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Postautobrand von Kerzers: Tochter spricht über das Leben des Täters

Un car postal circule devant les fleurs et les bougies deposes a l'endroit du drame, apres l'incendie d'un car postal qui a tue six personnes le jeudi 12 mars 2026 a Chietres (Kerzers)  ...
Der Postautobrand von Kerzers FR löste tiefe Betroffenheit aus.Bild: keystone

Tochter des Täters von Kerzers: «Was mein Vater getan hat, ist unverzeihlich»

Sechs Menschen starben im März in Kerzers FR, als sich ein Mann in einem Postauto in Brand steckte. Die Tochter des Täters schildert nun, wie verzweifelt ihr Vater vor der Tat war.
12.05.2026, 11:1612.05.2026, 11:16

Am Abend des 10. März 2026 kam es in Kerzers FR zur Tragödie: Bei einem Brand eines Postautos starben sechs Menschen, darunter der Busfahrer (63), zwei Frauen (25 und 39), zwei Männer (16 und 29) und der Mann, der das Feuer entfacht hatte – der psychisch labile Roger K. aus dem Kanton Bern. Er war wenige Stunden vor der Tat von einer Berner Klinik als vermisst gemeldet worden. Der Mann soll sich selbst angezündet haben.

Seine 31-jährige Tochter bricht nun zwei Monate nach der Tat ihr Schweigen. Gegenüber dem Blick sagt sie, dass ihr Vater in früheren Zeiten fürsorglich gewesen sei und versucht habe, der vierköpfigen Familie alle Wünsche zu erfüllen. Gleichzeitig habe er aber auch ein Drogenproblem gehabt. Als sie eine Jugendliche gewesen sei, habe K. einen Methadon-Entzug gemacht.

Wenig später habe die Abwärtsspirale begonnen: K. bekam körperliche Schmerzen, weil er an einer schweren Muskelkrankheit litt. Zudem verlor er seinen Job als Lastwagenfahrer. Für eine IV-Rente habe er lange kämpfen müssen, sagt die Tochter. «Er hatte das Gefühl, nachdem er jahrelang gechrampft hat, im Stich gelassen worden zu sein.» Dieser bürokratische Prozess sei auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass sich ihr Vater 2019 im SRF-Gebäude in Bern verschanzt hatte. Er habe so auf sich aufmerksam machen wollen.

Kurz vor der Tat hatte er heftige Schmerzen

Schliesslich sei auch die Ehe mit ihrer Mutter in die Brüche gegangen und K. sei in den Camper gezogen, mit dem er auf einem Grundstück bei einem Bauernhof lebte. Da er gesundheitlich weiter abbaute, erhielt K. 2025 schliesslich einen Beistand. Als ihm dann auch noch wegen ausbleibender Zahlungen der Standplatz für den Camper gekündigt wurde, brachte man ihn schliesslich bei einer Stiftung unter. «Dass er jetzt gar nicht mehr in seinem Camper leben und sein Leben so führen konnte, wie er es sich wünschte, gefiel ihm überhaupt nicht», erzählt die Tochter dem «Blick».

Wenige Tage vor der Tat kamen dann die starken Schmerzen zurück, weshalb K. die Klinik aufsuchte. Am 9. März telefonierten Vater und Tochter nochmals. «Ich hatte das Gefühl, dass es ihm den Umständen entsprechend gut ging.»

«Er wollte ein letztes Mal gesehen werden.»

Doch am nächsten Tag verschwand der 65-Jährige aus dem Spital. Als seine Tochter davon erfuhr, versuchte sie ihn zu erreichen. «Sein Telefon war aus. Da wusste ich: Alarmstufe Rot!»

Am Morgen nach der Tat erhielt sie dann die Gewissheit, als die Polizei bei ihr vor der Tür stand, erzählt sie. «Die Beamten informierten mich, dass er der Täter und unter den Toten ist. Für mich brach eine Welt zusammen.» Die 31-Jährige wurde verhört und fühlt sich als Beschuldigte. «Dabei sind wir auch Opfer.»

Gegenüber den Angehörigen der Opfer der Tragödie spricht sie ihr Beileid aus. Und: «Es ist unverzeihlich, was mein Vater getan hat.» Sie glaubt aber auch: «Er wollte ein letztes Mal gesehen werden.» (vro)

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Postauto-Brand in Kerzers FR
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Postauto-Brand in Kerzers FR

Am Mittwochmittag informierten die Behörden über den Postauto-Brand in Kerzers FR.

quelle: keystone / cyril zingaro
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«Es war chancenlos, man konnte nicht helfen» – grosse Betroffenheit in Kerzers
Video: watson
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