Schweiz
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Blick auf das Dorf und den

Seit vielen Jahren bröckelt der Berg: Blick auf das Dorf Brienz und die «graue Narbe». Bild: KEYSTONE

Wie viel ist uns dieses Dorf wert?

Das Bündner Dorf Brienz rutscht immer schneller ins Tal. Jetzt wird auch über eine Umsiedlung nachgedacht.

Dominic Wirth / ch media



Man kann sie verstehen, die Menschen, die einst den Anfang machten und dort siedelten, wo Brienz bis heute liegt. Über tausend Jahre ist es her, dass das Dorf erstmals erwähnt wurde. Es liegt auf einer natürlichen Terrasse im Albulatal, umrahmt von Wäldern und Wiesen.

Im Rücken von Brienz im Bündner Albulatal aber tut sich eine graue Narbe auf. Fels und Geröll liegen dort an der Flanke des Piz Linard. Sie zeugen davon, dass etwas nicht stimmt mit dem Dorf. Seit vielen Jahren bröckelt der Berg.

Die gut 100 Menschen, die heute noch in Brienz leben, haben sich längst daran gewöhnt. Doch etwas ist passiert in den letzten Jahren, die Kräfte der Natur zerren immer stärker an Brienz. Und eine Frage wird immer drängender: Hat das Dorf hier eine Zukunft?

Seit diesem Jahr gibt es für Brienz ein Szenario, eines, mit dem sich in der Schweiz bisher noch kein ganzes Dorf befassen musste: das der Umsiedlung.

Letzte Woche hat die Gemeinde Albula, zu der Brienz gehört, eine Informationsveranstaltung für die Menschen im Dorf veranstaltet. Es war schon die zweite in diesem Jahr, und allein die Teilnehmerliste zeigt, wie ernst die Lage ist: Zwei Bündner Regierungsräte waren gekommen, dazu der Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt und eine Reihe von Experten.

112 Folien lang war die Präsentation. Eine von ihnen zeigt zwei Kurven, die immer weiter in die Höhe wachsen, und nichts veranschaulicht besser, wie sehr die Dinge in Brienz in Bewegung geraten sind. Das Dorf, vermuten Experten, liegt auf einer Art Scholle innerhalb des sogenannten Brienzer Rutsch.

Dieser bewegt sich seit langem ins Tal. Doch in den letzten Jahren hat er das immer schneller getan. Bis vor ein paar Jahren betrug die Rutschgeschwindigkeit 10 Zentimeter pro Jahr. Heute ist es schon über ein Meter. In den letzten zwei Jahren hat sich ein weiteres Problem verschärft: Auch der Fels oberhalb von Brienz bewegt sich jetzt stärker, es droht ein Bergsturz.

Andri Largiadèr, der zuständige Experte vom Kanton, vermutet einen Zusammenhang – dass also der Fels bröckelt, weil sich der gewaltige, 2.5 Quadratkilometer grosse Rutsch schneller bewegt.

Schon länger, seit 2017, ist Brienz eine rote Zone, in der keine neuen Häuser mehr gebaut werden dürfen. Jetzt hat die Bündner Regierung die Situation zur «besonderen Lage» erklärt und unterstützt die Gemeinde mit Geld und Personal.

Der Berg oberhalb von Brienz gehört heute zu den ­bestüberwachten im ganzen Land, jede Bewegung wird von Reflektoren, Radargeräten und GPS-Empfängern registriert. Es gibt ein Evakuierungskonzept für die Bevölkerung, zu dem ein SMS-Alarm gehört.

Seit einem Jahr steht an der Verbindungsstrasse nach Lenzerheide eine Ampel, die auf Rot schaltet, sobald sich der Berg bewegt. Derzeit passiert das mehrmals täglich. Das alles reicht vielleicht, um das Risiko zu verwalten. Doch es reicht nicht, um Brienz zu retten.

Bewohner müssen sagen, wohin sie zügeln würden

Es werde alles unternommen, was möglich ist, sagt Mario Cavigelli, der Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements. Doch seit diesem Jahr gibt es für Brienz auch noch ein anderes Szenario, eines, mit dem sich in der Schweiz bisher noch kein ganzes Dorf befassen musste: das der Umsiedlung.

«Wir müssen alles in Betracht ziehen», sagt Gemeindepräsident Daniel Albertin, «aber wir hoffen, dass wir das dereinst in einer Schublade verstauen können». In diesen Tagen erhalten die Bewohner von Brienz einen Fragebogen, auf dem sie etwa angeben müssen, wie und wo sie sich ihren neuen Wohnort vorstellen.

Wie viel will sich das Alpenland Schweiz den Erhalt gefährdeter Siedlungen in den Bergen kosten lassen?

Parallel dazu wird die Suche nach einer anderen Lösung vorangetrieben. Im Vordergrund steht der Bau eines Entwässerungsstollens. Auf diese Weise soll dem Erdreich Wasser entzogen und der Brienzer Rutsch verlangsamt werden. An sechs Orten haben die Experten schon in den Untergrund gebohrt, doch sie wissen noch immer nicht genug darüber, was unter dem Dorf vor sich geht.

Es ist eine schwierige Situation für die Fachleute, denn die Ungeduld im Dorf wächst. «Wir versuchen aufs Tempo zu drücken, doch gewisse, wichtige Abklärungen erfordern viel Zeit», sagt Lar­giadèr.

Derzeit sind in Brienz noch viele Fragen offen. Doch eines steht heute schon fest: Der Fall Brienz wirft eine Frage auf, die für das ganze Land von Belang ist. Wie viel will sich das Alpenland Schweiz den Erhalt gefährdeter Siedlungen in den Bergen kosten lassen? Es spricht einiges dafür, dass sie sich im Zuge des Klimawandels künftig häufiger stellen wird.

Rettung des Dorfes könnte bis zu 80 Millionen kosten

In Brienz weiss noch niemand, ob ein Entwässerungsstollen tatsächlich die Lösung ist – und erst recht weiss niemand, wie teuer das Vorhaben werden würde. Die Schätzungen reichen von 20 bis zu 80 Millionen Franken. «Diese Kosten sind sehr grob geschätzt», sagt Largiadèr.

Am Ende entscheiden nicht nur die Brienzer, wie es mit ihrem Dorf weitergeht. Denn die Kosten für einen Entwässerungsstollen werden grösstenteils der Kanton und der Bund tragen. Letzterer subventioniert 35 bis 45 Prozent der Kosten für Sanierungsmassnahmen. Aber nur unter gewissen Voraussetzungen, das betonte der Vize­direktor des Umweltamts, Paul Steffen, in Brienz.

Bei der Abwägung, ob eine Massnahme verhältnismässig ist, fliessen verschiedene Faktoren ein. Zum einen der ökonomische, der Kosten-Nutzen-Faktor, der misst, welche Schäden an Gebäuden oder anderen In­frastrukturen wie Strassen sich mit einer Massnahme potenziell verhindern lassen.

Zum anderen sind da auch noch sozio-politische oder kulturelle Faktoren, welche deutlich schwerer messbar sind. Und die einiges an politischer Sprengkraft bergen. Denn letztlich geht es um die Frage, wie viel sich die Schweiz die Erhaltung von Dörfern wie Brienz kosten lassen will.

Bergdorf Brienz droht ins Tal zu rutschen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 29.11.2019 05:40
    Highlight Highlight Bei den hohen Subventionen, welche die Bergkantone beziehen, darf man schon fragen, ob wirklich jedes Bergtal und jedes Bergdorf erhalten werden soll. Die Bergkantone sollten sich einmal konzeptionell Gedanken machen, welche Täler und Dörfer über eine geordnete Abwanderung „passiv saniert“ werden könnten.
  • wolge 28.11.2019 16:12
    Highlight Highlight Ich verstehe natürlich die persönliche Tragik wenn man durch eine Umsiedlung quasi der Heimat entrissen wird.

    Jedoch scheint es mir nicht nachhaltig das Unvermeidliche einfach hinaus zu zögern.

    Wäre es nicht sinnvoller das Dorf umzusiedeln und den Rest der 80 Millionen (nach Umsiedlung) in die Bekämpfung der Erderwärmung/Umweltverschmutzung zu investieren?
  • Tom Scherrer (1) 28.11.2019 15:31
    Highlight Highlight Die Brinzer kennen die Risiken des Berges schon lange. Ewige Diskussionen darüber, über Jahrzehnte. Jetzt wirds immer dringender.

    Die Mieter sind flexibel und es bleiben die Immobilien + Bodenbesitzer. Die suchen nun einen Weg, wie sie bestmöglichst noch entschädigt werden.

    Wer zulange wartet ist eigentlich selber Schuld. die Leute, die nicht lebensmüde sind, müssen da weg.

    Und dann kann gearbeitet werden. Vielleicht muss man einen Absturz sogar Auslösen, damits sicherer wird.









    Sorry, aber sich der Natur in den Weg stellen ist Unsinn. Die Brienzer kennen die Risiken schon lange.
  • Huckleberry 28.11.2019 15:25
    Highlight Highlight Mir persönlich liegt die Region um Brienz sehr am Herzen und ich hoffe sehr, dass möglichst rasch eine Lösung gefunden wird und alle Bewohner in ihrer Heimat verbleiben können!
  • Huckleberry 28.11.2019 15:18
    Highlight Highlight 80 Millionen um ein Dorf zu retten scheint auf den ersten Blick viel Geld sein. Doch steht da noch viel mehr auf dem Spiel! Gefährdet ist nicht nur Brienz sondern auch Tiefencastel, Surava, Vazerol und die ganze Verkehrsinfrastruktur. Unten im Tal führen die Albula Linie der Rhätischen Bahn sowie die Strasse Richtung Albula Pass durch. Brienz selber liegt an der Hauptstrasse die die Lenzerheide mit Davos verbindet. All das wieder herzustellen wird am Ende wohl mehr kosten als eine Sicherung des Berges.
  • whatthepuck 28.11.2019 15:12
    Highlight Highlight Eine strukschwache Gegend und erst noch akut durch Naturgefahren bedroht, so dass ein langfristiges Leben in Frieden dort ohnehin nicht gewährleistet ist?

    Schwierige Entscheidung.

    Noch schöner kann man der Schweiz den Steigbügel nicht hinhalten, um endlich mal weg von dieser viel zu aufgeblasenen Dezentralisierungspolitik zu kommen.

    Dezentralisierung und Chancengleichheit in allen Landesteilen ist schon wichtig, aber ob da ein Dorf in einem Seitental am Fusse zweier Passstrassen um jeden Preis mit eingeschlossen sein muss?
  • Score 28.11.2019 14:44
    Highlight Highlight Die 80 Millionen würde man besser als Entschädigung für die Betroffenen Einwohner einsetzen damit diese nicht auf dem ganzen Schaden sitzen bleiben (weil sie ihre Wohnung/Haus nicht mehr verkaufen können).
  • Fip 28.11.2019 14:39
    Highlight Highlight Der Bergsturz von Brienz gefährdet ja nicht nur das Dorf und seine Bewohner sondern auch Verkehrswege und Infrastrukturen.
    Da hätten dann auch andere etwas davon.
  • djohhny 28.11.2019 14:00
    Highlight Highlight Soviel ich weiss liegt der 'statistical value of life' in der Schweiz bei CHF 5mio.
  • EAI 28.11.2019 13:25
    Highlight Highlight Somit betrifft also der Klimawandel endlich auch mal unser eigenes Land ziemlich existenziell - und nicht mehr nur die armen, weitentfernten Südseebewohner...
    Es tut mir sehr leid für die Einwohner von Brienz - sie müssen jetzt hautnah miterleben, was uns eigentlich alle genau gleich stark angeht!
    Ich hoffe auf eine konstruktive Diskussion über die Umweltproblematik und auf weise, nachhaltige Lösungsansätze, die dann auch ernsthaft umgesetzt werden!
    • Leon1 28.11.2019 15:21
      Highlight Highlight Ausgelöst wurde der Rutsch vermutlich durch Abholzungen und eine starke Regenperiode Ende des 19. Jahrhunderts.

      Da war das mit dem anthropogenen Klimawandel noch nicht so ein Riesenthema. Mit Permafrost hat Brienz auf rund 1100 m.ü.M. auch nicht viel zu tun, zumal die Rutschung (auch in historischer Zeit) auch im Winter stattfand.

      Den Klimawandel gibt's. Und er ist für vieles verantwortlich. Aber nicht für alles...
      So viel zur konstruktiven Diskussion. Thema bzw. Artikelbezug leider etwas verfehlt.
    • Diavolino666 28.11.2019 16:20
      Highlight Highlight Nicht alle geologische Prozesse haben etwas mit Klimawandel zu tun. Das Wort "endlich" könnte unpassender nicht sein!
  • Jo Blocher 28.11.2019 11:24
    Highlight Highlight Mieter/ Hauskäufer: Jetzt zuschlagen😉https://www.immoscout24.ch/de/ort-brienz-brinzauls-gr
  • Nik G. 28.11.2019 10:01
    Highlight Highlight Mit 80 Millionen könnte man allen Einwohner ein neues Haus an einem sicheren Ort kaufen.
  • Züri80 28.11.2019 09:30
    Highlight Highlight Was ist uns das Dorf wert, wenn sie sich selbst in diese Lage gebracht haben? Meines Wissens, wurde vor 200-300 Jahren am Hang der Wald gerodet für den Wiederaufbau des Dorfes. Dadurch verlor der Hang den natürlichen Schutz vor Erosion.
    Unter diesen Umständen bin ich der Meinung, dass eine Investition für die Umsiedlung getätigt werden soll, aber nicht für bauliche Massnahmen. Hier sollten wir der Natur den freien Lauf gewähren.
    • victoriaaaaa 28.11.2019 11:51
      Highlight Highlight Ja und die heutigen Bewohner haben ja aktiv bei dieser Wald-zerstörung mitgemacht...vor so 250 jahren...Wenn, dann ist es doch die Gesellschaft/die menschen im Allgemeinen, die das zu verantworten haben...
  • Toerpe Zwerg 28.11.2019 08:55
    Highlight Highlight Gebt die 80mio direkt den 100 Einwohnern mit der Bedingung, sich woanders niederzulassen. Problem gelöst.
    • so war es doch nicht gemeint 28.11.2019 09:27
      Highlight Highlight Dein Beliebtheitswert in Brienz ist gerade gestiegen.

    • Leon1 28.11.2019 11:36
      Highlight Highlight Hier merkt man schon, dass bei Watson vor allem Stadtmenschen unterwegs sind.

      Die 80 mio lieber für die Umsiedlung statt für den den Entwässerungsstollen verwenden? Super Idee, bloss rutscht der Hang dann immer noch. Wenn er dann schneller rutscht sind die Albula Bahnlinie, die 380kV Freileitung ins Engadin und die Hauptstrasse zwischen Tiefencastel und Davos/Filisur Geschichte. Im dümmeren Fall türmt sich das ganze so auf, dass sich die Albula zu einem See aufstaut und sich bei dessen Überlauf den Weg selber sucht.

      Das wird dann „ein wenig“ teurer als 80 Mio CHF.
    • victoriaaaaa 28.11.2019 11:54
      Highlight Highlight Vorschlag klingt schon mal in erster Linie gut, aber birgt das nocht auch gefahren? einerseits würde das heissen: es gibt keine Massnahmen, mn flüchtet einfach immer vor Gefahren (die ja vermutlich zunehmen werden), und hat dann irgendwann keinen Lebensraum mehr. Zudem könnte ich mir gut vorstellen, dass es dann auch Nachahmer-gemeinden gibt die dasselbe fordern, und dieses Geld könnte man dann auch besser investiert haben denke ich🙈
    Weitere Antworten anzeigen
  • MacB 28.11.2019 08:51
    Highlight Highlight Ein toller Artikel - lesenswert!
  • Carl Gustav 28.11.2019 08:32
    Highlight Highlight Bis wann wäre der Stollen realisierbar?
    Wie viele der Bewohner leben zu diesem Zeitpunkt noch in dem Bergdorf ohne Altersheim?
  • Hofer Ernst 28.11.2019 08:24
    Highlight Highlight Ich überlege mir gerade ob es nicht hilfreich wäre, wenn man den Berg sprengen würde.
    • Der müde Joe 28.11.2019 10:30
      Highlight Highlight Ist das dein ernst, Ernst?😂
  • Darkglow 28.11.2019 08:12
    Highlight Highlight Kommt doch ins Berner Oberland, wir haben ebenfalls ein Brienz und schön ist es ebenfalls. Bauland ist vorhanden, Hochwasser Verbauungen sind gemacht und die Berge drum herum sind soweit stabil. Ihr könntet sogar die Häuser mitnehmen, würden ins Dorf-Bild passen...
    Seit herzlich willkommen.
    • adam gretener 28.11.2019 08:27
      Highlight Highlight Das wäre tatsächlich sehr witzig. Für das Geld einfach das ganze Dorf nach Brienz/BE zügeln. Nach dem Umzug trifft man sich auf dem Dorfplatz, ein grosses Hallo und dann 3 Tage lang ein Fest feiern.
    • mukeleven 28.11.2019 10:08
      Highlight Highlight plauderi - wo in brienz/be hat es genügend neues bauland? in der schneise vom murgang des glyssibaches - der jahrhundert-katastrophe im 2005?
  • Fip 28.11.2019 08:11
    Highlight Highlight Watson versetzt Berge! Der Piz Linard steht jetzt im Albulatal?!
    • Martin Lüscher 28.11.2019 10:04
      Highlight Highlight @Fip: Es gibt zwei Berge mit den Namen Piz Linard: Der eine ist der höchste Berg des Unterengadins, der andere steht oberhalb von Brienz.
      Benutzer Bild
    • Fip 28.11.2019 14:32
      Highlight Highlight Ja, hab die Recherche leider erst nach dem Kommentar gemacht. Mir war nur das Lenzerhorn ein Begriff.

      Jetzt weiss ich wo Igl Rutsch ist..
  • theshark 28.11.2019 08:06
    Highlight Highlight Brienz, Tiefenkasten und keine Verbindung -Versorgung zum Albula. Alles 20m hoch verschüttet. Interessant ist dass die Teile der Bevölkerung sehr entspannt sind. Zitat der 90Jährigen die am nächsten zu Berg lebt sagt: wenn er kommt dann kommt er. Wer die emotionale Verbindung zur Heimat hat spricht anders über das Leben. Die Napolitaner leben auf einem der grössten Vulkane. Tic Tak
  • Stefan Morgenthaler-Müller 28.11.2019 07:32
    Highlight Highlight Frage mich sowieso, was solche abgelegenen 30-200 Personen Dörfer der Schweiz bringen, ausser hohe Kosten. Für ein paar handvoll Leute muss eine ganze Infrastruktur bereitgestellt und aufrecht erhalten werden. Strassen, Tunnels, ÖV, Gesundheitsversorgung, usw. Vielleicht denke ich da zu ökonomisch und sollte mehr den Mensch in den Vordergrund stellen.
    • bokl 28.11.2019 07:56
      Highlight Highlight So abgelegen ist Brienz nun ja auch wieder nicht. Gleich neben der Lenzerheide und braucht somit kaum extra Strassen.
    • theshark 28.11.2019 08:07
      Highlight Highlight Danke für deinen Schluss Satz.
    • Raphael Stein 28.11.2019 08:19
      Highlight Highlight Wenn dein Leben bloss Kosten darstellen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Krise 28.11.2019 07:31
    Highlight Highlight Mit dem Geld könnte man die 100 Leute auch da wegkaufen; man gibt ihnen Geld für ihre Immobilien und erklärt das Gebiet zur totalen Sperrzone fürs Wohnen. Weg müssen sie wohl sowieso, so würden sie vielleicht wenigstens gehen bevor was passiert ...
  • rabibabi 28.11.2019 07:25
    Highlight Highlight persölich finde ich es etwas übertrieben solch kostspielige Baumassnahmen in Erwägung zu ziehen, ohne die geringste Erfolgsgarantie. Im zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenlängern werden die heimischen Kultur- und Naturschätze ohne Rücksicht auf die Bevölkerung von multinationalen Grosskonzernen (ja, auch Schweizer Firmen!) bedenkenlos zerstört und hier in der Schweiz macht man sich solche Gedanken um ein kleines Dorf, von dem es 100te vegeichbare in GR gibt.
    • Amateurschreiber 28.11.2019 10:26
      Highlight Highlight Ja genau, was in den Entwicklungs- und Schwellenländern geht, sollte in der reichen und hochmodernen Schweiz doch auch möglich sein!

      Disclaimer: Das war natürlich sarkatisch gemeint!
  • neutrino 28.11.2019 07:09
    Highlight Highlight Die Sache hier hat nichts mit dem Klimawandel zu tun - warum muss dann trotzdem immer noch ein Hinweis zum Klimawandel in jeden Artikel? Dies dient der Sache sicherlich nicht.

    Aber vielleich wird irgendwann mal auch die Abseitsposition von Lionel Messi auf den Klimawandel zurückzuführen sein.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 28.11.2019 07:36
      Highlight Highlight Sorry Junge, der Klimawandel ist Realität und betrifft uns Schweizer eben auch. Das hat weder etwas mit Messi zu tun, noch damit, dass der Artikel dich höchstpersönlich provozieren wollte.
    • Roxy_red 28.11.2019 07:37
      Highlight Highlight Vielleicht, weil es etwas mit dem Klimawandel zu tun hat.
      Die Ursache von Felsstürzen sollen gemäss Experten verschiedene begünstigende Faktoren haben, die in ihrer Gesamtheit den Berg wackelig machen. Ein Faktor ist der Klimawandel. Vielleicht ist es nicht der Hauptgrund, aber es ist mit ein Grund.
    • TheBase 28.11.2019 07:50
      Highlight Highlight Tut mir fürchterlich leid, deine bequem eingerichtete Filterblase auf den Kopf stellen zu müssen:

      https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/naturgefahren/dossiers/klimaerwarmung-und-bergstuerzen.html

      Zwar ist die anthropogene globale Erwärmung nicht DIE eine Ursache für die weltweit vermehrt zu beobachtenden Felsstürze in Gebirgsregionen, denn dafür ist Geologie viel zu komplex, Tatsache ist allerdings, dass zerklüfteter Fels nicht selten nur vom Permafrost stabilisiert wird. Und eben dessen Grenze verschiebt sich klar messbar immer weiter in die Höhe.

      Aber ja, „die“ lügen eh alle 🙄
    Weitere Antworten anzeigen
  • winglet55 28.11.2019 06:58
    Highlight Highlight Wenn der Permafrost weiter abtaut, und das wird er zweifellos, wird dieses Dorf nicht das Einzige bleiben, dem der Berg irgendwann um die Ohren rutscht.
  • fw_80 28.11.2019 06:39
    Highlight Highlight Ich bedaure die Einwohner und nicht die Zweitwohnungsbesitzer.
  • trio 28.11.2019 06:34
    Highlight Highlight Es musste noch nie ein Dorf einem Stausee weichen?
    • Bündn0r 28.11.2019 07:27
      Highlight Highlight Doch, Marmorera GR am Julierpass sicher.
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