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Benutztes Kondom, Sex, Geschlechtsverkehr,

Bild: shutterstock

Wenn Männer beim Sex das Kondom ausziehen – 5 Antworten zum Stealthing-Fall am Obergericht

Wenn ein Mann während dem Sex heimlich das Kondom abstreift, hat das einen Namen: «Stealthing». Eine strafrechtliche Konsequenz hat der Missbrauch allerdings nicht zwingend. Das Zürcher Obergericht muss heute einen heiklen Entscheid fällen.



Wenn ein Mann sein Kondom heimlich und ohne Einwilligung der Partnerin oder des Partners abstreift und den Sex fortführt, dann nennt man das «Stealthing». Es kommt vom englischen Wort «the stealth», was Heimlichkeit oder List bedeutet.

Diese Art von Missbrauch hat nun zwar einen Namen, juristisch ist es allerdings noch Neuland. Erst wenige Fälle von Stealthing landeten vor Gericht. Die Urteile fielen unterschiedlich aus. Eine richtungsweisende Rechtsprechung fehlt bisher.

Darum ist der Fall, der heute am Zürcher Obergericht verhandelt wird, so brisant. Einem Mann wird vorgeworfen, während dem Sex das Kondom abgestreift zu haben, ohne dass die Frau darüber Bescheid wusste. Im Februar wurde er in erster Instanz vom Vorwurf der Schändung freigesprochen. Der Staatsanwalt ging in Berufung. Nun befindet das Obergericht über den Fall. Das Urteil könnte von wegweisender Relevanz sein.

Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Was ist passiert?

Zwei Studenten, er damals 19-jährig, sie 18 Jahre alt, lernten sich im September 2017 auf Tinder kennen und verabredeten sich für ein Date. Sie verbrachten den Abend zusammen und gingen anschliessend in die Wohnung der Frau. Dort schliefen sie miteinander, mit Kondom und einvernehmlich – vorerst.

In der Version des Mannes heisst es, dass sie ihm dann das Kondom ausgezogen habe, um ihn oral zu befriedigen. Danach habe sie ihm «fuck me» gesagt, was er als Aufforderung wahrgenommen habe, wieder in sie einzudringen. Dass sie das nicht gewollt habe, wusste er nicht. Als sie protestierte, habe er sofort aufgehört und beteuert, dass es ihm leid tue.

Anders lautet die Darstellung der Frau. Sie habe ihm schon vorher klargemacht, dass sie auf ein Gummi bestehe. Ihm das Kondom abgestreift habe sie sicher nicht. Er sei dann von hinten in sie eingedrungen, darum habe sie nicht gesehen, dass er kein Kondom mehr trug. Als sie merkte, dass es sich anders anfühlte, habe sie ihn aufgefordert, den Sex sofort zu beenden.

Danach habe sie eine dreimonatige HIV-Prophylaxe machen müssen und in dieser Zeit in Angst und Unsicherheit gelebt, heisst es vonseiten der Frau. Sie zeigte den Mann an, worauf die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Schändung gegen ihn einleitete.

Wie lautete das erste Urteil?

Im Februar dieses Jahres wurde der Fall am Bezirksgericht Bülach verhandelt. Der Staatsanwalt forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Der Anwalt des Mannes plädierte auf Freispruch.

Nachdem das Gericht beide Seiten angehört hatte, sprach es den Mann frei – «leider», wie der Gerichtsvorsitzende bei der Urteilsverkündung betonte. Denn an der Version der Frau gebe es keine Zweifel. Der Mann hingegen sei den wesentlichen Fragen ausgewichen und habe «herumgeschwurbelt».

Aber man dürfe jemand nur für eine Tat bestrafen, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stelle. Und unter «Schändung» falle die Tat des 19-Jährigen nicht. Der Sex sei kein Missbrauch gewesen.

Warum wurde das Urteil ans Obergericht gezogen?

Schon im Gerichtssaal im Februar war klar, dass der Staatsanwalt den Freispruch nicht akzeptieren und den Fall an die nächste Instanz weiterziehen wird. Der Bezirksrichter selbst sagte, es sei erwünscht, dass das Urteil weitergezogen werde. Denn es handle sich hier eindeutig um eine Gesetzeslücke, bei der das Bundesgericht mit entsprechenden Urteilen Rechtssicherheit schaffen müsse.

Gibt es ähnliche Fälle?

Dass es immer wieder zu Stealthing kommt, ist unbestritten. Wie oft, ist allerdings unklar. Studien oder Untersuchungen zu dieser Art von Missbrauch gibt es in der Schweiz bisher keine. In einer watson-Umfrage, bei der sich 4800 Userinnen und User beteiligten, antworteten zehn Prozent, schon einmal Opfer von ungewolltem Sex ohne Kondom geworden zu sein. Fünf Prozent gaben an, schon einmal das Kondom weggelassen zu haben, ohne dass es die Partnerin oder der Partner gewusst habe.

Umfrage

Bist du schon einmal von Stealthing betroffen gewesen?

  • Abstimmen

7,793

  • Ja, mir ist das schon einmal passiert.10%
  • Ja, ich habe schon einmal das Kondom weggelassen, ohne dass es mein Partner / meine Partnerin gemerkt hat. 5%
  • Nein, zum Glück nicht.86%

Im Januar 2017 wurde zum ersten Mal in der Schweiz ein Stealthing-Fall am Gericht verhandelt. Das Strafgericht Lausanne verurteilte einen damals 47-jährigen Mann wegen Vergewaltigung, weil er ohne das Wissen der Frau während dem Sex das Kondom abgezogen hatte. Er akzeptierte das Urteil nicht und zog es an das Waadtländer Kantonsgericht weiter. Dieses bestätigte zwar das Strafmass gegen den Mann, qualifizierte das Delikt aber nicht mehr als Vergewaltigung, sondern als Schändung.

Ein weiteres Gerichtsurteil zur Thematik fällte das Baselbieter Strafgericht im Januar dieses Jahres. Ein 35-jähriger Mann hat beim Sex mit einer Escort-Dame in seiner Wohnung das Kondom heimlich entfernt – obwohl völlig klar war, dass die Dienstleistung nur mit Gummi erbracht wird. Der Angeklagte bestätigte vor Gericht, dass die Frau laut geflucht habe, als sie bemerkt habe, dass er ohne Kondom in sie eingedrungen sei. Dennoch gab es für den Mann einen Freispruch, weil die Tat laut Gerichtspräsident nicht den Kriterien einer Schändung entspreche.

Wo liegt die Gesetzeslücke?

Für die Schweizer Gerichte lautet die zentrale Frage wie folgt: Ist es eine Straftat, wenn beim einvernehmlichen Sex eine wesentliche Bedingung nicht eingehalten wird? Die Strafrechtlerin Nora Scheidegger schreibt in einem Kommentar über Stealthing: «Beim Stealthing wird das Opfer nicht gegen den Willen zum Geschlechtsverkehr bestimmt, vielmehr will der Täter durch das listige Vorgehen den potentiell entgegenstehenden Opferwillen umgehen [...] Stealthing ist also anders gelagert als die typischen Fälle von ‹Widerstandunfähigkeit› und eher im Bereich der List und Täuschung zu verorten – ein sexualstrafrechtlich nicht geregelter Bereich.»

Während das Kantonsgericht Waadt zum Schluss kam, dass man bei Stealthing von Schändung spricht, urteilten das Baselbieter Strafgericht und das Bezirksgericht Bülach anders. Nun ist es in der Hand des Zürcher Obergerichts, einen weiteren Entscheid in dieser Thematik zu fällen.

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Beim Sex das Kondom weglassen – ohne das Wissen der Frau

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158Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karl Marx 29.11.2019 08:47
    Highlight Highlight Ansteckungrisiko HIV Vaginalverkehr, empfangender Partner 0,08 %. Quelle: http://www.cdc.gov/hiv/risk/estimates/riskbehaviors.html

    Also quasi 0.
  • Ramy 28.11.2019 20:33
    Highlight Highlight Frauen nehmen täglich eine Pille, ertragen Hormonschwankungen, Kopfschmerzen und Libidoverlust oder lassen sich unter starken Schmerzen Fremdkörper in den Körper opperieren.
    Und dann kommen manche Männer "Ne also Kondome finde ich jetzt nicht so geil"
  • Swen Goldpreis 28.11.2019 14:16
    Highlight Highlight Wieso hat die Frau denn 3 Monate in Angst gelebt? Statt ihren Liebhaber anzuzeigen, hätte sie ihn doch einfach zum Aidstest schicken können.

    Mich hat vor ein paar Wochen auch eine Frau "gestealtht". Fand das natürlich nicht ganz so geil, aber nachdem sie mir gezeigt hat, dass sie keine Geschlechtskrankheiten hat, war zumindest das ok.
    • Konstruktöhr 28.11.2019 15:33
      Highlight Highlight Was benutzt du denn für Kondome, dass du nicht merkst, wenns fehlt? Die möchte ich auch haben!
    • Swen Goldpreis 28.11.2019 20:22
      Highlight Highlight Sie hat ihn mir für etwas anderes ausgezogen und sich dann in einem unachtsamen Moment auf mich gesetzt, obwohl wir zuvor klar "immer mit" abgemacht haben. Das ist aus meiner Sicht ziemlich genau der gleiche Fall, wie hier beschrieben wird.

      Interessant finde ich die vielen Pfeile, die zeigen, dass man sich in unserer männerfeindlichen Gesellschaft schlicht nicht vorstellen kann, dass auch einmal ein Mann ein Opfer sein kann. Bzw. dass das genau gleiche Vergehen bei einem Mann total pöhse ist, bei einer Frau aber irgendwie voll okay.
    • Konstruktöhr 28.11.2019 21:41
      Highlight Highlight Okay, ich verstehe.

      Ich glaube nicht, dass man sich hier auf watson nicht vorstellen kann, dass ein Mann in unserer Gesellschaft ein Opfer sein kann. So wie du deine Geschichte jetzt genauer beschreibst, können wir, so denke ich, alle nachvollziehen, wie du es in deinem ursprünglichen Kommentar schreiben meintest. Ich denke auch, das dir nun die Meisten zustimmen würden, dass du Ungerecht und Falsch behandelt wurdest.
  • michirueegger 28.11.2019 12:20
    Highlight Highlight Sory aber ziche ich einem den gumi ab zihe ich ihm auch wieder einen an. Abgesehen ist ohne gumi blasen auch ein risiko. Dazu kommt wärend dem stossen gemerkt das es fehlt ich meine eine lümmeltüte zieht sich nicht unter 3 sekunden an
  • whoozl 28.11.2019 12:10
    Highlight Highlight Wieder so eine verflixte Sache, bei der die Frau das Nachsehen hat. Den Gummi muss/darf sich eben der Mann überziehen, also steht es in seiner zweifelhaften 'Macht', sich den Gummi heimlich wieder abzuziehen.
    Umgekehrt, und ja doch, das gibt es auch, wenn die Frau Sex nur ohne Gummi will, der Mann aber nur mit, so gibt's eben keinen Sex, sofern der Mann hart, äh.. also willensstark bleibt und darauf besteht.
    Man schaffe also asap Rechtssicherheit, und das am besten ohne zuvor den Souverän abstimmen zu lassen!
    • Swen Goldpreis 28.11.2019 14:07
      Highlight Highlight Ich wurde auch schon von einer Frau "gestealtht". Das ist also durchaus auch in die umgekehrte Richtung möglich.
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 28.11.2019 11:15
    Highlight Highlight 2/2 ...dass er kein Kondom anhatte. Der Abend war ruiniert und da ich die Pille nicht nehme, wurde alles vorher abgesprochen und ich sagte ihm mehrmals sehr deutlich, dass es Sex nur mit Kondom geben wird, bis ich eine Alternative Verhütungsmethode gefunden habe. Er meinte, er habe es einfach vergessen und sich natürlich entschuldigt und alles. Aber ich kann es nicht verstehen, warum Männer manchmal so leichtfertig sind... Ich meine er gefährdet dadurch nicht nur mich sondern auch sich selbst.
    • Zwei Fallende Stimmen 28.11.2019 13:43
      Highlight Highlight Sone verdammte Schweinerei!
    • Bulma 28.11.2019 17:30
      Highlight Highlight Verstehe ich das richtig, ihr seid immer noch zusammen?
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 28.11.2019 11:11
    Highlight Highlight 1/2 Sowas ähnliches ist mir passiert. Mein Freund und ich (seit 3 Monaten zusammen und super Beziehung) wollten wir miteinander schlafen. Da es auch "von hinten" war, habe ich es nicht mitbekommen, dass er das Kondom gar nie angezogen hatte. Bevor jetzt einige mir Dummheit vorwerfen, er hat für etwa eine Minute von mir abgelassen und ich habe im Hintergrund gehört wie etwas aufgemacht wurde. Da er ja mein Freund ist und ich ihm vertraue, dachte ich es sei das Kondom. Aber nach ein paar Minuten merkte auch ich, dass es sich komisch anfühlte und ich sagte ihm er soll aufhören. Da sah, ich ...
  • what's on? 28.11.2019 10:35
    Highlight Highlight Ein "Nein ohne Gummi" ist ein Nein. Und das soll einvernehmlicher Sex sein?
    Rechtsverdreher!
  • Bruno Wüthrich 28.11.2019 10:30
    Highlight Highlight Ich finde es heikel, solche Fälle gesetzlich regeln zu wollen, obwohl ich die Motivation hierfür vertehe. Wissentlich, willentlich und arglistig jemanden in dieser Art und Weise zu täuschen, ist unterste Schublade.
    Doch viel schwieriger als oft bei einer Vergewaltigung ist es bei Stealthing (weshalb eigentlich ein englisches Wort in einer deutschsprachigen Rechtsprechung?), herauszufinden, welcher Version geglaubt werden kann. Die Gefahr von Fehlurteilen ist riesig. Verwertbare Spuren gibt es keine. Es geht nur darum, welche Bedingungen galten. Diese wurden wohl kaum schriftlich festgelegt.
  • Daywalker96 28.11.2019 10:21
    Highlight Highlight Gleiches muss dann aber auch für das heimliche Absetzen der Pille ohne Absprache mit dem Partner gelten.

    Wenn dann für beide Seiten gleich.
    • Malaga 28.11.2019 13:57
      Highlight Highlight Das Problem stellt sich eben nicht für beide Seiten gleich. Die Pille schützt nur vor Schwangerschaften und da hat es der Mann in der Hand sich selber zu schützen, in dem er halt auf ein Kondom besteht oder je nach dem sich unterbinden lässt. Beim Kondom geht es nebst Schwangerschaften auch um Gesundheit. Das kann man höchstens durch den Verzicht auf Verkehr sicherstellen. Die Frau hat da keine andere Auswahl.
  • Bruno Wüthrich 28.11.2019 10:16
    Highlight Highlight So, wie die Autorin die Aussagen der beiden Protagonisten beschrieben hat, ist überhaupt nicht klar, weleche Version denn nun gleubwürdig war. Denn ob eine Seite bei der Befragung "herumgeschwurbelt" hat und den Fragen ausgewichen ist, kann auch mit der Art der Fragestellung zusammenhängen. Es ist oft einfach eine Frage der Mentalität, ob jemand glaubwürdig auftreten kann oder sich verunsichern lässt.
    Falls die Version des Mannes stimmt, hatte dieser zwei Versionen einer Willensäusserung, und hat danach diejenige ausgelesen, die ihm besser passte. Das wäre natürlich auch nicht die feine Art.
  • aglio e olio 28.11.2019 09:54
    Highlight Highlight Könnte man darin nicht eine Körperverletzung sehen? Das unerwünschte einbringen von Körperflüssigkeiten?
    Erscheint mir als Laien schlüssig und nicht so weit hergeholt.
    • phreko 28.11.2019 10:52
      Highlight Highlight Wo liegt da die "Verletzung" des Opfers?
      Eher müsste man die Tätlichkeit diskutieren...
  • äti 28.11.2019 09:53
    Highlight Highlight Man sollte das entsprechende Alter von 18J auf mindestens 28J setzen. Darunter sind offensichtlich alles noch Kinder.
    • Aurum 28.11.2019 11:13
      Highlight Highlight Und darüber sind genauso alles Kinder wenn man sich so in den Kommentarspalten herumliest.
  • drüber Nachgedacht 28.11.2019 09:51
    Highlight Highlight Und wieder Rechtsfälle, wo jeder nur verlieren kann.
    Wie will man jemandem beweisen, dass er absichtlich ein Kondom ausgezogen hat.
    Es wird in diesen Fällen immer nur zwei Aussagen geben. Und schlussendlich wird dem geglaubt, der die bessere Story besser vorträgt.

    Oder wegen Mangel an Beweisen ein Freispruch werden.

    Dann haben beide Parteien vor allen sprichwörtlich die Hosen runtergelassen, aber keine Gerechtigkeit gefunden.
    • Another-truther 28.11.2019 11:24
      Highlight Highlight Einfach nur aus Neugier; wie kann man den ein Kondom ausversehen ausziehen?
    • Malaga 28.11.2019 14:00
      Highlight Highlight Es gibt einige Verbrechen, bei denen es schlussendlich um Aussage gegen Aussage geht. Bei Vergewaltigung, bei Betrugsfällen, usw. Da behauptet immer wer, dass das Opfer doch einverstanden war und trotzdem kann man nicht einfach darauf verzichten zumindest sich bemühen Recht zu sprechen.
    • Swen Goldpreis 28.11.2019 14:13
      Highlight Highlight @nachgedacht

      Nein, es wird nicht der "besseren Story" geglaubt, sondern der Frau. Da haben nun 40 Jahre sytematische männerfeindliche Propaganda dazugeführt, dass von Anfang an klar ist, dass Männer "Schweine" sind und man sich eigentlich gar nicht mehr gross anhören muss, was die beiden sagen.

      @Anthother

      Kondome können platzen oder sogar auch mal abfallen. Kommt halt drauf an, wie wild man im Bett ist...

  • insert_brain_here 28.11.2019 09:47
    Highlight Highlight Wäre in diesem Fall nicht "fahrlässige Körperverletzung" die passendere Anklage gewesen? Schändung setzt als Opfer eine "urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person" voraus und das ist sogar gemäss der Version des Staatsanwaltes nicht gegeben, geschweige denn erwiesen.
    • Trompete 28.11.2019 10:33
      Highlight Highlight Es gibt keine fahrlässige Körperverltzung im Strafrecht.
    • Tartaruga 28.11.2019 11:23
      Highlight Highlight Das Problem ist, wenn er keine Krankheiten übertragen hat, gibt es keine Körperverletzung. Das gleiche gilt auch bei versuchter Körperverletzung. Man müsste hier einen Schaden vorweisen können, welcher mit Verhütung nicht eingetreten wäre -> adäquater Kausalzusammenhang
    • insert_brain_here 28.11.2019 12:30
      Highlight Highlight @Trompete: Das ist schlicht und ergreifend falsch. Artikel 125 StGB
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Huber 28.11.2019 09:37
    Highlight Highlight Zum Glück lismet meine Mutter meine Kondome selber. Sind schön gemütlich warum und man möchte sie nie mehr abziehen.
    • Sonnenbankflavor 28.11.2019 09:54
      Highlight Highlight 🤦‍♀️
  • adam gretener 28.11.2019 09:08
    Highlight Highlight Was für Spatzenhirne machen sowas?
    • Medizinerli 28.11.2019 11:42
      Highlight Highlight Die gleichen Spatzenhirne, welche ohne Kondom Sex haben und so Krankheiten und "Unfälle" bekommen.
    • insert_brain_here 28.11.2019 12:36
      Highlight Highlight @Medizinerli: Man sollte es nicht glauben, ich kenne ein Pärchen - notabene beides Akademiker - die ernsthaft mit der "Temperaturmethode" verhüten und argumentieren, die Tatsache dass sie das schon über ein Jahr machen und sie nicht schwanger wurde beweist, dass die Methode sicher sei.
    • adam gretener 30.11.2019 06:07
      Highlight Highlight insert_brain_here: Ja klar. Aber da bist Du bei mir an der falschen Adresse. Meine Ex, grosse Liebe und so, wurde "unerwartet" schwanger, aber nicht wegen der zuverlässigen Kalendermethode. Sondern weil einfach kurzfristig spitz und "es" wird schon nicht passieren.
  • Füürtüfäli 28.11.2019 08:47
    Highlight Highlight Alter Schwede... was für ein Trend! Das mit System zu machen muss schon ein gewaltiges psychisches Defizit voraussetzen...
    • Medizinerli 28.11.2019 11:42
      Highlight Highlight Ich bezogene, sehr egoistische "Männer".
    • insert_brain_here 28.11.2019 12:54
      Highlight Highlight Ich muss sagen, dass ich auch als Mann den egoistischen Grund nicht nachvollziehen kann. Krankheiten übertragen sich in beide Richtungen und wird die Frau schwanger bist du evt. plötzlich unterhaltspflichtig. Das alles für ein dezent besseres Gefühl bei einem Onenightstand?
  • RichiZueri 28.11.2019 08:46
    Highlight Highlight Ich verstehe ja generell nicht, dass mann ausserhalb einer Beziehung ungeschützt und entsprechend ungetestet Sex hat. Aber das dann noch heimlich zu forcieren, ist an Dummheit nicht zu überbieten. Mal abgesehen davon, dass es verwerflich ist, könnte die Frau eventuell auch einen guten / gesundheitlichen Grund haben, auf den Gummi zu bestehen...
    • The Destiny // Team Telegram 28.11.2019 11:36
      Highlight Highlight Also wenn man irgendwelche Krankheiten hat, dann sollte man das vor dem Sex sagen und nicht einfach auf ein Kondom bestehen, gilt für beide Seiten.

      Man möchte sich schliesslich des Risikos bewusst sein.
  • mrcharliebrown 28.11.2019 08:45
    Highlight Highlight Artikel 191 StGB (Schändung):

    "Wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht, wird [...] bestraft."

    Also wer argumentiert, beim Sex noch vollkommen urteilsfähig zu sein, hatte entweder noch nie welchen oder verkennt, welche Auswirkungen der Akt auf den Körper hat. Ich persönlich würde behaupten, meist schon vor dem Geschlechtsverkehr teilweise widerstandsunfähig zu sein.
    • Gigle 28.11.2019 09:28
      Highlight Highlight Und was willst du damit sagen?
    • phreko 28.11.2019 09:30
      Highlight Highlight Also würdest du alle Männer die stealthen wegen Urteilsunfähigkeit freisprechen?
    • Cassady 28.11.2019 09:35
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum44 28.11.2019 08:37
    Highlight Highlight Bleibt zu hoffen, dass das BGer an nulla poena sine lege festhält aber entsprechend an den Gesetzgeber appelliert.
    • Friedhofsgärtner 28.11.2019 12:17
      Highlight Highlight Ja das scheint im vorliegenden Fall tatsächlich die beste Lösung zu sein.
  • Friedhofsgärtner 28.11.2019 08:34
    Highlight Highlight «leider» dürfe man jemand nur für eine Tat bestrafen, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stelle.

    Und das bleibt hoffentlich auch so.

    Und aus reiner Neugier: Hat das heimliche absetzen der Pille von einer Partnerin eigentlich auch einen extra grusligen Englischen Begriff?
    • adam gretener 28.11.2019 09:21
      Highlight Highlight Beides hirnrissige Aktionen. Und was ändert das nun an der einen oder anderen Tatsache?
    • Cassady 28.11.2019 09:38
      Highlight Highlight Natürlich das obligate "aber Männer auch ..." . Und nein, es ist nicht dasselbe. Auszug aus Fachzeitschrift: (...) Im Falle der Täuschung über die Einnahme der Pille stimmt der Sexualpartner der Penetration hingegen unbeschränkt zu, auch wenn er sich über eine für ihn wesentliche Bedingung geirrt hat. Die Handlung, die der Täuschende vornimmt, bewegt sich im «Pillenfall» innerhalb dessen, was der Rechtsgutsträger aufgrund seines Irrtums erlaubt hat. Und das macht tatsächlich einen Unterschied.
    • w'ever 28.11.2019 10:47
      Highlight Highlight @cassady
      jetzt mal ganz ruhig. es war nur eine frage, und keine schuldzuweisung
    Weitere Antworten anzeigen
  • Unicron 28.11.2019 08:29
    Highlight Highlight Warum macht man als Mann sowas? Ist der Typ so scharf drauf ein Kind mit einer fremden zu zeugen? Oder sich eine Krankheit anzustecken?
    10% mehr Spass beim Sex, dafür 100% grösseres Risiko.
    • phreko 28.11.2019 10:54
      Highlight Highlight Deine 100% Risiko sind da etwas ziemlich relatives...
    • Medizinerli 28.11.2019 11:46
      Highlight Highlight @unicron oder er will seine Krankheit verteilen oder er will, ganz egoistisch, einfach nur "geileren Sex", auch wenn sie das nicht will.
    • Hans_Wurst 28.11.2019 12:23
      Highlight Highlight Ich zweifle die 10% an... 😋
  • Vecchia 28.11.2019 07:56
    Highlight Highlight ? ähm? Wie tief muss die Rechtsprechung in den einvernehmlichen Sexualakt eindringen? Das wird ja huärä kompliziert.

    Ohne jetzt auf "whataboutismus" zu machen, und ich sehe das Verhalten des Mannes insbesondere im Zeitalter von HIV etc. im Minimum als grobfahrlässig an.
    Aber wie ist die Rechtslage, wenn die Frau dem Mann glaubhaft versichert hormonell zu verhüten, die Pille jedoch heimlich weglässt um ihren einseitigen Kinderwunsch zu erfüllen?
    • River 28.11.2019 08:26
      Highlight Highlight Wenn du niemandem traust, nimm ein Kondom. Oder lass dich unterbinden.
    • little.saurus 28.11.2019 08:33
      Highlight Highlight Hier wird schwer zu beweisen ob sie es aktiv vergessen hat oder unachtsam. Vielleicht hatte sie auch verdauungsprobleme oder musste Antibiotika nehmen. Stealthing ist aber klarer. Das mit der Pille ist verständlich aber kann nich einfach schwarz oder weiss gesehen werden und wird verdammt schwer, wenn nich unmöglich, zu beweisen.
    • Lisbon 28.11.2019 08:34
      Highlight Highlight Leider wird es schwierig, das "heimliche" Absetzen zu beweisen. Frau kann einfach behaupten, die Pille einmal vergessen zu haben..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Xiakit 28.11.2019 07:49
    Highlight Highlight Ich bin für Körperverletzung und sollte der Täter von einer Krankheit wissen schwere Körperverletzung.
    • Milchschoggiiii 28.11.2019 08:29
      Highlight Highlight genau!!! 👍🏻
    • phreko 28.11.2019 09:31
      Highlight Highlight Was wurde denn verletzt? Gefühle?
    • Hummingbird 28.11.2019 09:38
      Highlight Highlight Körperverletzung trifft es auf den Punkt! Ich hoffe, das Gericht fällt heute einen entsprechenden Entscheid!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frausowieso 28.11.2019 07:49
    Highlight Highlight Auch wenn das Gesetz angepasst wird, wird es schwierig, einen Fall zu beweisen. Daher ist man gut beraten, wenn man aufpasst, mit wem man Sex hat. Passt zwar nicht mehr zum aktuellen Zeitgeist, aber Sex mit Unbekannten ist einfach ein Risiko. Vor allem für Frauen. Gerade bei unverbindlichen Treffen denken wahrscheinliche viele, dass sie weniger Sorg geben müssen, da es ja nur Sex ist.
    • Milchschoggiiii 28.11.2019 08:30
      Highlight Highlight aufpasst mit wem man Sex hat? Also das kann auch passieren mit jemanden den Mann/ Frau gut kennt...
    • ceciestunepipe 28.11.2019 10:25
      Highlight Highlight Danke @Milchschoggiii

      Dieses Klischee von "dreckigen" Menschen, die Geschlechtskrankheiten haben, sollte doch langsam überholt sein.
      Das Problem ist vielmehr, dass sich zu wenige testen lassen und zu viele sich nicht bewusst sind, dass es eben jeden und jede treffen kann, egal mit wem man schläft.
      Deswegen, wer mit verschiedenen Menschen Sex hat, sollte sich so all halbes Jahr testen lassen, auch bei Kondomsex, der schützt nicht vor allem. Aus Respekt sich selbst und anderen gegenüber!
    • Frausowieso 28.11.2019 10:55
      Highlight Highlight Menschen mit Geschlechtskrankheiten sind nicht dreckig, sondern einfach krank. Es sollte jedoch selbstverständlich sein, dass man sich vor Krankheiten möglichst versucht zu schützen. Manche Geschlechtskrankheiten können einen unfruchtbar machen. Manche kann man nicht heilen wie z.B. Feigwarzen, die echt niemand will. Ungeschützter Sex gehört für mich nur in eine monogame feste Beziehung.
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  • Gawayn 28.11.2019 07:44
    Highlight Highlight Mir fehlt in den Aussagen eine bestimmte Komponente...

    Ist der einvernehmliche Verkehr nur von hinten gewesen?

    Ich mag altmodisch sein.
    Aber ein erster sexueller Kontakt und die Frau überläßt sich ihm blind?

    Ist es nach dem Stellungswechsel geschehen?
    In dem Fall hätte man sowieso ein anderes Kondom nutzen sollen.
    Sonst ist die Sicherheit nicht gewährleistet.

    Wie auch immer. Stealthing ist nicht im STGB. Ja sollte man schnellst möglich nach holen.

    Ich finde ja, Stealthing ist Schändung
    Auch eventualvorsätzliche Schädigung..
    • Freckle 28.11.2019 09:59
      Highlight Highlight Weshalb sollte man bei jedem Stellungswechsel ein neues Kondom benutzen? Man sollte kontrollieren, ob dieses noch intakt ist und richtig sitzt, aber das sollte man zwischendurch sowieso. Und was bedeutet es "sich einem Mann blind zu überlassen"? Gibt es Stellungen, die für Frauen untersagt sind beim ersten Sex?
    • ceciestunepipe 28.11.2019 10:26
      Highlight Highlight Von hinten eindringen bedeutet nicht direkt Analsex, hier wohl einfach Doggy. Ging nicht um den Ort der Penetration, sondern um den Fakt, dass sie keine Sicht auf seinen Penis (und das Kondom) hatte. So habe ich es jedenfalls verstanden.
    • ceciestunepipe 28.11.2019 12:37
      Highlight Highlight @Freckle er meinte wohl, dass beim Wechsel von anal zu vaginal das Kondom gewechselt werden sollte aufgrund der unterschiedlichen Milieus (Risiko von Blasenentzündungen etc.). Da hat er grundsätzlich Recht, wird aber wohl von den wenigsten so gehandhabt.
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  • pontifex_maximus 28.11.2019 07:33
    Highlight Highlight Aussage gegen Aussage, ohne weitere Beweise, darf zu keiner Verurteilung führen.
    • Domimar 28.11.2019 07:42
      Highlight Highlight @pontifex und wie würdest Du das Problem lösen? In den meisten Fällen passiert Sex zwischen zwei Parteien und ohne Kamera.
    • Trompete 28.11.2019 08:15
      Highlight Highlight @Domimar
      Maximus verteidigt nur den strafrechtlichen Grundsatz "in dubio pro reo". Unter Umständen müssten man eher den Stratatbestand "Stealthing" einführen, der Täter wäre vermutlich verurteilt worden. Der zweite Grundsatz, ohne Gesetz keine Strafe, empfinde ich ebenfalls als nötig/gut, auch wenn sich von Zeit zu Zeit daher etwas stossende Ergebnisse ergeben.

      Was wäre dein Vorschlag?
    • Cassady 28.11.2019 08:17
      Highlight Highlight Pontifex, da waren wir doch schon mal, als die glaubhafte Aussage einer Frau nicht ausreichte... wo eine Frau doch bitte mit zerrissenen Kleidern und drei Zeugen auftauchen sollte. Wann war das nochmal? Genauuu, im fakkin Mittelalter. Oder in Saudi-Arabien heute noch. Dahin möchtest du? Echt?
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  • Rechthaberwoman 28.11.2019 07:29
    Highlight Highlight Ist es denn so schwer, "schnell" einen Gesetzesartikel zu verfassen, der sich mit Stealthing befasst? Nein, unsere Politiker diskutieren lieber über Kampfjets und besuchen die Russen und Chinesen.
    • x4253 28.11.2019 08:01
      Highlight Highlight Wir besuchen zwar Russen und Chinesen, sind aber haben uns deren Gesetzgebungsverfahren zum Glück noch nicht angeeignet.

      Du kannst gerne hier nachlesen, wie ein Gesetz in der Schweiz entsteht: https://www.ch.ch/de/demokratie/das-recht-in-der-schweiz-und-das-volkerrecht/wie-entsteht-ein-gesetz/

      Und ja, "schnell" geht es nicht.
      Abgesehen davon: auch wenn morgen ein Gesetz gegen Stealthing inkraft treten würden, kann der junge Mann rückwirkend nicht dafür belangt werden.
    • Nerd077 28.11.2019 08:13
      Highlight Highlight Doch, ist es. Welche Tatbestände nimmt man ins StGB? Das sollten Tatbestände sein die man dem Täter nachweisen kann und nicht auf Aussagen beruhen.
      Das ist ja das gleiche Problem wie mit der Vergewaltigung. Dort setzt man auch die Gewaltanwendung voraus, obwohl sich mittlerweile alle einig sind, dass das falsch ist. Aber: Gewalteinwirkung oder verabreichen von Betäubungsmitteln kann man Beweisen. Alles andere ist Aussage gegen Aussage.
    • Cassady 28.11.2019 08:18
      Highlight Highlight Einen Gesetzesartikel zu schaffen im StGB dauert im Schnitt so 7-10 Jahre (Vorentwurf, Vernehmlassung, Entwurf, Debatte im Parlament, Referendum...)
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  • Krise 28.11.2019 07:26
    Highlight Highlight Wie wär's mit Betrug? Immerhin ist es das Umgehen oder einseitige Verändern eines quasi mündlichen Vertrags zu Ungunsten einer Person (die dann ggf auch noch schwerwiegende Konsequenzen in Form von Krankheit oder Schwangerschaft(sabbruch, medizinischer Eingriff) zu tragen hat).
    • Bündn0r 28.11.2019 08:17
      Highlight Highlight Betrug (französisch Escroquerie,[1] italienischTruffa[2]) ist ein strafrechtliches Vermögensdelikt, bei dem der Täter in der Absicht rechtswidriger Bereicherung das Opfer durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen gezielt so täuscht, dass es sich selbst oder einen Dritten am Vermögen schädigt und damit materiellen Schaden zufügt.

      Nein.
    • Theor 28.11.2019 08:19
      Highlight Highlight Am Ende dürfte es mit einem neuen Artikel in Sachen "Vorspiegelung" wohl in die gleiche Stossrichtung gehen, aber der Betrug gemäss Art. 146 StGB passt nicht auf den vorliegenden Fall:

      1. Der Mann bereichert sich finanziell nicht dadurch.

      2. Die Frau schädigt sich nicht selber.

      3. Generell ordnet sich der Betrug unter die Vermögensdelikte. Hier haben wir aber klar primär ein Körperverletzungsdelikt, welcher nur subsidiär finanzielle Konsequenzen haben kann.
    • Magnum44 28.11.2019 08:32
      Highlight Highlight Scheitert spätestens an der Stoffgleichheit.
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  • michiOW 28.11.2019 07:24
    Highlight Highlight Dann lasst uns alle zusammen hoffen, dass das Bundesgericht das ganze bald als Schändung einstuft oder das Parlament ein Gesetz dazu verabschiedet.
    • Arthur Sunil 28.11.2019 09:48
      Highlight Highlight Wollen wir hoffen, dass das Bundesgericht nicht einfach willkürlich Straftatbestände erfindet.
  • Bündn0r 28.11.2019 07:16
    Highlight Highlight Schreit nach einem neuen Artikel. Die Juristen finden sicher einen tollen Namen.

    Das heimliche Absetzten der Pille sollte dabei genau gleich bestraft werden.
    • Längwilig 28.11.2019 07:55
      Highlight Highlight Zu deiner zweiten Bemerkung: habe ich im ersten Moment auch gedacht, aber anders als beim heimlich weggelassenen Kondom hat es für den Getäuschten keine körperlichen Folgen. Vor Krankheiten schützt die Pille breekanntlich sowieso nicht und die Schwangerschaft hätte allenfalls finanzielle Folgen.
      Nichtsdestotrotz ist es eine verwerfliche Tat und sollte u.U. bestraft werden könnnen.
    • Kollani 28.11.2019 08:00
      Highlight Highlight Das ist doch nicht das Gleiche. Hier geht es nicht nur um eine ungewollte Schwangerschaft!!!
    • Corto Maltese 28.11.2019 08:19
      Highlight Highlight Ganz nach dem Motto: "ich nöd, er au"
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  • NY125 28.11.2019 07:06
    Highlight Highlight Was ist der Reiz daran sich freiwillig diesen Risiken auszusetzen?
    Alternativ ist man schlicht ein Arschloch der seine Krankheiten teilen will. Irgendwie einfach eine lose/lose Situation 🤷‍♂️
    • michiOW 28.11.2019 07:52
      Highlight Highlight Also ich persönlich finde Sex ohne Kondom viel besser.
    • Bartli, grad am moscht holä.. 28.11.2019 11:08
      Highlight Highlight Ja michi ich auch. Aber da ich meinen körper ohne div std auch besser finde, benutze ich sie trotzdem...
    • Remo Robbiani 28.11.2019 12:59
      Highlight Highlight Leider gibts es ja Fälle vom Menschen die wussten dass Sie HIV Positiv sind und trotzdem (oder gerade deswegen) ungeschützten sex hatten. Unten ein Beispiel

      https://www.queer.de/detail.php?article_id=29495
  • Nony 28.11.2019 07:03
    Highlight Highlight Soweit so gut. Scheinbar bin ich, und ein grosser Teil meines männlichen Kollegenkreises, aber wohl mit zu kleinem und zu schlankem Penis ausgestattet. Uns ist es in unserer langjährigen Erfahrung (alter weisser Mann halt) schon gelegentlich passiert, dass das Kondom nach dem Sex irgendwo gelegen hat, aber nicht mehr dort war, wo es hingehört.
    • Domimar 28.11.2019 07:40
      Highlight Highlight @Nony wusste nicht, dass das geht. Ich würde Dir empfehlen, mal andere Kondome auszuprobieren, es gibt auch da verschiedene grössen. Und wenn Du Dich genierst, diese im Laden zu kaufen, man kann sie auch im Internet bestellen. Ich habe erst nach 10 Jahren gelegentlich gelebtem Sexualleben gemerkt, dass ich eigentlich immer die falsche Kondomgrösse genutzt hatte. Leichter Schmerz - Kondom zu klein, ist jetzt ein ganz anderes Gefühl. Versuchs mal.
    • Krise 28.11.2019 07:46
      Highlight Highlight Dann tragt ihr nicht die richtige Grösse, also aufhören zu weinen und sich selber schlau machen, welches bei dir am besten sitzt.
    • Onkel Jenny 28.11.2019 07:52
      Highlight Highlight Tja, nicht jedem passen Trojan XXL. Auch wenn man es nicht wahrhaben will.
      Nein, im Ernst, Gummis gibt es in genug Grössen und Formen, da sollte jeder das richtige finden.
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  • johnnyenglish 28.11.2019 06:55
    Highlight Highlight Bitte merken: Es braucht nicht nur, wie bereits oft empfohlen, einen beim Geschlechtsverkehr anwesenden Anwalt, um den Consent aller Parteien aufzunehmen, sondern künftig auch noch einen flexiblen Kameramann, um verwertbare Beweise jeglicher Art zu erstellen.

    Disclaimer: Alle Aussagen sind gendergerecht gehalten, es werden alle Formen der persönlichen Identifikation berücksichtigt.
    • almgandi 28.11.2019 07:43
      Highlight Highlight Kameramann oder -frau?
    • Mr. Spock 28.11.2019 07:49
      Highlight Highlight Made my day!
    • Cassady 28.11.2019 08:15
      Highlight Highlight Oh es ist ja so witzig, das Problem von sexuellen Übergriffen ins Lächerliche zu ziehen. Komm Johnny, bring noch ein paar Witze!
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  • Lienat 28.11.2019 06:53
    Highlight Highlight "Aber man dürfe jemand nur für eine Tat bestrafen, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stelle. Und unter «Schändung» falle die Tat des 19-Jährigen nicht. Der Sex sei kein Missbrauch gewesen."

    Damit ist eigentlich alles gesagt: Den Straftatbestand des Stealthing gibt es im Schweizer StGB nicht. Damit muss der Täter zähneknirschend freigesprochen werden. Was jetzt aber möglichst rasch folgen muss, ist eine Überarbeitung des Strafrechts, um diese Gesetzteslücke zu schliessen.

    Manchmal bietet Rechtsstaatlichkeit eben auch Nachteile. Zum Glück nur sehr selten.
    • Nik G. 28.11.2019 10:12
      Highlight Highlight Nicht ganz. Die Urteile können jeweils weitergezogen werden. Wenn es am Schluss beim Bundesgericht landet wird ein Urteil gefällt, an dass sich dann alle Gerichte der Schweiz halten können. Man muss es einfach weiterziehen können.
    • Mandarinchen 28.11.2019 10:51
      Highlight Highlight Ich heisse das keinesfalls gut. Mir fehlen aber noch ein par Infos. Geht es hier "nur" um eine mögliche Schwangerschaft oder hat der Typ Geschlechtskrankheiten?
    • Lienat 28.11.2019 13:49
      Highlight Highlight @Nik G.: Und für welche Straftat gemäss StGB soll ihn das Bundesgericht verurteilen? Sollen Sie zuerst eine erfinden? Das wären dann Zustände wie in einer Bananenrepublik.

      @Husii: Bei einer Geschlechtskrankheit ist m.E. der Fall klar. Dann ist es eine schwere Körperverletzung (dasselbe, wie wenn dem Partner vor ungeschütztem Sex eine HIV-Infektion verschwiegen wird). Und nein, ich heisse Stealthing auch keineswegs gut. Aber bis es dagegen eine Rechtsgrundlage gibt, sind den Gerichten die Hände gebunden.

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