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Hunderte Exil-Syrer jubeln – die Folgen des Assad-Sturzes in der Schweiz

Hunderte Exil-Syrer jubeln – die Folgen des Assad-Sturzes in der Schweiz

Nach dem Sturz des Assad-Regimes hat das Schweizer Aussendepartement die in den Krieg involvierten Parteien zur Achtung des humanitären Völkerrechts aufgefordert. Derweil feierten Syrer in der Schweiz den Abgang des langjährigen Machthabers. Die wichtigsten Punkte.
09.12.2024, 06:2509.12.2024, 07:18

Wie reagieren Syrer in der Schweiz?

Bei der syrischen Exilgemeinde in der Schweiz ist die Freude nach dem Sturz des Regimes um Baschar al-Assad gross. Auf dem Bahnhofplatz in Bern kamen im Laufe des Sonntagnachmittags mehrere Hundert Menschen zusammen, wie die Kantonspolizei Keystone-SDA bestätigte. Und in Genf versammelten sich zahlreiche Syrer vor dem europäischen Sitz der Uno. Um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen, liessen sie Flaggen wehen, wie ein Video auf der Online-Plattform X zeigte.

Die Menschen in der Exilgemeinde hätten die Geschehnisse der vergangenen Tage aufmerksam mitverfolgt. Man freue sich «wahnsinnig» über den Sturz von Machthaber Baschar al-Assad, sagte Therese Junker, die Co-Präsidentin des Vereins Syrien-Schweiz, auf Anfrage von Keystone-SDA.

Natürlich würden sich einige Menschen bereits darüber Gedanken machen, was dies nun für ihren Aufenthaltsstatus in der Schweiz bedeute. Zudem sei bei aller Freude unklar, wie sich die politischen Verhältnisse in Syrien nun weiter entwickeln, die Lage sei nach wie vor komplex. Es hofften aber alle, dass es friedlich bleibe, so die Co-Präsidentin des Vereins weiter.

Was sind die Auswirkungen für die Schweiz?

Zum Ende des vergangenen Jahres hielten sich laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) rund 28'000 syrische Staatsangehörige in der Schweiz auf. Syrien zählt seit dem Beginn des dortigen Bürgerkriegs zu den wichtigsten Herkunftsländern von Asylsuchenden in der Schweiz.

Asylanten aus Syrien auf dem Weg in das neue Asylzentrum, am Freitag, 31. Oktober 2014, in Schafhausen im Emmental. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Wegen des Kriegs sind Tausende Syrerinnen und Syrer in die Schweiz geflüchtet.Bild: KEYSTONE

Die Auswirkungen durch die Veränderung der Machtverhältnisse in Syrien auf Vorgänge im Schweizer Asylwesen seien noch nicht absehbar. Es bleibe abzuwarten, welche Struktur sich dort entwickle, teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Laut dem SEM werden Syrerinnen und Syrer, die in ihre Heimat zurückkehren wollen, zuerst beobachten, wie sich die Lage vor Ort entwickelt. Es werde mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich eine neue Struktur und deren Stabilität abzeichne.

Das SEM erwartete zudem, dass jene Flüchtlinge aus Syrien, die in den umliegenden Ländern wie der Türkei, dem Libanon oder in Jordanien untergekommen sind, die ersten Rückkehrer sein werden. Unter anderem hatte die Türkei in den vergangenen Jahren fast drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Was sagt der Bund?

Die Bürgerkriegsparteien sollten auf Frieden und Versöhnung hinarbeiten, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Nachmittag auf der Plattform X mit.

Die Situation werde nach den jüngsten Entwicklungen in Syrien aufmerksam verfolgt. Rund 60 Menschen aus der Schweiz sind laut dem Auslandschweizerregister des EDA noch in Syrien angemeldet. Eine weitere Person sei als «Durchreisende» registriert, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bis Sonntagnachmittag seien keine Anträge auf konsularische Unterstützung gestellt worden. Bei der EDA-Helpline für Syrien seien ebenfalls keine Anrufe eingegangen, teilte das EDA auf Anfrage weiter mit. Es gebe keine organisierte Ausreise. Es gälten die Prinzipien der Eigenverantwortung gemäss Auslandschweizergesetz.

Das Aussendepartement ist mit einem humanitären Büro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Syrien vertreten. Dieses sei «weiterhin operationell», hiess es weiter. Alle EDA-Mitarbeitenden in Syrien seien wohlauf.

(dab/sda)

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Sturz der syrischen Regierung
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Sturz der syrischen Regierung
Syrer feiern auf dem Umayyad-Platz in Aleppo, Syrien.
quelle: keystone / omar sanadiki
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Rebellen stürmen Assads Villa
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