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Räumung der Pro-Palästina-Besetzung an der Uni Bern

Erneute pro-palästinensische Besetzung an Uni Bern wird geräumt

30.05.2024, 18:5031.05.2024, 08:15
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Die Polizei hat am Donnerstagabend mit der Räumung der von propalästinensischen Aktivistinnen und Aktivisten besetzten Universität Bern begonnen. Dies teilte die Kantonspolizei Bern auf X mit. Es würden Personenkontrollen durchgeführt, hiess es weiter.

«Pop-up Besetzung»

Pro-Palästina-Aktivistinnen und -Aktivisten haben am Donnerstag erneut Räumlichkeiten der Universität Bern für sich und ihren Protest in Beschlag genommen. Die Universität akzeptierte die neuerliche Besetzung nicht und sprach von Handgreiflichkeiten seitens der Besetzenden.

Bereits im Mai hatte das Kollektiv Räume der Universität Bern besetzt, damals in einem Gebäude im Berner Länggassquartier. Am Donnerstagmorgen machten sich rund zwei Dutzend Aktivisten daran, das Foyer des Hauptgebäudes in Beschlag zu nehmen.

Rund 60 Personen, zum Teil mit Palaestina Fahnen bewehrt, besetzen Raeumlichkeiten der Universitaet Bern, im Gebaeude der Unitobler, der ehemaligen Schokoladefabrik Tobler, am Sonntag, 12. Mai 2024 in ...
So sah die erste Besetzung am 12. Mai aus. Bild: keystone

Es handle sich um eine «Pop-up Besetzung», sagte eine Sprecherin des Kollektivs. Die Gruppe werde am Abend wieder freiwillig abziehen. Das Kollektiv bekräftigte seine Forderungen nach einem «freien Palästina».

Die Universität Bern müsse sich gegen den «Siedlungskolonialismus» in Palästina sowie für einen sofortigen und permanenten Waffenstillstand einsetzen, hiess es in einer Mitteilung der Aktivistinnen und Aktivisten. Dazu müsse sie nicht nur ihre «akademischen, militärischen und ökonomischen» Verbindungen mit israelischen Institutionen offenlegen, sondern diese auch kappen. Die Aktivisten forderten ausserdem, dass die Universität ihre «Mitschuld am Genozid und Siedlungskolonialismus» verantworte.

Handgreiflichkeiten auf Areal

Die Universität Bern akzeptierte die neuerliche Besetzung ihrer Räumlichkeiten nicht. Die Universität sei ein Ort des Gedankenaustauschs und der Debatte. Eine Besetzung und politisch motivierte Forderungen seien jedoch kein Rahmen für einen konstruktiven Dialog, sagte Uni-Rektor Christian Leumann laut Mitteilung.

Laut einer Mitteilung der Universitätsleitung kam es am Donnerstag zu Handgreiflichkeiten vonseiten der Besetzenden gegen einen Hausdienstmitarbeitenden. Die Universität hatte nach eigenen Angaben die schnellstmögliche Räumung des Protests beantragt. Aus Sicht des Kollektivs ging die «Belästigung» vom Hausdienstmitarbeitenden aus. (hah/saw/sda)

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103 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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uicked
30.05.2024 09:34registriert Oktober 2017
Man könnte die Unis auch nützen um zu lernen und dann helfen, aber das ist halt noch so wirksam für die Selbstinszenierung .
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LaBelle dü Noire
30.05.2024 09:29registriert Dezember 2023
Es ist bedauerlich, dass bei der letzten Besetzung der Rektor ausgebuht wurde. Dies wirft die Frage auf, ob wirklich ein Dialog gesucht wird oder eher das Durchsetzen eigener Ansichten ohne Rücksicht auf andere. Wiederholte Besetzungen der Uni widersprechen den Bedürfnissen vieler und stellen die Haltung der Besetzer in ein fragwürdiges Licht. Auch die Studierendenvertretungen haben die Besetzungen kritisiert.
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Esther R.
30.05.2024 09:10registriert November 2018
Boah, wie kreativ 🥱. Haben die das Gedächtnis einer Eintagsfliege, oder haben die tatsächlich noch nicht gecheckt, dass diese Besetzungen weltweit nix, aber absolut nix gebracht haben?
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