Schweiz
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Fifa-Boss Infantino und die «Schweizerhof»-Treffen mit Lauber

Fifa-Chef Gianni Infantino weist Vorwürfe vehement zurück, er habe Bundesanwalt Lauber zu Delikten angestiftet.

Henry Habegger / ch media



FIFA President Gianni Infantino, talks during a press conference at the Conmebol Convention Center, in Luque, Paraguay Monday, March 28, 2016. Infantino is in a two-day official visit to Paraguay. (AP Photo/Jorge Saenz)

Fifa-Präsident Gianni Infantino weist sämtliche Vorwürfe zurück. Bild: AP/AP

Am Samstagabend verschickte die Fifa-Medienstelle eine Standpauke. «Die Fifa weist vehement jegliche Anschuldigungen eines Fehlverhaltens ihres Präsidenten bei den Treffen mit Bundesanwalt Lauber zurück», stand da. Die «Medienberichterstattung über die Treffen zwischen Bundesanwalt Michael Lauber und Fifa-Präsident Gianni Infantino» habe «ein inakzeptables Ausmass erreicht».

Auslöser der Mitteilung war der Entscheid der Berner Staatsanwaltschaft, vom Bundesparlament die Einsetzung eines ausserordentlichen Bundesanwalts zu fordern. Dieser soll etwa untersuchen, ob Infantino den Bundesanwalt Lauber durch die Geheimtreffen im Berner «Schweizerhof» zu Delikten wie Amtsgeheimnisverletzung und Begünstigung angestiftet habe.

Zuvor war bei der Berner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eines anonym auftretenden Bürgers gegen Infantino eingegangen. Auslöser hier waren Aussagen von Ex-Staatsanwalt Markus Mohler in den Zeitungen von CH Media. Laut dem Experten könnte Infantino selbst von Lauber begünstigt worden sein.

Bundesanwalt Michael Lauber kommt zu einer Anhoerung bei der Gerichtskommission, am Mittwoch, 20. Mai 2020 im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lauber unter Druck. Bild: KEYSTONE

In der Mitteilung erteilt Fifa-Chefjurist Emilio Garcia seinem Boss Infantino eine Art Absolution: «Der Fifa-Präsident hat sicherlich nichts falsch gemacht, indem er Herrn Lauber getroffen hat. Es ist kein Vergehen, den Bundesanwalt zu treffen und solche Treffen sind nicht ungewöhnlich.» Infantino habe «den Schweizer Behörden jegliche Unterstützung» angeboten, «um sicherzustellen, dass diejenigen, welche Millionen von der Fifa gestohlen und sie in Diskredit gebracht haben, zur Rechenschaft gezogen werden.» Die «sogenannte Beschwerde» gegen Infantino sei «völlig unbegründet».

Drohung gegen «anonyme» Personen

Weiter droht der Chefjurist: «Jeder, der solche Anschuldigungen vorbringt, sollte sehr sorgfältig überlegen, bevor er dies tut, da die Fifa alle rechtlichen Schritte einleiten wird, die sie für notwendig erachtet, um sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt und nicht die Lügen, die von «anonymen» Personen verbreitet werden.»

Nur, worin besteht diese «Wahrheit»? Die Fifa reagierte am Sonntag nicht auf Fragen an Infantino etwa zum Inhalt der angeblich Treffen mit Lauber.

Das Bundesparlament dürfte diese Woche entscheiden, welches Gremium die mögliche Einsetzung eines Sonderermittlers vorbereiten muss.

Support für Uster, Schlappe für Lauber

Für Bundesanwalt Lauber wird es derweil noch enger. Ein Bericht der Geschäftsprüfer des Parlaments stärkt laut «NZZ am Sonntag» der Aufsichtsbehörde AB-BA unter dem früheren Zuger Regierungsrat Hanspeter Uster den Rücken. Uster habe die Schraube bei der Aufsicht gegenüber Lauber zurecht angezogen im Vergleich zu seinem Vorgänger, befinde der Bericht.

Auch laut den Informationen, die CH Media vorliegen, erhält die Aufsichtsbehörde von der Geschäftsprüfungskommission weitgehende Rückdeckung. Für Lauber ist das ein weiterer Rückschlag, hatte er doch das Verfahren in Gang setzen lassen. Unter Usters Vorgänger Niklaus Oberholzer war der Bundesanwalt recht fürsorglich beaufsichtigt worden, sagen Kritiker.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Linus Luchs 08.06.2020 16:52
    Highlight Highlight Ein Fifa-Jurist entlastet den Fifa-Präsidenten. Das ist etwa so überraschend wie "im See ist Wasser".
  • easy skanking 08.06.2020 15:41
    Highlight Highlight gibts denn keine internationale gericjtsbarkeit, die die fifa dazu zwingen kann, kein verein sein zu dürfen??
    die ganze welt schaut zu wie sich dieser kackverein von skandal zu skandal bewegt..
    ist doch ein fckng witz
  • carlen 08.06.2020 15:22
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel zum erfinderischen Duo Lauber/Infantino https://www.sueddeutsche.de/sport/infantino-lauber-fifa-anzeigen-1.4929597
  • René Morgenthaler 08.06.2020 14:41
    Highlight Highlight Infantino wird Lauber schon ein Job bereithalten falls er als Bundesanwalt geschasst wird....
  • De-Saint-Ex 08.06.2020 14:25
    Highlight Highlight Ist denn endlich mal gut? Schlimm genug, dass wir in diesem Land all diese „Vereine“ haben, die offensichtlich beträchtliche kriminelle Energie besitzen... jetzt üben sie diese auch noch mit gütiger Hilfe des Bundesanwalts aus? Sind wir hier diesbezüglich durch all die Bankenskandale so abgehärtet? „Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich...“
    Schande!
  • Verbesserer 08.06.2020 14:17
    Highlight Highlight Fussball ist ein emotionaler Sport, der die Zuschauer begeistern kann. Leider grassiert auch hier die Krankheit "Geldgier“ was die Begeisterung in Empörung wandelt. Vielleicht ist jetzt die Chance da Fussball als Spiel zu sehen und nicht als eine Geldwaschanlage für stinkreiche Oligarchen.
  • carlen 08.06.2020 14:03
    Highlight Highlight Soso und jetzt schickt Infantino seine Lakaien los und diese drohen wie "mafiosi" gegen jeden, der es wagt, gegen den "Paten" vorzugehen...Ich hoffe, dass die Herren Pieth, Uster und Mohler sich nicht von dieser "dubiosen" Organisation FIFA einschüchtern lassen und dass sie konsequent gegen Infantino und seinen "Gehilfen" Lauber vorgehen.
    • Grötzu 08.06.2020 21:29
      Highlight Highlight Schau in seine Augen, schau in sein Gesicht und dann ist alles klar.
  • N. Y. P. 08.06.2020 13:59
    Highlight Highlight «Die Fifa weist vehement jegliche Anschuldigungen eines Fehlverhaltens ihres Präsidenten bei den Treffen mit Bundesanwalt Lauber zurück»

    Jetzt bin ich grad es bitz verschrocke.

    Die FIFA weist die Anschuldigungen gegenüber ihrem eloquenten Chef nicht nur zurück..

    Sie weist die Anschuldigungen VEHEMENT zurück.

    Die Schweiz wird gerade in ihren Grundfesten erschüttert. Wenn die FIFA etwas VEHEMENT zurückweist, ist Feuer im Dach.

    Mobilmachung ?
  • Hangover 08.06.2020 13:31
    Highlight Highlight Ist mir alles zu infantil.
    Lasst Laub drüber wachsen.



  • Black Cat in a Sink 08.06.2020 13:25
    Highlight Highlight Da war nix! Da haben sich zwei Fussballfans zu Bier getroffen und sich über den Championsleaguespieltag (oder wars der Nationsleague?) unterhalten. Sie haben auch über das Material (Schuhe, Bälle, Trikots) gefachsimpelt. Da war sonst überhaupt nix, ich schwörs!
  • Dr no 08.06.2020 13:03
    Highlight Highlight naja wer gedacht hat, dass es besser wird, wenn der eine Walliser durch einen anderen Walliser ersetzt wird, der wird spätestens jetzt eines besseren belehrt.
  • bärn 08.06.2020 12:40
    Highlight Highlight Die beiden (Lauber & Infantino inkl. Ihren Knechten) sollen sich doch zusammentun und eine Beratungsfirma gründen... Geschäftstätigkeit: Ohne Erinnerungsvermögen sein Ego und Bankkonto häufen, möglichst auf Kosten der Steuerzahler oder Vereinskassen. Alle weiteren "leicht" verpeilten aus allen Genres der Märchen- und Fabelwelt: welcome!

    Kunden wären dann:
    Die beiden selbst und ihre Entourage, Alle die den Lauber noch wiedergewählt haben, Strauss-Kahn, Vinzenz, Gisel, Stocker, Trump, Bolsonaro, Prinz Andrew, Armstrong, Lehmann, ich has erfundä... etc...beliebig erweiterbar
  • Chrisbe 08.06.2020 12:13
    Highlight Highlight Zitat: ..dass die Öffentlichkeit die Wahrheit erfährt und nicht die Lügen, die von «anonymen» Personen verbreitet werden.»
    Habe selten so herzhaft lachen müssen..
    Die Fifa in irgendeiner Form mit Wahrheit in Verbindung zu bringen, ist in etwa wie in einem runden Raum in die Ecke zu scheissen.
    • easy skanking 08.06.2020 15:38
      Highlight Highlight was für ein geiles zitat.. hab mich fast bepisst vor lachen:))
  • Nonchalant 08.06.2020 12:01
    Highlight Highlight "Den Bundesanwalt zu treffen ist nicht ungewöhnlich". Da bin ich wohl ein Exot, dass ich noch nie das Vergnügen hatte mit dem Bundesanwalt ein bisschen über Gott und die Welt zu Schwatzen.
    • Ursus der Rächer 08.06.2020 21:53
      Highlight Highlight Sie müssen nur anrufen und mit seiner Sekretärin einen Termin ausmachen. Ich treffe ihn so wöchentlich zu einer völlig nichtssagenden Sitzung!
  • THEOne 08.06.2020 11:57
    Highlight Highlight jap, seit infantino hat sich die fifa grundlegend geändert, ist vom korrupten sumpf abgekommen und hat eine blütenweisse weste...
    • Democracy Now 08.06.2020 14:17
      Highlight Highlight Hat Infantino ja gleich zu Beginn gesagt:
      Benutzer Bild
  • T13 08.06.2020 11:25
    Highlight Highlight Betroffene Hunde bellen sagt man doch.

    Besonders wenn sie in die Ecke gedrängt werden.
  • wasps 08.06.2020 11:02
    Highlight Highlight Wenn er sauber ist, dann kann er locker den Untersuchungen entgegen schauen. Wo ist das Problem?
  • c_meier 08.06.2020 10:32
    Highlight Highlight ist jemandem schon aufgefallen die Ähnlichkeit zwischen Herr Infantino und Herr Berset?
    • Amboss 08.06.2020 11:34
      Highlight Highlight Wowtschüüüüs. Krass ja! Haben beide sehrwenig bis keine Haare! Unglaublich!
    • Hierundjetzt 08.06.2020 12:36
      Highlight Highlight Und 2 Augen 🤭 Krass diese Ähnlichkeit
  • Ein einsamer Holländer 08.06.2020 10:27
    Highlight Highlight Ich glaube es ist, gerade hier, an der Zeit für eine Rehabilitierung von Sepp Blater.
  • Dani S 08.06.2020 10:21
    Highlight Highlight Schickt die FIFA und Lauber dahin, wo der Pfeffer wächst. Dann braucht es auch die ominösen Geheimtreffen nicht mehr...

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