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Eine Frau traegt ein T-Shirt mit einem Logo gegen Impfungen, auf dem Bundesplatz, waehrend einer Demonstration gegen Massnahmen des Bundes im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Samstag, 27. Juni 2020 in Bern. Eine Gegendemonstration findet auch statt. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Eine Frau mit Impfgegener-Shirt bei einer Demonstration gegen die Corona-Massnahmen in Bern. Bild: keystone

Wie die Nachricht vom Impfstoff die Coronaverharmloser elektrisiert

Es harzt mit dem Referendum gegen das Covid-19-Gesetz, auch weil der Bund auf ein Impfobligatorium verzichtet.

Pascal Ritter und Kari Kälin / ch media



Eine wirksame Impfung gegen das Coronavirus liegt möglicherweise in Reichweite. Der Bund geht davon aus, noch im ersten Halbjahr 2021 erste Impfungen durchzuführen. Roche-Präsident Christoph Franz sprach sich in der «Handelszeitung» für ein Impf­obligatorium aus.

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Das Epidemiengesetz erlaubt es dem Bundesrat, in der besonderen Lage Impfungen zum Beispiel bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen für obligatorisch zu erklären. Das plant der Bundesrat aber nicht. «Eine Impfpflicht ist nicht vorgesehen», sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

Doch sind die Menschen bereit, sich freiwillig impfen zu lassen? Ende Oktober hätten sich gemäss dem Institut Sotomo nur 16 Prozent der befragen Schweizer Bevölkerung sofort impfen lassen. Weitere 29 Prozent würden es tun, sofern Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können.

Ein leicht anderes Resultat offenbarte eine Umfrage von Ende September, über welche die «SonntagsZeitung» berichtete. Demnach würden sich 54 Prozent der Schweizer impfen lassen. Christoph Berger, Leiter der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene am Kinderspital Zürich und Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), wundert sich nicht über die Zurückhaltung gegenüber der Impfung. «Niemand kauft gerne die Katze im Sack. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch zu wenig über die Wirkung, die Dauer der Wirkung und mögliche Nebenwirkungen.»

Kommissionspräsident: «Durchimpfen ist nicht das Ziel»

Befürchtungen von Impfskeptikern, die Behörden wollten die ganze Bevölkerung gegen Corona impfen lassen, hält Berger für unbegründet. «Eine Durchimpfung ist nicht das Ziel der EKIF.» In erster Linie wolle man die gefährdeten Bevölkerungsgruppen mit einer Impfung schützen, also die älteren Personen und jene mit Vorerkrankungen. Für Berger ist klar: Bevor Impfungen durchgeführt und Empfehlungen ausgesprochen werden, braucht es weitere Daten - auch zur Wirkung und zum Nutzen bei Risikopersonen.

Die Impfkommission geht aktuell davon aus, dass eine Impfung wie bei der Grippe regelmässig wiederholt werden muss, um wirksam zu sein.Die Nachricht, dass bald ein Impfstoff kommen könnte, elektrisierte die Coronaskeptiker. Unter ihnen sind viel Impfgegner. In den Chat-Foren ratterten die Beiträge nur so herein. Es wird vor möglichen Nebenwirkungen gewarnt und ein Impfzwang beschwört. Allerdings ist die Überzeugungskraft dieser Gruppen bescheiden.

Dies zeigt sich etwa beim Referendum gegen das Covid-19-Gesetz, bei dem die Kritik an einer Corona-Impfung zentral ist. Die Unterschriftensammlung läuft schleppend. Alec Gagneux von der Organisation «Freunde der Verfassung» sagt, es sei schwierig. Die Menschen würden dem Bundesrat zu sehr vertrauen. Ähnlich klingt es beim «Netzwerk Impfentscheid». Es laufe harziger als etwa beim Referendum gegen das Epidemiengesetz, sagt Geschäftsführer Daniel Trappitsch. Er gibt sich dennoch optimistisch: «Wir sind auf gutem Weg.»

Die Impfdebatte bekam am Montag Auftrieb, als der US-Pharmakonzern und dessen deutscher Partner Biontech ein vielversprechendes Zwischenergebnis mitgeteilt hatten: Ihr Impfstoff schütze zu 90 Prozent vor einer Ansteckung. Der Bund stockte am Mittwoch die Mittel für die Impfstoffbeschaffung von 300 auf 400 Millionen auf.

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