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Medizinische Einweg-Handschuhe in der Schweiz mit Bakterien verseucht

Medizinische Einweg-Handschuhe in der Schweiz mit Bakterien verseucht

08.07.2016, 16:5409.07.2016, 09:47

In mehreren Schweizer Spitälern ist es zu schwerwiegenden Infektionen gekommen, weil Einweg-Waschhandschuhe mit Bakterien kontaminiert waren. Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat das Produkt eines italienischen Herstellers am Freitag zurückgerufen.

Swissmedic sind einzelne Fällen mit «schwerwiegenden Infektionen» bekannt, wie Sprecher Lukas Jaggi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte. Bisher hätten diese behandelt werden können, sodass es zu keinen Todesfällen gekommen sei.

Betroffen sind Handschuhe der Marke «Sinaqua Dermal Glove».
Betroffen sind Handschuhe der Marke «Sinaqua Dermal Glove».

Welche Spitäler betroffen waren, gibt Swissmedic nicht bekannt. Auch zu den einzelnen Fällen konnte das Institut keine Angaben machen. Swissmedic hat nach eigenen Angaben Ende Mai eine erste Verdachtsmeldung zum Einweg-Waschhandschuh «Sinaqua Dermal Glove» aus einem Schweizer Spital erhalten. Am 27. Juni sei von einem zweiten Spital eine Meldung zum selben Produkt eingegangen.

Insgesamt habe es gemäss aktuellem Stand weniger als zehn Fälle gegeben, sagte Jaggi. Der betroffene Einweg-Waschhandschuh wird unter anderem für die Reinigung der Haut vor und nach Operationen verwendet. Gemäss Jaggi ist es ein in Spitälern gebräuchliches Produkt.

Bei den festgestellten Bakterien handelt es sich um die Art Burkholderia cepacia. Diese Bakterien können schwere Infektionen verursachen. Die möglichen Folgen könnten sogar lebensbedrohlich sein, sagte Jaggi.

Wie es zur Kontamination kann, ist noch nicht bekannt, wie Swissmedic schreibt. Entsprechende Abklärungen beim italienischen Hersteller seien im Gang.

Die Schweizer Vertriebsfirma hat entschieden, alle zwischen November 2015 und Mai 2016 in der Schweiz ausgelieferten Chargen zurückzuziehen. Swissmedic informierte zudem die Kontaktpersonen in den Spitälern.

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Anders als Arzneimittel durchlaufen die Medizinprodukte keine behördliche Zulassung. Es gibt jedoch eine grenzüberschreitend organisierte Marktüberwachung. Im Rahmen dieser Marktüberwachung wurde auch die Kontamination der Waschhandschuhe gemeldet.

(sda)

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