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Ist «falsche Maddie» ein seit 2011 vermisstes Mädchen aus der Schweiz?

Ist die «falsche Maddie» ein seit 2011 vermisstes Mädchen aus der Schweiz?

Julia Faustyna hatte behauptet, die vor Jahren verschwundene Britin Madeleine McCann zu sein. Doch jetzt kursiert das Gerücht, bei der 21-jährige Polin könnte es sich auch um eines von zwei Schweizer Zwillingen handeln, die seit 12 Jahren vermisst werden.
07.03.2023, 15:4907.03.2023, 16:15
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Julia Faustyna wurde angeblich von der Familie von Livia und Alessia kontaktiert, zwei Zwillingsschwestern aus Saint-Sulpice (VD), die seit 12 Jahren vermisst werden.
Julia Faustyna wurde angeblich von der Familie von Livia und Alessia kontaktiert, zwei Zwillingsschwestern aus Saint-Sulpice (VD), die seit 12 Jahren vermisst werden.

Am 14. Februar 2023 veröffentlichte Julia Faustyna auf Instagram ihren vermeintlichen Stammbaum und behauptete, dass sie Madeleine McCann sei, die am 3. März 2007 in Portugal verschwand. Sie sprach von körperlichen Ähnlichkeiten und einem «ähnlichen» Muttermal. Ausserdem verlangte sie von ihren Eltern einen DNA-Test. Diese lehnten den jedoch stets ab.

Die Suche nach ihrer wahren Identität war von Beginn an emotional und auch von bösartigen Reaktionen geprägt. Darum holte sich Faustyna Hilfe von einer berühmten Instagramerin: Fia Johansson.

Das Medium Fia Johansson teilt auf ihrem Instagram Account tägliche Updates über die Entwicklung des Falles.

So weit, so gut.

Doch nun behauptet Julia Faustyna, sie sei ein anderes verschwundenes Mädchen. Diesmal soll es ein Mädchen aus der Schweiz sein. Und zwar eines der Zwillinge Alessia und Livia Schepp. Die beiden verschwanden am 30. Januar 2011. Sie waren damals sechs Jahre alt und lebten in Saint-Sulpice VD. Nachdem der Vater der Zwillinge sie nach einem Wochenende nicht wieder zurück zur Mutter brachte, machte man sich Sorgen.

Einige Tage später findet die Polizei den leblosen Körper des Vaters in einem kleinen Dorf in Süditalien. Zusammen mit einem Brief und einem Testament.

Seitdem fehlt von den beiden Mädchen jede Spur. Im Jahr 2021, zehn Jahre nach dem Fall, sagten die Schweizer Behörden, sie hätten die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, Alessia und Livia Schepp lebend zu finden.

Physische Ähnlichkeiten machen Hoffnung

Als die Familie Schepp von Internetnutzern auf Julia und ihre Ähnlichkeiten mit den Zwillingen hinwiesen, wurden sie neugierig.

Nun enthüllte der US-amerikanische Radiosender «Radar», dass die Familie Schepp und Julia durch Instagramerin Johansson in Kontakt gekommen sind. «Es wurden Vorkehrungen getroffen, um einen DNA-Test an einem öffentlichen Ort durchführen zu können. So könne das Mysterium hoffentlich gelöst werden», so Johannson.

Seit dieser neuen Enthüllung begeistern sich die ausländischen Medien für die tragische Geschichte der beiden Schweizerinnen, die in den letzten zwölf Jahren ebenfalls zahlreiche Wendungen hatte. (oee)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mocking Bert
07.03.2023 16:33registriert Februar 2022
Theoretisch wär's ja möglich...

Das Tragische an der Geschichte finde ich aber, dass diese Julia scheinbar nach ihrer Identität sucht. Wenn sie wirklich adoptiert ist hätte sie ja eigentlich ein Recht darauf zu erfahren, wer ihre richtigen Eltern sind.
Wird ihr das vorenthalten ist es kein Wunder wenn sie jeden Strohhalm aufgreift...
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dobinidahai
07.03.2023 16:06registriert August 2018
"Seit dieser neuen Enthüllung begeistern sich die ausländischen Medien für die tragische Geschichte der beiden Schweizerinnen, die in den letzten zwölf Jahren ebenfalls zahlreiche Wendungen hatte."

Wäre jetzt schon noch interessant, etwas von diesen zahlreichen Wendungen gleich noch hier zu lesen (oder den Link zu bekommen, wenn denn schon mal was darüber geschrieben wurde...)
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MartinZH
07.03.2023 17:08registriert Mai 2019
Zum Glück gibt es ja heutzutage DNA-Tests. Also lässt sich alles wunderbar prüfen.

Medien die nunmehr seit Wochen permanent über Julia Faustyna berichten, könnten ja einfach einmal abwarten, bis man über tatsächliche Fakten berichten kann.

Die ganzen Spekulationen bringen rein gar nichts – sie dienen nur den Klicks und damit der Werbewirtschaft.

Man muss sich als Medium halt überlegen, ob man in der Liga von «Bild», britischen Boulevard-Blättchen, etc. spielen –, oder ob man seriösen Journalismus betreiben will.

Mir geht die Berichterstattung dieser Art jedenfalls ganz mächtig auf den 🍪.
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