Schweiz
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France's far right National Front political party founder Jean-Marie Le Pen attends their congress in Lyon November 30, 2014. REUTERS/Robert Pratta (FRANCE - Tags: POLITICS)

Hat Jean-Marie Le Pen etwas verheimlicht? Bild: ROBERT PRATTA/REUTERS

Neues Ungemach für Jean-Marie Le Pen: Er soll auf einem geheimen Schweizer Konto Millionen angelegt haben 



Der Gründer von Frankreichs rechtsextremer Partei Front National, Jean-Marie Le Pen, ist unter Druck. Er soll auf einem geheimen Konto in der Schweiz Millionensummen angelegt haben. Das berichtet das für seine Enthüllungen bekannte Online-Nachrichtenmagazin Mediapart am Montag.

Le Pen habe über eine Treuhandgesellschaft, als deren Rechtsvertreter sein persönlicher Assistent Gerald Gérin eingesetzt worden sei, 2.2 Millionen Euro bei der Grossbank HSBC und später bei der schweizerischen Privatbank CBH angelegt, meldete «Mediapart». 1.7 Millionen Euro davon seien in Form von Goldbarren und Münzen angelegt worden.

epa04718673 Pedestrians walk past HSBC's City of London branch in Britain, 24 April 2015. HSBC are to consider moving their headquarters out of the UK to Asia, the company is to announce on 24 April.  EPA/ANDY RAIN

Ein Konto bei der HSBC hat Jean-Marie Le Pen laut dem Artikel letztes Jahr geschlossen.  Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

«Mediapart» schrieb weiter, die Staatsanwaltschaft von Nanterre sei über die Konten von der Anti-Geldwäscherei-Behörde Tracfin informiert worden. Der Bericht verwies überdies auf einen Brief aus dem Jahr 2008, der Gérin als Bevollmächtigten des Trust nennt. Dieses Schreiben sei der Justiz übergeben worden.

Ermittlungen sollen im Gange sein

Bei der Treuhandgesellschaft handelt es sich dem Bericht zufolge um Balerton Marketing Limited mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln. Zunächst hätten die Gelder auf einem HSBC-Konto gelegen, dieses sei aber im Mai 2014 geschlossen worden. Das Guthaben sei auf die Bahamas auf ein CBH-Konto transferiert worden.

Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, die Vermögenserklärung des Europaabgeordneten Le Pen werde derzeit von der Hohen Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben (HATVP) unter die Lupe genommen. Es gebe den Verdacht, dass es eine Treuhandgesellschaft in der Schweiz gebe, aber bislang sei nicht bewiesen, dass Le Pen Nutzniesser sei. 

FILE - Cars parked in front of the building of UBS bank in Paradeplatz Square in Zurich, Switzerland, pictured on June 5, 2012. On Tuesday, February 10 2015, UBS reports a 5% rise in the fourth-quarter net profit. The Swiss bank benefited from a significant tax gain and sharply reduced the amount of money set aside to deal with legal issues. Zurich-based UBS said fourth-quarter net profit rose to 963 million Swiss francs ($1.04 billion, Euro 919,2 million), from 917 million francs reported in the same period a year earlier. The figure was lifted by a net tax benefit of 493 million francs, UBS said. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Jean-Marie Le Pen gehörte zu den UBS-Kunden. Bild: KEYSTONE

Im April 2013 hatte Le Pen zugegeben, 1981 ein Konto bei der Schweizer Bank UBS gehabt zu haben. Ausserdem ermittelt die Justiz seit Ende 2013 gegen Le Pen wegen nicht deklarierten Vermögens in Höhe von 1.1 Millionen Euro.

Le Pen und sein Umfeld wollten sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu dem Bericht äussern. Auch die Banken HSBC und CBH wollten keine Stellungnahme abgeben.

Marine Le Pen (R), France's National Front political party leader, and her father Jean-Marie Le Pen arrive for a meeting in Cormont, in this file picture taken August 29, 2010. French National Front founder Jean-Marie Le Pen rejected on Friday April 10, 2015 a call from his daughter, the party's leader, to leave politics over comments he made that she fears will hurt her push to widen the right-wing party's appeal. Marine Le Pen said on Thursday she would seek disciplinary action against her father after the 86-year-old was quoted this week calling France's Spanish-born Prime Minister Manuel Valls

Jean-Marie Le Pen mit seiner Tochter Marine Le Pen (hinten rechts). Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

Die Tochter ist sehr «überrascht»

FN-Vizechef Florian Philippot sagte dem Sender iTELE, er sei über die Angelegenheit «überhaupt nicht auf dem Laufenden». «Ich weiss überhaupt nicht, ob das wahr ist, es erscheint mir merkwürdig, da ich Jean-Marie Le Pen kenne.» 

Philippot fügte hinzu, er habe mit Le Pens Tochter, FN-Chefin Marine Le Pen, am Telefon über die Angelegenheit gesprochen. Diese sei «sehr überrascht». Sie wisse ebenfalls nichts darüber und erwarte «wie wir alle Aufklärung und Erklärungen von Jean-Marie Le Pen».

Le Pen kommt nicht zur Ruhe

Die neuen Vorwürfe treffen Le Pen kurz nach einer Fehde mit seiner Tochter um den Kurs der FN. Weil er zum wiederholten Male die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als «Detail» der Geschichte bezeichnet hatte, brach die Parteichefin diesen Monat mit ihrem 86-jährigen Vater und zwang ihn zum Verzicht auf eine Spitzenkandidatur bei den Regionalwahlen im Dezember.

Marine Le Pen versucht, ihrer Partei ein respektableres Ansehen zu geben und sie für eine breitere Schicht wählbar zu machen. Ihr wegen rassistischer und antisemitischer Äusserungen mehrfach verurteilter Vater hatte die rechtsextreme Front National 1972 mitgegründet und dann vier Jahrzehnte lang geführt. Anfang 2011 trat er den Parteivorsitz an Marine Le Pen ab. (feb/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • klugundweise 28.04.2015 08:34
    Highlight Highlight Wieso "Überraschung"?
    Es gibt wohl auch in der Schweiz Spitzen-(Ex-)Politiker die nicht all ihr Geld steuerlich sauber deklariert auf der Ortssparkasse Herrliberg deponiert haben. Auch mit ein Grund, warum sie sich vehement gegen die Abschaffung des Bankgeheimnisses wehren!

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