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Dieses Bild soll, wenn es nach den neuseeländischen Gesundheitsbehörden geht, bald der Vergangenheit angehören.
Dieses Bild soll, wenn es nach den neuseeländischen Gesundheitsbehörden geht, bald der Vergangenheit angehören.Bild: sda

Werbeverbot, 14 Franken für ein Päckli: Die Luft für die Tabakbranche wird dünner

Neuseeland will zum rauchfreien Land werden. In der Schweiz soll mithilfe einer Initiative die Tabakwerbung massiv eingeschränkt werden. Die Tabaklobby gerät immer mehr unter Druck.
12.12.2021, 08:1112.12.2021, 08:31

Der Tabaklobby geht es an den Kragen. Besonders in Neuseeland: Der Inselstaat im südlichen Pazifik will zu einem rauchfreien Land werden. Ab Ende 2022 soll ein neues Gesetz gelten, dass es unter 14-Jährigen verbietet, legal Tabakprodukte zu erwerben.

«Wir wollen sicherstellen, dass junge Leute nie mit dem Rauchen anfangen, also machen wir es strafbar, rauchbare Tabakprodukte an Jugendliche zu verkaufen», sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Ayesha Verrall am Donnerstag gegenüber der Zeitung «New Zealand Herald».

Dem Plan zufolge können Rauchende nur noch Tabakwaren mit sehr niedrigem Nikotingehalt kaufen. Zudem sollen immer weniger Geschäfte die Erlaubnis erhalten, Tabakwaren anzubieten. «Dies ist ein historischer Tag für die Gesundheit unseres Volkes», betonte Verrall.

Werbeverbote und höhere Preise

Auch in der Schweiz wird die Luft für die Tabakindustrie dünner. Im Februar kommt eine Initiative vors Volk, die weitreichende Werbeverbote für Tabakprodukte fordert – für den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Lanciert wurde die Initiative von einer Allianz aus Schweizer Gesundheitsorganisationen.

«Die Jugendlichen sind die Zielscheibe der Tabakindustrie, weil praktisch niemand nach 21 noch mit dem Rauchen beginnt», sagt Nadine Aebischer. Sie ist im Komitee der Initiative gegen Tabakwerbung für Jugendliche und Leiterin Politik bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände.

Für Aebischer ist klar: Neu lancierte Produkte und damit verbundene Werbekampagnen, wie die Öko-Zigi von Parisienne, zielt auf die Jungen ab. «Wir wollen, dass die Werbung überall dort verschwindet, wo sie auf Jugendliche zielt. Also in Gratiszeitungen, auf Festivals, in den sozialen Medien oder am Kiosk.»

Parisienne wirbt in Gratiszeitungen mit einer neuen Eco-Linie.
Parisienne wirbt in Gratiszeitungen mit einer neuen Eco-Linie. bild: 20minuten print/screenshot

Ein generelles Verkaufsverbot, wie es in Neuseeland geplant ist, findet Aebischer trotz des hohen Abhängigkeitspotenzials von Nikotin aber nicht zielführend. Wir fokussieren uns auf die Tabakwerbung. «Ein Konsumverbot wäre hierzulande undenkbar und meiner Meinung nach wenig sinnvoll.»

Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendliche vor Tabakwerbung»
Am 13. Februar 2022 stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung (Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung)» ab.

Diese will Tabakwerbung überall dort verbieten, wo Kinder und Jugendliche sie sehen können, zum Beispiel in der Presse, auf Plakaten, im Internet, im Kino, in Kiosken oder an Veranstaltungen.

Für elektronische Zigaretten würden die selben Regeln gelten. Erlaubt wäre weiterhin Werbung, die sich nur an Erwachsene richtet oder sich an Orten befindet, zu denen Minderjährige keinen Zugang haben.

Bundesrat und Parlament stellen der Initiative mit dem neuen Tabakproduktegesetz einen indirekten Gegenvorschlag gegenüber. Die neuen Bestimmungen würden Werbung für Tabakprodukte und elektronische Zigaretten auf Plakaten und im Kino verbieten. Auch dürften Tabakkonzerne keine Zigaretten mehr gratis abgeben oder internationale Veranstaltungen in der Schweiz sponsern. (sda)

10.20 Franken für das günstigste Päckli

Neben den geforderten Werbeverboten fordert die Antitabak-Lobby auch, dass das Rauchen teurer werden soll. 10.20 Franken soll das günstigste Zigi-Päckchen kosten, der Durchschnittspreis pro Päckchen soll von 8 auf 14 Franken steigen. «Gemessen am Lohn- und Kostenniveau in der Schweiz sind die aktuellen 5.50 Franken für ein Päckchen Zigaretten sehr günstig», so Wolfgang Kweitel von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention (AT) gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Begründet wird die Preiserhöhung auch mit der Tabaksteuer, die gemäss Parlamentsabstimmung in Zukunft auch für E-Zigaretten gelten soll. Denn wenn E-Zigaretten aufgrund der Tabaksteuer mehr kosten, so sollte auch die herkömmliche Raucherware teurer werden. Sonst fällt der finanzielle Anreiz weg, auf die weniger schädlichen E-Zigaretten umzusteigen.

Bei der Tabakbranche stossen Werbeverbot und Preiserhöhung auf wenig Begeisterung. «Tabakprodukte sind bereits sehr stark reguliert. Die Volksinitiative ist ein faktisches Werbeverbot. Und wir wissen aus dem Ausland und aus Studien, dass Werbeverbote nicht dazu führen, dass weniger geraucht wird», sagt Kevin Suter, Kommunikationschef von Japan Tobacco International Schweiz (JTI).

Für den Jugendschutz seien bereits griffige Massnahmen geplant, so Suter weiter. «Das Parlament hat im September mit dem neuen Tabakproduktgesetz ein Mindestalter von 18 beschlossen. Damit sind auch wir einverstanden. Das ist effektiver Jugendschutz.»

Auch massive Steuererhöhungen lehnt Suter ab. «Auch wenn Rauchen massiv teurer wird, machen es die Leute trotzdem. Sie rauchen, weil sie es wollen und den Genuss suchen.» Bei 10 Franken oder mehr pro Päckchen würden die Leute einfach im Ausland einkaufen oder auf den Schwarzmarkt ausweichen. «Dann hat niemand etwas davon», schliesst Suter.

Mit Material der sda

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Als Rauchen noch als vornehm galt

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Als Rauchen noch als vornehm galt
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«Schämt euch nicht dafür, dass ihr raucht, aber seid sozialer, wenn ihr raucht»

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