Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Wahlbarometer

Sämtliche Resultate der Wahlbarometer im Überblick: Alle Angaben in Prozenten.
grafik: watson

Letzte Prognose vor der Wahl: Die grossen Parteien legen zu, die kleineren müssen Federn lassen

Im aktuellen Wahlbarometer bestätigt sich der Trend zu einem Rechtsrutsch: Wäre Ende September gewählt worden, hätte die SVP 27,9 Prozent der Stimmen erhalten. Es folgt die SP mit 19,2 Prozent.



Mit 27.9 Prozent konnte die SVP ihren Stimmenanteil gegenüber dem Wahlbarometer von Anfang September beinahe halten. Damals hatte die SVP mit 28 Prozent den maximalen Stimmenanteil in den diesjährigen Wahlbarometern erreicht. Der Trend ist nur ganz minimal rückläufig. Das zeigt das am Mittwoch veröffentlichte Wahlbarometer des Forschungsinstituts GFS Bern im Auftrag der SRG.

Adrian Amstutz, Fraktionschef SVP, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Legislaturbilanz der SVP, am Montag, 5. Oktober 2015 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Das Wahlbarometer sagt der SVP Stimmengewinne voraus.
Bild: KEYSTONE

Auf ähnlichem Niveau verharrte auch die SP, die Ende September auf 19,2 Prozent der Stimmen gekommen wäre gegenüber 19,3 im Wahlbarometer Anfang September. Sowohl SVP wie SP konnten gut mobilisieren. «Die Bürger am rechten und linken Pol sind heute verstärkt zum Wählen motiviert, derweil die Mitte mehr Mühe hat, ihr Wählerpotenzial zum Wählen zu bewegen», schreiben die Autoren.

ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN ZUM THEMA WAHLFEATURE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSEITE

Der SP gelingt es hinter der SVP am besten, ihre Botschaften zu platzieren. 
Bild: KEYSTONE

Der Ausfall von Müller schadet der FDP nicht

Leicht verloren hätte die FDP, die noch auf 16,7 Prozent kommt, während sie zuvor bei 16,9 gelegen hatte. Im Vergleich zum erreichten Stimmenanteil bei den Wahlen 2011 (15,1 Prozent) würde dies für die FDP aber dennoch einen Zuwachs bedeuten.

Nicht geschadet hat der FDP offenbar die Wahlkampfabstinenz ihres Parteipräsidenten Philipp Müller nach dessen Verkehrsunfall.

ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN ZUM THEMA WAHLFEATURE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSEITE

Die FDP dürfte gegenüber dem Jahr 2011 leicht zulegen.
Bild: KEYSTONE

Wieder leicht zulegen konnte die CVP, die aktuell auf 11.5 kommt. Die Grünen reihen sich dahinter mit 7,2 Prozent ein. Das Wahlbarometer prophezeit den Grünen denn auch Verluste – mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent. Fast genau so sicher (92 Prozent) seien Gewinne für die FDP, schreiben die Autoren.

ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN ZUM THEMA WAHLFEATURE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSEITE

11,5 Prozent der Stimmen soll die CVP bekommen
Bild: KEYSTONE

Die BDP als Verliererin 

Verluste hinnehmen muss auch die BDP. Die Partei kommt im aktuellen Wahlbarometer auf 4,6 Prozent Stimmenanteil. Die GLP käme auf 5,0 Prozent.

Der neue Trend geht laut GFS Bern dahin, dass die grossen Parteien gestärkt werden und kleinere eher Federn lassen müssen. Gefragt seien angesichts vieler Unsicherheiten Antworten der etablierten Parteien. Ausserdem wollten viele Wahlberechtigte das rechtsbürgerliche Lager stärken.

Eine Folge davon könnte sein, dass Mitte-Links im Nationalrat keine gesicherte Mehrheit mehr hat. Zünglein an der Waage könnte die CVP spielen.

Migration als dominierendes Thema

Als drängendstes Problem empfinden die Wahlwilligen mit grossem Abstand die Migrationsthematik. Dies hat sich verglichen zum vorangehenden Wahlbarometer noch verstärkt. «Noch nie waren die Erwartungen an einen Wahlkampf in den letzten 20 Jahren so monothematisch wie diesmal», heisst es dazu.

ARCHIV --- ZUM TRAKTANDUM ASYLWESEN AN DER HERBSTSESSION STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Asylanten werden von Polizei und Medien zum Polizeiposten begleitet. 5 Asylanten, 2 Kinder ein Elternpaar und ein junger Mann, kommen mit dem Railjet Zug von Wien her auf dem Bahnhof in Buchs SG an und werden nach einem Zwischenhalt bei der Polzei in die Asylunterkunft in Altstaetten SG gebracht, Buchs SG, am Dienstag, 1. September 2015. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Migration und dann lange nichts mehr: So könnte man den Wahlkampf 2015 betiteln. 
Bild: KEYSTONE

Abgeschlagen auf der Problemhitliste folgen die bilateralen Verträge mit der EU, die Arbeitslosigkeit, die soziale Sicherheit und die Krankenversicherungen. Während die SVP bei der Migrationsproblematik als besonders kompetent wahrgenommen wird, kann die FDP den Lead bei der Europafrage beanspruchen. Der SP trauen die Wahlwilligen bei der sozialen Sicherheit am ehesten Lösungen zu.

Die Grünen könnten zwar beim Kernthema Umwelt mit Kompetenz punkten. Allerdings sind die Energiewende und Umweltfragen erstmals nicht mehr in den Top-Fünf-Problemen vertreten.

Im Bundesrat bleibt alles, wie es ist

Rund drei Wochen vor dem Wahltag wurden die Wahlwilligen auch nach ihrer Präferenz für die künftige Zusammensetzung des Bundesrats gefragt. Von fünf Möglichkeiten schneidet der Status quo mit 29 Prozent Zustimmung am besten ab, wie dem Wahlbarometer zu entnehmen ist. Diese Variante ist vor allem bei BDP-, SP-, und CVP-Wählenden aber auch bei Unabhängigen beliebt.

BDP-Bundesraetin Eveline Widmer-Schlumpf an der Parteiversammlung der BDP vor den Eidgenoessichen Wahlen, in Aarau, am Samstag, 5. September 2015. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Eveline Widmer-Schlumpf, die BDP-Bundesrätin.
Bild: KEYSTONE

21 Prozent der Wahlwilligen würden einen Sitztausch zwischen BDP und SVP bevorzugen. Dies ist vor allem bei SVP-Wählern populär. Die FDP-Basis ist gespalten: Etwa gleich viele FDP-Sympathisanten sprechen sich jeweils für den Status quo oder für den zweiten Sitz für die SVP aus. Rund 15 Prozent aller Befragten wünschten sich stattdessen eher einen zweiten Sitz für die CVP.

Für das Wahlbarometer wurden vom 23. bis zum 30. September insgesamt 1011 repräsentativ ausgewählte Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz befragt. Die Interviews fanden somit zu Beginn der entscheidenden Phase mit der Schlussmobilisierung statt, wie GFS Bern festhält.

Ende September hätten sich 49 Prozent der Wahlberechtigten an den nationalen Wahlen beteiligt, in etwa gleich viele, wie 2011 tatsächlich an die Urnen gingen. Dieses Jahr besonders mobilisiert wurden gemäss GFS Bern untere Bildungsschichten und Männer. Bei den Frauen ist die Beteiligungsbereitschaft rückläufig. (feb/sda)

Umfrage

Gehst du wählen?

  • Abstimmen

5,183

  • Ja84%
  • Nein.4%
  • Ich darf leider nicht.9%
  • Weiss noch nicht. 2%

Mehr zum Thema:

SVP kam zu gut weg: 2011 lag das letzte Wahlbarometer daneben >>

Longchamp vermischt sein Wahlbarometer mit anderen Umfragen – und kommt zu neuen Prognosen für den 18. Oktober >>

Best-of gefälschte Wahlplakate

Weitere spannende Storys zu den Wahlen:

Du bist gerade aus dem Koma aufgewacht und hast absolut keine Ahnung, was bei den Wahlen abgegangen ist? Diese zehn Dinge musst du wissen

Link zum Artikel

Die grosse Übersicht: So hat die Schweiz gewählt – Kanton für Kanton

Link zum Artikel

So hat sich Mörgeli innert dreier Jahre ins Aus geklagt: Eine Fehdenorgie in fünf Akten

Link zum Artikel

Die SVP kassiert den Lohn der Angst – die Schweiz lebt sich auseinander

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 07.10.2015 23:19
    Highlight Highlight Ich wette mal so ins Blaue ein SVP plus von so 15% so wie ich unsere lieben Wählenden einschätze... Halte diese Grafik für Wunschdenken
  • Tropfnase 07.10.2015 19:54
    Highlight Highlight Ich geb nicht viel auf solche Prognosen
  • Wilson_Wilson 07.10.2015 17:33
    Highlight Highlight Asyl, Asyl, Asyl… Bedauernswert, wenn ein Thema reicht, um Wähler zu überzeugen.
  • philosophund 07.10.2015 17:33
    Highlight Highlight Hahaha. Herrliche "Farbgebung" der (Partei-)Linien in der Grafik. :-))) Ich liebe euch Watsonz.
    • Olaf 07.10.2015 18:57
      Highlight Highlight Das freut uns sehr! :-)
  • kettcar #lina4weindoch 07.10.2015 17:24
    Highlight Highlight Gemäss der ersten Grafik, scheint die SVP konsequent eine braune Linie zu verfolgen...
    • Olaf 07.10.2015 18:59
      Highlight Highlight Das ist nur, weil irgendwie die anderen Farben schon vergeben waren. Ein Schelm, wer Böses denkt.
  • dnsd 07.10.2015 17:02
    Highlight Highlight Und wo genau seht ihr einen Rechtsrutsch?
    • Sunking_Randy_XIV. 07.10.2015 17:43
      Highlight Highlight Naja, die Sünnelipartei und ihr Anhängsel legen insgesamt wohl mehr zu als die Linke, insofern ist es klar ein Rechtsrutsch; vor allem genügen kleine Sitzverschiebungen (laut Levrat etwa 7) im Parlament, um die Mehrheit zu kippen.

Streit um einen Fragebogen – hat die Operation Libero «Kandidaten gekauft»?

Die «Wochenzeitung» zitiert aus einem vertraulichen Papier der Operation Libero. Das Dokument soll angeblich aufzeigen, wie sich die Organisation im Gegenzug für eine 1,5 Millionen Franken schwere Wahlkampagne Kandidaten für ihre politischen Ziele einspannt. Die Liberos wehren sich gegen die Vorwürfe.

Im Rahmen ihrer Kampagne «Wähle den Wandel» unterstützt die Operation Libero 41 Nationalratskandidatinnen und -Kandidaten in 11 Kantonen. In ihrem Wahl-Appell ruft die Operation Libero die Wählerinnen und Wähler dazu auf, ihre Stimme den «fortschrittlichen Köpfe aus verschiedenen Parteien» zu geben, welche die «Blockade» der vergangenen Legislatur zu überwinden helfen würden. Denn in den vergangen vier Jahren habe in Bern eine «Koalition der Verhinderer» regiert. Inhaltlich geht …

Artikel lesen
Link zum Artikel