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Club-Brand im deutschen Kehl: So kam es nicht zum nächsten Crans-Montana

Environ 750 personnes ont pu être évacuées à temps, évitant un drame, tandis qu’une enquête est ouverte pour déterminer l’origine du sinistre.
Rund 750 Menschen konnten rechtzeitig evakuiert werden.
bild: X

Club niedergebrannt: Deshalb kam es nicht zum nächsten Crans-Montana

Ein verheerendes Feuer zerstörte am Samstagabend einen deutschen Nachtclub. Einige Details erinnern an den Brand im Le Constellation.
Cet article est également disponible en français. Lisez-le maintenant!
30.03.2026, 14:1830.03.2026, 15:16

In der deutschen Stadt Kehl, nahe der französischen Grenze, konnte am Wochenende eine grosse Tragödie verhindert werden. Rund 750 Menschen tanzten und feierten in der Disco K Club, als diese in Brand geriet.

Drei Monate nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana deuten erste Erkenntnisse auf Ähnlichkeiten zwischen den beiden Vorfällen hin. Es gibt aber auch Unterschiede, die das Ausbleiben von Todesopfern erklären. Lediglich drei Personen wurden vom Rettungsdienst behandelt, und nicht etwa wegen Verletzungen, sondern wegen ihres «Stresszustands», wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtet.

Die genauen Ursachen sind zwar noch unbekannt, doch einige Zeugenaussagen sind aufschlussreich und zeigen Parallelen zum Le Constellation auf.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Im Sender BFMTV erklärt ein Mitarbeiter anonym, dass das Feuer durch flackernde Kerzen ausgelöst wurde:

«Es geschah im VIP-Bereich, als die Flaschen verteilt wurden – also die gleiche Situation wie in der Schweiz. Die Decke fing Feuer.»

Ein Besucher beschreibt:

«Ich drehte mich zum DJ um und sah, dass es brannte und er einen Feuerlöscher in der Hand hielt. Ich suchte nach einer Ausgangstür hinter mir, da war eine, ich zögerte keine Sekunde und ging direkt hinaus.»

Alles soll sich sehr schnell abgespielt haben. Der Mitarbeiter erklärt, die zahlreichen Notausgänge seien lebensrettend gewesen. Er ergänzt:

«Wir haben die 750 Personen innerhalb von 3:50, 4:00 Minuten evakuiert.»

Eine weitere Besucherin lobt die Einstellung der Mitarbeiter des K Club in einem Interview mit der Strassburger Zeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace»:

«Plötzlich hörten wir: ‹Es brennt!› Es gab mehrere Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch, in denen wir zur Evakuierung aufgefordert wurden. Das Personal hat die Situation hervorragend gemeistert. Sie haben uns beruhigt. Die Evakuierung verlief sehr schnell. Das Personal war da, um alle zu leiten. Es gab keine Panik oder Massenpanik. Sie waren ganz ehrlich gesagt fantastisch.»

Doch den Besuchenden kommt sofort Crans-Montana in den Sinn:

«Nach wenigen Sekunden sah ich, wie sich das Feuer an der Decke ausbreitete. Alles ging sehr schnell. Es fühlte sich an, als würden wir die Szenen nacherleben, die wir in Crans-Montana gesehen hatten.»

In der Nacht auf Sonntag waren fast 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Brandursache wird derzeit ermittelt. (hun)

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Feuer in Disco in der deutschen Stadt Kehl
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Die beliebtesten Kommentare
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ruedi62
30.03.2026 15:34registriert Juli 2022
Wenn es denn so war: Dass irgendjemand nach Crans Montana noch in irgendeinem Club mit solchen Kerzen oder allgemein offenem Feuer hantiert, werde ich nie verstehen.
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Luna Merlin
30.03.2026 15:58registriert Dezember 2021
Hier waren die Besucher whs nicht in einem überfüllten Kellergewölbe mir einer schmalen Treppe als einzigem Ausgang.

Aber ganz grundsätzlich hat Crans Montana die Branche zweifellos stark sensibilisiert. Das wäre dann irgendwie „das Gute“ an der Katastrophe, auch wenn es ein bisschen zynisch klingt.

Wieviele Leben „dank“ Crans-Montana seither und in Zukunft gerettet werden, werden wir naturgemäss nie erfahren. Aber es sind sicher viele.
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Wolfgang Bumbuy
30.03.2026 16:27registriert November 2024
Wenn man sich in Gran Montana an ein paar der geltenden Sicherheitsvorschriften gehalten hätte, wäre dort gar nichts passiert.
Denn dann wäre in so einem Keller mit schmalem Ausgang keine Party abgegangen.
Da hat nicht die Schweiz als Gesetzgeber versagt, sondern der Besitzer und die Kontrollorgane vor Ort.
Aber auch für diesen Fall hier gilt, warum offenes Feuer in geschlossenem Raum?
Auch wenn es hier gut ausging, fahrlässig war es auch hier.
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