Es befänden sich ja schon viele Atomkraftwerke im Rückbau. «Aber wir bauen erstmals ein AKW im schweizerischen Kontext zurück.» Deshalb handle es sich um eine Pionierleistung für die BKW und auch für Verwaltung und Behörden.
08:47
Sommaruga: «Ein historischer Tag und eine Chance»
08:37
Nicht alle finden die Abschaltung toll
08:25
BKW bespielt alle Kanäle

Der Abschalttag ist auch ein durchkomponierter PR-Tag der Bernischen Kraftwerke AG, die das AKW Mühleberg nun ausser Betrieb nimmt und in den nächsten 15 Jahren zurückbaut.
08:17
Das AKW Mühleberg wird heute um 12.30 Uhr abgeschaltet

Es ist so weit: Erstmals in der Schweiz stellt ein Atomkraftwerk seinen Betrieb ein. Heute Freitag um 12.30 Uhr wird das AKW Mühleberg westlich von Bern vom Netz genommen.

Zwei Mitarbeiter im Kommandoraum werden den Reaktor per Knopfdruck abschalten. Das Schweizer Fernsehen wird den Akt live übertragen. Die Betreiberin BKW hat zudem ein Zelt im Freien aufgestellt, wo sie den historischen Tag mit zahlreichen geladenen Gästen begehen will.
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quelle: keystone / ennio leanza
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Video: srf
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