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Nach EVP-Austritt: Queere Lea Blattner wechselt zu den Grünen

Nach EVP-Austritt: Queere Politikerin Lea Blattner wechselt zu den Grünen

Die queere Politikerin Lea Blattner tritt nach ihrem Austritt aus der EVP den Grünen bei.
20.04.2026, 07:3620.04.2026, 07:59

Dies gab die Grüne Baselland in einer Medienmitteilung bekannt. Bereits am Sonntag sickerte durch, dass sich Blattner zu einem Parteiwechsel entschieden hat.

Lea Blattner, Co-Praesidentin Junge EVP, Mitte, spricht neben Loa Wild, Vize-Praesidentin Junge GLP, links, bei der Aktion "Ja zur Nationalen Service-Citoyen-Initiative", am Freitag, 10. Okt ...
Lea Blattner politisiert künftig für die Grünen. Bild: KEYSTONE

Nachdem die 32-Jährige vor einem Jahr ihre Homosexualität öffentlich gemacht hatte, sah sich sich Anfeindungen und Drohungen ausgesetzt, auch aus dem Umfeld der christlich geprägten EVP. Sie fühlte sich von ihrer Partei im Umgang mit dem Hass nicht genügend unterstützt, auch wenn sie ebenfalls positive Reaktionen erhielt, wie sie betonte. Am Wochenende gab Blattner ihre Ämter bei der Jungen EVP, der sie als Co-Präsidentin vorstand, und bei der EVP endgültig auf.

Damit ist für die 32-Jährige nun der Weg frei, um für eine andere Partei zu politisieren. Blattner ist seit 2024 Einwohnerrätin in Allschwil BL, dort wird sie künftig die Grünen vertreten. In der Medienmitteilung wird sie wie folgt zitiert:

«Meine Zeit bei der EVP hat mich stark geprägt, dafür bin ich dankbar. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel Raum es einnimmt, ständig die eigene Identität verteidigen zu müssen. Diesen Raum will ich zurückgewinnen – für lösungsorientierte politische Arbeit. Dass ich das bei den Grünen kann, schätze ich sehr.»

Die Grüne Baselland zeigt sich erfreut über Blattners Beitritt zur Partei. Man gewinne mit ihr eine engagierte, kompetente und gut vernetzte Politikerin, die sich neben gesellschaftlichen auch für ökologische Anliegen einsetze.

EVP will Homophobie angehen

Bei der Ex-Partei EVP läuft derzeit ein Aufarbeitungsprozess zu den Geschehnissen um Blattner. Die Politikerin hatte von Beschimpfungen und Hass aus dem Parteiumfeld im Zusammenhang mit ihrem Coming-Out berichtet. Wegen eines anonymen Drohbriefs erstattete Blattner Strafanzeige.

Mit einer gemeinsamen Aufarbeitung will die EVP nach eigenen Angaben den Schutz, das Vertrauen und einen respektvollen Umgang stärken. Geplant sei, eine unabhängige Anlaufstelle für Mitglieder zu errichten, die mit Hass, Diskriminierung oder belastenden Konflikten konfrontiert werden. Für die Aufarbeitung zog die EVP auch externe Fachpersonen bei, wie es damals hiess.

(con/sda)

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