Schweiz
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Wohnungssuchende stehen Schlange vor einer Liegenschaft in Zürich (Archivbild).

Günstige Wohnungen sind sehr beliebt – die Wohnungsinitiative soll Abhilfe schaffen. Bild: KEYSTONE

Zustimmung zur Wohnungsinitiative schwindet



Die Wohnungsinitiative hat an Zustimmung verloren. Die neusten Umfragen im Auftrag der SRG sowie der Tamedia deuten auf ein Nein in der Abstimmung vom 9. Februar hin. Zum Diskriminierungsartikel sagt weiterhin eine Mehrheit Ja.

Am 9. Februar kommt die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» zur Abstimmung, die den gemeinnützigen Wohnungsbau stärken will. Das Stimmvolk entscheidet ausserdem über die Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm: Künftig soll diese auch vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung schützen.

Am Mittwoch wurden die neusten Umfragen dazu veröffentlicht. Gemäss der zweiten SRG-Trendbefragung wäre die Wohnungsinitiative zwar knapp angenommen worden, wenn am 18. Januar abstimmt worden wäre: 51 Prozent der abstimmungswilligen Stimmberechtigten gaben an, sie würden bestimmt oder eher für die Wohnungsinitiative stimmen, 45 Prozent bestimmt oder eher dagegen. 4 Prozent waren unentschieden.

Die Entwicklung seit der ersten Befragung deute aber darauf hin, dass die Initiative bis zum Urnengang weiter an Unterstützung verlieren werde und schliesslich mehrheitlich abgelehnt werden dürfte, schreibt das Forschungsinistitut gfs.bern, das diese Befragung durchführte.

Annahme unwahrscheinlich

Gemäss der etwas später durchgeführten dritten Tamedia-Umfrage gaben 51 Prozent an, die Initiative ablehnen oder eher ablehnen zu wollen. 48 Prozent sagten Ja oder eher Ja, 1 Prozent machte keine Angabe.

Die Tamedia-Umfrage führte das Unternehmen LeeWas durch. Anders als gfs.bern äussert sich dieses auch zum erwarteten Ja-Stimmenanteil. Es erwartet am 9. Februar einen Ja-Stimmenanteil von 42 Prozent, mit einem Unsicherheitsbereich. Dass die Initiative angenommen wird, bezeichnet LeeWas als unwahrscheinlich.

Typischer Verlauf

Anfängliche Sympathien seien für linke Initiativen typisch, schreibt gfs.bern. Ebenso typisch sei der deutliche Rückgang bei der Zustimmung. Die Kernanliegen der Initiative blieben allerdings gut abgestützt: Deutliche Mehrheiten seien für mehr genossenschaftliche Wohnungen und für weniger Spekulation. Die Nein-Seite trumpfe aber immer stärker mit Erwägungen zu den Folgekosten, zu den starren Quoten und zu Einschränkungen des Wettbewerbs.

Sowohl gfs.bern als auch LeeWas machten einen Stadt-Land-Konflikt aus: In den Städten ist die Zustimmung zur Initiative grösser als in den Agglomerationen und auf dem Land. Ausserdem geniesst die Initiative bei den Frauen mehr Unterstützung als bei den Männern.

Ja zum Diskriminierungsartikel

Bei der Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm haben die Gegnerinnen und Gegner ebenfalls zugelegt. Das Ja-Lager behält jedoch einen komfortablen Vorsprung.

65 Prozent sagten in der SRG-Trendbefragung, sie seien bestimmt oder eher für die Vorlage. 33 Prozent stellten sich auf die Nein-Seite. Nur 2 Prozent waren noch unschlüssig. Die Tamedia-Umfrage kam auf 69 Prozent Ja oder eher Ja, 29 Prozent Nein oder eher Nein. 2 Prozent machten keine Angabe.

Annahme wahrscheinlich

ARCHIV - ZU DEN EIDG. ABSTIMMUNGEN AM SONNTAG, 9. FEBRUAR 2020, MIT DEM THEMA DISKRIMINIERUNG, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Members of the Gay and Lesbian community participate at the Gay Pride parade in Fribourg, Switzerland, 25 June 2016. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Mit der neuen Antirassismus-Strafnorm würde die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten werden. Bild: KEYSTONE

Zwar zeige sich eine Polarisierung des Meinungsbildes Richtung Nein, schreibt gfs.bern. Der Vorsprung der Ja-Seite bleibe allerdings so gross, dass die Annahme der Vorlage nach wie vor das plausibelste Szenario darstelle. Die einzigen Gesellschaftsgruppen, welche die Vorlage mehrheitlich ablehnten, seien die SVP-nahe Wählerschaft sowie regierungskritische Teilnahmewillige.

LeeWas bezeichnet es als «sehr wahrscheinlich», dass die Vorlage angenommen wird. Der erwartete Ja-Stimmenanteil liegt bei 69 Prozent, mit einem Unsicherheitsbereich.

Kein Platz für Diskriminierung

Für die Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm spricht gemäss der Tamedia-Umfrage am ehesten das Argument, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden darf. Auch gfs.bern schreibt, eine grosse Mehrheit bleibe der Ansicht, dass Diskriminierung das friedliche Zusammenleben gefährde und in einer freien und auf Menschenwürde bedachten Gesellschaft keinen Platz habe.

Die Gegnerinnen und Gegner punkteten mit dem Argument, bald könnten Ansprüche weiterer Gesellschaftsgruppen folgen. Gemäss beiden Umfragen befürworten Frauen die Vorlage deutlicher als Männer.

Umfragen von Mitte Januar

Die SRG-Umfrage wurde zwischen dem 15. und dem 23. Januar durchgeführt, die Tamedia-Umfrage war zwischen dem 23. und dem 25. Januar online zugänglich.

gfs.bern befragte 4935 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/-2.7 Prozentpunkte. Die Resultate der Tamedia-Umfrage basieren auf 11'311 Teilnehmenden. Der Stichproben-Fehlerbereich wird mit +/-1.6 Prozentpunkten angegeben. Bei den Vorhersagen wird ein grösserer Fehlerbereich genannt. (sda)

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«Dummerweise rassistisch» – Diskriminierung geht auch subtil

Abstimmung über die Antirassismus-Strafnorm

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73
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    Alle Leser-Kommentare
  • desmond_der_mondbaer 29.01.2020 12:28
    Highlight Highlight Warum sind immer mehr Leute gegen die Wohnungsinitiative? Was sind die Nachteile, wenn die Initiative angenommen werden würde? Irgendwie verpasse ich da wohl gerade etwas..
    • phreko 29.01.2020 13:38
      Highlight Highlight Wer hat kann sich dann nicht mehr auf Kosten von denen, die weniger haben bereichern. Manche denken dabei auch an ihre Pension...
    • desmond_der_mondbaer 29.01.2020 18:23
      Highlight Highlight @phreko das wäre ja eigentlich gut? Oder wo liegt sonst noch der Nachteil?
  • PC Principal 29.01.2020 10:50
    Highlight Highlight Das Schöne am Diskriminierungsschutz ist, dass es alle Menschen schützt, auch Heterosexuelle. Es ist also kein Sonderrecht.
    • freeLCT 29.01.2020 12:49
      Highlight Highlight @PC Principal:

      Schützt es mich davor, jemandem ungehindert meine Meinung zu vermitteln und andere Menschen, nach meiner Ansicht zu interpretieren?

      Ne, ich werde sogar dafür verurteilt.

      Lehnt man diesen Vorstoss ab, lehnt man ein Sonderrecht ab, was nach meiner Ansicht auch definitiv vernünftiger wäre.

      (Und fange mir gar nicht damit an, zu beurteilen, was eine "Meinung" sein sollte. Das bestimme ich für mich allein und dafür braucht es keine "Zweitmeinung").

      Wenn du der Meinung bist, dass meine Meinung schlecht oder falsch ist, sollte ich gleichen Handlungsrahmen geniessen können, wie du.
    • PC Principal 29.01.2020 17:14
      Highlight Highlight @FreeLCT: Nur ein hypothetisches Beispiel: Wenn du die Meinung verbreiten würdest dass es eine gute Idee war, die Juden zu vergasen, dann machst du dich strafbar. Wenn du jedoch die Meinung verbreiten würdest, dass es toll war, Schwule zu vergasen, dann ist das legal und genau das würde das Gesetz ändern. Es schützt sowohl Homosexuelle als auch Heterosexuelle vor Diskriminierung, wobei ich noch nie gehört habe, dass Heteros aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert wurden.
    • PC Principal 29.01.2020 18:31
      Highlight Highlight @FreeLCT: Du wirst durch das Gesetz vor Diskriminierung aufgrund deiner sexuellen Orientierung geschützt. Aber du darfst zum Beispiel nicht mehr den Holocaust leugnen oder andere diskriminieren. Irgendwie logisch :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Quacksalber 29.01.2020 09:56
    Highlight Highlight Mieter ihr seid selber schuld, wenn ihr das verpatzt.
  • Mutbürgerin 29.01.2020 09:52
    Highlight Highlight Marktversagen nennen die Linken alles, was sie nicht umsonst kriegen.
    • phreko 29.01.2020 13:40
      Highlight Highlight Ein Race to the Top scheint ja wirklich ein funktionierender Markt zu sein. Vor allem wenn alle darauf zwingend angewiesend sind.

      Im Kanton Zug merken die Jungen auch langsam, dass der Steuerwettbewerb kein Heilsbringer ist.
  • Maragia 29.01.2020 09:25
    Highlight Highlight Wieso zielt diese Initiative für wenige statt für alle ab? Ist doch genau das Gegenteil was die SP propagiert. Es sollte versucht werden direkt alle Mieten niedrig zu halten. Nicht Genossenschaften zu fördern bzw zu unterstützen, damit diese noch günstigere Wohnungen erhalten. Genossenschaften sind kein offener Markt, sondern für einige wenige vorenthalten. Dies finde ich nicht korrekt.
    • Blitzmagnet 29.01.2020 13:51
      Highlight Highlight Das ist irgendwie bei den meisten Initiativen das Problem, fast egal ob links oder rechts. Die Grundideen sind oft gut, aber die Umsetzung direkt so übertrieben dumm, dass ich nur ablehnen kann.
    • Shlomo 29.01.2020 15:41
      Highlight Highlight Bullshit, Genossenschaftswohnungen stehen jedem offen.
    • Maragia 29.01.2020 21:19
      Highlight Highlight Ach ja Shlomo? Bei vielen musst du dich "bewerben" und wirst vieleicht nach 5 Jahren aufgenommen. Bei anderen musst du zuerst Kapital einschiessen. So offen steht das nicht allen...
      Genossenschaften dürfen auch jeden ablehnen (andere Vermieter natürlich auch).
    Weitere Antworten anzeigen
  • beaetel 29.01.2020 09:03
    Highlight Highlight Wenn man das Volk lange genug bearbeitet, stimmt es sogar gegen seine eigenen Interessen. Ich jedenfalls fände es gut, wenn 10 % des Wohnungsbaus der spekulativen Profitgier entzogen würde. Wohnen ist nämlich bei weitem das Teuerste in der Schweiz und ein bisschen renovieren und schon müssen die meisten Mieter umziehen, weil sie die Miete nicht mehr vermögen. Gut dass wir wenigstens darüber abstimmen können.
    • Immodommi 29.01.2020 11:42
      Highlight Highlight Stimm einfach nicht: Wohnen war in den letzten 50 Jahren noch nie so billig wie heute! (Quelle NZZ: https://bit.ly/2GyEle4).

      Fragen Sie mal Ihre Eltern, wieviel % von ihrem Einkommen sie damals für eine Wohnungsmiete bezahlt haben und vergleichen Sie das mit Ihrer heutigen Situation.

      Und zum Thema Profitgier: 20% aller PK-Gelder sind in Immobilien investiert, davon wiederum 90% in der Schweiz. Von Marktmieten profitieren also alle, die jemals gearbeitet haben..
    • phreko 29.01.2020 13:41
      Highlight Highlight Und umso mehr Geld man in der PK hat, umso mehr profitiert man.

      Es profitieren definitiv nicht alle! Zumeist wird es dort geholt, wo weniger vorhanden ist.
  • Mutbürgerin 29.01.2020 08:53
    Highlight Highlight Wenn der Staat die Bürger beim Wohnen unterstützen will, dann soll er die Mietzinsen von den Steuern abziehen lassen.
    • Dageka 29.01.2020 14:46
      Highlight Highlight Hol mir dann eine 15k pro Monat Wohnung und ziehe die dann von der Steuer ab, nice!
  • GetReal 29.01.2020 08:52
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass wir ein Marktsversagen haben, doch selbst wenn: Marktversagen führt nicht automatisch zu Staatsgelingen ;-) Was zu viele staatliche Eingriffe verursachen, kann man an Beispielen des früheren Ostblocks ausreichend studieren.

    Anstatt alles über einen Kamm zu scheren und den Markt einzuschränken, ist es aus meiner Sicht sinnvoller, Leute, die aus finanziellen Gründen Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu finden, direkt finanziell zu unterstützen. Weniger Aufwand, gezielte Wirkung, Markt funktioniert weiter.
    • Bündn0r 29.01.2020 08:59
      Highlight Highlight Leute finanziell zu unterstützen, so dass sie noch teuerere Stadtwohnungen bezahlen können, wird das Problem nicht lösen, nein es wird verschlimmert.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 29.01.2020 09:00
      Highlight Highlight Oh und wie will man das umsetzen? Ich kenne wohlhabende welche geld vom soz erhalten, weil sie ihr vermögen clever "verstecken"...
    • Holunderblütensirup 29.01.2020 10:20
      Highlight Highlight Hoch lebe der Markt. Das es Wettbewerb für Innovationen braucht leuchtet ein, aber beim Immobiliengeschäft versteh ich es nicht. Das gleiche auch bei der Krankenkassengeschichte, aber anderes Thema. Und das mit dem finanziell unterstützen ist ja schön und gut aber nur in der Theorie. Wenn die Sozialhilfe dir Geld gibt für eine Wohnung die teurer ist, da man zu wenig Genossenschaftswohnungen hat, sind das auch nur wieder Schulden die man in der Regel abzahlen muss. Also du willst die Menschen lieber noch mehr vom Staat abhängig machen, anstatt Genossenschaften zu fördern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • koks 29.01.2020 08:37
    Highlight Highlight Landwirtschafts- und Bauernland ist auch der Spekulation entzogen, es hat einen staatlich festgelegten maximalen m2-Preis. Man sagt klipp und klar: Kein Markt, Landwirtschaftsland soll nicht der Marktlogik folgen, der freie Markt soll hier nichts regeln, und deshalb hat der Staat hier eingegriffen. Hier spricht niemand von Subventionen der Steuerzahler.

    Mh. Dasselbe könnte doch auch für Wohnland gelten. Was den Bauern recht sein kann, sollte den Wohnenden nur billig sein...
  • Eron 29.01.2020 07:46
    Highlight Highlight Na endlich habe die Leute gemerkt dass mehr staatliche Eingriffe gar nichts einbringen solange man nicht die Nachfrage durch Begrenzung der Zuwanderung einschränkt und dafür sorgt, dass der Anlagenotstand durch die Niedrigzinspolitik der EZB globale Investoren in den Boden der CH zu Auswüchsen und steigenden Miet- und Kaufpreise der Grund ist, die Lex Koller muss wieder dringend verschärft werden.
    • PC Principal 29.01.2020 08:12
      Highlight Highlight Es ist umgekehrt: Wenn die Pensionskassen in den Grosstädten weniger bauen, nimmt die Wohnungsnot noch mehr zu und die Mieten steigen.
    • phreko 29.01.2020 13:44
      Highlight Highlight Stell dir vor, PC Principal, Genossenschaften könnten die Grundstücke bebauen. Dieser Gedankengang kann ja nicht allzu schwierig sein.
    • PC Principal 29.01.2020 14:04
      Highlight Highlight @Phreko: Genossenschaften haben schlicht nicht genug Geld, um den ganzen Wohnungsbedarf zu decken. Deshalb bin ich froh, dass meine Pensionsgelder dazu beitragen, die Wohnungsnot zu lindern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 29.01.2020 07:41
    Highlight Highlight Nichts gegen die ländlichen Gebiete, doch manchmal fühle ich mich schon sehr ausgebremst...
    • Albi Gabriel 29.01.2020 11:45
      Highlight Highlight Dann merkst du vielleicht, wie es uns geht, wenn wir von den Städtern vorgeschrieben bekommen, wie wir uns zu verhalten haben (Zweitwohnungsinitiative, Raumplanungsgesetzrevision etc.)...
    • Rethinking 29.01.2020 13:00
      Highlight Highlight @ Albi Gabriel: Ja kann ich nachvollziehen...

      Manchmal würde ich mir ein wenig offnere Geister wünschen...

      Nicht nur auf dem Land, auch in den Städten...

      Unsere grossen Themen wie Umwelt,
      Digitalisierung, Sozialsysteme etc. lösen wir nicht durch kleinkariertes Denken...

      Da braucht es radikal neue Lösungen, die so gar nicht unserem Bisherigen denken entsprechen...
  • soulcalibur 29.01.2020 07:38
    Highlight Highlight Unfair ist auch, dass man uns glauben will, es sei eine "Städteinitiative", auf dem Land gäbe es die Probleme nicht. Dabei ist es doch so das a.) das Lohnniveau tiefer ist und b.) Vermieter gerne Wohnraum in Airbnb umwandeln, weil es noch rentabler ist...gemäss einem SRF-Bericht vom 7. Januar 2020 verdient man so 60 und 80 Prozent mehr mit Touristen als mit festen Mietern....aber ja, ich weiss, Eigeninitiative und so, man muss nur wollen, dann kann man alles erreichen...
    • Immodommi 29.01.2020 09:16
      Highlight Highlight Unfair ist auch zu behauptet, die Mieten seien teurer geworden: Im Gegenteil, die Mieten sind sogar günstiger geworden in den letzten 50 Jahren (Quelle NZZ: https://bit.ly/2GyEle4).

      Und sagen Sie mir ein Beispiel von einer nicht touristischen Gemeinde auf dem Land, wo jemand gewinnbringend ein Airbnb vermieten könnte...
    • Maragia 29.01.2020 09:22
      Highlight Highlight Sorry, aber auf dem Land gibts das Problem nicht. Hier findest du Neubauten mit 4.5 Zimmern, 100-120m2 für 1'800-2'200.-/Monat.
    • soulcalibur 29.01.2020 11:52
      Highlight Highlight @Immodommi Ich mag es der Verfasserin ja gönnen (die übrigens in Küsnacht wohnt), dass sie kein Problem verortet. Die Realität sieht allerdings anders aus, wenn man grosse Pendlerei vermeiden will. Zudem sind die Lebenshaltungskosten die vergangenen Jahre gestiegen, im Gegensatz zu den Löhnen. Und: wenn man die Entwicklung der Bodenpreise die letzten 15 Jahre anschaut....da verstehe ich, dass sich niemand die Butter vom Brot nehmen will...@Maragia. Weit weg vom "Schuss" glaube ich das gern. Und 2200.- mag für viele ein "Klacks" sein, für Handwerker mit Familie vielleicht nicht so sehr...

    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 29.01.2020 07:37
    Highlight Highlight War auch lange nicht sicher, was ich abstimmen werde. Sind nach langem wieder zwei sehr interessante Grundsatzinitiativen und ich bin gespannt, wie die Abstimmungen und allem voran die Umsetzungen am Ende aussehen werden.
  • PC Principal 29.01.2020 07:33
    Highlight Highlight Ich finde es gut wenn der Staat direkt in Wohnungen investiert. Weil die Mietpreise von Angebot und Nachfrage abhängen, führt dies zu günstigeren Mieten. Und der Staat könnte mit den Wohnungen sogar noch Gewinn machen, es kostet also kein Steuergelder.

    Ich bin allerdings skeptisch, wenn Genossenschaften mit Steuergelder finanziell unterstützt werden, denn Genossenschaften bevorzugen nunmal eigene Mitglieder gegenüber Nicht-Mitgliedern. Da braucht man schon gute Kontakte.

    Die Initiative lässt die Variante irgendwie offen, aber meist ist von Genossenschaften die Rede.
    • Garp 29.01.2020 07:43
      Highlight Highlight Die Genossenschaften, die ich kenne, da kannst Du jederzeit Mitglied werden und Anteilscheine kaufen, auch wenn Du da noch nicht wohnst.
    • Immodommi 29.01.2020 09:20
      Highlight Highlight Das Problem ist nicht, dass niemand Wohnungen bauen will. Das Problem ist vielerorts, dass die Raumplanung bzw. die Bauordnung nicht mehr Wohnungen zulässt. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Staat mehr Wohnungen bauen sollte, aber nicht kann. Wenn man (vorallem in den Städten) mehr bauen könnte, würde das erhöhte Angebot automatisch die Mieten senken..
    • PC Principal 29.01.2020 10:48
      Highlight Highlight @Immodommi: Es ist sicher so, dass man das Baurecht ändern müsste. Wieso gibt es in den Städten Mindestabstände und Höhenbeschränkungen für Gebäude? Damit fördert man nur die Wohnungsnot.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 29.01.2020 07:21
    Highlight Highlight Ganz einfach, die Bürgerlichen machen Druck, da es ja im ihr Portemonnaie geht. Und um nix anderes.
  • Mr.Stepper 29.01.2020 07:20
    Highlight Highlight Wer braucht schon eine günstige Wohnung? Makes no sence.. aber eben man schneidet sich ja gerne ins eigene Fleisch... jeder Mieter sollte grundsätzlich für günstigen Wohnraum sein...
    • sottosopra 29.01.2020 08:07
      Highlight Highlight Ich gehe davon aus, dass eine Mehrheit der Stimmberechtigten Eigentum besitzt. Was letztendlich auch der Grund dafür sein wird, dass die Initiative abgelehnt wird. Ich für meinen Part habe meine Schlüsse daraus gezogen und ziehe in einen Kanton, der die von der Initiative verlangten Rahmenbedingungen bereits umgesetzt hat. Sollen doch die Berg- und Landkantone (und Gemeinden) weiterhin jammern, dass Ihnen die Leute ausgehen
    • andrew1 29.01.2020 08:56
      Highlight Highlight Doofe frage: sind denn die mieten in den besagten kantonen wirklich geringer? Haben die massnahmen wirkung gezeigt?
    • Bits_and_More 29.01.2020 09:12
      Highlight Highlight Die Frage ist wohl eher, ob die Mieten auch wirklich günstiger werden. Heute finden sich hohe Mieten vor allem in Städten und dort ist der Wohnungsleerstand praktisch auf 0. Sprich die Mieten werden offensichtlich bezahlt, die Nachfrage ist vorhanden, aber das Angebot fehlt.
      Wenn nun alleine die Mieten in diesen Orten günstiger werden, wird das Angebot an Wohnungen nicht grösser. Im schlimmsten Fall passiert sogar das Gegenteil, aufgrund günstigerer Mieten wird weniger Investiert und das Angebot geht zurück.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 29.01.2020 07:09
    Highlight Highlight Rund 60 Prozent der Schweizer sind Mieter. Viele von denen glauben daran, zukünftig selber zu den Vermietern gehören zu können.

    Und wenn man die Wohnungsinitiative unterstützt, da würde man sich ja den eigenen Ast abschneiden, auf den man in dieser Zukunftsvorstellung sitzt.

    Glaube, viele zahlen so hohe Mieten (Zürich, Zug, Basel, usw.), dass man niemanden gönnen würde, der dank dieser Initiative weniger bezahlen würde als man selber. Es gibt nicht nur Neid nach oben, sondern auch innerhalb der pauperisierten Schichten.
    • Mügäli 29.01.2020 07:35
      Highlight Highlight @Stefan - also ich bin Mieterin sowie Vermieterin und habe mich bis dato noch nicht entscheiden wie ich Stimmen soll. Ich glaube aber nicht, dass die meisten Mieter zukünftig zu Vermietern werden, wie sollten diese das auch? Das Problem der hohen Mieten in der Schweiz ist einerseits die hohe Nachfrage, vor allem in Städten und anderseits die Anleger, PK‘s welche notabene auch unsere ‚Rendite‘ der Altersvorsorge damit erwirtschaften.

      Das Problem ist vielschichtig und kann nicht mit Neid als Ursache definiert werden ..
    • Stefan Morgenthaler-Müller 29.01.2020 08:56
      Highlight Highlight @Mügäli. Ja, da stimme ich Ihnen ganz zu. Das Problem ist vielschichtig und gewiss ist Neid nicht das ausschlaggebende Argument.

      Ich frage mich grundsätzlich, warum es bei Abstimmungen immer wieder dazu kommt, dass z.B. Mieter gegen ihre eigenen Interessen als Mieter stimmen, Arbeitnehmende für eine Verschärfung der Arbeitslosenkasse sind, usw. bzw. warum man als Mieter, Arbeitnehmer, Geringverdiener, usw. oftmals so abstimmt, als ob man sich selber in der vermögenden Schicht wiederfindet. Für dieses Phänomen gibt es sicherlich gute Erklärungen.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 29.01.2020 09:02
      Highlight Highlight @stefan: ✔
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schneider Alex 29.01.2020 07:07
    Highlight Highlight Soll der Mittelstand aus der Stadt Zürich verschwinden zugunsten der Unterschicht?
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 29.01.2020 13:57
      Highlight Highlight Stehen ja nicht in konkurrenz... unterschicht kann sich keine wohnung ab 3000 leisten.
    • Schneider Alex 30.01.2020 05:42
      Highlight Highlight @häxxebäse
      Wenn vermehrt Wohnungen für "Arme" erstellt oder renoviert werden, hat der Mittelstand dort nichts mehr zu suchen.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 30.01.2020 06:50
      Highlight Highlight Weil die durchmischung ja bisher super klappt 🤔

Interview

«Das ist eine Veruntreuung des Volksvermögens» – wieso sich SP-Badran über die SBB ärgert

Die mit viel Rückhalt gestartete Wohnungs-Initiative droht laut jüngsten Umfragen zu scheitern. Mitinitiantin Jacqueline Badran spricht im grossen Interview über unwissende Medienschaffende, illegale Renditen und die Schwächen linker Kampagnenrhetorik.

Frau Badran, in den letzten Wochen haben Sie sich oft über Journalisten geärgert, auch von watson. Weshalb?Jacqueline Badran: Bei der Berichterstattung über die Wohnungs-Initiative haben wir es mit einem eigentlichen Medienversagen zu tun. Die Medien kommen ihrer Verantwortung als vierte Gewalt nicht nach. Das hat viel mit dem Unwissen der Journalisten über elementare Zusammenhänge im Immobilienmarkt zu tun. Aber auch mit der millionenschweren Kampagne und dem seit Jahren laufenden Lobbying …

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