Sélim rettete Menschen in der Silvesternacht – jetzt droht ihm der finanzielle Ruin
Als in der Silvesternacht Feuer in der Bar «Le Constellation» ausbrach, wurde Sélim zum Retter. Der 30-jährige Franzose brachte sich zunächst zusammen mit seiner Freundin Camille in Sicherheit. Doch statt draussen zu bleiben, lief er immer wieder zurück ins brennende Lokal, um weiteren Menschen zu helfen.
Mehrmals habe der Bauunternehmer den gefährlichen Weg ins Innere auf sich genommen, berichtet «Le Parisien». Die Folgen dieser Entscheidung spüre er bis heute: Seine Lunge sei schwer geschädigt, an Arbeiten sei derzeit nicht zu denken. Unterstützung aus der Schweiz bleibt ihm nach eigenen Angaben bislang verwehrt.
Während Camille Verbrennungen an der Hand erlitt, zog sich Sélim durch den Rauch eine Lungenschädigung zu. «Meine Bronchien sind betroffen», erzählt er «Le Parisien». Noch Wochen nach dem Brand hätten Ärzte «Spuren des Feuers» in seiner Lunge festgestellt. Um normal atmen zu können, sei er weiterhin auf Medikamente angewiesen.
Nicht nur körperlich, auch seelisch kämpfen beide mit den Folgen der Nacht, berichtet «Le Parisien». Sélim leide unter Schlafstörungen, alle zwei Stunden wache er auf. Das Paar befinde sich in therapeutischer Behandlung. Sie hätten in der Brandnacht viele Freunde verloren, unter den Todesopfern sei auch Camilles beste Freundin gewesen.
Hinzu kommen wachsende finanzielle Sorgen, da aufgrund Sélims Arbeitsunfähigkeit nun das Einkommen fehlt. Auf Nothilfe aus der Schweiz zwischen 10'000 und 50'000 Franken haben sie keinen Anspruch, erklärt Sélim der Zeitung. Diese Unterstützung werde nur Betroffenen gewährt, die mindestens eine Nacht stationär im Spital verbracht haben – eine Bedingung, die in ihrem Fall nicht erfüllt ist. (hkl)
