Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
familie kind

Die traditionellen Familienrollen verändern sich – aber nur langsam. Bild: shutterstock

So ticken Schweizer Familien – 5 Dinge, die du dazu wissen musst

Wie viele Kinder wünschen sich Herr und Frau Schweizer? Hat sich das Familienmodell verändert? Und was bedeuten Kinder für die eigene Karriere? Eine neue Untersuchung vom Bundesamt für Statistik liefert Antworten – hier die wichtigsten fünf Erkenntnisse.



Das Bundesamt für Statistik hat seine jüngste Untersuchung dem Schweizer Familienmodell gewidmet. Das sind die fünf spannendsten Erkenntnisse:

So viele Kinder wünschen wir uns

Ein grosser Teil (61,4 Prozent) der kinderlosen Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren wünschen sich zwei Kinder. Nur knapp neun Prozent wollen gar keine Kinder, vier Prozent ein Kind.

So viele Frauen fürchten um ihre Karriere, wenn sie ein Kind kriegen

Je besser Frauen ausgebildet sind, desto öfter bleiben sie kinderlos. Am häufigsten bleiben Frauen mit einem Tertiärabschluss (30 Prozent) kinderlos. Rund drei Viertel dieser Frauen befürchten, dass sich die Geburt eines Kindes negativ auf ihre Berufsaussichten auswirken könnte.

Bei den Frauen mit obligatorischem Schulabschluss ist diese Angst geringer. Mehr als 80 Prozent der kinderlosen Frauen zwischen 25 und 29 Jahren wünschen sich mindestens ein Kind.

Hausarbeit bleibt Frauensache

Im Jahr 2013 war in rund 74 Prozent der Haushalte die Hausarbeit in erster Linie von den Frauen erledigt worden. 2018 lag der Anteil immer noch bei 69 Prozent. Vor allem das Putzen und das Zubereiten der Mahlzeiten ist eine Frauendomäne, wie aus der am Montag veröffentlichten Erhebung zu Familien und Generationen hervorgeht.

Männer hingegen übernehmen vorwiegend die administrativen Arbeiten und kleinere Reparaturen im Haushalt. Bloss in knapp fünf Prozent der Haushalte ist vorwiegend der Mann für die Hausarbeit verantwortlich.

Der Krippen-Röstigraben

Die Kinderbetreuung ist für die Eltern häufig eine Herausforderung. Regional gesehen gibt es grosse Unterschiede: So schickt in der Westschweiz jede zweite Familie ihre Kinder in die Krippe. In der Deutschschweiz ist es nur ein Drittel.

Bild

Die Haltung gegenüber berufstätigen Müttern wandelt sich

Obwohl viele Familienrollen weiterhin traditionell gelebt werden, zeigt sich, dass sich die Haltung der Bevölkerung langsam ändert. 1994/5 fanden noch gut 60 Prozent der Männer, dass ein Kind darunter leide, wenn seine Mutter erwerbstätig sei.

2013 sank dieser Anteil auf 44 Prozent zurück, 2018 waren es nur noch 36 Prozent. Auch bei den Frauen hat sich diese Meinung stark verändert. Waren 1994/5 noch knapp die Hälfte der Frauen (49 Prozent) der Erwerbstätigkeit gegenüber kritisch, schrumpfte der Anteil in den letzten 24 Jahren auf 27 Prozent.

Bild

Mit Material der sda

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Der beliebteste Schweizer Auswanderer ist schon fast Kanadier

Wenn man per Samenspende gezeugt wurde ...

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

63 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Bee89
04.11.2019 13:32registriert May 2018
Diese Ansicht, dass ein Kind leidet, wenn die Mutter erwerbstätig ist, gehört ins letzte Jahrtausend verbannt!
Kinder leiden, wenn sie ihre Eltern (alle!) nie zu Gesicht bekommen.
23242
Melden
Zum Kommentar
Kateforever
04.11.2019 13:49registriert October 2018
Wenn ich die Uhr 28 Jahre zurück drehen könnte, würde ich niemals mehr Karriere und Familie wählen! Diese Dauerbelastung ist einfach zum ausflippen.
Man funktioniert nur noch und die Wirtschaft reibt sich die Hände.
Mann/Frau ist wertvoll und die Zeit auch. Karriere ist vergänglich. Was bleibt ist Geld und Ansehen. “ isch es da de Wert gsii?” Aber man ist ausgebrannt und Müde. Oft denke ich, ich habe das wahre Leben verpasst... ( oje ich bin in der “war es das jetzt” Krise )
18511
Melden
Zum Kommentar
Cirrum
04.11.2019 12:36registriert August 2019
Mich würde es interessieren wieviele Frauen Kinder „wollen“, weil es sich immer noch „dazugehört“. Der familiäre und soziale Druck ist enorm. Meiner Meinung nach sollte in diesem Bereich ein Umdenken stattfinden.
304130
Melden
Zum Kommentar
63

Die Schweiz belegt laut Unicef-Studie bei Familienfreundlichkeit den letzten (!!!) Platz

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert die Schweiz gemäss einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem letzten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gibt es demnach in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island.

Das schreibt Unicef in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten der 31 untersuchten Länder schafften es Deutschland, Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Noch vor dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel