Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Arbeit, müde, Erschöpfung, Depression, Burnout, Müdigkeit, Computer, Schlafen,

Immer mehr Arbeitnehmende geben an, dass sie mehr leisten müssen, als sie können. Bild: shutterstock

Arbeitgeber sollen bei Burnout zahlen – die Bürgerlichen sind wenig begeistert

Linke Politiker fordern, dass Burnouts als Berufskrankheit anerkannt werden. Das befeuert die Diskussion darüber, ob das Arbeitsrecht noch zur heutigen Arbeitswelt passt.

Dominik Wirth / ch media



Die Welt dreht sich schneller als früher, und das wirkt auch in die Arbeitswelt hinein. Immer mehr Arbeitnehmer geben an, dass sie mehr leisten müssen, als sie können. Im neusten Job-Stress-Index sagen 27 Prozent der Befragten, dass die Belastung ein kritisches Ausmass erreicht habe.

Es gibt zwar keine Schweizer Burnout-Statistik. Doch das Thema treibt Angestellte und Firmen zunehmend um. Und letzte Woche hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das Syndrom in ihren Katalog aufgenommen, nicht als Krankheit, sondern als krankmachenden Faktor.

Die Diskussion erreicht auch die Politik. In der heute beginnenden Sommersession ist ein Vorstoss von SP-Nationalrat Mathias Reynard traktandiert. Der Walliser verlangt, dass das Burnout künftig als Berufskrankheit anerkannt wird. Auch SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi hält dies für notwendig. «Die Arbeitswelt hat sich stark verändert. Das führt teils zu anderen Verletzungen und Krankheiten als früher. Dem gilt es Rechnung zu tragen», sagt die Gewerkschafterin.

Hohe Hürden bei Erkrankung

In der Schweiz ist jeder Arbeitnehmer gegen Berufsunfälle und gegen Berufskrankheiten versichert. Damit eine solche Berufskrankheit, und damit der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung, anerkannt wird, muss eine Reihe von Kriterien erfüllt werden. Dazu gehört, dass die Krankheit auf einer abschliessenden Liste steht – so wie etwa die Staublunge.

Psychische Erkrankungen finden sich dort aber nicht. Sie werden in der Schweiz grundsätzlich nicht als Berufskrankheit betrachtet.

Betroffene können zwar versuchen, ihre Krankheit individuell anerkennen zu lassen. Allerdings hat das Bundesgericht dafür hohe Hürden festgelegt. So muss für den kausalen Zusammenhang zwischen der Arbeitstätigkeit und der Erkrankung eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent nachgewiesen werden.

Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer beweisen muss, dass seine psychische Erkrankung grossmehrheitlich mit seinem Job zu tun hat. In der Praxis gelingt das so gut wie nie. Sabine Steiger-Sackmann, Dozentin für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), hat Kenntnis von einem einzigen Fall. Die posttraumatische Belastungsstörung eines Kriegsjournalisten wurde als psychisch bedingte Berufskrankheit anerkannt.

Wer ein Burnout erleidet, landet heute meist bei der Krankenversicherung – etwa wegen einer Depression, die im Zusammenhang mit einem Burnout steht. «Am Schluss bezahlt also die Krankenkasse – und damit die Allgemeinheit – für eine Krankheit, die vor allem mit dem Job zu tun hat», sagt SP-Nationalrätin Gysi. Um diesen Missstand zu beheben, sei es unabdingbar, dass Burnouts als Berufskrankheit anerkannt werden.

So weit dürfte es aber nicht kommen. Das bürgerliche Lager stellte sich in der vorberatenden Kommission nämlich gegen das Anliegen. FDP-Nationalrätin Regine Sauter sagt, es fehle eine klare medizinische Burnout-Diagnose, ein einheitliches Krankheitsbild. «Zudem ist es schwierig, den kausalen Zusammenhang eindeutig nachzuweisen. Es sind meist mehrere Gründe, die zu einem Burnout führen, private wie berufliche», sagt Sauter, die Direktorin der Zürcher Handelskammer ist.

Selbst eine Arbeitgeberin, stellt sich die Zürcherin auf den Standpunkt, dass es an den Firmen sei, das Thema Überlastung am Arbeitsplatz im Auge zu haben. Und allfällige Burnouts so frühzeitig zu verhindern. «Ich bin überzeugt, dass das heute schon passiert», sagt Sauter.

Der Widerstand von Wirtschaftsvertretern dürfte aber auch noch einen anderen Grund haben: Die Angst vor einem markanten Prämienanstieg, wenn Burnouts plötzlich auf der Liste der Berufskrankheiten stehen. Diesen müssten die Schweizer Unternehmen berappen.

Expertin fordert Diskussion

Sabine Steiger-Sackmann von der ZHAW findet, dass das Schweizer Arbeitsrecht nicht mehr zur Arbeitswelt passt. Das heisst aber nicht, dass sie eine Befürworterin des Vorstosses von Reynard ist. Dieser ist ihr zu sehr auf das Thema Burnout fokussiert.

Steiger-Sackmann findet, dass es eine breitere Diskussion brauche. «Es gibt viele Krankheitsbilder, die mit der Belastung am Arbeitsplatz zusammenhängen können», sagt sie – und zählt da etwa auch Hirnschläge oder Herzinfarkte auf.

Wer heute in der Schweiz eine Berufserkrankung geltend machen will, erhält entweder alles oder nichts. Dass eine Krankheit nur teilweise vom Beruf verursacht worden ist: Diese Abstufung ist nicht möglich. Steiger-Sackmann kritisiert: «Es braucht ein Umdenken, um die Gefahren der modernen Arbeitswelt besser abzubilden.»

Ihr schweben genauere Abklärungen vor, inwiefern eine Erkrankung mit dem Job zu tun hat. «Wir müssen Berufskrankheiten grosszügiger anerkennen», sagt sie. Die Expertin erhofft sich auch den Effekt, dass durch höhere Prämien – und damit höhere Präventionszuschläge – die nötigen Mittel für gezieltere Prävention am Arbeitsplatz bereitgestellt werden. (bzbasel.ch)

Die isländischen Helden und ihre abenteuerlichen Wege

Burnout macht keinen Halt vor Schulzimmern

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Alle gegen Trump: Demokraten treten an zum ersten TV-Duell

Link zum Artikel

Wer in Europa am meisten Dreckstrom produziert – und wie die Schweiz dasteht

Link zum Artikel

25 Bilder von Sportstars, die Ferien machen

Link zum Artikel

Mit diesen 10 Apps pimpst du dein Smartphone zum Büro für unterwegs

Link zum Artikel

Holland ist aus dem Häuschen, weil diesem Schwimmer gerade Historisches gelang

Link zum Artikel

Schneider-Ammanns Topbeamter gab vertrauliche Infos an Privatindustrie weiter

Link zum Artikel

Weshalb die Ära Erdogan jetzt schneller vorübergehen könnte, als du denkst

Link zum Artikel

Das sind die besten Rekruten der besten Armee der Welt

Link zum Artikel

9 «Ratschlag»-Klassiker, die du dir in Zukunft einfach mal sparen kannst

Link zum Artikel

Christian Wasserfallen nicht mehr FDP-Vize – wegen der Klimafrage?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

213
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
213Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 04.06.2019 22:33
    Highlight Highlight Die Linke ist gern mit dem Geld anderer Leute grosszügig. Das ist einfach.
  • sowhat 03.06.2019 21:28
    Highlight Highlight Es gibt kaum eine Krankheit, die so offensichtlich berufsbedingt ist, wie Burnout. Schuften bis zum Umfallen ohne Anerkennung. Das ist der Teufelskreis. Oft genug, weil Vorgesetzte keine Ahnung mehr vom Arbeitsaufwand haben, den sie als selbstverständlich von ihren MA einfordern.
  • mrgoku 03.06.2019 15:51
    Highlight Highlight In der CH gehört es zum guten Ton entweder depressiv zu werden oder ein Burnout zu erleiden wegen dem kranken Druck und Stress durch die Arbeit. Wer das nicht hinbekommt ist kein guter Mitarbeiter und bringt seine Leistungen nicht....

    Hört man mal hier mal dort so sagen...
    Nur die Harten kommen in den Garten...

    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 03.06.2019 16:35
      Highlight Highlight Noch so ein blöder Spruch.....
      Kannst gerne meine Depressionen haben. Jedoch ohne Medikamente.
      Das würde dich Empathie lehren.
    • mrgoku 03.06.2019 16:54
      Highlight Highlight Wenn du etwas Sarkasmus in mein Text einfliessen lässt, wirst du merken dass es nicht an die Betroffenen geht, sondern an die Unternehmen welche die Personen zur Krankheit treiben...
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 03.06.2019 17:08
      Highlight Highlight Irgendwo hat auch mein kranker Humor Grenzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefanie Kägi 03.06.2019 13:17
    Highlight Highlight Ist schon ein trauriges System... Die Wirtschaft presst die Arbeitnehmer aus bis zum geht nicht mehr und wenn man dann aufgrund eines Burnouts nicht mehr arbeiten kann, soll das Volk auch noch indirekt dafür aufkommen?! Hier wäre doch Entschädigung seitens der Verursacher gefragt!
    • sowhat 03.06.2019 21:35
      Highlight Highlight Und genau da hat Gysi eben 100% recht.
  • Feuerwanze 03.06.2019 13:05
    Highlight Highlight Ich kenne mehrere Personen, die ein Burnout erlitten haben. In keinem Fall war allein der Arbeitgeber die Ursache, sondern eine Kombination von verschiedenen Faktoren, namentlich Lebenssituation, persönliche Anlage (ja, tatsächlich überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und hohe eigene Anforderungen an Qualität) und natürlich ein stressiger Job. Es würde wohl schwierig werden, hier eine Abgrenzung zu finden, die eine Gleichbehandlung sicherstellt. (Was nicht heisst, dass man es versuchen könnte.)
  • Ökonometriker 03.06.2019 13:02
    Highlight Highlight Man muss hier allerdings aufpassen, dass man Depressions- oder Burnoutgefährdete nicht systematisch stigmatisiert. Welcher AG würde einen ehemals Erkrankten noch anstellen, wenn er bei einer erneuten Erkrankung bezahlen muss?
    Besser wäre es, wenn stattdessen das Arbeitsrecht inkl. Maximalstunden strikter durchgesetzt würde.
    • Der Bojenmensch 03.06.2019 14:25
      Highlight Highlight Heute verschweigt man‘s einfach... Pest und Cholera. Das schlechte gewissen und ein nicht zu unterschätzendes Mass an Angst davor, dass es wieder passieren könnte fährt täglich mir zur Arbeit, anstatt dass man es wirklich als neue Chance sehen kann.

      Ich wünschte mir, dass man offen damit umgehen könnte. Tests im Freundeskreis haben mich aber rasch und schmerzhaft davon abgebracht es in real-life durchzuziehen... und genau dort zeigt sich dann, dass wir schlicht ein gesellschaftliches Problem haben. Egal ob im Job oder privat. Burnout oder Depri? Schwächling.
  • Lavamera 03.06.2019 12:36
    Highlight Highlight Ich denke beide Lager haben in gewissen Punkten Recht. Der Druck auf der Arbeit ist sicher zentral, aber die eigene psychische Belastbarkeit und das private Umfeld wird sicher auch eine Rolle spielen. Meiner Meinung nach sollte man die Kosten zwischen Arbeitgeber und KK aufteilen, so sind die Arbeitgeber auch ein bisschen motivierter auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu achten.
  • Gubbe 03.06.2019 10:16
    Highlight Highlight Burnout ist keine Berufskrankheit, weil die Symptome nichts mit Berufen zu tun haben. Es ist eine psychische Krankheit, infolge Überarbeitung, Überforderung und Stress am Arbeitsplatz.
    Der Burnout muss wie jede andere Krankheit (zB. Grippe) anteilmässig vom Arbeitgeber übernommen werden.
    • Der Bojenmensch 03.06.2019 12:27
      Highlight Highlight Genau, und Masern sind keine Kinderkrankheit, weil man davon nicht schwanger wird.
    • Gubbe 03.06.2019 14:39
      Highlight Highlight Der Bojenmensch: eine Berufskrankheit ist berufsgebunden. Zum Beispiel bekommt ein Bäcker Ausschläge ob einer Mehlsorte. Burnout bekommt man in jedem Beruf - wie ich schrieb.
    • Der Bojenmensch 03.06.2019 14:56
      Highlight Highlight @gubbe

      Deine Definition der Berufskrankheit bezieht nur "Mist, der Dir mit Arbeitsmitteln passieren kann" mit ein.

      Leider gibts auch noch "Mist, der Dir mit Personen passieren kann"...

      Das ist dann - wie Mobbing oder sexuelle Belästigung - sehr branchenneutral. Wegen dem aber nicht weniger ein Teil des heutigen Berufslebens.
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 03.06.2019 10:06
    Highlight Highlight Es wird endlich Zeit, dass solche Arbeitgeber zur Kasse gebeten werden.
    • R. Peter 04.06.2019 21:51
      Highlight Highlight Arbeitgeber verursachen keine Burnouts. Merkt euch das mal!

      Es ist die immer gleiche Leier der Verantwortungsdelegation an andere. Das macht krank! Heder ist für seine Gesundheit verantwortlich, dafür seine Bedürfnisse mit den Anforderungen von aussen und innen(!) in Einklang zu bringen. Die Erwartung, dass einem alles auf nem goldenen Silbertablett serviert wird, wird - oh Wunder- nie erfüllt werden. Übernehmt für euch Verantwortung.
  • Pfirsch 03.06.2019 09:48
    Highlight Highlight Auch wenn es keinen eindeutig nachweisbaren kausalen Zusammenhang gibt, sollte man die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen, damit es nicht nur bei hohlen Lippenbekenntnissen & Heuchelei seitens der Arbeitgeber bleibt.

    Als zwei Beispiele: Bei uns werden mindestens 200 Überstunden pro Jahr verlangt. Wenn man das nicht erreicht, werden die fehlenden Stunden vom Bonus abgezogen. Es wurden 2 Team-Kollegen degradiert (inkl. Salär-"Anpassung"). Wer bei diesem Druck einen kausalen Zusammenhang von sich weist, verhöhnt die Angestellten.
    • Dominik Treier 03.06.2019 11:57
      Highlight Highlight Mein Beileid bei so einem Arbeitgeber... Klingt schon fast als währst du bei Frau Martullo angestellt...
    • Gubbe 03.06.2019 14:50
      Highlight Highlight Pfirsch: Wenn ihr 200 Überstunden leistet, bekommt ihr einen festgelegten Bonus. Wenn ihr die 200h nicht erreicht, wird der Bonus kleiner. Wo ist das Problem, das ist doch logisch.
    • Pfirsch 03.06.2019 15:39
      Highlight Highlight @Gubbe: Es geht nicht ums Geld. Es verstösst vielmehr gegen zwingendes Schweizer Arbeitsrecht. Und wenn man regelmässig gesagt, bekommt, dass 200+ erwartet werden (und dies im Arbeitsvertrag steht (dort steht es natürlich nicht)), dann ist diese Leistung keine freie Entscheidung mehr, sondern erzeugt einen permanenten (unnötigen) Druck und erzeugt ein toxisches Umfeld.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zwei Fallende Stimmen 03.06.2019 09:37
    Highlight Highlight Bei dem Aussagen hier teilweise erstaunt es mich nicht, dass psychische Erkrankungen für die Betroffenen immer noch sehr schambehaftet sind. Wer eine Depression und/oder ein Burnout hat, ist nicht bloss "urlaubsreif" oder "kriegt sein Leben nicht auf die Reihe". Hier muss offenbar noch einiges gehen auch in der Gesellschaft!
    • EvilBetty 03.06.2019 10:08
      Highlight Highlight Ja, es ist tragisch...
  • sunshineZH 03.06.2019 09:33
    Highlight Highlight Burnout - die heute belibteste Volkskrankheit. Evtl. sollte man sich mehr auf die Arbeit als auf die sozialen Medien konzentrieren 😉
    • Der Bojenmensch 03.06.2019 11:31
      Highlight Highlight @sunshineZH

      Um Ihren Punkt weiterzuführen: Besser mal mit Fakten als mit Sauglattismus auf Niveau Stammtisch beschäftigen.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 03.06.2019 11:45
      Highlight Highlight Bitte geh wo anders trollen.
      Dein Beitrag ist zum einen einfach nur unverschämt und zum anderen beweist er dass du einfach keine Ahnung hast.
    • calloideae 03.06.2019 12:28
      Highlight Highlight Was für eine höhnische und respektlose Aussage von dir, danke dafür. Daran sieht man, dass noch viel Aufklärungsarbeit geschehen muss bezüglich psychischer Krankheiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 03.06.2019 09:21
    Highlight Highlight Es braucht eben beides, Eigenverantwortung UND Verantwortung des Arbeitgebers.
    Wer seine Gesundheit für die Karriere und mehr Lohn riskiert, obwohl er auch mit weniger gut leben könnte, oder wer neben dem Job noch fünf Hobbies, drei Social-Media-Kanäle und zwei Familien unter einen Hut bringen will, kann eine gewisse Mitschuld an seiner Situation nicht leugnen.
    ABER ein Arbeitgeber, der Mobbing zulässt / fördert, seine MA permanent unter Druck setzt, etc. ist definitiv auch schuldig. Ein solches "Geschäftsmodel" sollte sich einfach nicht lohnen!
  • locin 03.06.2019 09:03
    Highlight Highlight Ich hoffe mal, dass es in der Schweiz nicht soweit kommt wie in anderen Ländern. Erbringt man mal nicht 110% steht schon der nächste Arbeitnehmer vor der Tür.
    Klar, Firmen müssen zum überleben Gewinne erzielen.
    Aber ich appeliere an das Menschliche in jedem von uns. In der CH sollte doch genügend Geld und Menschlichkeit vorhanden sein.

    Mensch≠Roboter und das ist gut so. Wenn die Gleichung jedoch tatsächlich mal zu 100% aufgehen sollte, was haben wir Menschen denn dann noch auf dee Erde verloren?
    Der Mensch hat Emotionen darauf sollten wir stolz sein, auch wenns manchmal nervt.
    • Coffeetime 03.06.2019 12:02
      Highlight Highlight Zurzeit wird leider hart daran gearbeitet, viele Prozesse zu automatisieren (Bots).... und wenn das nicht geht, wird die Arbeit ins Ausland ausgelagert. Das ist gang und gäbe in allen grösseren Unternehmen... Schau mal, wer in Polen, Indien, Tschechien, Griechenland, etc. Backoffices betreibt.
    • sowhat 03.06.2019 21:51
      Highlight Highlight Der Arbeitgeber hat eine gesetzliche Fürsorgepflicht. Die beinhaltet eigentlich, dass dafür gesorgt wird, dass die Arbeit innerhalb der vereinbarten Arbeitszeit erledigt werden kann. Da heutige Arbeitgeber diese Pflicht allzu oft vernachlässigen, ist es nicht mehr als Recht, dass sie die Folgen mittragen.
  • dorfne 03.06.2019 08:50
    Highlight Highlight Löst das Problem nicht. Weniger Stress und mehr Anerkennung durch die Vorgesetzten wär die Lösung!
    • Lolus 03.06.2019 09:13
      Highlight Highlight Als ehemaliger Abteilungsleiter und jetzt Geschäftsführer kann ich dir zu 150% zustimmen!
      Für mich völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar wie viele Leute ihre Mitarbeiter "führen".
      Ein ausgeglichener, entspannter Mitarbeiter ist gleichzeitig auch Motivierter und Produktiver.
      Psychische Erkrankungen werden leider immer noch totgeschwiegen anstatt durch die Geschäftsleitung aktiv angesprochen.
      Es ist schön zusehen das Anstrengungen in die Richtung unternommen werden, leider noch viel zu wenig.
    • Dominik Treier 03.06.2019 13:20
      Highlight Highlight Ich finde es leider sehr verständlich Lolus... Bestimmte Eigenschaften sind eben hilfreich dabei die Karriereleiter hochzusteigen und in der Regel sind das weder Mitgefühl noch soziale Fähigkeiten, auch wenn die als Führungskraft essenziell sind. Es ist viel wichtiger in mancher Firma, wie viele Beziehungen man hat und wie viele Ellenbogen man besitzt und wenn man dann oben an der Macht ist, die man wollte, ist man ein mächtiger Chef, aber eben noch lange keine Führungsperson...
  • Thinkdeeper 03.06.2019 08:39
    Highlight Highlight ..dass es an den Firmen liegt...klar..
    deren Lösung ist, Originalzitat eines A..- Konzerchefs.
    "Sie stellen keine über 45 ein, sind MLC und Herzinfarkt Kandidaten welche Versicherunsprämien in die Höhe treiben".
    "Schauen sie, den nachweislich erkrankten, Mitarbeiter xy los zu werden. Wir brauchen keine subventionierte Verkäufer."
    "Statt, dass ab froh ist überlebt zu haben, jammert er, dass er Windeln tragen muss und der Lohn wegen ungenügender Leistung gekürzt wird."
    Nur ein paar Müsterchen von Gewinne Privat, Risiken und Kosten der Allgemeinheit.
    Ganz klar in Pflicht nehmen!!!

  • Daniel Maier 03.06.2019 08:37
    Highlight Highlight ich denke, dass ein Burnout in vielen Fällen etwas mit !uberlastung und Überforderung zu tun hat. Es ist extrem wichtig sich seinen Ausgleich in der Freizeit zu holen und sich selbst einzugestehen, wenn man den Job nciht gewachsen ist. mir ist klar, dass das nicht so einfach ist. Ein Arbeitgeber kann ja nicht in die Person reinschauen und jeder hat mal Hochs und Tiefs. Aus diesen Gründen kann es nicht auf die Arbeitgeber abgewälzt werden. Da machen es sich einige Leute wieder mal ganz einfach.
    • wintergrün 03.06.2019 11:31
      Highlight Highlight Wer viel arbeitet hat wenig Freizeit.
    • wintergrün 03.06.2019 11:32
      Highlight Highlight Wer zu viel Arbeit gedrängt wird der kann seine Freizeit nicht frei gestalten.
      Unglaublich wie naiv sich gewisse Kommentatoren geben.
    • trudat 03.06.2019 11:52
      Highlight Highlight „Überstunden sind im Salär enthalten“

      ein Satz der so mal in einem Vertrag von mir stand.

      Da denkt man sich;“ mhm, kann ja mal vorkommen Überstunden.“

      dass die Firma, das als Freipass zur Mehrbeschäftigung dafür in den Vertrag einbaute, naiv wie ich war, stellte ich dann erst später fest...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Delisa06 03.06.2019 08:35
    Highlight Highlight Viele posts sind der Meinung dass man nur schnell das Pensum verringern muss, künden ect.
    Burn out ist ein schleichender Prozess über einen grossen Zeitraum (evtl. Jahre). Mit der Zeit hat man nur noch die Kraft um seine „Pflichten“ (Pflichtbewusstsein) zu erledigen. Dass man einen Burn out erleidet merkt man erst wenn es zu spät ist. Dann ist es einschneidend.
    • Dominik Treier 03.06.2019 13:24
      Highlight Highlight Und was heisst da kündigen? Als ich zuletzt nachgeschaut habe, hatten wir noch kein Bedingungsloses Grundeinkommen und damit weiterhin den elenden Druck auf Gedeih und Verderb leisten zu müssen oder zu verarmen und beim Staat zu Kreuze zu kriechen. Es ist einfach nur ignorant und egoistisch anzunehmen jeder habe die Qualifikation und die finanziellen Möglichkeiten jederzeit kündigen zu können!
  • Jungleböy 03.06.2019 08:34
    Highlight Highlight Doch sollen sie. Arbeitgeber erlauben sich teilweise schon recht krasse fehlplanungen.
    Nur so werden sie gezwungen sein gegenmassnahmen vorzunehmen.
  • Der Bojenmensch 03.06.2019 08:16
    Highlight Highlight Sogar als Betroffener finde ich's schwer dazu was zu sagen.

    Ein Burnout ist eine systemische Geschichte, bei der in meiner Erfahrung selten bis nie einen einzelnen "Grund" gibt.

    Arbeitgeber auch in die Pflicht zu nehmen ist aber bestimmt nicht falsch. Wenn man von 24 Stunden, 10 im Büro verbringt, lässt sich eine Beteiligung des Jobs schwer leugnen. sonst käme man nach den 10 Stunden im Büro erholter nach Hause, als man morgens angekommen ist... und das ist Wunschdenken.

    Grundlegend hat ein Arbeitgeber eine gesetzliche Fürsorgepflicht... aktuell aber bloss auf dem Papier.
    • trudat 03.06.2019 12:29
      Highlight Highlight Auf den Punkt gebracht!!!!
  • Asmodeus 03.06.2019 08:06
    Highlight Highlight Januar 2018. Zusammenbruch aufgrund von Burnout und damit zusammenhängender Depression. Teilweise ausgelöst durch Mobbing am Arbeitsplatz und mieses Management.

    Juni 2019. Seit Monaten in Reintegration durch die IV.

    Entstandene Kosten an der Allgemeinheit bisher? Mindestens 30'000 CHF.
    • Der Bojenmensch 03.06.2019 08:28
      Highlight Highlight @Asmodeus

      Und damit bist Du noch ein "günstiger Fall"...!

      Alles Gute - von Herzen
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 03.06.2019 08:53
      Highlight Highlight Mein werter Asmodeus,
      Bei mir ist es nun ein Jahr her, dass ich den richtig heftigen Zusammenbruch wegen eines Burnout.
      Die Hilfe durch die IV ist bei mir eher nicht vorhanden.
      Ist mir aber egal. Ich hatte noch nie gute Erfahrungen mit der IV gemacht. Deswegen such ich lieber meinen eigenen Weg.
      Deine Erfahrung bezüglich Mobbing und miesem Management unterschreibe ich sofort.
      Was nicht zu vergessen ist, vollkommene soziale Inkompetenz der Vorgesetzten.
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft, damit du wieder aus dem Burnout findest.
    • Grossmaul 03.06.2019 10:03
      Highlight Highlight Burnout ist leider keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ein Gutachter muss sich ordentlich anstrengen, den Sachverhalt in die ICD-10 Kriterien zu pressen, damit er versicherungsmedizinisch relevant wird. Und dann wird es meist nicht akzeptiert und kriegt den Stempel "unbrauchbar". Da liegt so Einiges im Argen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luky22 03.06.2019 07:55
    Highlight Highlight Ob die berufliche Belastung in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, kann ich nicht beurteilen. Jedoch versuchen viele Arbeitende in der Freizeit, neben den familiären und administrativen Verpflichtungen, unzählige Sachen unter einen Hut zu bringen: Netflixserien, Freunde pflegen, zeitintensive Hobbiys, Update von sozialen Medien, Sport usw, usf. Da wird man ja dünnhäutiger, sei es auch nur wegen chronischen Schlafmangel. Die Schuld dem Arbeitsgeber zuzuschieben ist zu monokausal.
    • maude 03.06.2019 08:27
      Highlight Highlight was ich beobachte sind Sparmassnahmen und Stellenabbau was dazu führt, dass viele abends-wenn sies dann mal heingeschafft haben- keine Kraft mehr für Freunde und Sport haben. Und was es bedeutet wenn zweiteres wegfällt-oder auch nur schon Sozialkontakte liegt nahe, der Schritt in eine Depression in welcher Form auch immer ist dann nicht mehr sehr gross.
    • EvilBetty 03.06.2019 08:43
      Highlight Highlight «Netflixserien, Freunde pflegen, zeitintensive Hobbiys, Update von sozialen Medien, Sport usw, usf.»

      Ja, was erlauben Sie die Idioten eigentlich, sich in der Freizeit erholen zu wollen!? Alles von Ihnen aufgezählte ist enorm wichtig für eine gute Balance, ausser vielleicht die sozialen Medien...
    • Elephant Soup slow cooker recipes 03.06.2019 09:20
      Highlight Highlight ey maude, ja! ich merke es bei mir selber, wenn ich am Abend kaputt bin von einem anspruchsvollen Arbeitstag, aber sehr unzufrieden mit mir selber, weil ich all den privaten Verpflichtungen und Ämtli (Haushalt) nicht nachkomme. Das ist bestimmt auch meine Veranlagung, aber ich tendiere dazu, mich dann unter Druck zu setzen und fühle mich als ob ich nichts hinkrieg. Auch wenn ich eigentlich weiss, dass es völlig legitim ist nach einem harten Arbeitstag vor dem TV zu sitzen und nichts zu machen. Es ist schlicht nicht befriedigend. Eat Sleep Work Repeat ist keine Basis für ein glückliches Leben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ChiliForever 03.06.2019 07:49
    Highlight Highlight Burnout kannten schon meine Eltern - damals nannte man das urlaubsreif und ist halt weggefahren.
    • Evan 03.06.2019 08:08
      Highlight Highlight Ein Burnout ist ein klitzekleinwenig mehr als urlaubsreif.
    • Phrosch 03.06.2019 08:13
      Highlight Highlight Chili, urlaubsreif gibts immer nich. Von Burnout spricht man ja erst, wenn die Ferien nicht mehr reichen, um die nötige Erholung zu bringen.
    • Fly Baby 03.06.2019 08:17
      Highlight Highlight Schon gut Chili, lass es stecken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • brudi 03.06.2019 07:48
    Highlight Highlight Wer mit seinem Job überfordert ist, muss entweder kürzer treten,also Pensum reduzieren, oder falls nicht möglich Ebenen kündigen. Alle selbstständigen wären dann im Nachteil, da sie die Schuld ihres Burnout nicht dem Arbeitgeber in die Schuhe schieben können.
    Wünsche mir mehr Selbstverantwortung
    • The Count 03.06.2019 07:51
      Highlight Highlight Bravo!
    • Heinzbond 03.06.2019 07:57
      Highlight Highlight Schritt zurück, ins 18. Jahrhundert. Was die Selbständigen angeht, warum nicht eine burnout Versicherung abschliessen?
    • Dong 03.06.2019 08:05
      Highlight Highlight Selbstverantwortung ist irgendwie bürgerliches Hoheitsgebiet. Das wird dann gelegentlich (regelmässig?) auch übertrieben, aber manche Linke glauben im Gegenzug, es wär etwas grundsätzlich schlechtes.
      Ich persönlich finde den Vorstoss weder links noch sozial, sondern nur noch verwöhnt.

      BTW: Burnout ist für mich ein Synonym von Depression, aber für Männer weniger schambehaftet, und die Burnout-Fälle, die ich kenne, haben auch selten mit Druck von oben zu tun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eagle21 03.06.2019 07:46
    Highlight Highlight Bei diesen Diskussionen habe ich immer das Gefühl, die Kommentierenden denken, alle Arbeitgeber seien SMI-Unternehmen. Für ein KMU ist der Ausfall eines Mitarbeiters ein riesen Problem, alle anderen müssen mehr anpacken etc. Die Lohnfortzahlung steht dabei nicht einmal im Zentrum (so ist bspw auch eine Mutterschaft eine grosse Herausforderung). Ich finde, auch die Arbeitgeber sollen hierbei etwas besser unterstützt werden.
    • Phrosch 03.06.2019 08:18
      Highlight Highlight Eagle, wenn die Versicherung zahlen müsste, bekäme der kranke Mitarbeiter ja ein Taggeld der Versicherung. Somit hätte der Arbeitgeber das Geld für den Lohn wieder zur Verfügung, um die ausfallende Arbeitskraft mindestens teil- oder zeitweise zu ersetzen.
    • maylander 03.06.2019 08:36
      Highlight Highlight Die meisten Arbeitgeber haben halt lieber eine höheren Gewinn als eine gute Personaldecke. Dazu kommen noch "sportliche" Terminpläne. Stellen werden meist nicht besetzt und lieber Überstunden ausbezahlt. Kommt es dann zu einem Ausfall oder Kündigung kann es dann schnell zu einer Lawine kommen. Weitere Mitarbeiter kündigen, bis endlich neue Mitarbeiter eingestellt werden befindet sich das Unternehmen dann im Durchlauferhitzermodus.
    • Delisa06 03.06.2019 08:48
      Highlight Highlight nur dass die Arbeitgeber eine grosse Mitschuld tragen. Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr leisten. Man kann keine Pausen mehr machen sondern arbeitet durch „gring ache und dure“ und das jeden Tag das ganze Jahre. 4 Wochen „Erholung“ reichen nie
    Weitere Antworten anzeigen
  • samsam88 03.06.2019 07:40
    Highlight Highlight Wird ja immer schöner. Warum ist es jetzt plötzlich die Schuld des Arbeitgebers, wenn der Arbeitnehmer sein Leben nicht auf die Reihe bekommt?

    Wenn der Arbeitnehmer mit den Anforderungen des Jobs überfordert ist kann er sich entweder Hilfe suchen oder künden und einen anderen Job suchen - aber das hier ist nur noch lächerlich.
    • Heinzbond 03.06.2019 08:01
      Highlight Highlight Lächerlich finde ich hier nur die Aussage.... Klar das alle Firmen nach ihrem Geld schauen, und die meisten tun es auf Kosten der Arbeitnehmer. Hier eine Stelle nicht besetzen, da eine streichen, das arbeitspensum immer Stück für Stück erhöhen, daran sind immer die Arbeitnehmer schuld...
    • trudat 03.06.2019 08:09
      Highlight Highlight Wenn es nur so einfach wäre samsam88. Ich war bei einem Arbeitgeber angestellt als Kader und habe kommen sehen, dass ich die Mehrbelastung im Job und Privat nicht mehr stemmen kann. Bin zu der GL habe alles geschildert und einen konstruktiven Plan hingelegt um mein Pensum für kürzere Zeit zu reduzieren. Hatte einen Stv. der mein Pensum (20%) übernommen hätte. Da war nichts zu machen, 3 Monate später Erschöpfungsdepression, nichtige Kündigung vom Arbeitgeber während der Krankheit (2 Wochen).
      Was nachher alles kam, lass ich mal so stehen.
    • Phrosch 03.06.2019 08:22
      Highlight Highlight Du weisst aber schon, dass zu hohe Arbeitslast und Aspekte der Arbeitsorganisation wesentliche Treiber sind, dass Arbeit krank machen kann. Und das ist dann schon Verantwortung des Arbeitgebers und hat mit „Leben in den Griff bekommen“ nichts zu tun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 03.06.2019 07:32
    Highlight Highlight "Burn out" ist die hässliche Kehrseite unserer auf gut präsentierende Selfies getrimmten Hochleistung-Gesellschaft.
    Die Hochleistungen nehmen wir immer gerne in Anspruch und geniessen den exzellenten Service von Vollprofis, die aus ihrer Workaholic-Sucht eine Tugend gemacht haben.
    Aber die andere, unrühmliche, verstörende und abschreckende Seite wollen immer noch Viele nicht sehen:
    Gekippte Work-Life-Balances, Vereinsamungen, Überforderungen, Schlafstörungen, Ausser Kontrolle geratene Psychen, Depressions-Abstürze, Panik, Verzweiflung, Familienangehörige, die mit in "den Strudel "geraten...
    • trudat 03.06.2019 09:47
      Highlight Highlight - was kostet (Aufwand) es ein Unternehmen einen Arbeitnehmer zu Unterstützen in einem solchem Fall und was kostet es einen neuen Mitarbeiter zu suchen inkl. Einarbeitungszeit?
      - Was kostet es das Gesundheitswesen, die ALV sowie die Ämter welche dann diese Menschen u.a tragen müssen?
      - Die eventuellen finanziellen Folgeschäden, tragen am Schluss die Steuerzahler und die AHV/IV/KK - also wir.
      - Was ist nachhaltiger?
      - Präventiv dürfte jeglichen Berufsangehenden in der Schule Sozial-,Methoden- und Selbstkompetenzen näher gebracht werden.
      - Skandinavier haben es vorgemacht, 6h arbeiten....
  • Newski 03.06.2019 07:16
    Highlight Highlight Frei nach dem Motto: Die Gewinne privat, die Kosten dem Staat (der Allgemeinheit). Gewinnmaximierung nennt man das. Die bürgerlichen Parteien werden sich mit allen Mitteln dagegen wehren auch nur eine Kostenbeteiligung der Arbeitgeber bei Burnouts hinzunehmen.
  • wolge 03.06.2019 07:15
    Highlight Highlight Burnout gehört definitiv zu den Berufskrankheiten.

    Der nach wie vor stark verbreitete Taylorismus, sinnlose Entscheidungen und unrealistische Ziele, immer nur Wachstum, Geld und Machtkämpfe. Woher soll Burnout sonnst kommen, wenn nicht aus unseren kranken Arbeitswelt?
    • The Count 03.06.2019 07:44
      Highlight Highlight Selbstüberschätzung und Gier der Arbeitnehmer? Sich eine angemessene Arbeit aussuchen und etwas genügsamer leben ist ein guter Anfang. Ich sage nicht dass die Arbeitgeber nicht in der Pflicht sind dafür zu sorgen dass Burnouts nicht passieren können. Die Verantwortung jedoch liegt primär bei jedem selber. Opfergetue ist nicht hilfreich.
    • wolge 03.06.2019 07:59
      Highlight Highlight @The Count: Das System ändert sich nicht wenn jeder versucht dem System aus dem Weg zu gehen. Es gibt immer genügend die nachkommen. Hat etwas mit der Ich-Entwicklungsstufe zu tun... Leider befinden sich auch sehr viele Manager und Politiker auf einer eher niedrigen Stufe:

      https://die-werteentwicklung.de/blog/artikel/persoenliche-reife-als-entscheidende-staerke-fuer-fuehrungskraefte/
      Benutzer Bild
    • Heinzbond 03.06.2019 08:05
      Highlight Highlight The count, mein arbeitspensum hat sich hier in den letzten sieben Jahren fast verdoppelt, aber noch immer kein Vergleich zum grossen Kanton... Als meine schuld das eine von acht stellen nicht besetzt ist? Meine schuld das jeder Bewerber rückwärts zur Tür raus geht? Meine schuld das stellen einfach gestrichen werden? Danke auch...
    Weitere Antworten anzeigen
  • runner 03.06.2019 07:13
    Highlight Highlight Es gibt Arbeitende, die zu Hause alleine 2 Kinder erziehen müssen und eine an Krebs erkrankte Mutter betreuen. Und dafür soll dann der Arbeitgeber zahlen? Mittlerweile will niemand mehr Menschen anstellen weil man als Arbeitgeber immer der Bösewicht ist. Wie viele von diesen Linken hat denn Menschen als Mitarbeitende??
    • The Destiny // Team Telegram 03.06.2019 07:49
      Highlight Highlight Was?
    • AlienTechnologie 03.06.2019 08:06
      Highlight Highlight 2 Kinder und die Krebskranke Mutter betreuen ist ein sehr spezivisches Beispiel :-) Kennen sie jemanden?

      Ich sehe in diesem Fall das Problem, dass diese Person niemand anstellt, jedoch an einem anderen Ort: das Geld.
      In einer Situation, wie von ihnen beschrieben, dürfte das Geld eher knapp sein. Da in der Schweiz Arbeitskräfte teuer sind, hat die Person womöglich keine andere Wahl. Verurteilen sie die Person also bitte nicht, wenn sie jemanden kennen auf den die Situation zutrifft.
  • Loeffel 03.06.2019 07:06
    Highlight Highlight Die Folgerung, dass der Arbeitgeber Schuld an allen Burnouts hat, mag ja auf der Hand liegen. Meine Beobachtung nach 10 Jahren Personalleitung ist jedoch auch, dass bei Burnout-Fällen zu 80% nebst dem anspruchsvollen Job auch eine extrem schwierig private Situation vorliegt (Scheidung, Kampf um Sorgerecht, Todesfall Familie, mit Eltern/Geschister verkracht, schwere Krankheit bei nahen Verwandten, etc). Als Arbeitgeber ist es die Pflicht hier den Arbeitnehmer zu unterstützen soweit es geht. Er ist aber selten der alleinige Schuldige für übermässigen Stress.
    • trudat 03.06.2019 08:13
      Highlight Highlight Zu oft sind es diese und weitere Ereignisse im Leben der Auslöser in einer solchen Situation, jeder kann betroffen sein. Nur besitzen die wenigsten Personalmanager genug Sozialkompetenzen um konstruktiv dazu beizutragen ein Teil der Lösung zu sein. Es ist immer einfacher jemanden zu ersetzen, als sich mit dem „Problem“ rum zu schlagen.
    • bruder klaus 03.06.2019 08:24
      Highlight Highlight @Loeffel: dem Stimme ich weitgehend zu, dich vergessen wir nicht, dass erfolgsbilanzendruck der Firmen auch hohe Anforderungen an Mitarbeitende stellt, und häufig wird in dieser Hinsicht leider die Leistungsfähigkeit des mitarbeitenden nicht fair beurteilt. Mit Zielvereinbarungen wird zusätzlicher Druck aufgebaut, und nicht jeder Mitarbeitende hat die Möglichkeiten, sich entsprechend zur Wehr zu setzen -> Zwänge, Druck
      Wenn die Arbeitgeber Seite dann sagt, man kann sich eine andere Arbeit suchen, so ist das eine Banalisierung des Problems.
    • Phrosch 03.06.2019 08:28
      Highlight Highlight Loeffel, in ähnlicher Position ähnlich lang tätig kann ich bestätigen, dass hie und da, aber längst nicht immer, solche komplexe Situationen eine Rolle spielen. Auch das andere ist wahr: je grösser die Überlastung am Arbeitsplatz, desto mehr gerät das Privatleben aus den Fugen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Midnight 03.06.2019 06:51
    Highlight Highlight "...dass es an den Firmen sei, das Thema Überlastung am Arbeitsplatz im Auge zu haben. Und allfällige Burnouts so frühzeitig zu verhindern. «Ich bin überzeugt, dass das heute schon passiert»".

    In den allermeisten Fällen wird das Thema vom Arbeitgeber eher belächelt oder totgeschwiegen als ernstgenommen!
    So habe ich das bisher zumindest erlebt.

    Würde mich mal interessieren, wie bei anderen Arbeitgebern so mit dem Thema umgegangen wird. Vielleicht schätze ich das ganze ja völlig falsch ein.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 03.06.2019 06:58
      Highlight Highlight Midnight: Ich arbeite in einem grossen Konzern und vermute fast, dass die Kosten zur "Wiederaufpeppelung" fester Budgetbestandteil ist, da man die Leute fordert bis über Grenzen hinaus, sodass ein Burnout total absehbar ist.
    • Midnight 03.06.2019 07:03
      Highlight Highlight @Elephant Habe schon bei zwei Grosskonzernen gearbeitet. Kann da deine Erfahrung teilen. Aber auch kleinere Betriebe sind nicht zwingend besser...
    • The Count 03.06.2019 07:26
      Highlight Highlight Ich erlebe bei meinem Arbeitgeber genau das Gegenteil. Bei uns z. B. arbeitet ein Mitarbeiter, welcher nicht für seine Aufgaben qualifiziert ist, er ist überfordert und hat sich in einem Lügenkonstrukt verfangen. Dass er seine Arbeit schlicht nicht kann sieht er nicht ein und steuert so geradewegs in ein Burnout.
      Allgemein beobachte ich eine zunahemende Selbstüberschätzung. Die Arbeitnehmer sind oft selbst schuld und dürfen sich gerne mehr abgrenzen und öfters auch mal nein sagen. Wer seine Arbeit gut und gerne macht braucht sich davor nicht zu verstecken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pascolo 03.06.2019 06:51
    Highlight Highlight Ja wann sind den die Bürgerlichen Volksparteiler schon mal zufrieden wenn es um das Volk geht?
    • Cédric Wermutstropfen 03.06.2019 08:47
      Highlight Highlight Das Wohlergehen von Unternehmen ist eben auch wichtig für das Volk. Unternehmen sind nicht einfach diese bösen, unbelebten Organismen, die nur da sind, um sie finanziell auszuquetschen zu können. Ich habe manchmal das Gefühl, dass viele Linke das so sehen. Unternehmen bieten Arbeit, ein Auskommen, evtl. Erfüllung, Konsummöglichkeiten, soziale Aufstiegsmöglichkeiten und sie bezahlen Steuern. Unternehmen und Volk sind nicht zwei trennbare Dinge, sie sind miteinander eng verwoben. Gegen Unternehmen und Unternehmertum wird meistens einigen wenigen, statt vielen nützen.
    • Otten4ever 03.06.2019 09:12
      Highlight Highlight wenn es ums Thema "mehr Subventionen für die Bauern" geht
  • MeinSenf 03.06.2019 06:46
    Highlight Highlight Fragt mal beim Institut für Arbeitsmedizin in Baden nach. Die können Burnout sehr wohl quantitativ nachweisen. Stichwort: Herzrhythmusvariabilitätsmessung
    • runner 03.06.2019 07:15
      Highlight Highlight Ja vielleicht, aber nicht die Ursache für ein Burnout: Freizeitstress, familiärer Stress und auch die eigene Unzulänglichkeit, mit der Gesundheit respektvoll umzugehen.
    • Astrogator 03.06.2019 07:52
      Highlight Highlight @runner: Burnout kann deiner Meinung nach also nicht der Grund für ein Burnout sein?

      Wieder mal ein Fall von: "Habe eine Meinung, aber keine Ahnung"
    • Astrogator 03.06.2019 10:33
      Highlight Highlight "Arbeit kann deiner Meinung nach...."

      Sollte es heissen

Darum streiken diese 4 Frauen am 14. Juni

In rund zwei Wochen wollen Frauen in der ganzen Schweiz die Arbeit niederlegen und auf der Strasse für Gleichberechtigung demonstrieren. Wir haben bei vier von ihnen nachgefragt, warum sie am Frauenstreik teilnehmen.

Frau Bühler, warum streiken Sie am 14. Juni?Mir ist die Solidarität zwischen allen Frauen wichtig. Nur weil man selbst vielleicht in einer besseren Position ist, ist das noch lange kein Grund, nicht zu streiken. Der Druck auf die Gesellschaft muss von allen Frauen kommen.

Was sind ihre konkreten Forderungen?Die Betriebsarbeit, die Frauen auf einem Bauernhof leisten, muss entschädigt werden. Dann fordere ich, dass Bäuerinnen sozial besser abgesichert werden und endlich eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel