Schweiz
Graubünden

Wie die Halbierungsinitiative die Bündner SVP spaltet

Wie die Halbierungsinitiative die SVP in Graubünden spaltet

23.02.2026, 15:1223.02.2026, 15:28

Zwei SVP-Sektionen aus dem italienischsprachigen Graubünden stellen sich bei der Halbierungsinitiative gegen die Kantonalpartei. Diese hatte die Ja-Parole beschlossen, ebenso die Mutterpartei. Die lokalen Sektionen befürchten jedoch bei einer Halbierung der Fernseh- und Radiogebühren eine Verarmung der Berichterstattung.

Ein Plakat mit der Aufschrift Gute Nacht verlaessliche Information, wirbt fuer ein Nein zur zerstoererischen SRG-Initiative (Halbierungsinitiative, 200 Franken sind genug), fotografiert am Dienstag, 1 ...
In Graubünden stellen sich viele SVP-Leute gegen die Halbierungsinitiative.Bild: keystone

«Die Partei überlässt es den lokalen Sektionen, die Position einzunehmen, die sie für angemessen halten», erklärt Davide Migliacci, Präsident der SVP Valposchiavo, gegenüber Keystone-SDA. Auch die Kantonalpartei bestätigte auf Anfrage diese Strukturen. Diese hatte bei der Parolenfassung Mitte Februar betont, dass sie sich bei einer Annahme für den RTR-Standort in Chur einsetzen will. Die Bündner Regierung hatte zuvor vor gravierenden Folgen für den einzigen dreisprachigen Kanton gewarnt.

Aus Sicht der Sektion Valposchiavo ist die vom Bundesrat vorgeschlagene Senkung der Abgabe von derzeit 335 auf 300 Franken sowie die Befreiung von 80 Prozent der Unternehmen ausreichend. «Wir befürchten, dass Randregionen wie die unsere eine Verarmung der Berichterstattung durch das nationale Fernsehen erleiden könnten – ein Risiko, das andere Gebiete nicht in gleichem Masse tragen. Deshalb werden wir am 8. März Nein stimmen», so Migliacci weiter.

Auch die SVP Moesano teilt diese Haltung, wie Präsident Remo Zanetti gegenüber Keystone-SDA bestätigte. Im Gegensatz zur Sektion Valposchiavo verzichtete die Partei jedoch auf eine offizielle Abstimmungsempfehlung.

Mehr Gegner als Befürworter in GR

Unterstützung für die Initiative gibt es neben der SVP Graubünden auch vom kantonalen Gewerbeverband, der Unternehmen als finanziell überproportional belastet sieht.

Darum geht es bei der SRG-Initiative

Video: watson/hanna hubacher, michael shepherd

Sprachorganisationen wie Lia Rumantscha und Pro Grigioni Italiano warnen jedoch bei einem «Ja» vor gravierenden Folgen für die Sichtbarkeit der Minderheitensprachen. Ebenso sprach sich die Mehrheit der Bündner Parteien gegen die Initiative aus, darunter FDP, Mitte und SP.

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» – auch bekannt als Halbierungsinitiative – will in der Bundesverfassung festschreiben, dass der Bund zur Finanzierung von Radio- und Fernsehprogrammen, die einen unerlässlichen Dienst für die Allgemeinheit erbringen, eine Abgabe von 200 Franken pro Jahr ausschliesslich von privaten Haushalten erhebt. (dab/sda)

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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insert_brain_here
23.02.2026 15:42registriert Oktober 2019
SVPler wenn sie merken dass sie selber die Minderheit sind auf deren Buckel die Milliardäre ihre Gewinne optimieren wollen🙃
Bloss aufpassen dass ihr den Gedanken nicht noch weiter führt, da könnte euch nämlich noch das ein oder andere weitere Licht aufgehen💡
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Sapperlot!
23.02.2026 16:25registriert Januar 2016
Arena schauen, war interessant. Die SVP Graubünden ist für ein JA zur Initiative - setzt sich dann aber für einen Verbleib der SRG in der Randregion Graubünden ein...
Der Spruch von Brotz.. wir hier in Zürich würden sagen "Sie wollen dr Füfer u z Weggli" sass super.
Ich finds interessant wie viele Argumentiere, dass ihnen Sendung A oder B nicht passt und darum ein Ja einlegen, als würden genau die Sendungen gestrichen die sie doof finden und die anderen nicht.
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khargor
23.02.2026 16:35registriert Februar 2014
Die SVP Graubünden erliegt dem Sankt-Florian-Prinzip: "Verschon’ mein Haus, zünd’ and’re an!“ - Baut die SRG zurück, aber verschont mir bitte unseren RTR. Sorry liebe SVP Graubünden. Auch der RTR wird stark leiden, wenn wir diese unausgegorene Intitiative annehmen. Darum zurück an den Absender und Nein zur Halbierungsinitiative!
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