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Honorarkonsul in Fidschi lässt sich mit Hitlers «Mein Kampf» ablichten

Schweizer Honorarkonsul in Fidschi lässt sich mit Hitlers «Mein Kampf» ablichten

Seit 15 Jahren lebt der Berner Rolf Gfeller im Südseeparadies Fidschi. Nun wirft eine Kampfschrift im Büro des Honorarkonsuls Fragen auf.
11.08.2020, 15:3413.08.2020, 11:02

Der Berner Rolf Gfeller hat gut lachen. Seit 15 Jahren lebt der 49-Jährige in Fidschi. Der leidenschaftliche Taucher ist zudem seit acht Jahren Schweizer Honorarkonsul. Als solcher ist er die offizielle Vertretung der Schweiz auf Fidschi.

Gut 50 Schweizerinnen und Schweizer leben permanent auf den 110 bewohnten Inseln des Südseeparadieses. «Mir ist es wichtig, dass wir unsere Schweizer Kultur pflegen und uns austauschen können», sagt Gfeller in einem am Dienstag in der Berner Zeitung erschienenen Portrait.

Seit 15 Jahren lebt der Berner Rolf Gfeller im Südseeparadies Fidschi. Nun wirft eine Kampfschrift im Büro des Honorarkonsuls Fragen auf.
Honorarkonsul Gfeller posiert in seinem Büro mit Hitlers Hetzschrift «Mein Kampf». Bild: zvg/watson

So weit, so gut. Doch ein Foto aus dem Büro des Honorarkonsuls wirft Fragen auf. Denn auf dem Bild ist zu sehen, dass Gfeller in dem vollgepferchten Raum neben einem Kochbuch offen Adolf Hitlers «Mein Kampf» im Bücherregal präsentiert. In der 1925 publizierten Hetzschrift postulierte Hitler sein judenfeindliches Weltbild.

EDA sucht das Gespräch mit dem Konsul

Warum steht «Mein Kampf» im Bücherregal des Honorarkonsuls? Das Aussendepartement (EDA) will es nun genauer wissen. Man habe das Bild zur Kenntnis genommen. «Das EDA sucht jetzt das Gespräch mit dem Honorarkonsul auf Fidschi und klärt die Sachlage ab», so EDA-Sprecher Georg Farago zu watson.

Farago betont weiter, dass der Honorarvertreter kein Karrierediplomat des EDA, sondern ein ehrenamtlicher Konsul mit beschränkten Befugnissen sei. Gfeller ist laut BZ der Schweizer Botschaft in Neuseeland unterstellt.

Auf eine Anfrage von watson hat Gfeller nicht reagiert.

Update
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten nahm am Mittwoch erneut zum Vorfall Stellung. Der schweizerische Botschafter in Wellington habe umgehend mit Gfeller Kontakt aufgenommen, so die «Berner Zeitung». Der Botschafter habe klargestellt, dass «jede Art von Extremismus nicht vereinbar sei mit der Funktion eines Honorarkonsuls». Der Honorarkonsul habe sich im Gespräch von jeglichem rechtsextremistischen Gedankengut distanziert. Sein Interesse am Buch «Mein Kampf» sei historisch bedingt. In Bezug auf extremistisches Gedankengut herrsche Nulltoleranz, betont das Amt laut BZ. (mlu)

(amü)

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