Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
HANDOUT - Blick von einer Drohne auf die Staumauer und den Stausee Muttsee waehrend der Segnungszeremonie anlaesslich der Einsegnung der Staumauer Muttsee des Pumpspeicherwerks Limmern der Axpo Holding AG, am Freitag, 9. September 2016, in Linthal. Die Bauarbeiten fuer die laengste Staumauer der Schweiz und die hoechstgelegene Europas dauerten fuenf Jahre. Die Axpo beziffert die Investitionskosten mit 2,1 Milliarden Franken. Das unterirdisch angelegte Pumpspeicherwerk pumpt Wasser aus dem Limmernsee in den gut 600 m hoeher gelegenen Muttsee hoch, das bei Bedarf wieder zur Stromproduktion genutzt wird. Das neue Werk soll eine Pumpleistung und eine Turbinenleistung von je 1000 MW aufweisen. (HANDOUT AXPO) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Bild: AXPO

Bericht: Schweiz weit entfernt von einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen

Geht es um die Schonung von Ressourcen, bleibt in der Schweiz noch viel zu tun, auch wenn in einigen Punkten etwas erreicht worden ist. Das ist das Fazit eines Berichts des Umweltdepartements (Uvek). Es hat nun vom Bundesrat den Auftrag erhalten, bis Ende 2022 Massnahmen zu erarbeiten.



Der Bundesrat nahm am Freitag von einem Bericht des Uvek zur Grünen Wirtschaft Kenntnis. Er bezieht sich auf die Jahre 2016 bis 2019. Trotz Effizienzgewinnen sei die Schweiz noch weit entfernt von einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen, schrieb der Bundesrat.

Dass weltweit Ökosysteme und Klimastabilität «an den Grenzen ihrer Belastbarkeit» angelangt seien, liege auch am Ressourcenverbrauch der Schweiz. Das schwäche die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft gegen Krisen und Pandemien.

Zwar etwas erreicht

Erreicht wurde zwar etwas, schreibt der Bundesrat und verweist auf eine Vereinbarung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) mit der Branche zur Reduktion des Torf-Imports und ein Projekt zur Rückgewinnung von Zink aus Kehricht-Verbrennungsanlagen. Damit kann ein Drittel des Schweizer Bedarfs an Zink gedeckt werden.

Ein Netzwerk berät zudem Firmen zum Thema Ressourceneffizienz. Bisher 170 Betriebe trafen bisher Massnahmen, um Ressourcen effizient zu nutzen und Geld zu sparen. In den Worten des Bundesrates braucht es aber eine ganzheitliche Herangehensweise, um den Ressourcenverbrauch nachhaltig zu senken.

Der Hebel muss bei der Ernährung, beim Wohnen und bei der Mobilität angesetzt werden, wo am meisten zu bewirken wäre. Nicht nur die Konsumentinnen und die Konsumenten sind laut Bundesrat gefordert, sondern und vor allem die Unternehmen.

Fokus auf Ressourceneffizienz

Der Bundesrat will den Fokus auf eine bessere Ressourceneffizienz und die Förderung der Kreislaufwirtschaft legen. Das Uvek hat den Auftrag erhalten, bis Ende 2022 Vorschläge für ein Massnahmenpaket auszuarbeiten, mit Blick auf den europäischen Green Deal und Entscheide des Parlaments. Auch das Finanzdepartement (EFD) und das Wirtschafts- und Bildungsdepartement (WBF) sollen einbezogen werden.

Gemäss einem zweiten vom Bundesrat gutgeheissenen Bericht sollen mehrere Massnahmen vertieft geprüft werden, um der Kreislaufwirtschaft mehr Schwung zu geben – sie wird als Teil der Grünen Wirtschaft angesehen.

Eine mögliche Massnahme sind Deklarationspflichten. Dank nützlicher Informationen, etwa zu Lebensdauer, Reparierfähigkeit und Wiederverwertbarkeit, könnten Konsumenten ihre Verantwortung besser wahrnehmen.

Steuerliche Verbilligung genügt nicht

Eine weitere Option wäre, dafür zu sorgen, dass Produkte vermehrt geflickt statt weggeworfen werden. Vertieft geprüft werden sollen sodann nutzenbasierte Geschäftsmodelle mit einem ökologischen Mehrwert. Anbieter dieser Geschäftsmodelle könnten sich dann günstiger finanzieren und so ihre Angebote verbilligen.

Verworfen wurden dagegen eine Reduktion der Mehrwertsteuer beispielsweise auf Reparaturen. Auch eine Abgabe auf grauer Energie respektive für Reparaturdienstleistungen wurde fallengelassen.

Am Beispiel der Reparaturen werde deutlich, dass Massnahmen aufeinander abgestimmt sein müssten, heisst es im Bericht. Steuerlich Verbilligungen genügten nicht. Produkte müssten beispielsweise besser reparierbar und Ersatzteile zu vernünftigen Preisen erhältlich sein. Und das Reparieren müsse sich für Hersteller und Käufer lohnen.

Diesen zweiten Bericht verfasste der Bundesrat auf Grund eines Postulates aus dem Ständerat. Eingereicht hatte es alt Ständerat Beat Vonlanthen (CVP/FR) im Jahr 2017. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Schweizer Umwelt: Sauberes Wasser, dreckige Luft und zu viel Lärm

Der Mensch zerstört die Tierwelt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rogu75 20.06.2020 20:27
    Highlight Highlight Ein Verbot von Pet Flaschen, plastische und Einweg Verpackungen würde der Umwelt auch gut tun. Aber mit den 5rp pro Säckli haben wir das Problem bereits gelöst :/ Wir sollten nachhaltiger werden und zb. Geräte wieder aus Holz oder Metal bauen. Heute wird überal nicht recyclingbarer Kunststoff eingesetzten und einfach verbrannt.
    • Q anon = B annon 21.06.2020 08:07
      Highlight Highlight Ja, als ich mit Gitarrenspielen anfing. Waren die Effektgeräte aus Metall. Langlebig. Der GT-5 ist aus Metall. Funktioniert heute noch. Heute ist all das, bis auf Ausnahmen, Plastik.
      Viele neue Geräte, von Line6 oder BluGitarre, (also nicht die grossen Verstärker Köpfe die kaum ein Mensch noch braucht, da viel zu Laut) sind aus Kunststoff. Gut die frage wäre wie Umweltfreundlich ist Aluminium?
  • bebby 20.06.2020 11:41
    Highlight Highlight Mit 20% working from home wären wir schon ein grosses Stück weiter und würden Milliarden in Infrastruktur sparen.
  • Rethinking 20.06.2020 11:11
    Highlight Highlight Das hört sich schon mal nach einem guten Anfang an...

    Daneben sollte der Konsum bewusster und reduziert werden. Wieder Qualität statt Quantität. Dies jedoch auch im Hinblick auf die verwendeten Rohstoffe, die Herstellung, etc. Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit ist ein Muss...

    Eine weitere Möglichkeit den Konsum zu reduzieren ist es, die Konsumenten zu reduzieren, also natürlich durch Aufklärung, Emanzipation, Bildung und Familienplanung. Allerdings könnte man sich auch überlegen die finanziellen Anreize neu zu priorisieren (Kinderzulagen, Betreeungsgutschriften etc.)
    • Reto32 20.06.2020 21:17
      Highlight Highlight Der Konsum muss man nicht reduzieren, sondern der Rohstoffverbrauch.
  • Schneider Alex 20.06.2020 06:07
    Highlight Highlight Schweizer Bevölkerung zu mehr Nachhaltigkeit „stupsen“

    Nudging-Massnahmen, die unser Verhalten mittels psychologischer Ansätze subtil in eine Richtung lenken, finden in Bereichen wie Marketing, Nachhaltigkeit und Gesundheit Anwendung. Bisher fällt die empirische Grundlage hinsichtlich des Einsatzes solcher Massnahmen eher spärlich aus: Wann gelingen sie? Unter welchen Bedingungen sind sie gesellschaftlich akzeptabel?“ (E. Osuna, A.-L. Köng, M. Holenstein: Schweizer Bevölkerung zu mehr Nachhaltigkeit „stupsen“, Die Volkswirtschaft 10/2018, 24.9.18).
  • Posersalami 20.06.2020 00:18
    Highlight Highlight Super

    Und in 3-4 Jahren, wo man nichts gemacht hat, gibt man dann den nächsten Bericht in Auftrag, dessen Resultat man dann natürlich wieder abwarten muss, was natürlich ebenfalls 2-3 Jahre dauert.
    • Murky 20.06.2020 20:44
      Highlight Highlight Genau. Obwohl man schon vor verdammt 30 Jahren ganz genau wusste was Sache war. Und nichts ist passiert. Und bis 2050 ists nicht mehr lange und wir sind am Arsch. Echt beängstigend.
  • Randen 19.06.2020 20:49
    Highlight Highlight Bis Ende 2030 Massnahmen erarbeiten die dann frühestens 2035 umgesetzt werden. Am besten jetzt aufhören mit den Spielchen und die bereits seit langem bekannten Massnahmen umsetzen.
    • ursus3000 20.06.2020 06:46
      Highlight Highlight Jeder muss bei sich selbst anfangen . Es ist scheinheilig von der Politik Massnahmen zu fordern , um sich selbst nicht bewegen zu müssen
    • Randen 20.06.2020 14:24
      Highlight Highlight @ursus nein das reicht überhaupt nicht

Die Lunge der Welt brennt – 5 Bilder zeigen, wie verheerend die Brände im Amazonas sind

Der Amazonas brennt. In Brasilien, Bolivien und Paraguay wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Diese Bilder zeigen, wie heftig die Brände sind – und was sie für die Welt bedeuten.

Die Dimensionen sind gewaltig: In Brasilien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. 2000 Kilometer nordwestlich von São Paulo brennen Hunderte Quadratkilometer des Amazonasgebiets – auch Paraguay und Bolivien sind betroffen.

Die Zahlen des Raumfahrtforschungszentrum Inpe sind erschreckend: 2019 wurden bereits über 70'000 Brände im Amazonas-Gebiet registriert. Die Zahl der Brände stieg im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent.

Nicht nur aus dem Weltall sind die Brände deutlich zu erkennen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel