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Gesellschaft & Politik

Tod von Elisabeth Kopp: Die Reaktionen von Politik und Presse

«Eine Frau, die die Geschichte der Schweiz geprägt hat»: Die Reaktionen zu Kopps Tod

14.04.2023, 17:4314.04.2023, 19:33
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Die frühere Zürcher FDP-Bundesrätin Elisabeth Kopp ist am Karfreitag im Alter von 86 Jahren gestorben. Sie war als erste Frau der Schweiz von 1984 bis 1989 Mitglied der Landesregierung. Politikerinnen und Politiker - vor allem Freisinnige - würdigten die Magistratin am Freitag in Stellungnahmen.

Reaktionen aus der Politik

FDP-Bundesrat Ignazio Cassis

SP-Bundesrat Alain Berset

«Als erste Frau im Bundesrat hat Elisabeth Kopp eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung des Zivilrechts und markierte damit einen wichtigen Meilenstein für die Gleichstellung. Ihre Wahl hat auch viele Frauen ermutigt, sich in der Politik zu engagieren. Mein aufrichtiges Beileid gilt ihren Angehörigen.»

SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider

«Ich gedenke Elisabeth Kopp, der ersten Bundesrätin und Chefin des EJPD. Sie war eine Pionierin für Frauen in der Politik. Ich spreche ihrer Familie und ihren Angehörigen mein tief empfundenes Beileid aus.»

FDP Schweiz

SP Schweiz und Tamara Funicello, SP-Nationalrätin

FDP-Präsident Thierry Burkart

Maya Graf, Grüne Ständerätin

Philippe Nantermod, FDP-Vizepräsident und Nationalrat

«Wir sind mit unseren Gedanken bei ihrer Familie und ihren Nächsten. Die FDP verliert eines ihrer prominentesten Mitglieder, eine Frau, die die Geschichte der Schweiz geprägt hat.»

Sanija Ameti, Co-Präsident Operation Libero

Regine Sauter, FDP-Nationalrätin

Carla Reinhard, GLP-Gemeinderätin Stadt Zürich

Damien Cottier, FDP-Fraktionschef

«Die erste Bundesrätin, die die Schweiz je hatte, ist von uns gegangen. Sie hat die Gleichberechtigung in unserem Land vorangetrieben. Wir sind mit unseren Gedanken bei ihren Nächsten und ihrer Familie.»

Zürcher Frauenzentrale

Reaktionen der Presse

«NZZ»

«Sie war die erste Bundesrätin der Geschichte. Nun ist Elisabeth Kopp, die politische Pionierin wie tragische Figur war, 86-jährig verstorben. Leistung und ein fatales Fehlverhalten, Popularität und Verfemung, Eigenständigkeit als Frau und unerschütterliche, politisch folgenschwere eheliche Verbindung lagen im Leben von Elisabeth Kopp-Iklé dramatisch nahe beieinander. Es ist unvermeidlich, dass ihr vorzeitiger Rücktritt bis heute ebenso in Erinnerung haftet wie der Durchbruch ihrer Wahl als erste Frau in den Bundesrat - 13 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts.»

«Blick»

«Elisabeth Kopp hatte Geschichte geschrieben. Am 2. Oktober 1984 war die FDP-Politikerin in den Bundesrat gewählt worden. Ein Meilenstein für die Gleichstellung in der Schweiz. 1989 musste sie aber bereits wieder zurücktreten. Ein Telefonat mit ihrem Mann war ihr zum Verhängnis geworden. Kopp hatte ihren Mann über laufende Ermittlungen wegen Geldwäscherei gegen eine Firma informiert, deren Verwaltungsratspräsident er war. Sie hatte das Gespräch erst noch zu vertuschen versucht. Es folgte eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) - und ein Skandal, der die Schweiz noch viel stärker erschütterte.»

«Bund»

«Mit Elisabeth Kopp ist eine Frau gestorben, die Schweizer Politikgeschichte geschrieben hat. Im Oktober 1984 hatte das Parlament sie als erste Frau in den Bundesrat gewählt. Doch mehr als gut vier Jahre waren ihr in der Landesregierung nicht vergönnt. Stattdessen stolperte die Freisinnige über die sogenannte Kopp-Affäre, die ihren beispiellosen gesellschaftlichen Absturz einleitete. Es war eine Affäre um ein Telefongespräch mit ihrem Mann Hans W. Kopp, einem damals erfolgreichen Zürcher Anwalt. (...) Auch als freisinnige Parteifreunde die Justizministerin vor deren Wahl zur Vizepräsidentin des Bundesrats fragten, ob da noch etwas sei, verschwieg Kopp das Telefongespräch. Und ihr Gatte leugnete es in einem Interview gar. Das waren fatale Fehler.»

(dab/sda)

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Das Leben von Elisabeth Kopp
1 / 15
Das Leben von Elisabeth Kopp
Elisabeth Kopp kam am 16. Dezember 1936 in Zürich zur Welt, verbrachte den Grossteil ihres Lebens aber in Zumikon. Das Bild zeigt sie in ihrem Haus in den 70er-Jahren.
quelle: photopress-archiv / str
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