bedeckt
DE | FR
20
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Gesellschaft & Politik

Roger Köppels Auftritt bei Günther Jauch bringt Twitter zum Explodieren

Roger Köppel, «Weltwoche»-Chef und SVP-Politiker, sorgt mit seinem Auftritt bei Günther Jauch für Aufsehen.
Roger Köppel, «Weltwoche»-Chef und SVP-Politiker, sorgt mit seinem Auftritt bei Günther Jauch für Aufsehen.Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Roger Köppels Auftritt bei Günther Jauch bringt Twitter zum Explodieren

20.04.2015, 02:4820.04.2015, 18:47

Roger Köppel war am Sonntagabend wieder einmal Gast in einer deutschen TV-Show. Es war das erste Mal, dass er nicht nur als Chef der «Weltwoche», sondern als SVP-Politiker auftrat. Und er machte gleich Wahlkampf. 

Köppel durfte seine Meinung bei Günther Jauch kundtun. Nachdem sich im Mittelmeer erneut eine Katastrophe ereignete, bei der befürchtet wird, dass 700 oder mehr Menschen ertrunken sind, war das Thema: «Wie soll Europa auf die Flüchtlingskatastrophe reagieren?» Dazu wurden mehrere Gäste eingeladen, so auch Köppel.

Er meinte zum Thema unter anderem, man müsse diesen «Todeskanal» dichtmachen. Natürlich sei Europa schuldig an diesen Todesfällen. Dann präzisierte er: «Die politischen Eliten, weil sie die illegale Einwanderung nicht stoppen.»

Moderator Günther Jauch griff wenig ein bei der Diskussion.
Moderator Günther Jauch griff wenig ein bei der Diskussion.Bild: Getty Images Europe

Köppel forderte, dass reiche Länder wie Kuwait, Oman oder Saudi-Arabien ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen. Die müssten doch nicht alle nach Europa kommen. Die Türkei, Jordanien oder auch den Libanon, die bereits Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben, erwähnte er nicht.  

Am Schluss schwieg auch Roger Köppel

Ganz anderer Meinung war der Jurist, Journalist und Autor Heribert Prantl. Er schrieb schon vor der Sendung in der «Süddeutschen Zeitung», es seien nicht die Schleuser, die Menschen auf Schiffe lockten, sondern die Europäische Union, weil die Grenzen dicht seien. 

Kennst du schon die watson-App?

Über 130'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Während der Sendung entwickelte sich eine Art Streit-Diskussion zwischen den beiden. Sie gipfelte in Köppels Frage: «Was beispielsweise, wenn aus Syrien vielleicht auch IS-Leute eingeschleust werden?» «Herr Köppel, ich bitte Sie», antwortete Pratl müde. Jauch liess die Streithähne weitgehend gewähren. 

Am Ende der Sendung kam es zu einer Schweigeminute. Auch Roger Köppel machte mit (hinten links).
Am Ende der Sendung kam es zu einer Schweigeminute. Auch Roger Köppel machte mit (hinten links).Bild: ard

Am Schluss der Sendung kam Harald Höppner zu Wort. Der Mann hat ein Schiff gekauft und fährt nun los, Leute zu retten. Er bestand darauf, dass alle im Studio aufstehen und mit einer Gedenkminute den Opfern der aktuellen Katastrophe gedenken. Und dann standen alle, wirklich alle und schwiegen, schreibt Spiegel online. Sogar Roger Köppel.

Köppels Auftritt ist das Gesprächsthema auf Twitter.  

(feb)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
saukaibli
20.04.2015 08:43registriert Februar 2014
Ein Typ wie Köppel wäre der Erste, der flüchten und ein besseres Leben suchen würde, wenn die Verhältnisse in der Schweiz wären wie in Eritrea, SUdan o.ä. Aber um das zu erkennen müsste man fähig sein, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Wie alle Menschen mit einer soziopathischen Störung kann Köppel das leider nicht und kann deshalb auch keinerlei Verständnis aufbringen für Menschen, die alles aufgeben um vor Armut, Not und Krieg zu flüchten um ein besseres Leben für sich und ihre Familie zu suchen.
14149
Melden
Zum Kommentar
avatar
urano
20.04.2015 09:53registriert April 2014
der schreiberling zu blochersgnaden ist nicht nur eine schande für die schweiz, nein, er ist eine schande für die menschheit. ich frage mich immer wieder, warum solchen menschenverachtenden typen eine derartige plattform geboten wird. und diese rhetorische zeitbombe muss auch noch ins parlament...graus, oh graus
9150
Melden
Zum Kommentar
avatar
Angelo C.
20.04.2015 11:13registriert Oktober 2014
Also, Herrschaften, ich hab' die Sendung - im Gegensatz zu den Meisten hier schon wieder unqualifiziert mosernden Zeitgenossen - gesehen. Auch dass Köppel vom (deutschen!) Publikum immer wieder spontanen Szenenapplaus erhielt, denn seine statements hörten sich am realistischsten an und so liess ihn Jauch denn auch ebenso interessiert wie willig gewähren. Obwohl mir seine Auftritte längst nicht immer gefallen: der hier war fundiert und hat echt hingehauen! Peinlich dagegen waren die hilflosen emotionalen Reden des Redaktors der "Süddeutschen", bar jeden Realitätsanspruchs und umsetzbarer Alternativen, einfach nur leeres Geschwätz, sodass ausser der Syrerin alle Beteiligten ab und an etwas verständnislos die Köpfe schüttelten und auf den Stockzähnen lächelten.
6130
Melden
Zum Kommentar
20
Lösung im Arbeitskonflikt gefunden – Bauarbeiter erhalten mehr Lohn

Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter in der Schweiz erhalten ab dem kommenden Jahr monatlich 150 Franken mehr Lohn. Die Baumeister und die Gewerkschaften haben im schwelenden Arbeitskonflikt eine Lösung gefunden.

Zur Story