Schweiz
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Nummer 14 der Uno-Nachhaltigkeitsziele lautet: «Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen für eine nachhaltige Entwicklung»

Uno-Nachhaltigkeitsziele könnten scheitern – die Schweiz mit Nachholbedarf



Ein Drittel der Lebensmittel weltweit landen im Müll, während 800 Millionen Menschen unterernährt sind. Mit solchen Entwicklungen droht den Uno-Nachhaltigkeitszielen Wissenschaftlern zufolge das Scheitern. Industrieländer wie Deutschland bezeichnen sie als «symptomatisch».

«Den historischen Versprechen sind kaum Taten gefolgt»

Aart de Geus

Die Weltgemeinschaft könnte einer neuen globalen Studie zufolge an den selbst gesteckten Uno-Nachhaltigkeitszielen scheitern. Vier Jahre nach ihrer Verabschiedung 2015 sei kein Land auf dem Weg, alle 17 übergeordneten Punkte zu erfüllen, teilten die Autoren einer weltweiten Studie unter Federführung des Uno-Sonderberaters Jeffrey Sachs mit.

«Den historischen Versprechen sind kaum Taten gefolgt», sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, die den Bericht mit herausgibt. Man müsse die Uno-Ziele in konkrete Massnahmen überführen. «Armut und ungleiche Bildungschancen verschwinden nicht durch Lippenbekenntnisse, sondern nur durch Taten.»

Die Nachhaltigkeitsziele gelten als die globalen Vorsätze der Vereinten Nationen und seiner Mitgliedsstaaten. Zu ihnen gehört, dass kein Mensch mehr in Armut leben oder Hunger leiden darf, dass der Zugang zu Bildung und der Gesundheitszustand verbessert werden, die Diskriminierung von Frauen beseitigt und der Klimawandel bekämpft werden soll. Die Ziele sollen bis 2030 erreicht werden. Im September wollen die Staats- und Regierungschefs bei der Uno in New York eine Zwischenbilanz über das bislang Erreichte ziehen.

Nachholbedarf bei reichen Staaten

Dabei gibt es der Studie zufolge, für die Daten aus 193 Ländern verglichen wurden, auch und vor allem grossen Nachholbedarf bei den reichen Industriestaaten. Zwar kämen sie der Erfüllung der Ziele am nächsten - Schweden, Dänemark und Finnland erreichen die besten Noten, indem sie die Vorgaben zu fast drei Vierteln erfüllt haben -, verursachen durch Massenkonsum und hohe Lebensstandards jedoch hohe ökologische und wirtschaftliche Kosten für andere Länder. So führe die hohe Nachfrage nach Palmöl zu Waldrodungen in den Tropen, die Einlagerung von Geld in Steueroasen schade letztlich auch Entwicklungsländern.

Die Schweiz liegt mit Platz 15 eher im hinteren Mittelfeld der europäischen Länder. Beispiele wie Deutschland (Platz 6) bezeichnen die Forschenden als «symptomatisch» für das Abschneiden der Industriestaaten: «Deutschland ist bei einigen Uno-Zielen auf einem guten Weg, doch wir werden die Nachhaltigkeitsagenda verfehlen, wenn wir politisch in zentralen Bereichen nicht umsteuern», meint Mitautor Christian Kroll.

Der Bericht zeigt global insbesondere bei Klimaschutz und nachhaltigem Konsum die grössten Nachlässigkeiten. Im Bereich der klimapolitischen Konzepte wird eine weitere Studie zitiert, in der USA, Russland, die Türkei und Saudi-Arabien mit einem «kritisch unzureichend» am schlechtesten bewertet werden. Die Politik vieler EU-Staaten wird demnach etwas besser, aber noch immer als «unzureichend» eingestuft.

Schlechtes Vorbild

Zudem rügen die Autoren die schlechte Vorbildrolle der G20-Staaten. So seien die Industrieländer insgesamt für rund die Hälfte der globalen Umsetzungslücken zur Erreichung der Ziele verantwortlich. Hier fielen besonders die USA, Brasilien, China, Indien und Indonesien negativ auf. Nur wenige der G20-Mitglieder gäben bislang die von den Uno geforderten 0.7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Entwicklungshilfe aus.

Gleichzeitig kritisiert der Bericht das Missverhältnis aus Überproduktion von Nahrung auf der einen und Mangelernährung auf der anderen Seite. Denn während ein Drittel der Lebensmittel weltweit weggeschmissen werde, gälten noch immer 800 Millionen Menschen als unterernährt. (mim/sda/dpa)

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