Schweiz
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At the office of Huawei at the seat of the company in Duebendorf in the canton of Zurich, Switzerland, pictured on February 5, 2013. Huawei is a Chinese multinational networking and telecommunications equipment and services company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

In den Bueros von Huawei am Sitz des Unternehmens in Duebendorf im Kanton Zuerich, aufgenommen am 5. Februar 2013. Huawei ist ein multinational operierendes chinesisches Unternehmen mit dem Schwerpunkt in Entwicklung und Herstellung von Geraeten der Kommunikationstechnologie. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Menschen mit einem Vollzeitjob gibt es immer weniger. Bild: KEYSTONE

Wolltest du dich gerade wieder einmal über deinen Job beschweren? Dann lies zuerst das

Der feste Vollzeitjob ist in der heutigen Arbeitswelt immer weniger die Norm: Lediglich ein Viertel der Beschäftigten weltweit hat eine feste Stelle. Der Rest verfügt über zeitlich beschränkte Verträge, arbeitet ohne Vertrag, ist selbstständig oder wird nicht entlöhnt.



Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten haben gar keinen Arbeitsvertrag, wie die Internationale Arbeitsorganisation ILO in ihrem neuesten Bericht über die Anstellungsbedingungen vom Montag ausweist. 

Die meisten der ohne Vertrag tätigen Menschen arbeiten:

- auf eigene Rechnung

-oder zusammen mit der Familie in der Landwirtschaft, im Handwerk oder im Handel.

Postal worker Juan Carlos, 51, picks tomatoes from a vine on a piece of land claimed by a group of people, some unemployed, to use to grow food for themselves, close to Pamplona, northern Spain, Tuesday Sept. 10, 2013. Spain has been in recession for most of the past four years and is burdened with a 26.3 percent unemployment rate. (AP Photo/Alvaro Barrientos)

Viele Arbeiter in der Landwirtschaft haben keinen Arbeitsvertrag. Bild: AP

Die bezahlte Arbeit stellt nur etwa die Hälfte des globalen Arbeitsmarktes dar, wobei die Anteile je nach Region stark variieren. In den Industrieländern sind acht von zehn Beschäftigten gegen Lohn angestellt, in Südostasien oder in Afrika liegt dieses Verhältnis etwa bei zwei zu zehn.

Bei den Lohnarbeitenden haben 42 Prozent einen unbegrenzten Arbeitsvertrag. Gemäss ILO ist diese Zahl rückläufig. Die Teilzeitarbeit ist auf dem Vormarsch, was sich seit der Finanzkrise 2009 noch akzentuiert hat. Besonders Frauen arbeiten Teilzeit. In den 86 untersuchten Ländern waren es 24 Prozent gegen 12,4 Prozent bei den Männern.

ANLAESSLICH DER MITTEILUNG DES HOERGERAETE-HERSTELLERS SONOVA, AM MONTAG, 2. MAERZ 2015, 100 STELLEN INS AUSLAND VERLAGERN ZU WOLLEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Eine Mitarbeiterin des Schweizer Hoergeraeteherstellers Phonak AG Hearing Systems montiert am 18. November 2008 am Hauptsitz in Staefa im Kanton Zuerich Hoergeraete. Die Phonak Gruppe gehoert zur Sonova Holding AG. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Die Teilzeitarbeit ist bei Frauen sehr verbreitet. Bild: KEYSTONE

Prekäre Beschäftigung 

In vielen Entwicklungsländern ist Arbeit im informellen Sektor die Norm. ILO-Generaldirektor Guy Ryder erklärte, das widerspiegle die Unsicherheit für viele Beschäftigte in weiten Teilen der Welt. Hinzu gesellen sich die 210 Millionen Menschen, die nach ILO-Schätzungen 2014 ohne Arbeit waren. Das ist gegenüber dem Vorkrisenjahr 2008 eine Zunahme um 30 Millionen.

This Friday, Nov. 28, 2014 image shows Ngwe Thein, 42, who has been living on an island near Benjina, Indonesia for three years, after being forced to work on a fishing trawler with inadequate food and little or no pay, he said. In the wake of an AP report on  fishermen who were enslaved, on Thursday, March 26, 2015, Thai lawmakers voted unanimously to create tougher penalties for violating the country's anti-human trafficking law, including the death penalty. But in a Thursday email, Phil Robertson, deputy director of Human Rights Watch's Asia division said,

In ärmeren Ländern, hier ein Fischer aus Indonesien, arbeiten im Schnitt nur zwei von zehn Arbeitern für einen Lohn.  Bild: /AP/KEYSTONE

Für die Organisation sind informelle Anstellungsbedingungen von einer zunehmenden Ungleichheit begleitet. Das Risiko besteht, dass sie den Teufelskreis aus geringer Nachfrage und langsamer Erholung auf dem Stellenmarkt seit der Finanzkrise verschärfen und damit das zaghafte Wachstum weiter hemmen.

Der Stellenzuwachs stagniert seit 2011 weltweit bei etwa 1,4 Prozent pro Jahr. In den Industrieländern und in der Europäischen Union sind es gerade einmal 0,1 Prozent. Die ILO beziffert die dadurch bedingten Lohneinbussen auf rund 1.2 Billionen Dollar. (feb/sda)

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