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Gesellschaft & Politik

«Aus Mitleid»: SVP-Glarner sieht von Anzeige gegen Kabarettist Gabriel Vetter ab

Andreas Glarner im Gras.
Andreas Glarner im Gras.
Bild: KEYSTONE

«Aus Mitleid»: SVP-Glarner sieht von Anzeige gegen Kabarettist Gabriel Vetter ab

SVP-Nationalrat Andreas Glarner reicht erneut Strafanzeige gegen Twitter-User ein. Einer davon ist der Kabarettist Gabriel Vetter.
15.05.2016, 22:4516.05.2016, 13:08

Der SVP-Nationalrat und Gemeindeammann von Oberwil-Lieli reichte Strafanzeige gegen zwei Twitter-User ein, weil diese ihn beleidigt haben. Einer der Twitterer ist Kabarettist Gabriel Vetter. Dieser schrieb am 1. Mai: «Dass @andyglarner die Pressefreiheit unterdrückt – ok. Ich als Satiriker finde es aber fast schlimmer, dass er was mit Ziegen haben soll»

Am Montag twittert Glarner nun, dass er «aus Mitleid» von einer Strafanzeige absehe:

Mit dem Tweet spielte Vetter auf die Affäre um den türkischen Staatschef Recep Tayip Erdogan und den deutschen Satiriker Jan Böhmermann an. Nach einem «Schmähgedicht» im ZDF geht Erdogan gegen Böhmermann gerichtlich vor.

Der Künstler Gabriel Vetter.
Der Künstler Gabriel Vetter.
Bild: Facebook

Das beabsichtigte auch Glarner. Auf Twitter antwortete er Gabriel Vetter: «Ihre primitiven Tweets sind nun auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft ...». Glarner bestätigte gegenüber dem «Blick», dass er nach Pfingsten Strafanzeige einreichen werde.

Am Sonntagabend sind sowohl Glarner wie auch Vetter zu Gast in der Sendung Giacobbo/Müller auf SRF. Eine Chance, den Streit aus der Welt zu räumen. «Wenn er sich bei mir für den Tweet entschuldigt, ist die Sache für mich erledigt und die Strafanzeige damit vom Tisch», so Glarner gegenüber dem Blick. (Update: Es gab keine Entschuldigungen bei «Giacobbo/Müller»)

Drohung gegen Familie

Jetzt auf

Die zweite Strafanzeige betrifft einen Tweet, in dem konkret gegen Andreas Glarner und seine Familie gedroht wird. Glarner schreibt dazu: «Ich lasse nicht locker, bis diese linken Widerlinge bestraft sind.»

Es ist nicht das erste Mal, das der SVP-Nationalrat gegen Verfasser von Hass-Tweets vorgeht. Im März wurde er auf Twitter als «Nazischwein» und «brauner Bergler» beschimpft. Glarner hat auch dagegen Strafanzeige eingereicht. (cze)

 

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43 Kommentare
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Sapere Aude
15.05.2016 23:03registriert April 2015
Glarner kann zwar austeilen, aber nicht einstecken. Er will strafrechtlich gegen Beleidigungen vorgehen und sagt dann selbst: «Ich lasse nicht locker, bis diese linken Widerlinge bestraft sind.» Vollkommen unglaubwürdig!
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saco97
15.05.2016 23:47registriert Mai 2016
Lustig, er reagiert also genau gleich, wie Erdogan, mit einer Klage. Ich denke Gabriel Vetter hat erreicht was er wollte...
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Jimmy :D
15.05.2016 22:59registriert Juli 2014
Auf Giaccobo Müller wird Andreas Glarner gerade bloss gestellt ^^
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